Epilog: Matthias Kirschnereit & Irmela Hijiya-Kirschnereit
Dem modernen Japan gilt eine besondere Neugier, die jedoch von einem
exotisierenden Bild geprägt ist: Sushi, Manga und Animes, eine hochtechnologisierte
Gesellschaft, Samurai und Ninjas. Für die Vermittlung
eines umfassenderen Japanbilds jenseits von Schlagworten und Klischees
setzt sich Irmela Hijiya-Kirschnereit schon seit vielen Jahrzehnten ein. Die
Schwester von Matthias Kirschnereit ist eine der weltweit profiliertesten
Japanologinnen, hat eine Vielzahl von literarischen Werken aus dem Japanischen
übersetzt und lehrt über japanische Literatur in Deutschland und
Japan. Sie erhielt zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen und für ihr
Engagement um den Austausch deutscher und japanischer Kultur auch
das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.
In der Reformierten Kirche Aurich präsentieren die beiden Geschwister ihren
gemeinsamen musikalisch-literarischen Abend „Scherben von Glück“,
den Irmela Hijiya-Kirschnereit so beschreibt: „Mit überraschend frisch klingenden
Reflexionen einer japanischen Hofdame aus dem 11. Jahrhundert
beginnt der literarische Reigen, der uns japanisches Lebensgefühl und japanische
Befindlichkeiten näherbringen soll. Auf eine „Handtellergeschichte“
von Kawabata Yasunari, Nobelpreisträger des Jahres 1968, folgt eine Sequenz
mit Lyrik von Ishikawa Takuboku, Gedichte von packender Intensität
und tiefer Traurigkeit. Ganz anders die Erzählung von Murakami Haruki,
der mit Witz und Leichtigkeit eine Episode aus dem Großstadtleben von
heute darbietet. Noch einmal fahren die Gefühle Achterbahn in den Texten,
die nun folgen – der Passage aus den Erinnerungen einer nackt vor
dem Spiegel stehenden alten Frau, den Stimmungsbildern des bekannten
Lyrikers Tanikawa Shuntaro, der zuweilen provokanten, aber zutiefst anrührenden
Literatur von Ito Hiromi, die sich zwischen den Kulturen bewegt,
und zuletzt in den Prosagedichten von Inoue Yasushi, der starke Bilder
vor unserem inneren Auge erstehen lässt. Die Musik – Stücke von Richard
Wagner, Felix Mendelssohn Bartholdy, Claude Debussy, Henri Duparc, Toru
Takemitsu u. a. – greift den Nachhall der Texte auf und intensiviert das
wechselvolle Erlebnis.“
------------------------------
Matthias Kirschnereit (Klavier)
Irmela Hijiya-Kirschnereit (Moderation & Lesung)