Programm:

Noam Sheriff war einer der renommiertesten Komponisten Israels. Der Reiz seiner Musik lag vor allem in der fantasievollen Einbeziehung von jüdischen und nahöstlichen Klangmomenten in seine Musik. Für die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker schrieb er 1978 ein Werk namens "Tre’y-Assar", das traditionelle jüdische Gebetsmelodien aufgreift. Später hat Sheriff dieses Stück unter dem Titel "Prayers" für ein Streichorchester weiterentwickelt. Der Ablauf ahmt die Gebetsfolge in der Synagoge nach.

Für den französischen Geiger Robert Soetens schrieb Sergei Prokofjew 1935 sein 2. Violinkonzert. Zu dieser Zeit trug sich der Komponist mit dem Gedanken, nach Russland zurückzukehren – trotz des sowjetischen Regimes. Prokofjew hatte Heimweh und vermisste die "russische Inspiration". Der 1. Satz, der noch in Paris entstand, beginnt wie eine wehmütige russische Volksmelodie. Den lyrischen 2. Satz und das kräftige, perkussive "Allegro ben marcato" schrieb Prokofjew in Woronesch und Baku, also in der Sowjetunion. Im folgenden Jahr siedelte er nach Moskau um.

Robert Schumann, der Sachse, war voller Begeisterung, als er 1850 sein Amt als Musikdirektor in Düsseldorf antrat. Noch im gleichen Jahr komponierte er in kürzester Zeit eine neue Symphonie, inspiriert vom "rheinischen Leben". Viele Bedeutungen glaubte man in dieser 3. Symphonie zu finden, Anspielungen auf das Fließen des Rheins, den rheinischen Frohsinn, den erhabenen Dom zu Köln. Wie auch immer: Der Kopfsatz steckt voller Aufbruch und Optimismus. Dann folgen – jeder Satz ein wenig langsamer als der vorherige – ein fließendes Scherzo, ein fast kammermusikalisches Charakterstück und eine altertümlich getragene Polyphonie. Der 5. Satz schließlich zieht die Summe und kehrt zur Lebhaftigkeit des Anfangs zurück.


Noam Sheriff:
„Prayers”

Sergei Prokofjew:
Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 63

Robert Schumann:
Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 „Rheinische“


Mitwirkende:

Mayumi Kanagawa, Violine
Bochumer Symphoniker
Kolja Blacher, Musikalische Leitung


Foto Kolja Blacher: © Felix Broede

Einlass ca. 1 Stunde vor Konzertbeginn

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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