Programm:


John Adams:
»Foxtrott für Orchester« aus den »Chairman Dances«

Samuel Barber:
Konzert für Violine und Orchester op. 14

Witold Lutosławski:
Konzert für Orchester


Tischgespräch mit Bjørn Woll um 19 Uhr im Kleinen Saal


„Nixon in China“ war 1987 die erste Oper aus dem Geist der Minimal Music. Ihr Komponist John Adams nennt sich allerdings lieber einen „Maximalisten“, weil sich bei ihm die „minimalistischen“ Stilmittel mit vielem anderen verbinden. Elemente aus seiner Oper verwendete er auch für den Orchester-Foxtrott „The Chairman Dances“ (Der Vorsitzende tanzt). In der Vorstellung des Komponisten entsteigt hier der Große Vorsitzende Mao Zedong einem Bildporträt und tanzt mit seiner Ehefrau mehrere Foxtrotts – in die gemeinsame Vergangenheit zurück. Charmant verbindet sich Hollywood-Nostalgie mit insistierender Motorik und einem großen Perkussions-Apparat.

Samuel Barber komponierte mit zehn Jahren seine erste Oper, begann im Alter von vierzehn sein Studium, ließ sich in den Fächern Klavier, Komposition, Dirigieren und Gesang ausbilden und beeindruckte mit seinem außergewöhnlichen Talent auch Arturo Toscanini. Sein Violinkonzert gehört heute zu den beliebtesten vor allem in den USA. Der schwelgerische Gestus und die einprägsamen Melodien begeisterten bereits große Geiger wie Isaac Stern oder Itzhak Perlman.

Das „Konzert für Orchester“ ist Witold Lutosławskis bekanntestes Werk – den Titel hat er sich bei Béla Bartók geborgt. Bartóks Musik wurde von den sozialistischen Machthabern geduldet, weil sie häufig „volksnahe“ Elemente aufgreift. Das nahm sich Lutosławski zum Vorbild und verwendete seinerseits Folklore- Melodien aus seiner masowischen Heimat (rund um Warschau). Was er mit ihnen anstellt, hat jedoch mit Folklore nichts zu tun, sondern ist wild bewegte, moderne Orchestermusik. Als Stalin starb und mit ihm die sozialistische Kunstdoktrin, gab Lutosławski die „Volksnähe“ sofort auf. Das dreisätzige „Konzert für Orchester“ ist damit auch ein Schluss- und Wendepunkt.


Mitwirkende:

Philippe Quint, Violine
Steven Sloane, Dirigent


Foto Philippe Quint: © John Gress

Foto Steven Sloane: © Christoph Fein

Hausöffnung um 18:45 Uhr, Einführung im Kleinen Saal um 19:00 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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