Sonntag, 25.02.2018

Montag, 26.02.2018

Kunst & Kultur
Michael Kohlhaas
26.02.2018 in Cottbus

Fassung von Moritz Peters



Wer war dieser Michael Kohlhaas, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Brandenburg und Sachsen für Unruhe sorgte – ein Opfer bürokratischer Mühlen und machtpolitischer Ignoranz, ein Kämpfer für Gerechtigkeit, Racheengel oder verblendeter Terrorist? Kleist beschrieb ihn in seiner 1810 veröffentlichten Novelle als einen „der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“ und die Cottbuser Bühnenadaption will der Frage nachgehen, warum sich dieser unbescholtene Mann derart radikalisierte. 



Alles beginnt damit, dass der im Brandenburgischen ansässige Rosshändler Michael Kohlhaas mit Reitpferden unterwegs ist, um sie auf Sachsens Märkten zu verkaufen. An der Burg des Junkers Wenzel von Tronka wird er aufgehalten und soll einen Passierschein vorweisen. Kohlhaas will das geforderte Dokument nachreichen und lässt als Pfand zwei Pferde zurück. In Dresden erfährt er, dass es einen solchen Passierschein nicht gibt, und findet bei seiner Rückkehr die Tiere abgemagert und damit wertlos vor. Auch sein dort gelassener Knecht wurde misshandelt und fortgejagt.



Gegen dieses Unrecht reicht Kohlhaas beim Kurfürsten von Sachsen eine Klage ein, die durch den Einfluss der Familie von Tronka abgewiesen wird. Weitere Versuche, sich auf juristischem Weg Gehör und Recht zu verschaffen, misslingen. Als seine Frau in Berlin eine Bittschrift abgeben will und dadurch ums Leben kommt, lässt Kohlhaas alles hinter sich. Bewaffnet und von ehemaligen Knechten begleitet, beginnt er einen Rachefeldzug gegen den Junker Wenzel von Tronka. Seinem fliehenden Feind auf der Spur, brennt er dessen Burg nieder, setzt Wittenberg und Leipzig in Flammen und macht sich mit seiner Selbstjustiz zum Staatsfeind. Es dauert nicht lange, bis der Fall die höchsten politischen Kreise erreicht.


Dienstag, 27.02.2018

Mittwoch, 28.02.2018

Kunst & Kultur
Sonnenallee
28.02.2018 in Cottbus

Ein Schauspiel mit Live-Musik nach dem Film von Thomas Brussig, Detlev Buck und Leander Haußmann | Bühnenbearbeitung von Ralph Reichel | Fassung Staatstheater Cottbus



Micha Ehrenreich ist 17. Er lebt in Ost-Berlin, am kürzeren Ende der Sonnenalle, direkt am „antifaschistischen Schutzwall“. Mit seinem besten Freund Mario und seiner Clique besucht er die Erweiterte Oberschule „Wilhelm Pieck“, steht kurz vor dem Abitur und vor der Entscheidung, ob er sich drei Jahre für die Armee verpflichten sollte oder nicht. Während zu Hause Mutter Doris mit einem gefundenen Pass einen Grenzübertritt plant, Vater Hotte um ein Telefon kämpft und Onkel Heinz mit geschmuggelter Westware zu Besuch kommt, testen die Jungs der Clique auf der Straße die Grenzen des Systems. Vor allem aber interessieren sie sich für Musik und Mädchen.



Heiße Scheiben gibt’s auf dem Schwarzmarkt und tolle Frauen auf der Schuldisco, zum Beispiel die wunderbare Miriam, in die Micha verknallt ist. Um ihr nahe zu kommen, ist er zu allem bereit: Er lässt sich zu einem Diskussionsbeitrag verdonnern und erfindet unzählige Tagebücher, die er ihr zu Füßen legen will. Sein Freund Mario verliebt sich währenddessen in die Existentialistin Sabrina, wird von der Schule geschmissen und lässt sich von der Stasi anwerben. Diese Situation wird zur Zerreißprobe ihrer Freundschaft. SONNENALLEE ist eine weitere Premiere in der Schauspielreihe „Deutschland – Wunder und Wunden“. Es entwirft ein buntes Bild von der scheinbar grauen Diktatur des Proletariats und erzählt von einer wilden Jugend voller Leben, Liebe und Musik.


Donnerstag, 01.03.2018

Kunst & Kultur
Don Giovanni
01.03.2018 in Cottbus

Dramma giocoso in zwei Akten KV 527 von Wolfgang Amadeus Mozart

Libretto von Lorenzo da Ponte | Herausgegeben von Wolfgang Plath und Wolfgang Rehm

(Neue Mozart-Ausgabe) | Aufführung italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln



Don Juans unstillbarer Lebenshunger, seine sexuelle Hyperaktivität und strotzende Vitalität sind legendär. Ebenso, dass er mit vielen Frauen kompromisslos und in völliger Hingabe den Augenblick genießt. In Mozarts Oper DON GIOVANNI behauptet der Diener Leporello, dass sein Herr es länder- und altersübergreifend mit fast 2000 Frauen getrieben habe und dass jede Einzelne von ihm und seiner Persönlichkeit fasziniert sei. Giovannis rückhaltloser Lebensanspruch schließt seine Ablehnung ein, im Gefüge der Gesellschaft zu funktionieren und sich den gesellschaftlichen Spielregeln, Geboten und Tabus unterzuordnen. Er ignoriert sie, weil sie ihn daran hindern, so zu leben, wie er will. Aber diese anarchische Selbstverwirklichung bringt ihn in Konflikte mit dem Gesetz – gleichzeitig beginnen plötzlich die Abenteuer des spanischen Verführungskünstlers fehlzuschlagen. Als ihn der altehrwürdige Komtur im Schlafzimmer seiner Tochter Anna überrascht, tötet ihn Don Giovanni im Duell. Auch die junge Braut Zerlina – die eigentlich seinem Beuteschema perfekt entspricht – lässt sich zwar freiwillig von ihrem Bräutigam trennen, aber Giovanni dennoch nicht wirklich zum Zuge kommen. Als zudem noch seine verlassene Ehefrau Elvira auftaucht und alte Rechte einklagt, sieht sich Giovanni mit den gebündelten Konsequenzen seines Handelns konfrontiert. Beharrt er auf seinem Lebensanspruch oder ist er bereit, sich bekehren zu lassen?



Wolfgang Amadeus Mozarts Musikkomödie DON GIOVANNI setzt ein opulentes Theaterspiel voller Leidenschaften in Gang. Da wird geliebt, verheimlicht, verkleidet, verwechselt, maskiert und demaskiert – eine Art Buffo-Oper, in der die Tragik hinter den Masken hindurchscheint und die offenbart, wie sehr dieses lebenspralle Prinzip Giovannis tatsächlich zerstörerisch wirkt.


Samstag, 03.03.2018

Kunst & Kultur
Hexenjagd
03.03.2018 in Cottbus

Deutsch von Hannelene Limpach und Dietrich Hilsdorf

Mitarbeit: Alexander F. Hoffmann



Salem, Massachusetts, im Jahr 1692: Eines Nachts erwischt Pastor Parris mehrere Mädchen aus dem Städtchen bei merkwürdigen Ritualen im Wald. Einige von ihnen leiden seitdem an einem schockartigen Zustand. Oder sind die Mädchen gar verhext? Die von Neid und Zwietracht ohnehin angegriffene Gemeinde zieht Reverend Hale, einen erfahrenen Teufelsspezia­listen, zu Rate.



Abigail Williams – Parris‘ Ziehtochter und zugleich Initiatorin der harmlosen Riten – und ihre Freundinnen befürchten harte Strafen der bigotten Gemeinde und beschuldigen scheinbar wahllos Bürger vor dem extra einberufenen Gericht der Hexerei. Unter den Verdächtigen ist auch Elisabeth Proctor, die Ehefrau des angesehenen John Proctor, mit dem Abigail vor Monaten eine Affäre hatte. Als Elisabeth Proctor durch eine Aussage Mary Warrens, einer Freundin Abigails, belastet wird, gibt John Proctor seinen Ehebruch vor Gericht zu. Elisabeth, die ihren Mann vor den Folgen des zunehmend um sich greifenden Wahns bewahren möchte, sagt jedoch das Gegenteil aus. Öffentlich der Lüge überführt, wird Elisabeth zum Tode verurteilt. Der vor Wut und Entsetzen rasende John will Mary Warren zwingen, die Aussagen der Mädchen als gemeinsam konstruierte Lüge zu enttarnen. Doch er unterschätzt Abigails manipulative Kräfte – Mary widerruft und John Proctor wird ebenfalls zum Tode verurteilt. Reverend Hale, den längst Zweifel an den Aussagen der „Zeuginnen“ plagen, tritt vom Gericht zurück. Aber auch er kann den Lauf der Dinge nicht verhindern. 



Arthur Miller schrieb HEXENJAGD 1953 als Kommentar auf die amerikanische Kommunisten-Hetzjagd unter Senator McCarthy. Als Vorlage dienten Miller historisch belegte Ereignisse in einer puritanischen Gemeinde in Salem um 1620, deren Mitgliedern ein fanatisch ausgerichteter Glaube half, sich als Einwanderer in einer fremden Umgebung zu orientieren. Regisseur Andreas Nathusius stellt sich mit diesem heute erneut hoch aktuellen Stoff erstmals in Cottbus vor.


Sonntag, 04.03.2018