Reinheit ob der Tauber - Jüdisches Leben in Rothenburg
Geschichte erleben, wo sie wirklich stattfand:
Das RothenburgMuseum und Kulturerbe Bayern bieten diese einzigartige Führung zum jüdischen Leben in Rothenburg an. Jeden Samstag um 14:30 Uhr können Besucher Spuren des jüdischen Erbes in der Stadt entdecken – von der Judaika-Sammlung im RothenburgMuseum bis zur Judengasse 10, einem der ältesten jüdischen Wohnhäuser Deutschlands mit seiner beeindruckenden Mikwe aus dem 15. Jahrhundert.
Die Führung beginnt im RothenburgMuseum, wo die Teilnehmer einen ersten Einblick in die Kultur und Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Stadt erhalten. Die Judaika-Sammlung des Hauses zeigt religiöse und alltägliche Objekte, die das jüdische Leben im mittelalterlichen Rothenburg sichtbar machen. Von dort führt der Rundgang in die Judengasse – ein Viertel, das in Deutschland und darüber hinaus als eines der besterhaltenen jüdischen Stadtquartiere aus dem späten Mittelalter gilt. In der Judengasse 10 angekommen, erleben die Gäste ein Haus, das mehr als 600 Jahre Geschichte bewahrt hat und heute als ein Denkmal von nationaler Bedeutung unter der Obhut von Kulturerbe Bayern steht. Nach einer Einführung in die bewegte Baugeschichte des Gebäudes führt die Tour die Besucher in das Herzstück des Hauses: Die Mikwe im Keller – das einzige erhaltene Ritualbad dieser Zeit in Deutschland, das noch mit seinem ursprünglichen Wohnhaus existiert.
Die Judengasse 10 ist das erste Projekt, das Kulturerbe Bayern übernommen und restauriert hat. Die gemeinnützige Initiative engagiert sich seit 2015 nach dem Vorbild des britischen National Trust für den Erhalt bayerischer Kulturgüter und macht sie für die Öffentlichkeit zugänglich.
Mit dieser Führung zeigen wir, wie lebendig Denkmalpflege sein kann“, sagt Dr. Sybille Krafft, Vorsitzende des Vereins Kulturerbe Bayern. „Die Judengasse 10 erzählt eine Geschichte, die weit über Rothenburg hinaus Bedeutung hat. Durch die Zusammenarbeit mit dem RothenburgMuseum machen wir ein Stück jüdischen Erbes dieser Stadt für jeden erlebbar – mit Wissen, Emotionen und einem authentischen Ort.“
„Diese Kooperation ist ein Meilenstein für die Kulturvermittlung in Rothenburg“, betont Dr. Jörg Christöphler, Tourismusdirektor der Stadt Rothenburg. „Die Verbindung von Museumsexponaten mit einem authentischen historischen Gebäude gibt den Besuchern eine ganz neue Perspektive. Sie erleben Geschichte nicht nur als Ausstellung, sondern an dem Ort, wo sie wirklich geschehen ist.“
Mit der Tour setzen das RothenburgMuseum und Kulturerbe Bayern einen wichtigen Impuls: Jüdische Geschichte wird sichtbar, greifbar und bleibt im Gedächtnis. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, mit diesem Führungskonzept eine Brücke zu schlagen, ausgehend vom RothenburgMuseum hinein in den Stadtraum. Damit möchten wir ein Angebot schaffen, welches die vollumfängliche Beschäftigung mit der jüdischen Geschichte Rothenburgs, auch über die Museumsmauern hinaus, ermöglicht. Wir freuen uns, mit Kulturerbe Bayern für dieses Projekt einen Partner an unserer Seite zu haben, für welchen das jüdische Erbe unserer Stadt eine ebenso zentrale Rolle einnimmt, wie für unser Haus. Besucher können nicht nur in die Vergangenheit eintauchen, sondern auch die Bedeutung dieses Erbes für unsere Gegenwart verstehen“, erläutert Franziska Krause, Leiterin im RothenburgMuseum.
Bitte beachten Sie, dass diese Führung aufgrund der baulichen Gegebenheiten in den besuchten historischen Gebäuden, leider nicht barreiefrei angeboten werden kann und somit für Rollstuhlfahrer leider nicht geeignet ist.