Während regierungskritische Proteste im Frühjahr 2024 durch die Straßen von Tiflis zogen, entstand ebenda die Video-Oper „Death in Peace“. In der Inszenierung von Ayla Pierrot Arendt, eingebettet in die aufwühlende Klangwelt des Komponist*innenduos Nika Pasuri und Ani Zakareishvili, treffen auf vier Leinwänden die Protagonist*innen dreier unterschiedlicher Nationalitäten aufeinander: zwei Georgier*innen, zwei Deutsche und ein Russe im georgischen Exil. Ausgestattet mit ihren jeweiligen Vorstellungen von Frieden und Freiheit, Freund und Feind, die sich nicht lösen lassen von ihren politischen Biografien, begegnen sie sich in der Erzählung der Georgierin Natia und des russischen Deserteurs Andrej. Es dauert nicht lange und Andrej ist tot, versehentlich erschossen, ausgerechnet in der deutschen Botschaft in Tiflis, vom Mann der Botschafterin. Sein Tod wirft viele Fragen auf: nach dem Preis der Freiheit, den Grenzen der Diplomatie, nach den Leerstellen und Mythen kollektiver Identität und nach Loyalitäten – grundiert von einer sich ausbreitenden Angst in einem verunsicherten Europa voller Konflikte.

Eine aufrüttelnde Komposition essenzieller Fragen zu körperlicher Bedrohung, territorialer Grenzziehung, Kriegsgefahr und Sehnsucht nach Frieden. – MADE.Jury

© Eike Walkenhorst

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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