Deutschland – Das unterschätzte Land
Uns Deutsche zeichnet eine gewisse Freudlosigkeit im Umgang mit uns selbst aus. Wir schätzen unser Land nicht so sehr, wie es das verdient hätte. Unsere liberale Demokratie gilt weithin als gefährdet; das Vertrauen in die Stabilität des Landes schwindet. Zur stärkenden Beruhigung braucht es einen anderen Blick auf uns selbst.
Zur Buchpremiere von "Deutschland – Das unterschätzte Land" (Cotta) schauen der Autor Jens Nordalm und der Bundespräsident a.D. Joachim Gauck auf unsere Geschichte und Kultur seit dem Mittelalter und auf unsere Demokratie als wichtige Quellen für Orientierung und Selbstvertrauen. Sie diskutieren über historische Reformen und gesellschaftlichen Fortschritt, unsere Literatur, unsere Denker, Musiker oder Unternehmer – und unser politisches System. Es gibt gute Gründe für einen neuen, gelassenen Blick auf das eigene Land, jenseits von Selbstverachtung und Nationalpathos. Christian Dunker moderiert eine ungewohnt inspirierende Bilanz deutscher Höhepunkte.
Jens Nordalm, geboren 1969, ist Historiker, Literaturwissenschaftler und Philosoph. Er schreibt Feuilleton-Essays, Bücher und Reden – letzteres in den vergangenen Jahren etwa im Bundespräsidialamt und für Wolfgang Schäuble.
Joachim Gauck, geboren 1940 in Rostock, Theologe, Bürgerrechtler und Politiker. Von 1990 bis 2001 erster Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, von 2012 bis 2017 als elfter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland der erste parteilose Amtsinhaber in dieser Position.