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Programm

Douglas Lilburn: Ouvertüre Aotearoa


Max Bruch: Konzert für Klarinette, Viola und Orchester in e-Moll op. 88


Johannes Brahms: : Sinfonie Nr. 3 in F-Dur, op. 90

Zum ersten Mal spielt das Wendland-Sinfonieorchester sein alljährliches Pfingstkonzert in der Konzertscheune in Lüneburg. Auch mit dem ersten Werk des Abends wird zu neuen Ufern aufgebrochen, nämlich direkt auf die andere Seite der Weltkugel: "Aotearoa" – so heißt die Ouvertüre, was soviel wie "Das Land der langen weißen Wolke" bedeutet, und der Name der Māori für Neuseeland ist. Ursprünglich war hiermit nur die Nordinsel gemeint, aber heute steht er neben dem englischen Namen für das gesamte Land. Der Komponist Douglas Lilburn gab seiner Ouvertüre 1940 den Namen seines Geburtslandes, und brachte in der Musik entsprechend die atemberaubende Natur, die Weiten und das Licht Neuseelands zum Klingen, so, wie vielleicht die ersten Entdecker des Landes es gesehen haben mögen.

Das Werk von Max Bruch, das man am ehesten im Ohr hat, ist das erste Violinkonzert op. 26, das seinerzeit einen phänomenalen Erfolg feierte und heute noch zu den Meilensteinen jeder Geigenkarriere gehört. Aber – im Sinne des Komponisten, der nicht auf dieses Violinkonzert reduziert werden wollte, erklingt an diesem Abend ein anderes seiner wunderbaren Werke: Das Konzert für Klarinette und Viola. Die Besetzung ist ungewöhnlich, wenn nicht sogar einzigartig, aber schon nach den ersten Takten fragt man sich, warum: Max Bruch wußte, wie er die Möglichkeiten dieser beiden Instrumente ausschöpfen konnte, um zusammen mit der Orchesterbegleitung die wärmsten und bewegendsten Klänge zu erzeugen. Bruch komponierte das Konzert 70-jährig für seinen Sohn Max Felix Bruch, der Klarinettist war, und scherte sich dabei nicht darum, das sein Kompositionsstil angeblich nicht mehr zeitgemäß war. Für heutige Ohren ist auch eher relevant, wie meisterhaft die Musik gesetzt ist und wie elegant Bruch die Klangfarben der beiden Alt-Instrumente zu kombinieren wusste.

Max Bruch war ein Bewunderer, Konkurrent und Freund von Johannes Brahms, dessen dritte Sinfonie das Konzert beschließt. Über die Entstehungsumstände der Sinfonie ist wenig bekannt, wohl aber über die Uraufführung 1883, in der die einander verfeindeten Anhänger der programmatischen und der absoluten Musik (zu der die Sinfonie gehört) aufeinander trafen. In Ermangelung der Möglichkeit, sich das Erlebnis auf YouTube anzugucken, muss die Beschreibung reichen: Die Anhänger der Programmmusik brachen nach jedem Satz der Sinfonie in lautes Zischen aus, das aber vom donnernden Applaus der zu recht begeisterten Brahms-Anhänger übertönt wurde. Der Effekt des Ganzen wäre heute derselbe, wie er damals war: die Sinfonie wurde äußerst populär und feierte einen umso größeren Triumph.

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