Donnerstag, 10.04.2025 bis Sonntag, 06.07.2025




Mit der Ausstellung »Konstellationen. Von Konkreter Kunst zur Computerkunst« zeigt das ZKM die erste Retrospektive des brasilianischen Künstlers, Theoretikers und Designers Waldemar Cordeiro (1925–73) in Deutschland. Als einflussreicher Wegbereiter der Konkreten Kunst spielte Cordeiro eine entscheidende Rolle in der Geschichte der brasilianischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Sein vielfältiges Werk reicht von abstrakter und geometrischer Kunst über sozial engagierte bis zu computergenerierter Kunst.

In der Ausstellung im ZKM wird das Werk Waldemar Cordeiros anhand von vier Phasen seines Schaffens vorgestellt: Die erste Phase, der »Concretismo« (Konkrete Kunst) der späten 1940er- und 1950er-Jahren, ist durch präzise Linien und die abstrakte Anordnung farbiger Flächen gekennzeichnet. Mit der »Geometria Intuitiva« (Intuitive Geometrie) wandte sich Cordeiro vom Streben nach einer rationalen Form ab, begann, organische Formen, helle tropische Farben und den Zufall mit einzubeziehen sowie sich verstärkt dem Publikum zuzuwenden. Mit »Popcreto« – eine Mischung aus Pop Art und Konkreter Kunst – reagierte er vor dem Hintergrund des Militärputschs in Brasilien im Jahr 1964 auf die Bewegung des neuen Realismus in der Kunst. »Arteônica«, eine Wortneuschöpfung Cordeiros, bezeichnet die vierte Phase, in der er in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren „arte“ (Kunst) und „electrônica“ (Elektronik) verband.

Als einer der ersten Künstler in Südamerika befasste sich Waldemar Cordeiro in den 1960er-Jahren mit der damals noch neuen Computertechnologie und stand in engem Austausch mit Pionieren und Theoretikern der Computerkunst. Ab 1968 realisierte Cordeiro zusammen mit dem Physiker Giorgio Moscati (*1934) Werke, die als die ersten computergenerierten Kunstwerke Lateinamerikas gelten. Durch seine Teilnahme an verschiedenen internationalen Ausstellungen wie der »Tendencies 4. Computers and Visual Research« (1969) in Zagreb (Kroatien, ehemals Jugoslawien) und die von ihm in São Paulo organisierten Ausstellungen »Computer Plotter Art« (1970) und »Arteônica« (1971) hatte Cordeiro entscheidenden Anteil an der Verbreitung der Computerkunst, die er als eine logische Fortentwicklung der Konkreten Kunst ansah. Cordeiro war damit einer der den wenigen Künstler weltweit, die jene oft betonte Verbindung zwischen Konkreter Kunst und Digitaler Kunst in ihrer eigenen Biographie verkörperten.

Die Ausstellung im ZKM basiert auf der Retrospektive »Waldemar Cordeiro. A Singular Constellation«, die 2024 in der The Mayor Gallery in London gezeigt wurde. In Karlsruhe wird sie durch Fotografien, Briefe und Drucksachen aus den Beständen der Sammlung und Archive des ZKM ergänzt, die Cordeiros Vernetzung mit der internationalen Computerkunstbewegung dokumentieren.

Die Ausstellung eröffnet am 04.04.2025 um 19 Uhr gemeinsam mit der Sammlungsausstellung »The Story That Never Ends«. Wir laden Sie herzlich zur Eröffnung ein!

Mi – Do von 10:00 bis 18:00 Uhr, Sa – So von 11:00 bis 18:00 Uhr


Eventdaten bereitgestellt von: Kulturkurier

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