Sonntag, 20.09.2026
um 17:00 Uhr




Dreimal Antonio...
Antonio Lotti (1667-1740) begeisterte mit seinen expressiven, gefällig zu Ohren gehenden Melodien auch weit über Italiens Grenzen hinaus das zeitgenössische Publikum. In Venedig war Lotti Schüler des großen Giovanni Legrenzi (1626-1690), der vermutlich auch Vivaldi unterrichtete, und erhielt Anstellung am Markusdom, zu dessen "maestro di capella" er später avancierte.

Die Forschung geht davon aus, dass Lottis geistliche Kompositionen für Countertenor und Streicher für eins der Ospedale komponiert wurden, für die Lotti tätig war (Ospedale dei Mendicanti oder Ospedale degli Incurabili). Demnach würden die Kompositionen also aus dem gleichen karitativ-musikalischen Kontext wie Vivaldis "Nisi Dominus" stammen: Die überragend dramatisch und virtuos angelegte Psalmvertonung "Nisi Dominus" RV 608 des "Roten Priesters" Antonio Vivaldi (1678-1741) wurde vermutlich in jungen Jahren für die Waisenmädchen des Ospedale della Pietà komponiert, an dem Vivaldi als Geistlicher und Musikpädagoge
tätig war. Die Tatsache, dass das Ospedale sowohl hervorragende Sängerinnen wie auch Instrumentalistinnen hervorbrachte, spiegelt sich in der aufwendigen Anlage der ausführlichen und anspruchsvollen Komposition. Besonders bemerkenswert ist die Vertonung des Gloria, das entgegen sonstiger Gepflogenheiten auf ausgelassene Freude verzichtet und mit einem besonders intimen Moment aufhorchen lässt. Hierbei verwendet Vivaldi für das Instrumentalsolo die selten zu hörende Viola d'amore.

Die Vokalkompositionen werden ergänzt durch zwei Concerti von Vivaldi sowie orchestrale Introduktionen zu Oratorien des namhaften Venezianers Antonio Caldara (1670-1736). Wie seine beiden Namensvettern erhielt auch Caldara seine musikalische Ausbildung bei Giovanni Legrenzi in Venedig. Zu seinem über 3400 Kompositionen umfassenden Oevre zählen auch etliche italienisch-sprachige Oratorien, deren kunstvolle Introduktionen und Sinfonien mit ihrer melodischen Polyphonie Zeugnis von Caldaras venezianischer Herkunft ablegen und deutlich auf die Prägung durch seinen Lehrer Legrenzi verweisen.

Alex Potter - von der Presse als „aufsteigender Stern in der Welt der Countertenöre“ gepriesen - ist ein gefragter Interpret für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, dessen Engagements ihn auf die Bühnen in ganz Europa führen. Er arbeitet mit Dirigenten wie Philippe Herreweghe, Thomas Hengelbrock, Lars Ulrik Mortensen,
Frieder Bernius, Jordi Savall, Roland Wilson, Rudolf Lutz und Jos van Veldhoven. Neben zahlreichen Aufführungen von Werken bekannter Komponisten wie Bach und Händel gilt sein besonderes Interesse dem Aufspüren weniger bekannten Repertoires, das er in Konzerten und Einspielungen der Öffentlichkeit zugänglich macht.
Die musikalische Laufbahn Potters begann bereits als Chorknabe an der Southwark Cathedral in London. Er war Choral Scholar am New College der Universität Oxford und absolvierte zeitgleich ein Studium der Musikwissenschaft. Im Anschluss daran ergänzte er seine Ausbildung im Bereich Alter Musik bei Gerd Türk an der Schola Cantorum Basiliensis in der Schweiz.

la festa musicale gründete sich 2014 und war unter anderem beim Schleswig-Holstein Musik Festival den Händel-Festspielen Halle und Göttingen, den Tagen für Alte Musik Knechtsteden und den Niedersächsischen Musiktagen zu Gast.
Das norddeutsche Barockensemble steht für erstklassiges künstlerisches Niveau, das sich in kreativen, sparten-übergreifenden Konzertformaten und hochkarätigen Kooperationen widerspiegelt. Die Musiker*innen sind charismatische Vertreter einer neuen Generation der historischen Aufführungspraxis. Die künstlerische Leitung liegt bei Konzertmeisterin Anne Marie Harer.

Foto: Alex Potter (C) Jochen Quast

Einlass: 16 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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