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28199 Bremen

 

 

Quelle: kulturkurier

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Chile: Auf dem Weg zu einer neuen Demokratie?
02.02.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

18. Projekt von „Aus den Akten auf die Bühne“. Kooperation mit der Uni Bremen und der GEW.
Einrichtung Text/Szene: Peter Lüchinger. Mit: Simon Elias, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Petra-Janina Schultz, Kathrin Steinweg.

Das an Rohstoffen so reiche Land am Ende der Welt, ist seit über 100 Jahren mit Deutschland eng verbunden. Galt in der Geschichte allerdings die Aufmerksamkeit hauptsächlich den beiderseitigen Handelsbeziehungen, rückt das Land in der jüngsten Zeit vor allem wegen der neuen Verfassung, die sich Chile geben wird, in den Fokus.     
Im Jahr 2019 führten Proteste von Schüler:innen gegen eine Erhöhung der Metropreise um 30 Pesos im Oktober desselben Jahres zu einer sozialen Revolte (Estallido social). Aus der Kritik an 30 Pesos wurde schnell eine Kritik an der Politik der letzten 30 Jahre nach dem Ende der Pinochet-Diktatur. Die Revolte richtete sich gegen die massive soziale Ungleichheit und mündete in die Forderung nach einer neuen Verfassung. In der bis heute geltenden Verfassung von 1980, die noch aus der Zeit der Diktatur stammt, ist das neoliberale Wirtschaftsmodell verankert. Darin wurde der Grundstein für die Privatisierung in elementaren Lebensbereichen gelegt.      
Der im im Oktober 2020 gewählte Verfassungskonvent war global die erste(!) verfassungsgebende Versammlung, die geschlechterparitätisch zusammengesetzt war. 17 der 155 Sitze waren für Vertreter:innen indigener Völker reserviert.                
Am 4. September 2022 entschieden die Chilen:innen mit einer recht deutlichen Mehrheit, dass sie die neuen Verfassung ablehnen.        
Die politische Rechte mobilisierte u.a. mit Fake News vor allem gegen Indigene. Ihre Kampagne zur Ablehnung der Verfassung erhielt von rechten Parteien, von Großunternehmen und dem Chef der Handelsbörse großzügige Unterstützung. Allen voran der gescheiterte rechtsradikale Präsidentschaftskandidat José Antonio Kast, Sohn eines 1945 nach Chile geflüchteten Nazis, kämpft für ein "weißes Chile" und gegen einen „plurinationalen“ Staat.               
Die Entwicklung wird global aufmerksam beobachtet, auch in Deutschland. Wie wird die weitere Entwicklung die Beziehung zwischen Chile und Deutschland beeinflussen?
Und wie positioniert sich die neue Regierung unter Präsident Gabriel Boric, einem ehemaligen Studierendenführer? Wie agiert sie gegenüber internationalen Konzernen und im Konflikt mit den Mapuches im Süden Chiles?   
Die szenische Lesung lässt wie immer Quellen auf der Bühne sprechen, doch anders als in früheren Lesungen ist dieses Mal das Ende offen.

Don Quijote de la Mancha
03.02.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

Nach der Übersetzung von Ludwig Tieck.
Text/SpFg: Jörg Steinberg. Regie: Jörg Steinberg. Dramaturgie: Holger Kuhla. Bühne/Kostüme. Heike Neugebauer. Regieassistenz: David Wehr.
Mit: Svea Auerbach, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Erik Roßbander, Markus Seuß.

Quijote ist eine Legende: der Ritter von der traurigen Gestalt, der auf seinem alten Klepper gemeinsam mit seinem Knappen Sancho Pansa durch ein längst vergessenes Spanien zieht und Abenteuer um Abenteuer erlebt. Im Namen des untergehenden Ordens der Irrenden Ritter kämpft er für Gerechtigkeit, die Ehre und die wahre Liebe.
Was könnte uns heute diese über 400 Jahre alte Romanfigur noch erzählen? „Quijotesk“ nennen wir es, wenn jemand „gegen Windmühlen“ kämpft - gegen Feinde kämpft, die anscheinend übermächtig sind und vielleicht doch nur in der eigenen Vorstellungswelt existieren. 
Miguel de Cervantes schrieb seinen zeitkritischen Roman im Gefängnis, in das ihn sein bewegtes Leben verschlagen hatte: er erzählte von den Gefahren aber auch vom Glück  der Illusion, die im Widerstreit zur erbärmlichen Wirklichkeit steht. Seine Figuren stehen im Widerstreit mit der Realität stehen. Aber ist das Leben nicht auch Traum (oder Einbildung) - und umgekehrt?
Wie stehen wir in unserer auf Effizienz getrimmten Realität zu Menschen, die uns mit ihrer Fantasie irritieren? Haben sie noch einen Platz in unserer Welt, bzw. geben wir ihnen einen Platz? Wagen wir uns von unserer rationalisierten Wirklichkeit wegzuträumen – in eine imaginäre, verrückte Welt und in ein Leben, zugleich glücklich und tragisch, aber voller fantastischer Abenteuer?
Cervantes Roman ist ein Votum für die Fantasie, für die Kunst des Lebens jenseits karger Realitäten.

Der seltsame Fall der Prudencia
04.02.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

Übersetzung: Patricia Benecke, Simon Elias. Regie: Patricia Benecke. Bühne/Kostüme: Rike Schimitschek. Komposition: Simon Slater. Bühnenmusik: Karin Christoph. Technik/Bar: Torsten Ehlen, Kai Henjhzs, Ronja Odebrecht.
Mit: Simon Elias, Ulrike Knospe, Tim Lee, Sofie Miller, Petra-Janina Schultz.

Am Tag vor der Wintersonnenwende, fährt die junge, etwas zugeknöpfte Literaturwissenschaftlerin Prudencia Hart in das beschauliches Grenzstädtchen Kelso zu einem Kongress über „Romantische Grenzballaden“. Auf den Schneesturm hatte ihre Wetter-App sie vorbereitet, doch dass sich in der bevorstehenden Wintersonnenwendenacht - nach einer alten Mythologie - „das Tor zur Anderswelt“ öffnet, damit rechnet sie nicht. Und so stolpert sie im völlig eingeschneiten Kelso durch einen „Riss in der Zeit“ in ein Bed & Breakfast, das der Teufel persönlich führt. In einem wilden, anarchischen Ritt, befeuert von „burning Sambucas“ mutiert sie von der akademischen Beobachterin der eitlen und zuweilen skurrilen Konferenzgesellschaft zur Heldin ihrer eigenen Ballade, in der sie sich in einer Welt wiederfindet, in der alles anders erscheint, als sie gedacht hat, und doch alles möglich scheint – sogar, dass sie selbst vielleicht gar nicht so zugeknöpft ist…
Eine lyrische, verführerische, dreiste, philosophische Komödie mit Live-Musik, die in der Tradition des schottischen Pub Theatre steht. Der Abend im Theater am Leibnizplatz präsentiert sich als Kneipe, wo die Zuschauer zwanglos nah an der Bühne sitzen, das Geschehen mitten zwischen ihnen stattfindet und eine Bar mit Getränkeverkauf im Zuschauersaal integriert ist.

»Der seltsame Fall der Prudencia Hart« wurde 2010 uraufgeführt, wurde seitdem im englischsprachigen Raum vielfach nachgespielt und erlebt die deutsche Erstaufführung in der bremer shakespeare company.

Don Quijote de la Mancha
11.02.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

Nach der Übersetzung von Ludwig Tieck.
Text/SpFg: Jörg Steinberg. Regie: Jörg Steinberg. Dramaturgie: Holger Kuhla. Bühne/Kostüme. Heike Neugebauer. Regieassistenz: David Wehr.
Mit: Svea Auerbach, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Erik Roßbander, Markus Seuß.

Quijote ist eine Legende: der Ritter von der traurigen Gestalt, der auf seinem alten Klepper gemeinsam mit seinem Knappen Sancho Pansa durch ein längst vergessenes Spanien zieht und Abenteuer um Abenteuer erlebt. Im Namen des untergehenden Ordens der Irrenden Ritter kämpft er für Gerechtigkeit, die Ehre und die wahre Liebe.
Was könnte uns heute diese über 400 Jahre alte Romanfigur noch erzählen? „Quijotesk“ nennen wir es, wenn jemand „gegen Windmühlen“ kämpft - gegen Feinde kämpft, die anscheinend übermächtig sind und vielleicht doch nur in der eigenen Vorstellungswelt existieren. 
Miguel de Cervantes schrieb seinen zeitkritischen Roman im Gefängnis, in das ihn sein bewegtes Leben verschlagen hatte: er erzählte von den Gefahren aber auch vom Glück  der Illusion, die im Widerstreit zur erbärmlichen Wirklichkeit steht. Seine Figuren stehen im Widerstreit mit der Realität stehen. Aber ist das Leben nicht auch Traum (oder Einbildung) - und umgekehrt?
Wie stehen wir in unserer auf Effizienz getrimmten Realität zu Menschen, die uns mit ihrer Fantasie irritieren? Haben sie noch einen Platz in unserer Welt, bzw. geben wir ihnen einen Platz? Wagen wir uns von unserer rationalisierten Wirklichkeit wegzuträumen – in eine imaginäre, verrückte Welt und in ein Leben, zugleich glücklich und tragisch, aber voller fantastischer Abenteuer?
Cervantes Roman ist ein Votum für die Fantasie, für die Kunst des Lebens jenseits karger Realitäten.

Chile: Auf dem Weg zu einer neuen Demokratie?
15.02.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

18. Projekt von „Aus den Akten auf die Bühne“. Kooperation mit der Uni Bremen und der GEW.
Einrichtung Text/Szene: Peter Lüchinger. Mit: Simon Elias, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Petra-Janina Schultz, Kathrin Steinweg.

Das an Rohstoffen so reiche Land am Ende der Welt, ist seit über 100 Jahren mit Deutschland eng verbunden. Galt in der Geschichte allerdings die Aufmerksamkeit hauptsächlich den beiderseitigen Handelsbeziehungen, rückt das Land in der jüngsten Zeit vor allem wegen der neuen Verfassung, die sich Chile geben wird, in den Fokus.     
Im Jahr 2019 führten Proteste von Schüler:innen gegen eine Erhöhung der Metropreise um 30 Pesos im Oktober desselben Jahres zu einer sozialen Revolte (Estallido social). Aus der Kritik an 30 Pesos wurde schnell eine Kritik an der Politik der letzten 30 Jahre nach dem Ende der Pinochet-Diktatur. Die Revolte richtete sich gegen die massive soziale Ungleichheit und mündete in die Forderung nach einer neuen Verfassung. In der bis heute geltenden Verfassung von 1980, die noch aus der Zeit der Diktatur stammt, ist das neoliberale Wirtschaftsmodell verankert. Darin wurde der Grundstein für die Privatisierung in elementaren Lebensbereichen gelegt.      
Der im im Oktober 2020 gewählte Verfassungskonvent war global die erste(!) verfassungsgebende Versammlung, die geschlechterparitätisch zusammengesetzt war. 17 der 155 Sitze waren für Vertreter:innen indigener Völker reserviert.                
Am 4. September 2022 entschieden die Chilen:innen mit einer recht deutlichen Mehrheit, dass sie die neuen Verfassung ablehnen.        
Die politische Rechte mobilisierte u.a. mit Fake News vor allem gegen Indigene. Ihre Kampagne zur Ablehnung der Verfassung erhielt von rechten Parteien, von Großunternehmen und dem Chef der Handelsbörse großzügige Unterstützung. Allen voran der gescheiterte rechtsradikale Präsidentschaftskandidat José Antonio Kast, Sohn eines 1945 nach Chile geflüchteten Nazis, kämpft für ein "weißes Chile" und gegen einen „plurinationalen“ Staat.               
Die Entwicklung wird global aufmerksam beobachtet, auch in Deutschland. Wie wird die weitere Entwicklung die Beziehung zwischen Chile und Deutschland beeinflussen?
Und wie positioniert sich die neue Regierung unter Präsident Gabriel Boric, einem ehemaligen Studierendenführer? Wie agiert sie gegenüber internationalen Konzernen und im Konflikt mit den Mapuches im Süden Chiles?   
Die szenische Lesung lässt wie immer Quellen auf der Bühne sprechen, doch anders als in früheren Lesungen ist dieses Mal das Ende offen.

KuKu
16.02.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

Mit Anatoli Akerman und Christoph Schiele.

Der eine ist ein Vogel und hat ein Haus – genauer gesagt eine überdimensionale Kuckucksuhr – aus der er gerne mit einem vergnügten „KuKu“ heraustritt. Der andere hat einen Vogel, der in einer Kuckucksuhr wohnt, und der die Angewohnheit hat, seinem Besitzer die Tür vor der Nase zuzuschlagen. In »KuKu« umschleichen sich die beiden in einem wunderbaren Mit- und Gegeneinander in Nachtwäsche und Sakko. Auf der Suche nach Erfüllung belauern und umgarnen sie sich, umarmen und überlisten einander, trinken und schlagen sich nieder, beschenken und bestehlen den anderen, tanzen mit- und gegeneinander und sitzen letztendlich im selben Zug immer wiederkehrender Routine. Ein Stück mit feinem, melancholischem Humor, das sein Publikum in der einen Sekunde vergnügt lachen und in der anderen wunderbar still innehalten lässt.

Spieldauer: ca. 1 Stunde


Anatoli Akerman gehört zu den feinsinnigsten Clowns weltweit. In der Ukraine geboren, begann er seine Laufbahn als Pantomime schon als Siebenjähriger. Er ist Starclown des Circus Roncalli, gastierte mit dem Cirque du Soleil in Las Vegas und Tokio und brillierte Tim Burtons Neuinterpretation des Disney-Klassikers Dumbo. Der Ausnahmekünstler lebt zur Zeit in seiner Wahlheimat Graz.
Mehr über Anatoli Akermann: www.anatoliakerman.com 

Christoph Schieles erste Berührung mit der Clownerie liegt exakt 20 Jahre zurück und seitdem brennt er für diese besondere Kunstform. Er studierte an der École internationale de théâtre LASSAAD in Belgien und schließt 2021 die neue Zirkusform »Magie Nouvelle« am Centre National des Arts du Cirque in Frankreich ab. In Kooperation mit dem Cirque Noël Graz entwickeln die beiden kongenialen Darsteller eine neue Version von Akermans Stück »KuKu«.

Der seltsame Fall der Prudencia
17.02.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

Übersetzung: Patricia Benecke, Simon Elias. Regie: Patricia Benecke. Bühne/Kostüme: Rike Schimitschek. Komposition: Simon Slater. Bühnenmusik: Karin Christoph. Technik/Bar: Torsten Ehlen, Kai Henjhzs, Ronja Odebrecht.
Mit: Simon Elias, Ulrike Knospe, Tim Lee, Sofie Miller, Petra-Janina Schultz.

Am Tag vor der Wintersonnenwende, fährt die junge, etwas zugeknöpfte Literaturwissenschaftlerin Prudencia Hart in das beschauliches Grenzstädtchen Kelso zu einem Kongress über „Romantische Grenzballaden“. Auf den Schneesturm hatte ihre Wetter-App sie vorbereitet, doch dass sich in der bevorstehenden Wintersonnenwendenacht - nach einer alten Mythologie - „das Tor zur Anderswelt“ öffnet, damit rechnet sie nicht. Und so stolpert sie im völlig eingeschneiten Kelso durch einen „Riss in der Zeit“ in ein Bed & Breakfast, das der Teufel persönlich führt. In einem wilden, anarchischen Ritt, befeuert von „burning Sambucas“ mutiert sie von der akademischen Beobachterin der eitlen und zuweilen skurrilen Konferenzgesellschaft zur Heldin ihrer eigenen Ballade, in der sie sich in einer Welt wiederfindet, in der alles anders erscheint, als sie gedacht hat, und doch alles möglich scheint – sogar, dass sie selbst vielleicht gar nicht so zugeknöpft ist…
Eine lyrische, verführerische, dreiste, philosophische Komödie mit Live-Musik, die in der Tradition des schottischen Pub Theatre steht. Der Abend im Theater am Leibnizplatz präsentiert sich als Kneipe, wo die Zuschauer zwanglos nah an der Bühne sitzen, das Geschehen mitten zwischen ihnen stattfindet und eine Bar mit Getränkeverkauf im Zuschauersaal integriert ist.

»Der seltsame Fall der Prudencia Hart« wurde 2010 uraufgeführt, wurde seitdem im englischsprachigen Raum vielfach nachgespielt und erlebt die deutsche Erstaufführung in der bremer shakespeare company.

Maß für Maß
18.02.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

Nach der Übersetzung von Chris Alexander.
Regie: Stefan Otteni. Bühne. Heike Neugebauer. Kostüme. Rike Schimitschek. Musik: Thomas Krizsan/Maria Hinze. Musikalische Leitung: Ekkehard Lampe-Steinhage.
Mit: Simon Elias, Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Sofie Miller, Petra-Janina Schultz, Kathrin Steinweg.

»Maß für Maß« zählt zu William Shakespeare Komödien, was angesichts des Konflikts auf Leben und Tod für heutige Zuschauer nicht leicht nachzuvollziehen ist. Umso spannender ist die Beschäftigung damit aus einer heutigen Perspektive.

Shakespeares fiktives Wien ist eine moralische heruntergekommen Metropole, in dem sich zwielichtiges Gesindel breit gemacht hat und der Alltag von Prostitution und Kriminalität durchdrungen ist. Anscheinend ist die allzu liberale Regierung der Präsidentin nicht ganz unschuldig daran, weshalb sie einen radikalen Schnitt wagt: sie setzt Angelo als Interims-Regenten ein, angeblich um auf Reisen zu gehen. In Wahrheit jedoch verkleidet sie sich als Nonne und mischt sich unters Volk der Stadt.
Angelo gilt als echter Hardliner und unbestechlich und rechtschaffen bis auf die Knochen. Seine erste Amtshandlung ist ein Todesurteil: Claudio, der seine Geliebte vorehelich geschwängert hat, soll wegen Unzucht hingerichtet werden. Doch Lucio, Claudios Freund, überredet dessen Schwester, Isabella, bei Angelo um seine Begnadigung zu bitten. Isabella ist Novizin und ihre Reinheit und ihre eindringlichen Bitten rufen noch nie gekannte Gefühle in Angelo wach: ist es Verliebtheit oder nur Lust? Er sieht seine Gelegenheit gekommen, endlich auch zu erfahren, was es mit der Liebe und der Lust auf sich hat und erpresst Isabella: wenn sie mit schläft, würde er ihren Bruder begnadigen.
Isabella ist empört und opfert lieber ihren Bruder als ihre selbstbestimmte Keuschheit. Als sich die Schlinge immer mehr zuzieht, bittet Isabella die Präsidentin, die inkognito unterwegs ist, um Hilfe. Und die findet einen listigen Ausweg, Angelo bei seinen eigenen Verfehlungen zu packen… Dunkelheit, Begierde, eine falsche Leiche und ein übler Schauprozess spielen darin die Hauptrollen.
Auf geniale Weise mixt William Shakespeare diesen lebensbedrohlichen Konflikt mit Situationen voll schwarzen Humors und rechtsphilosophischen und theologischen Argumentationen - ein Krimi, der die Frage stellt, was eine Regierung darf, um dem Recht Geltung zu verschaffen.

Auch in der dritten Arbeit des Ensembles mit dem Regisseur Stefan Otteni, wird nach KING CHARLES III und ANGELA I. das Verhältnis von Volk und Staat ausgelotet. Welche Regeln gibt sich eine Stadt, ein Staat? Folgen sie Einsichten und Gewohnheiten, die die Mehrheit der Bevölkerung teilt und nach denen die lebt, hängen sie von den persönlichen Qualitäten, bzw. Mängeln, der Herrschenden ab? Soll ein Volksvertreter das Volk gängeln oder geißeln um Gesetze durchzusetzen? Und wer ist „das Volk“? Der denkende Bürger? Der blinde Pöbel? Fragen, die sich nach Pandemie und Populismus, dringlich stellen. Tragische Fragen, die Shakespeare in einem komödiantisches Drama, bzw. einer dramatischen Komödie auflöst.

Der seltsame Fall der Prudencia
25.02.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

Übersetzung: Patricia Benecke, Simon Elias. Regie: Patricia Benecke. Bühne/Kostüme: Rike Schimitschek. Komposition: Simon Slater. Bühnenmusik: Karin Christoph. Technik/Bar: Torsten Ehlen, Kai Henjhzs, Ronja Odebrecht.
Mit: Simon Elias, Ulrike Knospe, Tim Lee, Sofie Miller, Petra-Janina Schultz.

Am Tag vor der Wintersonnenwende, fährt die junge, etwas zugeknöpfte Literaturwissenschaftlerin Prudencia Hart in das beschauliches Grenzstädtchen Kelso zu einem Kongress über „Romantische Grenzballaden“. Auf den Schneesturm hatte ihre Wetter-App sie vorbereitet, doch dass sich in der bevorstehenden Wintersonnenwendenacht - nach einer alten Mythologie - „das Tor zur Anderswelt“ öffnet, damit rechnet sie nicht. Und so stolpert sie im völlig eingeschneiten Kelso durch einen „Riss in der Zeit“ in ein Bed & Breakfast, das der Teufel persönlich führt. In einem wilden, anarchischen Ritt, befeuert von „burning Sambucas“ mutiert sie von der akademischen Beobachterin der eitlen und zuweilen skurrilen Konferenzgesellschaft zur Heldin ihrer eigenen Ballade, in der sie sich in einer Welt wiederfindet, in der alles anders erscheint, als sie gedacht hat, und doch alles möglich scheint – sogar, dass sie selbst vielleicht gar nicht so zugeknöpft ist…
Eine lyrische, verführerische, dreiste, philosophische Komödie mit Live-Musik, die in der Tradition des schottischen Pub Theatre steht. Der Abend im Theater am Leibnizplatz präsentiert sich als Kneipe, wo die Zuschauer zwanglos nah an der Bühne sitzen, das Geschehen mitten zwischen ihnen stattfindet und eine Bar mit Getränkeverkauf im Zuschauersaal integriert ist.

»Der seltsame Fall der Prudencia Hart« wurde 2010 uraufgeführt, wurde seitdem im englischsprachigen Raum vielfach nachgespielt und erlebt die deutsche Erstaufführung in der bremer shakespeare company.

Don Quijote de la Mancha
26.02.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

Nach der Übersetzung von Ludwig Tieck.
Text/SpFg: Jörg Steinberg. Regie: Jörg Steinberg. Dramaturgie: Holger Kuhla. Bühne/Kostüme. Heike Neugebauer. Regieassistenz: David Wehr.
Mit: Svea Auerbach, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Erik Roßbander, Markus Seuß.

Quijote ist eine Legende: der Ritter von der traurigen Gestalt, der auf seinem alten Klepper gemeinsam mit seinem Knappen Sancho Pansa durch ein längst vergessenes Spanien zieht und Abenteuer um Abenteuer erlebt. Im Namen des untergehenden Ordens der Irrenden Ritter kämpft er für Gerechtigkeit, die Ehre und die wahre Liebe.
Was könnte uns heute diese über 400 Jahre alte Romanfigur noch erzählen? „Quijotesk“ nennen wir es, wenn jemand „gegen Windmühlen“ kämpft - gegen Feinde kämpft, die anscheinend übermächtig sind und vielleicht doch nur in der eigenen Vorstellungswelt existieren. 
Miguel de Cervantes schrieb seinen zeitkritischen Roman im Gefängnis, in das ihn sein bewegtes Leben verschlagen hatte: er erzählte von den Gefahren aber auch vom Glück  der Illusion, die im Widerstreit zur erbärmlichen Wirklichkeit steht. Seine Figuren stehen im Widerstreit mit der Realität stehen. Aber ist das Leben nicht auch Traum (oder Einbildung) - und umgekehrt?
Wie stehen wir in unserer auf Effizienz getrimmten Realität zu Menschen, die uns mit ihrer Fantasie irritieren? Haben sie noch einen Platz in unserer Welt, bzw. geben wir ihnen einen Platz? Wagen wir uns von unserer rationalisierten Wirklichkeit wegzuträumen – in eine imaginäre, verrückte Welt und in ein Leben, zugleich glücklich und tragisch, aber voller fantastischer Abenteuer?
Cervantes Roman ist ein Votum für die Fantasie, für die Kunst des Lebens jenseits karger Realitäten.

Maß für Maß
04.03.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

Nach der Übersetzung von Chris Alexander.
Regie: Stefan Otteni. Bühne. Heike Neugebauer. Kostüme. Rike Schimitschek. Musik: Thomas Krizsan/Maria Hinze. Musikalische Leitung: Ekkehard Lampe-Steinhage.
Mit: Simon Elias, Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Sofie Miller, Petra-Janina Schultz, Kathrin Steinweg.

»Maß für Maß« zählt zu William Shakespeare Komödien, was angesichts des Konflikts auf Leben und Tod für heutige Zuschauer nicht leicht nachzuvollziehen ist. Umso spannender ist die Beschäftigung damit aus einer heutigen Perspektive.

Shakespeares fiktives Wien ist eine moralische heruntergekommen Metropole, in dem sich zwielichtiges Gesindel breit gemacht hat und der Alltag von Prostitution und Kriminalität durchdrungen ist. Anscheinend ist die allzu liberale Regierung der Präsidentin nicht ganz unschuldig daran, weshalb sie einen radikalen Schnitt wagt: sie setzt Angelo als Interims-Regenten ein, angeblich um auf Reisen zu gehen. In Wahrheit jedoch verkleidet sie sich als Nonne und mischt sich unters Volk der Stadt.
Angelo gilt als echter Hardliner und unbestechlich und rechtschaffen bis auf die Knochen. Seine erste Amtshandlung ist ein Todesurteil: Claudio, der seine Geliebte vorehelich geschwängert hat, soll wegen Unzucht hingerichtet werden. Doch Lucio, Claudios Freund, überredet dessen Schwester, Isabella, bei Angelo um seine Begnadigung zu bitten. Isabella ist Novizin und ihre Reinheit und ihre eindringlichen Bitten rufen noch nie gekannte Gefühle in Angelo wach: ist es Verliebtheit oder nur Lust? Er sieht seine Gelegenheit gekommen, endlich auch zu erfahren, was es mit der Liebe und der Lust auf sich hat und erpresst Isabella: wenn sie mit schläft, würde er ihren Bruder begnadigen.
Isabella ist empört und opfert lieber ihren Bruder als ihre selbstbestimmte Keuschheit. Als sich die Schlinge immer mehr zuzieht, bittet Isabella die Präsidentin, die inkognito unterwegs ist, um Hilfe. Und die findet einen listigen Ausweg, Angelo bei seinen eigenen Verfehlungen zu packen… Dunkelheit, Begierde, eine falsche Leiche und ein übler Schauprozess spielen darin die Hauptrollen.
Auf geniale Weise mixt William Shakespeare diesen lebensbedrohlichen Konflikt mit Situationen voll schwarzen Humors und rechtsphilosophischen und theologischen Argumentationen - ein Krimi, der die Frage stellt, was eine Regierung darf, um dem Recht Geltung zu verschaffen.

Auch in der dritten Arbeit des Ensembles mit dem Regisseur Stefan Otteni, wird nach KING CHARLES III und ANGELA I. das Verhältnis von Volk und Staat ausgelotet. Welche Regeln gibt sich eine Stadt, ein Staat? Folgen sie Einsichten und Gewohnheiten, die die Mehrheit der Bevölkerung teilt und nach denen die lebt, hängen sie von den persönlichen Qualitäten, bzw. Mängeln, der Herrschenden ab? Soll ein Volksvertreter das Volk gängeln oder geißeln um Gesetze durchzusetzen? Und wer ist „das Volk“? Der denkende Bürger? Der blinde Pöbel? Fragen, die sich nach Pandemie und Populismus, dringlich stellen. Tragische Fragen, die Shakespeare in einem komödiantisches Drama, bzw. einer dramatischen Komödie auflöst.

Don Quijote de la Mancha
05.03.2023 um 19:30 Uhr / Bremen

Nach der Übersetzung von Ludwig Tieck.
Text/SpFg: Jörg Steinberg. Regie: Jörg Steinberg. Dramaturgie: Holger Kuhla. Bühne/Kostüme. Heike Neugebauer. Regieassistenz: David Wehr.
Mit: Svea Auerbach, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Erik Roßbander, Markus Seuß.

Quijote ist eine Legende: der Ritter von der traurigen Gestalt, der auf seinem alten Klepper gemeinsam mit seinem Knappen Sancho Pansa durch ein längst vergessenes Spanien zieht und Abenteuer um Abenteuer erlebt. Im Namen des untergehenden Ordens der Irrenden Ritter kämpft er für Gerechtigkeit, die Ehre und die wahre Liebe.
Was könnte uns heute diese über 400 Jahre alte Romanfigur noch erzählen? „Quijotesk“ nennen wir es, wenn jemand „gegen Windmühlen“ kämpft - gegen Feinde kämpft, die anscheinend übermächtig sind und vielleicht doch nur in der eigenen Vorstellungswelt existieren. 
Miguel de Cervantes schrieb seinen zeitkritischen Roman im Gefängnis, in das ihn sein bewegtes Leben verschlagen hatte: er erzählte von den Gefahren aber auch vom Glück  der Illusion, die im Widerstreit zur erbärmlichen Wirklichkeit steht. Seine Figuren stehen im Widerstreit mit der Realität stehen. Aber ist das Leben nicht auch Traum (oder Einbildung) - und umgekehrt?
Wie stehen wir in unserer auf Effizienz getrimmten Realität zu Menschen, die uns mit ihrer Fantasie irritieren? Haben sie noch einen Platz in unserer Welt, bzw. geben wir ihnen einen Platz? Wagen wir uns von unserer rationalisierten Wirklichkeit wegzuträumen – in eine imaginäre, verrückte Welt und in ein Leben, zugleich glücklich und tragisch, aber voller fantastischer Abenteuer?
Cervantes Roman ist ein Votum für die Fantasie, für die Kunst des Lebens jenseits karger Realitäten.


Location bereitgestellt von: Kulturkurier