Mittwoch, 24.01.2018

Ausstellung
WHY KNOT? Rhizome – Connection – Icon. Sabine Schäfer
24.01.2018 in Karlsruhe

Werke von Sabine Schäfer Studio

Mit Ulrich Singer (GREENCODE) und Lorenz Schwarz (Lichtklang-Objekt)

Kuratiert von Dr. Annette Hünnekens und Sabine Schäfer



Vernissage am Freitag, 12.01.2018 um 19 Uhr

Einführung: Dr. Annette Hünnekens

Konzertinstallation "SolarSonical Insects" mit Carolin E. Fischer, Blockflöten



Die Medienkunstausstellung bespielt zwei unterschiedliche Räumlichkeiten und setzt der Kunst im Galerieraum der GEDOK Karlsruhe auch Werke der Kunst für den öffentlichen Raum hinzu.



Aktuell gehen Technologie und Naturwissenschaft zunehmend vielfältige kommunikative Verbindungen nach Regeln kreativer Verknüpfung ein. Die dabei entstehenden Hybride haben nicht nur neue Materialeigenschaften, sondern können immer auch mit Blick auf ihre Codes gelesen werden. Im Spannungsfeld zwischen der naturhaften Welt der Rhizome und der abstrahierten Welt der Zeichen und Ikone werden Verbindungsmuster zwischen analog und digital wahrnehmbar.



Die Ausstellung, konzipiert als audio-visuelle Rauminstallation, bringt nicht nur Licht zum Klingen, sondern zeigt in den Arbeiten und Kooperationen von Sabine Schäfer, wie Verknüpfungen in unterschiedlichen Dimensionen ein unsere Zeit prägendes synästhetisches Erleben analoger Welt und digitaler Realität hervorbringen.



„Leuchtender Klang“ als „werdendes Sein“ in Raum und Zeit – „klingendes“ Licht als „seiendes Werden“ von Zeit und Raum. (Sabine Schäfer/Joachim Krebs, 2009)



Sabine Schäfer, Komponistin und Medienkünstlerin, lebt und arbeitet in Karlsruhe. Sie gilt als Pionierin in der Raumklangkunst. Für die Entwicklung ihrer „TopoPhonien“ erhielt sie 1993 den Siemens Medienkunstpreis. Als Solokünstlerin wie auch als Künstlerpaar Sabine Schäfer/Joachim Krebs entwickelte sie eine Vielzahl von installativen audio-visuellen Werken. Für die Architektur Zaha Hadids kreierten die Künstler eine begehbare Rauminstallation für das Science Center phaeno Wolfsburg. Ihre Werke sind Bestandteil der Sammlung der Stadt Wolfsburg und des ZKM Karlsruhe.



in Kooperation mit Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe;

Computerstudio der Hochschule für Musik Karlsruhe; Joint Research Center (JRC) der Europäischen Kommission; Karlsruher Institut für Technologie (KIT); Max-Planck Institut für Sonnensystemforschung (MPS); NASA; Staatl. Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK) und dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe.

 







Begleitprogramm



KNOT I: 20.01.2018, 19 Uhr

Live-Performance mit Studierenden der Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe

Finn Baygan, Lauren Leis, Anina Rubin, Leitung und Kurator: Dr. Paul Modler

im Rahmen des Karlsruher Galerientags, Ausstellung geöffnet von 15–20 Uhr





KNOT II: 07.02.2018, 17 Uhr

„Kommunikation als Prozesse des Lebens“ Veranstaltung im Rahmen der AWWK Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung Karlsruhe mit Sabine Schäfer, Gäste: Jacques Hawecker (ehem. technisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Labor für Elektronenmikroskopie des KIT) und Lorenz Schwarz (Medienkünstler).

Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung per Email: awwk@awwk-karlsruhe.de oder Tel. 0721-608-47974



KNOT III: 07.-11.02.2018

Lichtklang-Objekt aus Plasma-Ionen-Lautsprechern von Lorenz Schwarz (Weltpremiere)

Über das Lichtklang-Objekt wird die Audio-Komposition „SolarSonical Insects“ im 360° Radius über Plasma-Lichtbögen wiedergegeben



KNOT IV: 11.02.2018, 16 Uhr Finissage

Live-Performances und Gespräch

mit Carolin E. Fischer, Dr. Annette Hünnekens, Dr. Paul Modler, Sabine Schäfer, Lorenz Schwarz



 



© Sabine Schäfer, AudioBiospheres, Multiple. Interaktive Druck-Serie mit Audio per QR Code, 2017




Mi bis So von 16 bis 19 Uhr |
Sa,20.01.2018, von 15 bis 20 Uhr
Ausstellung
FEMINISTISCHE AVANTGARDE der 1970er-Jahre
24.01.2018 in Karlsruhe

Das ZKM zeigt mit über 500 Kunstwerken aus der SAMMLUNG VERBUND, wie Künstlerinnen in den 1970er-Jahren zum ersten Mal ein eigenes »Bild der Frau« kollektiv neu kreierten. Zuletzt, im Frühjahr 2015, hat das ZKM im Rahmen des Karlsruher Festivals »Frauenperspektiven« das virtuelle Ausstellungsprogramm »Frauen Video Arbeiten« aus der ZKM-Videosammlung plus Leihgaben präsentiert.



Die wichtige künstlerische Bewegung »Feministische Avantgarde« fand bisher in der Kunstgeschichte wenig Beachtung. Anspruch der Ausstellung im ZKM ist nicht nur die »Feministische Avantgarde« in den Kanon der Kunstgeschichte aufzunehmen, sondern die Pionierleistung dieser Künstlerinnen hervorzuheben. Erstmals war es den Künstlerinnen, die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren geboren sind, möglich, in nennenswerter Zahl an den Akademien Kunst zu studieren und sich damit von der passiven Rolle der Muse und des Modells zu emanzipieren. In ihren Werken stellen sie radikal neue Fragen an die Gesellschaft, an den Kunstbetrieb und die Rollen der Frau. Die Ablehnung tradierter, normativer Vorstellungen verbindet das Engagement der Künstlerinnen dieser Generation. Auch wenn sie sich untereinander nicht alle kannten, entstanden verwandte Werke.



Das Private ist Politisch



Vor dem Hintergrund der Bürgerrechts- und Frauenbewegung werden Anliegen von Frauen erstmals öffentlich diskutiert; das Private bekommt politische Bedeutung. Innerhalb kürzester Zeit begannen Frauen sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen, versammeln sich zu Aktionen, halten Demonstrationen ab und organisieren Ausstellungen, in denen Frauen ihre Werke zeigen konnten. Die Künstlerinnen der »Feministischen Avantgarde« gehen der Frage nach, wie das traditionelle »Bild der Frau«, die Konstituierung weiblicher Identitäten in unserer Gesellschaft bestimmt. Dabei stehen Themen wie eindimensionale Rollenzuweisungen als Mutter, Haus- und Ehefrau, weibliche Sexualität, der eigene Körper, Schönheit und Gewalt gegen Frauen im Fokus.



Rollenspiel - Klischees und Stereotypen werden hinterfragt



Viele Künstlerinnen eint die Ablehnung stereotyper Rollenbilder. Martha Rosler (*1943) etwa überzeichnet die Rolle der für Heim und Herd verantwortlichen Frau. Birgit Jürgenssen (*1949) hängt sich einen Herd wie eine Küchenschürze um. Es ist das Spiel mit der Kamera, die Maskerade und das Kostüm als Mittel der Selbstdarstellung, mit denen die Künstlerinnen Vorstellungen von Identität und Weiblichkeit als gesellschaftliches Konstrukt hinterfragen. Cindy Sherman (*1954), Hannah Wilke (*1940) und Martha Wilson (*1947) nehmen für ihre Fotografien verschiedenste Rollen ein, untersuchen alltägliche und historische Klischees. Ähnlich Lynn Hershman Leeson (*1941), die mit Roberta Breitmore eine fiktive Person kreiert, die sie über Jahre hinweg lebt. Rita Myers (*1947), Ewa Partum (*1945) und Suzy Lake (*1947) befragen dagegen in ihren Arbeiten Ideale von Schönheit und Makellosigkeit.



Neue Medien



Zahlreiche Künstlerinnen wenden sich ganz bewusst den neuen, historisch unbelasteten Medien wie Fotografie, Film und Video zu, nutzten die Performance als künstlerisches Ausdrucksmittel. VALIE EXPORT (*1940) etwa lädt auf dem Münchner Stachus Passanten ein, ihr Tapp und Tastkino zu besuchen. Dies bedeutete, dass die Passanten ihre Hände in einen Kasten stecken konnten, den die Künstlerin vor ihrem nackten Oberkörper trug. Oftmals ist es der eigene Körper, der zum Material der Kunst wird, dabei gehen einige Künstlerinnen bis an die Grenzen körperlicher Belastbarkeit, darunter Ana Mendieta (1948–1985) oder Gina Pane (1939–1990). Humorvoll und ironisch, subtil und provozierend dekonstruieren die Künstlerinnen der »Feministischen Avantgarde« die traditionelle Ikonographie des Weiblichen.



Gegen das Diktat der Schönheit



Ein weiterer Topos der »Feministischen Avantgarde« ist die Ironisierung des weiblichen Schönheitsideals und die Attribute der Makellosigkeit und Reinheit die den Frauen zugeordneten werden. In der Performance »Change« (*1974) lässt sich die polnische Künstlerin Ewa Partum (*1945) eine Körperhälfte von MaskenbildnerInnen gealtert schminken. Sie inszeniert sich als alte Dame und hinterfragt zugleich das gängige weibliche Schönheitsideal. Eleanor Antin (*1935) zeigt in ihrem Video »Representational Painting« (*1971) wie sie ihr Gesicht schminkt. Der Titel bezieht sich auf das Auftragen von Make-up als ein übertragener Akt des Malens. Das Zögern und Zweifeln der Künstlerin beim Schminkprozess hinterfragt die »Schönheitsindustrie« – wie Wimpern– tusche und BH – die für Frauen in der Gesellschaft selbstverständlich sind. Indem die amerikanische Künstlerin Rita Myers (*1947) ihre »bessere« Körperhälfte in einer Fotografie spiegelt, kreiert sie den vermeintlichen perfekten weiblichen Körper und zugleich ein irritierendes Bild.



Während VALIE EXPORT, Cindy Sherman oder Martha Rosler einem breiten Publikum bekannt sind, bietet diese Ausstellung die seltene Möglichkeit die einflussreichen Werke von Künstlerinnen unter anderem Katalin Ladik, Nil Yalter, Birgit Jürgenssen und Sanja Iveković zu entdecken. Zum ersten Mal sind Künstlerinnen aus Europa, Nord- und Südamerika und Neuseeland vertreten. 




Mittwoch–Freitag 10:00–18:00 Uhr
Samstag 14:00–18:00 Uhr
Sonntag 11:00–18:00 Uhr
Ausstellung
Open Codes
24.01.2018 in Karlsruhe

Mit der Ausstellung »Open Codes. Leben in digitalen Welten« widmet sich das ZKM | Karlsruhe erneut dem Thema der Digitalisierung und der Erfassung der Welt durch den binären Code.



Die Welt verstehen, die wir bewohnen.

Die Welt verstehen, in der wir leben.

Die Welt verstehen, von der wir leben.



Die allumfassende Digitalisierung der Welt, die disruptive Technologien hervorgebracht hat, welche die historischen Industrien und Lebensformen revolutionieren, verdankt sich zwei Entwicklungslinien: den Fortschritten der Mathematik und der Physik. Seit Newton bestimmen mathematische Formeln den Zugang der Physiker zur Welt. Der Nobelpreisträger Eugene Wigner formulierte diese Tendenz 1960 in seinem Aufsatz »The Unreasonable Effectiveness of Mathematics in the Natural Sciences«. Die mathematischen Theorien veranlassten Physiker, die theoretischen Vorgaben durch Experimente zu beweisen – von James Clerk Maxwell bis Peter Higgs.



Ausgehend vom empirischen Nachweis der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz 1886 hat die Physik die Entwicklung der drahtlosen Kommunikationstechnologie ermöglicht, welche unter anderem auch die Massenmedien Telefon, Radio, Fernsehen und Internet hervorbrachte. Diese neuen Kommunikations- und Speichertechnologien haben das soziale Leben und die Kultur auf ungeahnte Weise verändert. Die historischen Vorstellungen von Politik, Gesellschaft, Verkehr und Umgangsformen befinden sich in einer Phase fundamentaler Umwälzungen. Diese disruptiven Innovationen, die durch die Fortschritte der Konvergenz von Mathematik und Physik immer beschleunigter produziert werden und die unsere Lebensweisen rapide und radikal verändern, sollen in der Ausstellung breitgefächert und kritisch untersuchen werden.



Mit der Ausstellung versucht das ZKM, durch Dokumente, Artefakte und Kunstwerke die Entwicklungslinien der Physik und Mathematik der letzten 300 Jahre aufzuzeigen. Die Konturen einer digitalen Philosophie und Kunst werden mittels Arbeiten von KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und IngenieurInnen thematisiert. Es werden der heutige Stand der innovativsten zeitgenössischen Digitaltechnologien, von Robotik bis künstliche Intelligenz, von Sensorentechnologie bis Bio-Design, sowie deren soziale, politische und gesellschaftliche Folgen vorgestellt.



Die Ausstellung als Bürgerlabor – das partizipative Museum



Als polyphones und multipolares Ereignis wird die Ausstellung zugleich Labor. In den ZKM_Hallen werden nicht nur digitale Technologien präsentiert, sondern diese selbst in vielfältiger Weise nutzbar gemacht. Die Ausstellung »Open Codes« ist der Entwurf eines Museums der Zukunft als ein prozesshaft sich verändernder Ort des Lernens. BesucherInnen werden zu Akteuren. Sie werden nicht mehr durch Ausstellungshallen an Kunstwerken vorbeiflanieren, wie in einer Shoppingmall, denn nicht umsonst hat das Wort »Galerie« eine Verwandtschaft zu dem Wort »galleria«, das soviel bedeutet wie Säulengang, Einkaufspassage und Geisterbahn.



Digitale Kunstwerke verlangen, um zu entstehen, die Partizipation des Publikums, den Besucher als Benutzer. Daher wird die Ausstellung wie eine Lounge gestaltet sein, in der BesucherInnen verweilen und sich mithilfe digitaler Technologien in Werke vertiefen können – bis zum Grad, dass sie selbst damit experimentieren und spielend Wissen erwerben. Das Museum wird dadurch zum Bürgerlabor. Performative Elemente werden den bisherigen bloßen Schauplatz Museum zu einen Ort des Handelns, Verwandelns und Gestaltens machen. Das Ziel ist es, zu einem neuen Besucherverhalten zwischen Konzentration und Zerstreuung, zwischen Kontemplation, Immersion und Exploration zu motivieren.



Begleitet wird die Ausstellung »Open Codes« durch ein umfassendes Rahmenprogramm an Vorträgen, Screenings und Symposien sowie einer mehrbändigen Publikation zum Thema des digitalen Codes. Kooperationspartner der Ausstellung sind unter anderen das Fraunhofer-Institut, das FZI Forschungszentrum Informatik, die Akademie Schloss Solitude sowie das KIT.



 




Mittwoch / Freitag 10:00–18:00 Uhr
Donnerstag 10:00-22:00
Samstag 14:00–18:00 Uhr
Sonntag 11:00–18:00 Uhr