Sommer.Nachts.Traum. Ein barockes Fest
Werke von Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Maria Margherita Grimani und anderen
Tübingen, tagsüber 30° im Schatten, endlich Sommerferien... Die Hitze des Tages weicht langsam einer angenehmen Frische, und der laue Sommerabend lockt die Menschen aus ihren Häusern. Wohin? Aufs Tübinger Schloss, zum Sommer.Nachts.Traum. im Schlosshof! Wo könnte man diesen Abend schöner verbringen als hier, unter freiem Himmel, mit himmlischer, aber auch teuflischer
(zumindest teuflisch schwer zu spielender) Barockmusik zu einem kühlen Getränk?
Bei Bachs berühmt-berüchtigtem fünften Brandenburgischen Konzert glühen mit Sicherheit nicht nur die Finger des Cembalisten in seiner Solokadenz, sondern es fließt vielleicht auch die ein oder andere Träne, wenn im Mittelsatz Flöte, Geige und Cembalo (beziehungsweise heute – vielleicht Weltpremiere? – ein dezent verstärktes Clavichord) darüber philosophieren, wer wohl am schönsten
sänge... In Vivaldis „La Follia“ schmachten die zwei Sologeigen im uralt-tröstlichen Moll, nur um gleich darauf wie von der Tarantel gestochen halsbrecherisch zu brillieren. Die Bach‘sche Orchestersuite h-Moll inklusive Badinerie, die durchaus auch eine Tarantella sein könnte, darf natürlich nicht fehlen. Und mit der Ouvertüre zu Maria Grimanis „Dialogo fra Pallade e Marte“ sei auch noch die Deutschland-Premiere einer italienischen Barock-Komponistin vom Wiener Kaiserhof beigesteuert.
Der Sommer.Nachts.Traum. hält so manche spritzige Überraschung bereit – für Barock-Fans und solche, die es werden wollen! Ein zweites Getränk könnte durchaus noch nötig werden.
Ensemble il capriccio
Christian Prader - Flöte
Friedemann Wezel -Violine
Dietlind Mayer - Violine
Ursula Plagge-Zimmermann Viola
Dmitri Dichtiar - Violoncello
Sophia Scheifler - Kontrabass
Carsten Lorenz - Clavichord
Foto: Ensemble il capriccio © Conrad Schmitz