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Kommende Events

Die Stadt schreiben: FISHING THE TIBER
16.12.2019 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch mit Christian Vater (Autor, Berlin) | T.G . Vömel (Autor, Berlin) | Moderation Sven Grünwitzky (Kunstwissenschaftler, Berlin)

Kaum ein anderer Ort als Rom, die Ewige, lässt sich besser als Palimpsest, als immer wieder überschriebene Stadt lesen: Ständig überformt, schreibt sich ihre Geschichte in unzählige Überlagerungen ein. Sie entstehen aus Zeit, Verwitterung und Vernachlässigung, aus Zerstörung, Verdrängung, aus Neuem, das Altes ersetzt – oder aus einer Idee heraus.

Eine künstlerische Überschreibung hat 2008 der Literaturwissenschaftler und vorzügliche Romkenner Filippo Bettini initiiert: Texte aus aller Welt, die den Tiber zum Thema haben, wurden auf 26 Glasplatten am Flussufer aufgestellt. Acht Jahre später, die Platten waren mittlerweile in einem desolaten Zustand, entdeckten die Künstler T.G. Vömel und Christian Vater diesen verlorenen Raum und rückten die Platten mit ihren Schrunden, Kratzern, mit den Graffti, dem Unkraut und allen anderen Spuren, die die Zeit, die Menschen und das Wetter eingeschrieben hatten, in ihre künstlerische Auseinandersetzung.


Fishing the Tiber: 13 römische Palimpseste (vauvau-verlag für interaktive Lyrik, 2018) ist ein Weiter-Schreiben und Transportieren in ein anderes Medium, in Grafik und Buch. Was immobil war, wird beweglich, was Glas war, wird Papier – aller Glanz und Schmutz, alle Spuren werden mitgenommen.

Gilda Bettini, die sich heute für die Kunstaktion am Tiber-Ufer engagiert, wird zu Gast sein.

Die Texte, die am Tiber ausgestellt wurden, werden auf Italienisch und Deutsch gelesen.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Hauses für Poesie und des Istituto Italiano di Cultura Berlino

Eintritt: 6/4 €

Ost-West-Landschaften
19.12.2019 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch mit Martina Hefter Autorin, Leipzig | Barbara Köhler Autorin, Duisburg | Marion Poschmann Autorin, Berlin | Moderation Tobias Lehmkuhl Literaturkritiker, Berlin

Die deutsche Literaturkritik ist es immer noch gewohnt, in Kategorien von Ost und West zu denken. Damit verbunden ist eine häufig allzu klare Vorstellung davon, welche DichterInnen aus welchem Teil des Landes in ihren Texten welche Themen verhandeln sollten. Was aber ist mit jenen SchriftstellerInnen, die nach dem Fall der Mauer die „Seite wechselten“ und im vermeintlich „anderen“ Teil Deutschlands ihre Heimat gefunden haben?

Die Veranstaltung gibt diesen DichterInnen das Wort, denn sie sind die Vorreiter einer Entwicklung, die auf lange Sicht die klassische Ost-West- Unterscheidung überflüssig machen wird. Für sie ist das Leben im jeweils „anderen“ Teil des Landes längst zum Alltag geworden. Das scheinbar Fremde wird durch unterschiedliche Strategien der poetischen Anverwandlung zum Eigenen.

Auf der Bühne diskutieren die in Leipzig lebende Martina Hefter (geboren 1965 in Pfronten, Allgäu), die in Duisburg lebende Barbara Köhler (geboren 1959 in Burgstädt, Sachsen) und die im ehemaligen Ost-Berlin lebende Marion Poschmann (geboren 1969 in Essen).

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung

Eintritt: 6/4 €

Nachtschicht – Die Lange Nacht der guten Exposés
29.12.2019 um 18:00 Uhr / Berlin

mit Dr. Dorothee Schmidt (Hille & Schmidt Literatur- und Medienagentur). Vorkenntnisse nicht erforderlich.

Ein gutes Exposé ist oft mitentscheidend für den Publikationserfolg. Was aber macht ein gutes Exposé aus? Welche Anforderungen stellen Verlage an AutorInnen? Welches Stipendium oder Projekt auch immer Dich gerade antreibt, ob Du Prof bist oder Anfänger: Nimm die letzten Tage vor Weihnachten zum Anlass, gemeinsam mit Gleichgesinnten Deine Unterlagen auf Hochglanz zu polieren, um gut vorbereitet ins neue Lyrikjahr zu starten!

Zur Einführung stimmt Dorothee Schmidt, offzieller Deadline Sprint-Coach von der Hille & Schmidt Literatur- und Medienagentur, mit Tipps für professionelles Arbeiten an Exposés auf die Nacht ein.

Fr  29.11. 18 – Sa 30.11. 1 Uhr

Eintritt frei.

Begrenzte Teilnehmerzahl. Um Anmeldung wird gebeten.

Anmeldung unter: mitmachen@haus-fuer-poesie.org

Deutsch-deutsche Dichtung I
16.01.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch mit Durs Grünbein Autor, Berlin | Uwe Kolbe Autor, Dresden | Kerstin Preiwuß Autorin, Leipzig | Moderation Barbara Wahlster Literaturkritikerin, Berlin

Der „Osten“ Deutschlands ist 30 Jahre nach dem Mauerfall wieder – oder immer noch – ein Mysterium. Deutsch-deutsche Dichtung nimmt den besorgten Blick von West und Ost zum Anlass, dort zu schauen, wo Wirklichkeitsaneignung zu ästhetisch geformter Sprache wird, wo so prägnant wie in keiner anderen Kunstform Begriff, Beschreibung, Meinung, Emotion, Form ineinanderfließen und wie ein Rubikwürfel vor dem Betrachter, der Leserin stehen: im Gedicht.

Die jüngsten Wahlergebnisse rechtspopulistischer Kräfte, die sogenannte Charta 2017 der Buchhändlerin Susanne Dagen, das Streitgespräch zwischen den Schriftstellern Durs Grünbein und Uwe Tellkamp 2018: Das alles sind Anzeichen dafür, dass ein tiefer Graben durch die politische Landschaft geht. Welche Rolle kann dabei die Lyrik spielen? Ist es nicht gerade die Aufgabe von DichterInnen, deren Metier der bewusste Umgang mit dem Wort ist, Tendenzen einer zunehmenden Faschisierung der Sprache vorzubeugen? Und ist es nicht eine weitere Aufgabe der Dichtung, Vorurteile, die das Klischee über den Osten immer noch vorgibt, durch ein differenzierteres Bild zu unterlaufen? Entsteht vor diesem Hintergrund vielleicht sogar eine Renaissance des politischen Gedichts? Über diese Fragen diskutieren drei ostdeutsche DichterInnen, die dafür bekannt sind, keine politische Auseinandersetzung zu scheuen: Durs Grünbein (geboren 1962 in Dresden), Kerstin Preiwuß (geboren 1980 in Lübz) und Uwe Kolbe (geboren 1957 in Ost-Berlin).

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung

Eintritt: 6/4 €

Von Bankfilialen und Wäschespinnen. Das Konkrete im Gedicht.
16.01.2020 um 16:00 Uhr / Berlin

Lyrikwerkstatt für alle von 18–99 mit Nadja Küchenmeister Dichterin, Berlin

Vorkenntnisse nicht erforderlich.

Spannend wird es im Gedicht, wenn Körper und Dinge interagieren. William Carlos Williams hat es einmal so formuliert: „No ideas but in things“. Wie aber wird etwas greifbar im Gedicht? Gottfried Benn vertraute auf die besondere Kraft, die in Substantiven liegt: „Sie brauchen nur die Schwingen zu öffnen und Jahrtausende entfallen ihrem Flug.“ Das bloße Nennen der Dinge reicht aber nicht aus – etwas muss mit den Worten geschehen, damit sie sich unter der Hand verwandeln. Dafür gibt es kein Patentrezept, und doch gelingt es DichterInnen immer wieder, mit einer „handflächengroßen Anordnung von Wörtern“ (Jürgen Becker) Türen zu öffnen in Großraumbüros, Wohnküchen und Raubtiergehege, durch die wir eintreten können, um die Welt neu und anders zu erfahren. Im Workshop schauen wir uns gemeinsam an, wie SchriftstellerInnen im Gedicht Wollpullover ins Eisfach legen und Bankfilialen und Wäschespinnen ins Gedicht bringen.

Die Dichterin Nadja Küchenmeister führt in diesem Workshop ins Thema ein, beantwortet Fragen und bietet in gemeinsamen Schreibexperimenten die Gelegenheit, Ausdruck zu finden für die Aufbewahrung von Gegenständen und Ideen im Gedicht.

Spannend wird es im Gedicht, wenn Körper und Dinge interagieren. William Carlos Williams hat es einmal so formuliert: „No ideas but in things“. Wie aber wird etwas greifbar im Gedicht? Gottfried Benn vertraute auf die be- sondere Kraft, die in Substantiven liegt: „Sie brauchen nur die Schwingen zu öffnen und Jahrtausende entfallen ihrem Flug.“ Das bloße Nennen der Dinge reicht aber nicht aus – etwas muss mit den Worten geschehen, damit sie sich unter der Hand verwandeln. Dafür gibt es kein Patentrezept, und doch gelingt es DichterInnen immer wieder, mit einer „handflächengroßen Anordnung von Wörtern“ (Jürgen Becker) Türen zu öffnen in Großraum- büros, Wohnküchen und Raubtiergehege, durch die wir eintreten können, um die Welt neu und anders zu erfahren. Im Workshop schauen wir uns gemeinsam an, wie SchriftstellerInnen im Gedicht Wollpullover ins Eisfach legen und Bankfilialen und Wäschespinnen ins Gedicht bringen.

Spannend wird es im Gedicht, wenn Körper und Dinge interagieren. William Carlos Williams hat es einmal so formuliert: „No ideas but in things“. Wie aber wird etwas greifbar im Gedicht? Gottfried Benn vertraute auf die be- sondere Kraft, die in Substantiven liegt: „Sie brauchen nur die Schwingen zu öffnen und Jahrtausende entfallen ihrem Flug.“ Das bloße Nennen der Dinge reicht aber nicht aus – etwas muss mit den Worten geschehen, damit sie sich unter der Hand verwandeln. Dafür gibt es kein Patentrezept, und doch gelingt es DichterInnen immer wieder, mit einer „handflächengroßen Anordnung von Wörtern“ (Jürgen Becker) Türen zu öffnen in Großraum- büros, Wohnküchen und Raubtiergehege, durch die wir eintreten können, um die Welt neu und anders zu erfahren. Im Workshop schauen wir uns gemeinsam an, wie SchriftstellerInnen im Gedicht Wollpullover ins Eisfach legen und Bankfilialen und Wäschespinnen ins Gedicht bringen.

Workshop von 16 - 19 Uhr | Eintritt: 8/6 € | Begrenzte Teilnehmerzahl.

Anmeldungen bitte unter: mitmachen@haus-fuer-poesie.org

Vermittlung und Präzision – Kritik innerhalb und außerhalb der „Szenen“
17.01.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Pecha Kucha-Abend mit Irina Bondas | Eric Ehrhardt | Alexander Estis | Jan Kuhlbrodt | Regina Menke | Patty Nash | Marcus Neuert | Florian Neuner | Michael Wolf | Thomas Hashemi | Moderation Hendrik Jackson | Gastreferentin Maren Jäger

Der heutige Kritiker und die heutige Kritikerin sind nicht länger die kanonformende Autorität, die er oder sie in früheren Zeiten durchaus sein konnten. Die Feuilletons verlieren an Einfluss und Gewicht, Filterblasen schaffen sich ihre eigenen, fast undurchdringlichen Räume. Dort tummeln sich sowohl avancierte Kritiken wie wildes Amateurtum. Ein letztes Refugium der Kritik scheint der Rundfunk zu sein. Im zurückliegenden Workshop mit Daniela Strigl ging es zum einen um die Frage, für wen und wie Kritik noch Vermittlung betreibt in dieser neuen Gemengelage der Interessen, und zum anderen, welchen Anforderungen sich zum Beispiel ein Radiofeature unterziehen sollte. Gehorcht es nur noch dem eigenen Willen zur Präzision? Oder kommt es den imaginierten Bedürfnissen eines Quotenhörers entgegen? Die Pecha Kuchas nehmen diese Fragen an und setzen sie um in 20 Bilder und 6:40 Minuten Text. Maren Jäger gibt zudem einen Ausblick auf den kommenden Workshop: Der Verriss in Geschichte und Gegenwart.

Die Akademie zur Lyrikkritik ist ein Projekt des Hauses für Poesie in Kooperation mit der Plattform lyrikkritik und wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Eintritt: 6/4 €

 

 

zu:texten
19.01.2020 um 10:00 Uhr / Berlin

Workshop mit Tim Holland, Cathleen Henschke, Bas Böttcher, José Oliver, Bernadette la Hengst, Nele Probst, Kevin Nagel, Ella Ponizovsky und Überraschungsgästen

Poesie ist weit mehr als Gedichteschreiben! Von Spoken Word bis zu Haikus, von Visueller Poesie bis zu Poetry Yoga gibt es ein breites Spektrum zu erforschen. Ein halbes Jahr wollen wir uns daher mit Jugendlichen aus Berliner Bezirken in zehn poetischen Ausdrucksformen ausprobieren. Erasures und Gedichtpuzzles, Haikus, Spoken Word, Visuelle Lyrik, Lyrikübersetzung, Songwriting, experimentelle Kalligrafie, Rap, Poetry Yoga und noch einige Überraschungen warten.

Als Autorenpate für das Projekt konnte der Dichter und Lyrikvermittler Tim Holland gewonnen werden. Er wird begleitet von der Medienpädagogin Cathleen Henschke. Ihr könnt viele spannende Künstlerinnen und Künstler und ihre Techniken zu Texten, Sprachbildern und Choreografien kennenlernen und zum krönenden Abschluss auf dem poesiefestival berlin erproben. Alle Jugendlichen von 10 bis 14 Jahren sind herzlich willkommen. Keine Vorkenntnisse nötig. Weitere Informationen auf der Homepage vom Haus für Poesie.

In Kooperation mit dem Boedecker Kreis Berlin und der Max-Bill-Schule, in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Schreibender Schüler*innen, der Max-Beckmann-Oberschule und der Musikschule gGmbH Tomatenklang

Workshop von 10 - 15 Uhr | Eintritt: frei | Begrenzte Teilnehmerzahl

Anmeldungen bitte unter: mitmachen@haus-fuer-poesie.org

Resumé mit Seepapagei
21.01.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch mit Sonja vom Brocke Dichterin, Berlin | Nancy Hünger Dichterin, Erfurt | Katja Lange-Müller Autorin, Berlin | Peter Wawerzinek Autor, Berlin | Moderation Thorsten Ahrend langjähriger Lektor von Adolf Endler, Leipzig

„Bis heute kein einziger Seepapagei in meinen vielen Gedichten“, schreibt Adolf Endler im Gedicht Resumé. Dieser Vers umreißt die Größe und das Anarchische seines Dichtens. Das Bittere wird bittersüß, das Traurige absurkomisch, und das Komische ist von der klarsichtigen Trauer nicht zu trennen. Nun liegt dieses dichterische Werk, vor dessen Wortschöpfungen Rechtschreibprogramme seufzend kapitulieren, in einem Band gebündelt vor. Dem Wallstein Verlag und den HerausgeberInnen Robert Gillett und Astrid Köhler (Mitarbeit Brigitte Schreier-Endler) wird es mit dem 1. Platz auf der SWR Bestenliste im Oktober 2019 gedankt.

Wer war dieser Dichter, der von 1930 bis 2009 lebte, als Kommunist aus Westdeutschland 1955 in die DDR übersiedelte und später nicht nur den Begriff der sächsischen Dichterschule, sondern auch den der Prenzlauer Berg Connection erfand, eine Connection, die er maßgeblich prägte. Wolfgang Hilbig schrieb ihm eine Liebeserklärung: „Jedes Mal, wenn man etwas von Dir liest, glaubt man, man müsse sich augenblicklich totlachen. Doch dann merkt man plötzlich, daß man schon tot war, und daß man sich wieder lebendig gelacht hat.“

An diesem Abend zeichnen Freunde und Kolleginnen das Werk nach, lesen seine Texte und sprechen über „eine der verwachsensten Gurken der neueren Poesie“, so Endler über Endler.

Zum Hören: Adolf Endler ist auf  lyrikline.org

Mit freundlicher Unterstützung des Wallstein Verlages

Eintritt: 6/4 €

Komm zur Sprache!
26.01.2020 um 17:00 Uhr / Berlin

Neun Mal im Jahr trifft sich an jedem letzten Sonntag im Monat von 17–20 Uhr der lyrikklub. Wir besprechen gemeinsam frische Texte, lesen Lieblingsgedichte und Neuerscheinungen, tauschen uns zu wichtigen Themen der Lyrik und des Lyrikbetriebs aus und aktualisieren unser Schreiben. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen, bitte Snacks und Getränke mitbringen. 17-20 Uhr

weiter im text
26.01.2020 um 12:00 Uhr / Berlin

weiter im text ist eine offene, monatlich stattfindende Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre des Schreibende Schüler e.V.

Bei Interesse einfach unter pberg@schreibende-schueler.de melden oder gleich vorbeischauen. 12–16 Uhr

Deutsch-deutsche Dichtung II
29.01.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch mit Nancy Hünger Autorin, Erfurt | Wulf Kirsten Autor, Weimar | Kathrin Schmidt Autorin, Berlin | Moderation Michael Braun Literaturkritiker, Heidelberg

Ein nicht geringer Teil der Lyrik, die in der DDR seit den 1960er Jahren geschrieben wurde, zeichnet sich aus durch eine im Westen unüblich gewordene Formzugewandtheit. Insbesondere die Mitglieder der sogenannten sächsischen Dichterschule waren in dieser Hinsicht stilbildend. Sie entstand im Umfeld des Leipziger Literaturinstituts vor allem unter dem Einfluss des Lyrikers Georg Maurer. Zum Kern der Gruppe zählten DichterInnen wie Sarah Kirsch, Volker Braun oder Karl Mickel.

Neben dieser Hinwendung zur regelstrengen Form, in der sich ein subversives Potential entfalten konnte, lebte in der Dichterschule die Tradition des Natur- und Landschaftsgedichts fort. Auch hier war Georg Maurer – neben dem Dichter Johannes Bobrowski – durch seine theoretischen Ein- lassungen zum Thema Naturlyrik ein wichtigster Impulsgeber.

Um die Frage, wie diese beiden ineinander verschränkten Traditionslinien auch nach dem Fall der Mauer fortbestehen, soll es gehen. Eingeladen sind LyrikerInnen aus drei Generationen: der vielleicht bedeutendste „Landschafter“ Wulf Kirsten (geboren 1934 in Klipphausen), die formstrenge Kathrin Schmidt (geboren 1958 in Gotha) und die lange nach der Wende bekannt gewordene Nancy Hünger (geboren 1981 in Weimar).

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung.

Eintritt: 6/4 €

Nature Writing: Tierwelt
30.01.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch mit Sean Borodale Autor, Liverpool | Mara-Daria Cojocaru Autorin, München | Andrea Grill Autorin, Wien | Moderation Asmus Trautsch Autor, Berlin

Am zweiten Nature-Writing-Abend sind DichterInnen zu Gast, die in der Beschreibung der Tierwelt zwischen naturwissenschaftlicher Strenge und einem kalkulierten Anthropomorphismus schwanken. Der britische Dichter Sean Borodale (geboren 1973 in London) liest aus dem Gedichtband Bee Journal (Jonathan Cape 2012). Es ist ein zugleich lyrisches und in der Beobachtung wissenschaftlichpräzises Tagebuch der Bienenhaltung, von der Gründung eines Staates bis zum Tod der Königin im Stock.

Die Dichterin und Dozentin für Praktische Philosophie Mara-Daria Cojocaru (geboren 1980 in Hamburg) entwirft eine neue Arten- und Beziehungskunde mit einem souveränen Zugriff auf die unterschiedlichsten Fachsprachen. Kunstvoll beschreibt sie das Sterben einer Wespe, die im Inneren einer Feige von Enzymen verdaut wird.

Die Dichterin und Biologin Andrea Grill (geboren 1975 in Bad Ischl) promovierte über die Evolution endemischer Schmetterlinge Sardiniens. Für die Naturkunden-Reihe im Verlag Matthes & Seitz schrieb sie Schmetterlinge. Ein Portrait. Grill sagt dazu in einem Interview: „Sich vorzustellen, ein Schmetterling zu sein, ähnelt dem Versuch, sich vorzustellen, in einem vier-, sieben- oder x-dimensionalen Raum zu leben.“

Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung, des British Council, des Österreichischen Kulturforums und von ECHOO Konferenzdolmetschen.

Eintritt: 6/4 €

„Nah ist und schwer zu fassen …“ Syntax und Zerbrechlichkeit
12.02.2020 um 17:00 Uhr / Berlin

Lyrikwerkstatt-Spezial zum Hölderlinjahr für alle von 18–99 mit Daniela Danz Dichterin, Kranichfeld. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Der Körper ist im Gedicht immer mitlesbar, selbst da, wo wir  es  gar nicht vermuten. Der Rhythmus eines Textes hängt nicht nur vom Metrum seiner kleinsten Einheiten ab, sondern auch davon, welche Idee oder besser körperliche Antizipation die Autorin oder der Autor vom Fluss seines Sprechens oder Schreibens hatte. Schon allein die Art der Entstehung – im Umhergehen gesprochene oder auf dem Schreibtisch graphisch kombinierte Textelemente – entscheidet darüber, welchen Rhythmus ein Text haben wird und welcher Art das Gerüst der Syntax sein muss. Je weiter ein Satz sich spannen soll, umso gewagter wird sein Gewölbe, bis hin zum Zusammenbrechen des fragilen Zusammenhangs.

Unübertroffener Meister absoluter Stahlbetonspannweiten bleibt noch im- mer Hölderlin, und auch das Scheitern seiner Syntax, die man gerne als Metapher ansehen mag, ist unübertroffen. Wie anders ist dagegen die in Echtzeit fortschreitende, auf Ko-Konstruktion angewiesene Syntax mündlichen Sprechens. Wir wagen den Versuch, herauszufinden, welche Spannweite auf die tragenden Wände des eigenen Körpers passt, der nach wie vor die Stütze des Texts ist. Lassen sich größere Hallen bauen oder sind es doch die kleinen Räume, in denen das Mobiliar des eigenen Vokabulars sich am besten einfügt?

Die Dichterin und Essayistin Daniela Danz führt in diesem Workshop ins Thema ein, beantwortet Fragen und bietet in gemeinsamen Schreibexperimenten die Gelegenheit, Ausdruck zu finden für kleinste Sprachkammern und größte Satzkathedralen.

Workshop von 17-20 Uhr | Eintritt: 8/6 € | Begrenzte Teilnehmerzahl. 

Anmeldungen bitte unter: mitmachen@haus-fuer-poesie.org

Thien Tran
13.02.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch mit Jo Frank Autor und Verleger, Berlin | Simone Kornappel Dichterin, Berlin | Stan Laufleur Autor, Köln | Ron Winkler Dichter und Herausgeber, Berlin

„Diese Gedichte, das stand nie in Frage, mussten und müssen hinaus. Und nun dürfen sie, erstmals gebündelt, sich verströmen, schillern, mit ihrem Licht und ihren Dunkelheiten funkeln“, schreibt der Herausgeber Ron Winkler in seinem Vorwort zu Thien Tran. Gedichte (Elif Verlag 2019). Wer war, wer ist dieser Dichter? Geboren 1979 in Ho-Chi-Minh- Stadt, lebte er von 1982 an in Deutschland, studierte in Köln, schrieb Gedichte, gewann 2008 einen der ersten Lyrikpreise des open mike, ein Jahr darauf erhielt er das Brinkmann-Stipendium. Sein Debüt fieldings erschien im Verlagshaus J. Frank. 2010 schied er aus dem Leben.

Losgelassen hat es uns nicht, die Erinnerung nicht und das Werk nicht. Thien Trans Gedichte sprechen von seiner Liebe zu Fluxus, zu Derrida und zu den anderen Gewährsmenschen, sie sind bevölkert von MTV–Junkies, Revolution Chicks, ARTE Fanatikern, Rolf Dieter Brinkmann oder dem Künstler als Superman. „wenn keine Gedichte mehr / gelesen werden. wenn der Zuhälter / auf sein Mädchen einschlägt / wenn eine Atombombe fällt und alle Gedichte / die je geschrieben wurden, vernichtet / werden. ab da, von diesem Zeitpunkt an / wären wir verloren / der Mensch wäre ohne das Gedicht / nicht denkbar.“ Die Gedichte machen staunen: über ihren Reichtum, ihren Witz, ihre Klarheit.

Die eingeladenen Dichterinnen und Dichter erinnern an den Freund, Kollegen, Dichter, sie sprechen über sein Werk und lesen Texte von Thien Tran. Wie frei ihr Klang ist, werden wir hören.

Eintritt: 6/4 €

Der Verriss in Geschichte und Gegenwart oder: Tiefenbohrungen in die Lyrikkritik vergangener Jahrhunderte
14.02.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Pecha Kucha-Abend mit Irina Bondas | Eric Ehrhardt | Alexander Estis | Jan Kuhlbrodt | Regina Menke | Patty Nash | Marcus Neuert | Florian Neuner | Michael Wolf | Thomas Hashemi | Moderation Asmus Trautsch | Gastreferent Nico Bleutge

Mit einem Blick zurück werfen wir ein Licht auf jüngere und jüngste ‚Krisen‘ und Debatten (oder Nichtdebatten). Lässt sich den Kunstrichtern vergangener Jahrhunderte und ihren auf den ersten Blick so fremd anmutenden Missionen und Scharmützeln etwas ‚ablauschen‘ – sei es nur, um das eigene Verhältnis zur Polemik nachzujustieren, ein paar unausrottbare Klischees auszumachen oder neue alte Ideen zu klauen? Was ist am Gestrigen ‚heutig‘, was haltbar, was ‚(ewig)gestrig‘ und unhaltbar am Heutigen?

Nach einigen Tiefenbohrungen in zweihundert Jahren Lyrikkritik mit der Referentin Maren Jäger im Januar präsentieren die TeilnehmerInnen die Bilanzen ihrer Zwiegespräche und Symposien mit den kritischen Stimmen aus der Vergangenheit in der ultrakurzen Pecha Kucha-Form, die in bemerkenswertem Kontrast zur aus heutiger Sicht unfassbaren Länge der in der Session diskutierten Rezensionen steht. Lessing allerdings hätte sie bestimmt gemocht. Überdies gibt Nico Bleutge einen Ausblick auf den kommenden Workshop.

Die Akademie zur Lyrikkritik ist ein Projekt des Hauses für Poesie in Kooperation mit der Plattform lyrikkritik und wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Eintritt: 6/4 €

Generation X einer wiedervereinigten Landschaft
20.02.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch

 

mit Nadja Küchenmeister Autorin, Berlin | Lars Reyer Autor, Leipzig | Andre Rudolph Autor, Leipzig | Moderation Maren Jäger Literaturkritikerin, Frankfurt am Main

Es gibt eine Generation von DichterInnen, die zwischen Mitte der 70er Jahre und Anfang der 80er Jahre in der DDR zur Welt kamen und in beiden politischen Systemen sozialisiert wurden. Sie sind, anders als die gleichaltrigen KollegInnen aus dem Westen, die ersten wirklich „gesamtdeutschen“ DichterInnen.

Sie sind aufgewachsen in der DDR und haben ihre Volljährigkeit im vereinten Deutschland erreicht. Sie sind zu LeserInnen geworden in der DDR, haben dort ihre ersten Schreibversuche unternommen, debütierten jedoch erst Jahre nach dem Mauerfall. Sie sind die Generation X einer wiedervereinigten Landschaft. Ihre Poetik ist im Dazwischen. Eingeladen sind LyrikerInnen, die dieser Generation angehören:

Andre Rudolph (geboren 1975 in Warschau), Lars Reyer (geboren 1977 in Werdau) und Nadja Küchenmeister (geboren 1981 in Ost-Berlin), deren vierteiliges coming-of-age-Gedicht Das amerikanische Licht mit seinen ambivalenten Verheißungen als emblematischer Text der Generation X gelesen werden kann.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung

Eintritt: 6/4 €

Komm zur Sprache!
23.02.2020 um 17:00 Uhr / Berlin

Neun Mal im Jahr trifft sich an jedem letzten Sonntag im Monat von 17–20 Uhr der lyrikklub. Wir besprechen gemeinsam frische Texte, lesen Lieblingsgedichte und Neuerscheinungen, tauschen uns zu wichtigen Themen der Lyrik und des Lyrikbetriebs aus und aktualisieren unser Schreiben. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen, bitte Snacks und Getränke mitbringen. 17-20 Uhr

weiter im text
23.02.2020 um 12:00 Uhr / Berlin

weiter im text ist eine offene, monatlich stattfindende Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre des Schreibende Schüler e.V.

Bei Interesse einfach unter pberg@schreibende-schueler.de melden oder gleich vorbeischauen. 12–16 Uhr

Lyrikdebüts
25.02.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch mit Ines Berwing Dichterin, Berlin | Katharina J. Ferner Dichterin, Wien und Salzburg | Eva Maria Leuenberger Dichterin, Biel | Sebastian Weirauch Dichter, Leipzig | Moderation Gregor Dotzauer Literaturkritiker, Berlin

Der Literaturkritiker Gregor Dotzauer begründet seine Auswahl:

Ines Berwing: muster des stillen verkabelns (hochroth)

„Ines Berwing fügt wortspielerisch zusammen, was nie zusammengefügt werden wollte, aber in ihren funkelnd grotesken, bis ins Surreale reichenden Sprachbildern einen einleuchtenden Zusammenhang entfaltet. Keine Angst vor dem Schlafen in Staubsaugerbeuteln: Auch das vermittelt sie mit rhythmischer Überzeugungskraft.“

Katharina J. Ferner: nur einmal fliegenpilz zum frühstück (Limbus)

„Katharina J. Ferner zeigt in einem Kunstidiom aus Salzburger, Wiener und oberösterreichischen Elementen, wie knapp und farbig Dialekt gegenüber der Standardsprache verfährt. Die beigegebene Übersetzung ins Hochdeutsche – manchmal gehen Ferners Gedichte auch den umgekehrten Weg – lässt einen Bedeutungsraum aufscheinen, ohne den sich die deutschsprachige Lyrik nicht denken lässt.“

Eva Maria Leuenberger: dekarnation (Droschl)

„Die Schweizerin Eva Maria Leuenberger entwirft eine Geschichte der Natur, die das vorübergehende Erscheinen des Menschen in seiner ganzen Episodenhaftigkeit betrachtet. Eine ebenso sinnliche wie philosophische – und überdies hochgradig intertextuelle – Reflexion über das Erwachen der Sinne und die Fähigkeit der Sprache, Struktur ins Strukturlose zu bringen.“

Sebastian Weirauch: Von den Elementen (poetenladen)

„Im Zeichen von Wasser, Feuer, Luft und Erde misst Sebastian Weirauch das Verhältnis eines lyrischen Ichs zu einem nahen Du aus. Das Archaische wird dabei mit naturwissenschaftlichen Fachvokabeln überschrieben, und es entsteht ein Netz von Metaphern, das zwischen Tiefsee und Äther alle romantischen Hitzen, die sich darin spiegeln, wohltuend abkühlt.“

Mit freundlicher Unterstützung durch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und das Österreichische Kulturforum

Eintritt: 6/4 €

Vom pädagogischen Eros
26.02.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch mit Ruth Aylett Autorin und Wissenschaftlerin, Glasgow | Anne Osbourn Autorin und Wissenschaftlerin, Norwich | Hans-Jörg Rheinberger Autor und Wissenschaftler, Berlin | Special-Guest der Roboter Alyx | Moderation Asmus Trautsch Autor, Berlin

Der pädagogische Eros offenbarte sich zuerst auf dem Feld der Lyrik: das Deklamieren von Texten war die vorherrschende Technik der Wissensweitergabe. Das veränderte sich mit dem Buchdruck, und spätestens mit den Theorien der modernen Physik wurde das Wissen so komplex, dass die theoretische Mathematik die linear-phonetische Sprache notwendig ablösen musste.

Es ist aber auch ein gegenläufiger Trend zu beobachten: Das Gedicht erlebt in der Wissenschaft eine Renaissance als Speichermedium. WissenschaftlerInnen an den Universitäten von Exeter und Liverpool haben die Gehirnaktivitäten bei ProbandInnen während der Lektüre von Poesie gemessen und herausgefunden, dass vorrangig solche Hirnareale stimuliert werden, die dem Langzeitgedächtnis zuarbeiten.

Über diese Verbindung von Gedicht, Gedächtnis und Wissensvermittlung sprechen: die Biologin und Dichterin Anne Osbourn, Direktorin des Norwich Research Park und Fellow of the Royal Society, die auf dem Gebiet der Stoffwechsel- und Zellbiologie forscht und ein spartenübergreifendes Programm für Kinder initiiert hat (SAW-Projects: Science, Art and Writing); die Informatik-Professorin und Dichterin Ruth Aylett, die gemeinsam mit ihrem Roboter Alyx auftritt, sowie Hans-Jörg Rheinberger, Dichter, Molekularbiologe und ehemaliger Direktor des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte.

Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung, des British Council und von ECHOO Konferenzdolmetschen

Eintritt: 6/4 €

zu:texten
26.02.2020 um 10:00 Uhr / Berlin

Workshop mit Tim Holland, Cathleen Henschke, Bas Böttcher, José Oliver, Bernadette la Hengst, Nele Probst, Kevin Nagel, Ella Ponizovsky und Überraschungsgästen

Poesie ist weit mehr als Gedichteschreiben! Von Spoken Word bis zu Haikus, von Visueller Poesie bis zu Poetry Yoga gibt es ein breites Spektrum zu erforschen. Ein halbes Jahr wollen wir uns daher mit Jugendlichen aus Berliner Bezirken in zehn poetischen Ausdrucksformen ausprobieren. Erasures und Gedichtpuzzles, Haikus, Spoken Word, Visuelle Lyrik, Lyrikübersetzung, Songwriting, experimentelle Kalligrafie, Rap, Poetry Yoga und noch einige Überraschungen warten.

Als Autorenpate für das Projekt konnte der Dichter und Lyrikvermittler Tim Holland gewonnen werden. Er wird begleitet von der Medienpädagogin Cathleen Henschke. Ihr könnt viele spannende Künstlerinnen und Künstler und ihre Techniken zu Texten, Sprachbildern und Choreografien kennenlernen und zum krönenden Abschluss auf dem poesiefestival berlin erproben. Alle Jugendlichen von 10 bis 14 Jahren sind herzlich willkommen. Keine Vorkenntnisse nötig. Weitere Informationen auf der Homepage vom Haus für Poesie.

In Kooperation mit dem Boedecker Kreis Berlin und der Max-Bill-Schule, in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Schreibender Schüler*innen, der Max-Beckmann-Oberschule und der Musikschule gGmbH Tomatenklang

Workshop von 10 - 15 Uhr | Eintritt: frei | Begrenzte Teilnehmerzahl

Anmeldungen bitte unter: mitmachen@haus-fuer-poesie.org

Porträt der Dichterin Margret Kreidl
27.02.2020 um 19:30 Uhr / Berlin

Lesung & Gespräch mit Margret Kreidl Autorin, Wien | Moderation Tom Schulz Autor, Berlin

Im Werk der österreichischen Schriftstellerin Margret Kreidl (geboren 1964 in Salzburg) tritt die Sprache über die Gattungsgrenzen und setzt alles unter poetisches Wasser. Sie schreibt Klein- und Kleinsttexte mit hoher Datenkompression und Packungsdichte, seien es nun Listengedichte, Abzählreime, hintersinnige Eigenkommentare oder alpenländische Trivial-Miniaturen, in denen Kreidl telefonbuchdicke Schmonzetten kunstvoll auf eine Halbseite zusammenschnurren lässt. In Einfache Erklärung (Edition Korrespondenzen 2014) legt sie gar eine neu durchalphabetisierte Traumdeutung vor (von Anfanggasse über Quittenbitte bis hin zum Zettelweg). Es ist auch ein sprachliches Ein- und Ausgehen in den Träumen und Nachtmahren bewunderter Kolleginnen wie Ilse Aichinger, Clarice Lispector und Helga M. Novak.

Kreidl ist eine virtuose Meisterin des logischen Kurzschlusses, wie ihn der Nonsens-Vers produziert. In ihren Gedichten kommt sie so auf direktem Wege von Clooney auf Heidegger, von Schachtelhalm auf René Char und von einer Tasse Kaffee auf die Husserl’sche Phänomenologie. Aber noch das verspielteste Gedicht wird bei Kreidl zu einer Reibefrucht, die den harten Kern einer Revolution enthält.

Von Kreidl liegen zahlreiche Bücher vor, zuletzt Zitat, Zikade. Zu den Sätzen (Edition Korrespondenzen 2017) und Hier schläft das Tier mit Zöpfen. Gedichte mit Fußnoten (Berger Verlag 2018).

Mit Tom Schulz spricht Margret Kreidl über ihr Werk und liest ihre Texte.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Österreichische Kulturforum

Eintritt: 6/4 €

Komm zur Sprache!
29.03.2020 um 17:00 Uhr / Berlin

Neun Mal im Jahr trifft sich an jedem letzten Sonntag im Monat von 17–20 Uhr der lyrikklub. Wir besprechen gemeinsam frische Texte, lesen Lieblingsgedichte und Neuerscheinungen, tauschen uns zu wichtigen Themen der Lyrik und des Lyrikbetriebs aus und aktualisieren unser Schreiben. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen, bitte Snacks und Getränke mitbringen. 17-20 Uhr

weiter im text
29.03.2020 um 12:00 Uhr / Berlin

weiter im text ist eine offene, monatlich stattfindende Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre des Schreibende Schüler e.V.

Bei Interesse einfach unter pberg@schreibende-schueler.de melden oder gleich vorbeischauen. 12–16 Uhr


Location bereitgestellt von: Kulturkurier