Sonntag, 29.03.2026
um 18:00 Uhr




Bitte beachten Sie: Ab 15.10.25 sind das Konzerthaus und das Sommertheater aufgrund der Vollsperrung der Paderborner Straße nur noch aus Richtung Innenstadt erreichbar.

Mit seinem Oratorium Des Heilands letzte Stunden liefert Louis Spohr einen charakteristischen Beitrag zur Oratorienkultur der frühen Romantik. In seinem vorletzten von vier Oratorien der zu Lebezeiten international gefeierte Geigenvirtuose und Komponist Louis Spohr geistliche Passionsthematik mit ausgeprägter musikdramatischer Gestaltung. Allerdings teilt Spohr wie viele seiner Zeitgenossen das Los, zu Lebezeiten prominent, heute jedoch im Konzertrepertoire eher unberücksichtigt zu sein. Der Oratorienchor unter Leitung Florian Ludwigs entdeckt Spohrs Oratorium für die Detmolder Konzertbühne wieder. Zuletzt war Des Heilands letzte Stunden kurz nach der Uraufführung am Karfreitag 1835 in Kassel durch den Spohr-Schüler Clemens August Kiel 1837 in Detmold aufgeführt worden.
Wie viele Passionsvertonungen der Zeit enthält das Libretto von Johann Friedrich Rochlitz antijüdische Tendenzen, die aus dem tradierten Narrativ der Schuldfrage am Tod Christi erwachsen. Das Konzert blendet diese Problematik nicht aus, sondern macht sie zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Auseinandersetzung durch musikalische Reflexion. Zwei eigens eingeschobene Auftragskompositionen des jüdischen Komponisten Max Doehlemann eröffnen einen Kommentar und damit neue Perspektiven. So entsteht ein Kontrapunkt: Spohrs eindrucksvolle Passionsmusik erklingt in ihrer ästhetischen Kraft und zugleich im Dialog mit Geschichte und Gegenwart.

Yoseph Park, Johannes
Mark Grishin, Judas
Yerin Sim, Maria
Franco Oportus Vergara, Petrus
Junha Park, Jesus
Studierende der Gesangsklassen der HfM Detmold

Oratorienchor Detmold
Nordwestdeutsche Philharmonie
Florian Ludwig, Leitung

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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