Quelle: Veranstalter


»Sie wollte ihm sagen, dass sie ihr Studium abgebrochen hatte. Dass ihr Vater gerade seine zweite Familie zerstörte und ihr bester Freund sich selbst. Ich komme zurecht, sagte sie.«

Irland in den 80ern: Róisín ist 15 Jahre alt und Außenseiterin – alleine schon, weil sie aus dem Norden kommt und ihr Vater die Familie verlassen hat. Als sie im Auftrag einer Mitschülerin einen Brief an Red übergibt, ist es das erste Mal, dass sie mit einem Jungen spricht. Schnell sind die beiden auf einer Wellenlänge, unterhalten sich über Musik und Literatur, liefern sich sarkastische Wortgefechte. Die beiden werden beste Freunde. Aber über den Grund, weshalb Red, der aus wohlhabendem Hause stammt, oft zu viel trinkt und irgendwann überhaupt nicht mehr in sein Elternhaus zurückkehrt, sprechen sie nicht. Als die beiden Jahre später nach London auswandern, beginnt für Róisín der gesellschaftliche Aufstieg – und für Red der Absturz ins Bodenlose.
Mit »Red« ist Louise Kennedy ein Roman gelungen, der ganz nah dran ist an seinen Figuren, an ihrem Sehnen und Verzweifeln und an der emotionalen Spannung zwischen zwei Freunden, bei denen nie so ganz klar ist, ob sie nicht auch mehr als Freunde sein können. Es ist ein kraftvoller Roman über Freundschaft, Verlust und die Zerissenheit irischer Identitäten.

Moderation: Antje Deistler

Lesung der dt. Texte: Verena Güntner

Mit freundlicher Unterstützung durch das Generalkonulat von Irland in Frankfurt am Main.

Eintritt: € 6,-/9,-/12,- (pay as you wish)

Louise Kennedy wuchs in der Nähe von Belfast auf. Bevor sie mit dem Schreiben begann, arbeitete sie fast dreißig Jahre lang als Köchin in Irland und dem Libanon. 2021 erschienen ihre Short Stories, die die Autorin mit einem Schlag bekannt machten. Ihr erster Roman »Übertretung« erschien 2023, wurde für den Women's Prize for Fiction nominiert, war ein internationaler Bestseller und wurde für Channel 4 verfilmt.

Antje Deistler ist Kulturjournalistin, Literaturkritikerin und Moderatorin von Literaturveranstaltungen. Sie hat Germanistik, Politologie sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften studiert und leitet derzeit das Literaturbüro Ruhr.

Verena Güntner spielte nach ihrem Schauspielstudium viele Jahre am Theater. Sie ist Teil des feministischen Literaturkollektivs »Liquid Center«. Zuletzt erschien von ihr 2025 der Roman »Medulla«.

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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