Vom guten Leben und Fischen im Trüben - Nadine Schneider und Elli Unruh
Lesung und Gespräch mit Nadine Schneider und Elli Unruh, Moderation: Katharina Borchardt
In einem kleinen Dorf bei Nürnberg siedelt die Schriftstellerin Nadine Schneider ihren Roman „Das gute Leben“ an. Dort ist Christina aufgewachsen, bei Anni, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien nach Deutschland floh. Anni, die ihr Kind und ihr Enkelkind Christina alleinerziehend ins Leben begleitete und einst beim Quelle-Versand Pakete packte – verschickt ins Wirtschaftswunderland. Anni, die gegen Einsamkeit, Armut und Fremdsein kämpft. Als sich Christina, längst erwachsen, von ihr und dem Haus verabschieden muss, folgt sie den Erinnerungen an Anni und an Rumänien und erkennt, was sie ihr verdankt: die Freiheit, loszulassen und den Ort zu finden, wo das gute Leben zu Hause ist. Etwas weiter im Osten siedelt die Autorin Elli Unruh ihre Geschichte einer deutschmennonitischen Familie an, die bis Ende der achtziger Jahre in der Sowjetunion, im südlichen Kasachstan, lebte. Sie taucht ein in die Zeit ihrer Vorfahren, Großeltern und Eltern und schildert das Leben von Menschen, die in Traditionen, Religion und eigener Sprache Halt finden. Angereichert durch das Deutsch, das Mennoniten aus Westpreußen nach Russland mitgebracht hatten – das Plautdietsch – breitet sie in ihrem Roman „Fischen im Trüben“ zugleich eine uns vielfach unbekannte Landschaft mit Apfelplantagen und wilden Flüssen aus. Nadine Schneider, geboren 1990 in Nürnberg, stammt aus einer rumäniendeutschen Familie und lebt in Nürnberg. Elli Unruh, 1987 in Georgijewka (Kasachstan) geboren, wuchs in Süddeutschland auf. Sie lebt in Stuttgart. „Fischen im Trüben“ ist nominiert für den Leipziger Buchpreis 2026.
Eine Kooperation von Literaturhaus, Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg und Staatsoper Stuttgart