Quelle: Veranstalter

Samstag, 06.03.2027
um 20:00 Uhr




(Terrasses ou Notre long baiser si longtemps retardé)
Laurent Gaudé; aus dem Französischen von Margret Millischer

Ein milder Herbstabend in Paris. Vielleicht eine der letzten Gelegenheiten, draußen zu sitzen. Eine junge Frau freut sich auf ein Wiedersehen mit ihrer Geliebten. Zwillingsschwestern feiern den gemeinsamen Geburtstag. Nach einem Streit mit ihrem Mann geht eine junge Mutter auf ein Konzert – endlich wieder einmal tanzen, sich selbst genießen. Es ist Freitag, der 13. November 2015. Eine Bombe explodiert während eines Fußballspiels. Auf den Straßen und im Konzertsaal Bataclan schießen Männer mit Maschinengewehren in die Menge. Plötzlich herrscht der Ausnahmezustand, ist eingetreten, was unvorstellbar schien.
Laurent Gaudés vielstimmiger Choral folgt nicht nur den Opfern der Anschläge, sondern auch denen, deren Leben sich in dieser Nacht für immer verändert: Einsatzkräfte, die sich ins Chaos und Grauen stürzen, Ärzte die Triage-Entscheidungen treffen müssen, Menschen, die unzählige Notrufe entgegennehmen, Angehörige, die über Stunden versuchen, ihre Liebsten zu erreichen. Und dann ist es vorbei, aber nicht zu Ende. Menschen sind gestorben, schwerverletzt, Wunden sind geschlagen, die kaum zu heilen sind.
Gaudé hat das kollektive Trauma dieser Nacht in ein formbewusstes, poetisches nicht-dokumentarisches Theaterstück überführt, das nachhallt, zutiefst berührt. Aber dem Unmenschlichen auch etwas Heilsames und humanistische Energien entgegenstellt: „Wir werden uns vor die Cafés setzen, um unseren Mördern zu sagen, dass sie nicht gewonnen haben, dass sie niemals gewinnen werden. Dass wir noch am Leben sind. Mit einem Lächeln auf den Lippen. Einem erhobenen Glas Wein in der Hand, um das Leben und die Freunde zu feiern.“

Laurent Gaudé, geboren 1972 in Paris, hat Literatur studiert, an der Sorbonne unterrichtet und zahlreiche Theaterstücke, Erzählungen und Romane verfasst. Der Roman „La Mort du roi Tsongar“ erhielt 2002 den Lauréat du Goncourt des lycéens und 2003 den Prix des libraires. 2004 wurde er für „Le soleil des Scorta“ mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt ausgezeichnet.
„Les terrasses/Paris danach“ wurde 2024 am Théatre de la Colline in Paris uraufgeführt, der deutschsprachigen Erstaufführung im Oktober 2026 am Deutschen Theater Göttingen folgt nun das Zimmertheater Tübingen.

Besetzung

Malte Flierenbaum, Elias Popp, Udo Rau, Sophie Maria Scherrible, Christina Weiser

Regie: Thomas Bockelmann
Ausstattung: Birgit Angele
Dramaturgie: Dr. Stefan Tigges
Musik: N.N.
Technik: Mike Michelus, Alexander Schwab

Premiere: 6.3.2027

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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