Sebastian Krämer
Für den Fall, daß sich im Leben unverhofft eine Tür öffnet, achte beizeiten darauf, wo Angeln und
Scharniere angebracht sind! Öffnet sie sich beispielsweise vertikal an genau jenem Fleck, wo man gerade
noch gestanden oder gesessen hat, erspart das den aktiven Schritt hindurch: es flutscht dann einfach!
Schon bemerkt, daß auch im Bühnenboden der Friedenskapelle eine Falltür versteckt ist? Und eine ganz
kleine sogar unter jedem einzelnen Sitz im Saal? Oder sind es Sebastian Krämers neue Lieder, die als besonderen Service die mobile Falltür schon mit
eingebaut haben?
Nicht immer wird sie sich während der Vorstellung bereits öffnen. Dann sollte man sie wie eine Hausaufgabe
mit in die eigenen vier Wände tragen, um sie vielleicht aus Platzgründen unterm Bett zu verstauen, und
plötzlich nachts im Schlaf: Pardauz!
Denn nicht nur Krämers Frechheit ist bodenlos. Über Abgründe der Hingabe, des Schreckens oder der
Trauer breitet er sorgsam seine ornamentreichen musikalischen Teppiche – auch manchen Badezimmer-
Läufer oder roten Samt (wobei uns immer mehr interessieren sollte, was darunter lauert, als welche
aufgedonnerte Schönheit sich anschickt, darüber hinwegzugleiten).
Offen ausgesprochen wird nur die herzliche Einladung zum Denken, Schunkeln oder beidem zugleich. Dann
sind alle bereits im Schwung, wenn's abwärts geht ...
Einlass: 19:30 Uhr