Freitag, 19.01.2018

Theater & Comedy - Sonstige
Die Frauen von Troja (Der Untergang) - Schauspiel von Euripides in der Neudichtung von Walter Jens
19.01.2018 in Pforzheim

EIN SPRACHGEWALTIGES WERK DER ANTIKE, DAS SICH ALS MAHNUNG FÜR DEN FRIEDEN VERSTEHT

„Ihr Narren!“, ruft Poseidon, „Menschen, die ihr glaubt, man könne Städte niederbrennen, ohne selbst zugrund zu gehen“. Denn der Krieg hat die einst blühende Stadt Troja dem Erdboden gleichgemacht. Trauernd um die unzähligen Toten und ihre eigenen Männer, droht den Troerinnen und ihrer Königin Hekuba bereits der nächste Schicksalsschlag. Die griechischen Eroberer feiern ihren Sieg und versklaven die Frauen. Hekuba soll sich Odysseus unterwerfen, ihre Tochter Kassandra Agamemnon. Auch Andromache und Helena, die mit ihrer Liebe zum schönen Paris den Konflikt um Troja ausgelöst hatte, erfahren schwerste Demütigungen. Ihnen bleibt schließlich nichts anderes übrig, als zu einem kollektiven Klagegesang anzustimmen, der mahnend durch die Gassen der Stadt hallt…

Ob Vergangenheit oder Gegenwart, ob Bilder von Bombenangriffen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts oder aktuell von der geschundenen syrischen Stadt Aleppo: Ein friedliches globales Zusammenleben der Menschen scheint leider bis heute unmöglich. – Das Theater Pforzheim setzt nach der Inszenierung von Grillparzers Trilogie „Das goldene Vlies“ seine Beschäftigung mit sprachgewaltigen Werken der Antike, die für unsere Gegenwart relevant sind, in der neuen Saison fort. Die Aufführung von Euripides ´ 415 v. Chr. entstandenem Antikriegsstück „Die Frauen von Troja“ in der Stadt Pforzheim, die noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde, verspricht einen spannenden Akzent zu Spielzeitbeginn mit viel Diskussionsstoff. Mit dieser Produktion stellt sich der neue Oberspielleiter Hannes Hametner dem Pforzheimer Publikum vor.

Inszenierung — Hannes Hametner

Samstag, 20.01.2018

Theater & Comedy - Sonstige
Das Abschiedsdinner - Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière
20.01.2018 in Pforzheim

PRALLE SITUATIONSKOMIK AUF FRANZÖSISCHE ART - MIT ZARTBITTEREM NACHGESCHMACK!

Während der Vorbereitung für ein Abendessen bei Freunden berichtet Pierre seiner Frau Clotilde von der Methode eines Bekannten, der Abschiedsdinner für Freunde gibt, die er loswerden möchte, ohne dass diese davon wissen. Die Idee, auf diese Weise alte Freundschaften zu beenden, die mehr eine Verpflichtung als ein Vergnügen geworden sind, gefällt. Sie beschließen, es zu versuchen und wählen als erstes Bea und Antoine. Deren Lieblingsessen, die Musik, der Wein – alles wird arrangiert und steht bereit für den letzten gemeinsamen Abend. Doch Antoine kommt ohne Bea. Was folgt, ist ein Schlagabtausch der beiden Freunde, die im Verlauf des Abends alles aus dem Nähkästchen holen, was sie sich in den langen Jahren ihrer Freundschaft nie gesagt haben ...

Nach der erfolgreichen deutschsprachigen Erstaufführung von Florian Zellers Komödie „Die Lüge“ in der vorletzten Saison setzt das Theater Pforzheim erneut auf französische Dramatik, die mitten aus dem prallen Leben schöpft. Das Autorengespann Delaporte und de la Patellière beleuchtet in seiner temperamentvollen Komödie die Ambivalenz zwischenmenschlicher Beziehungen. Mit viel Sprachwitz und schneidigem Feingefühl werden die unter der Oberfläche brodelnden Befindlichkeiten der Protagonisten aufgezeigt. Garantiert ist ein sinnlicher Theaterspaß mit zartbitterem Nachgeschmack!

Sonntag, 21.01.2018

Klassik-Konzert
KAPRIOLEN Abonnementkonzert 3
21.01.2018 in Pforzheim

Sonntag, 21.01.2018, 19.00 Uhr

KAPRIOLEN

Raphael Wallfisch, Violoncello
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim


Georg Philipp Telemann (1681-1767)
Ouvertüre Bourlesque B-Dur

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Cellokonzert a-Moll

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Streichersinfonie Nr. 8 D-Dur


Wer einen gemütlichen Konzertabend ohne Überraschungen erwartet, ist in diesem Konzert eindeutig fehl am Platz. Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach und der ganz junge Felix Mendelssohn Bartholdy agieren in ihren Werken mit solchem Spielwitz, Einfallsreichtum und derartiger Virtuosität, dass beim Hören Atemlosigkeit und Faszination zu natürlichen Folgen werden. Telemann, der immer noch Unterschätzte, lässt in seiner Ouverture bourlesque vom Pierrot bis zum Harlekin alle komischen und tragischen Theaterfiguren aufmarschieren und charakterisiert ihre Kapriolen auf das Trefflichste. Carl Philipp Emanuel, der große Sohn des „alten“ Bach, zündet in seinem Cellokonzert ein mitreißendes Klang-Feuerwerk, das seine Farben und Effekte im Sekundentakt wechselt und den Zuhörer bis zum letzten Ton nicht aus dem Staunen entlässt. Und der Mendelssohn gibt sich nur zu Beginn seiner 8. Streichersinfonie melancholisch und besinnlich, um dann eine 180°-Kehre zu machen und zu beweisen, dass auch er spritzige Streicherklänge und klangliche Überraschungseffekte perfekt beherrscht.

Raphael Wallfisch, Violoncello
Geboren in London als Sohn einer Musikerfamilie, Studium u.a. bei Amaryllis Fleming und dem legendären Gregor Piatigorsky. Mit 24 Jahren Sieger beim Internationalen Caspar-Cassado-Cellowettbewerb in Florenz. Heute einer der führenden Cellisten der Gegenwart mit Konzerten in ganz Europa, Australien, Asien, in den USA und Kanada, u.a. mit London Philharmonic, dem Gewandhausorchester Leipzig und der Tschechischen Philharmonie. Mitglied der Royal Academy of Music London und Professor an der Hochschule der Künste Zürich. Über 70 CD-Einspielungen bei Chandos, Naxos, EMI, BIS und Nimbus Records, darunter zwei Einspielungen mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim. Raphael Wallfisch spielt das "Ex Romberg"-Cello von Domenico Montagnana aus dem Jahr 1733.

Die Konzertkarten sind übertragbar. Programm- und Terminänderungen bleiben vorbehalten, bei höherer Gewalt ist das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim nicht zum Ersatz verpflichtet.