Sonntag, 18.02.2018

Kunst & Kultur
Don Carlo
18.02.2018 in Hannover

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

MUSIKALISCHE LEITUNG Mark Rohde
INSZENIERUNG Christof Nel
BÜHNE Roland Aeschlimann
KOSTÜME Ilse Welter

In Verdis Oper nach Schillers berühmtem Drama wird das Spanien unter Philipp II. zum Inbegriff eines totalitären Staates, die Inquisition zum Urbild eines Systems der Spitzel und Denunzianten. Private Gefühle haben in dieser Ordnung keinerlei Chance auf Entfaltung, sondern werden rücksichtslos politischen Interessen untergeordnet: Aus Gründen der Staatsraison hat König Philipp II. die erheblich jüngere Elisabeth di Valois, Tochter des französischen Königs und Verlobte von Philipps Sohn Carlo, selbst zur Frau genommen. Unter dem Druck der Inquisition ist er bereit, das Todesurteil über den für die Freiheit Flanderns appellierenden Marquis Posa zu sprechen, den er kurz zuvor noch zu seinem Vertrauten machen wollte. Ein derartiges System aber kann nur zur Deformation der in ihm lebenden Menschen führen. Der Bedrohung einer fortwährenden Bespitzelung gewahr, ändert sich notgedrungen auch das Verhalten der Menschen untereinander. Die eigenen unerfüllten Sehnsüchte werden in dunkle Nischen des Lebens verbannt. Und das System erweist sich stärker als seine Repräsentanten, selbst der König wird innerhalb der festgefügten Machtordnung zum ausführenden Organ: am Ende überantwortet er sogar den eigenen Sohn dem Scharfrichter.

Von Presse und Publikum gefeiert wurde die Neuinszenierung von Verdis Don Carlo im Dezember 2007. Regisseur Christof Nel deutet das Spanien unter Philipp II. als Sinnbild eines totalitären Staates, in dem Vertrauen, Liebe und Freiheit unerreichbare Utopien bleiben. "Ein großer Abend" (Der Tagesspiegel. "Eine musikalische Visitenkarte der Spitzenklasse" (Opernglas). "Mit dieser "Don Carlo"-Aufführung schiebt sich die hannoversche Staatsoper ganz weit nach vorn in der deutschen Opernlandschaft." (NDR info).

Dienstag, 20.02.2018

Kunst & Kultur
Ein sanfter Riese
20.02.2018 in Hannover

Ruhig liegt er da, der See, an dessen Ufer sich ein beschauliches Fischerdorf schmiegt. Zwar lächeln die Erwachsenen alle, aber dahinter verbirgt sich eine tiefe Sorge: Tag für Tag fahren die Fischer hinaus auf den See, kommen jedoch mit leeren Netzen zurück. Nicht mehr lange, und das Dorf wird ernsthaft in seiner Existenz bedroht sein.



Warum die Fische ausbleiben, weiß niemand so recht – doch gibt es ein Gerücht: Eine seltsames Wesen lebt auf einer Insel im See, zusammen mit seinen Tieren. Vielleicht hat es etwas mit dem Ver-schwinden der Fische zu tun, vielleicht vertreibt es sie. Eine unrühmliche Vergangenheit hat er, dieser große, ungewaschene, stinkende Kerl, von dem man nur weiß, dass seine Mutter wohl einst in dem Dorf lebte; allerdings spricht heute niemand mehr über sie. Wenn dieses »Biest«, wie ihn alle nennen, im Ort umherschleicht, holen die Mütter ihre Kinder ins Haus, Fensterläden werden verschlossen. Die Fischersleute geben ihm gelegentlich Reparaturarbeiten an den Dächern.



Dass sich ihr Vater ebenfalls Sorgen macht um sein Auskommen, das bleibt Miranda nicht verborgen. Mit Unbehagen beantwortet er Mirandas Fragen, wer die seltsame Gestalt sei, die sie im Dorf umherstreichen gesehen hat. Seit dem Tod ihrer Mutter ist ihr Vater kaum aus dem Haus gegangen – und die wenigen Male kam er mit leeren Händen von seiner Fischer tour zurück. Doch lässt er sie auf den See hinausfahren, um ihr Glück mit den Fischen zu versuchen.



Mit einem Windstoß beginnt Mirandas Abenteuer – er fegt ihr den Hut vom Kopf und bei dem Versuch, ihn aus dem Wasser zu angeln, fällt sie hinein. Als sie wieder erwacht, ist sie auf der Insel im See. Ist sie verloren? In den Klauen eines Ungeheuers? Doch schnell stellt Miranda fest, dass dieses »Biest« ganz anders ist, als sie erwartet hatte.



Im Jahr 2006 wurde Stephen McNeffs Kinderoper am Royal Opera House Covent Garden in London uraufgeführt und begeisterte in mehreren Spielzeiten Kinder und Erwachsene. Mit farbigen Klängen fängt Ein sanfter Riese die atemberaubende Schönheit der Natur und des Sees ein und erzählt als modernes Märchen die Geschichte eines notleidenden Dorfes, das sich im Wesen des »Biestes« täuscht und in die endgültige Misere zu rutschen droht. Bang stellt sich die Frage: Können McNeffs Heldin Miranda und ihr ungleicher Freund das Unglück noch abwenden?


Donnerstag, 22.02.2018

Freitag, 23.02.2018

Samstag, 24.02.2018

Klassik-Konzert
Mündener Schlosskonzerte - Christoph Soldan und die Stuttgarter Kammersolisten
24.02.2018 in Hannoversch Münden

Christoph Soldan ist Pianist und Dirigent höchster Qualität. Er studierte an der Hamburger Musikhochschule und wurde von Prof. Eliza Hansen und Christoph Eschenbach unterrichtet. Dies hatte großen Einfluss auf den heranwachsenden Spitzenmusiker, der sich auf beeindruckende Weise mit der geistigen Dichte und der seelischen Dimension eines Kunstwerkes auseinandersetzt, der die Grenzen zwischen Musik und Schauspiel auf faszinierende Art verschwinden lässt.

Seinen Durchbruch zu einer aktiven, internationalen Konzerttätigkeit erlebte der Frankfurter im Sommer 1989, als er mit dem weltberühmten Dirigenten Leonard Bernstein gemeinsam auf Tournee ging. Es folgten Konzertauftritte mit zahlreichen namhaften Orchestern in ganz Europa. Später bereiste und bespielte er dann auch Konzerthallen unter anderem in Japan und Südafrika – mit großem Erfolg. Christoph Soldan spezialisierte sich besonders auf die Musik von Mozart und spielte dessen sämtliche Klavierkonzerte zusammen mit der Capella Istropolitana, dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim und der Schlesischen Kammerphilharmonie Kattowitz ein. Außerdem ist er Gründer des Kammermusikfestivals „Die Schubertiade auf Schloß Dörzbach“ im Hohenloher Land und eröffnete zusammen mit seiner Frau ein eigenes Theater. Seit 2007 glänzt er auch als Dirigent auf den Bühnen der Klassik.

Christoph Soldan hat sich zu einer Künstlerpersönlichkeit entwickelt, die unterhaltsam Musik und Literatur verbindet und somit jedermann überzeugt. Dabei verliert er nie den Anspruch an die Musik und an sich selbst. Erleben auch Sie einen besonderen Abend der Kammermusik!