Freitag, 19.01.2018

Literatur
Moritz Neumeier & Till Reiners - Schund & Asche
19.01.2018 in Erlangen

„Schund und Asche – die Chaos-Gala“ mit
MORITZ NEUMEIER und TILL REINERS


Wie dieser Abend wird? Wir wissen es nicht. Denn jeder Abend ist anders und
improvisiert. Ob das gut geht? Nein. Es geht sehr gut. Denn was wir wissen: Till
Reiners und Moritz Neuermeier sind talentierte Entertainer - als Team sind sie
unschlagbar. "Gefalle ich Dir?" - die heimliche Frage des Künstlers an sein Publikum
verhandeln beide öffentlich. Sie wollen dem jeweils anderen zeigen, dass er der
bessere Unterhalter, ach was: Mensch ist.
In mehreren Spielrunden treten die beiden gegeneinander an, testen ihre
Schlagfertigkeit und betreten dabei unablässig vermintes Terrain. Böse und komisch
ziehen die beiden übereinander her, hangeln sich am Publikum von Konflikt zu
Konflikt und besprechen privates und politisches, mit schwindeleregender Fallhöhe
und Mut zum Chaos.
Hinweis für Schwangere, Asthmatiker und Legastheniker: Auf der Bühne wird
geraucht.
Moritz Neumeier ist Stand-Up-Comedian nach US-amerikanischem Vorbild. Er will,
dass die Bezeichnung „comedy“ nicht länger ein Schimpfwort ist. Das bedeutet für
ihn radikal und ehrlich zu sein mit sich und dem Publikum. Für das, was er macht,
braucht er nicht viel: Ein Mikrophon, etwas zu viel Zigaretten und Menschen, die ihm
zuhören. Das hilft hilft. Gegen die Ängste als junger Vater. Gegen die Hilflosigkeit,
jeden einzelnen Tag hinter sich bringen zu müssen. Gegen die Unwissenheit, die
einen befällt, wenn man sich fragt, was das hier alles eigentlich soll.
Wenn Moritz Neumeier ist trauriger Clown ohne Schminke ist, ist Till Reiners einer
mit viel Schminke. Er macht eigentlich politisches Kabarett. Nur für diese
Veranstaltung trägt er ein altes, rotes Sakko von Elton auf. Für ihn ist Humor eine
Waffe gegen Ungeleichheit, jaja – aber vor allem gegen Moritz Bösartigkeit, mit
weicher Schale und hartem Kern. Malizös lächelnd stellt er sich gegen seinen
Pessimismus und will vor allem eins: gegen Moritz gewinnen.
Klassik-Konzert
Internationale Bläsersolisten
19.01.2018 in Ravensburg

Die Bläserelite des ARD-Musikwettbewerbs und ein junger, gefeierter Klaviervirtuose – diese Voraussetzungen sind eine hochkarätige Besetzung und versprechen ein erlesenes Kammermusikprogramm in der Reihe »Kammermusik im Konzerthaus«. Dem Fagottisten Marc Trenel wurde erstmals in der Geschichte des ARD-Wettbewerbs in seinem Fach der 1. Preis zuerkannt. Der Oboist Ramón Ortega Quero und der Klarinettist Sebastian Manz sind zudem ECHO Klassik-Preisträger 2011. Dem Pianisten Herbert Schuch haben sich spätestens, seitdem er 2005 innerhalb eines Jahres drei renommierte internationale Wettbewerbe in Folge gewann, die Türen zu allen bedeutenden Bühnen geöffnet. Im Zentrum ihres gemeinsamen Musizierens steht Wolfgang Amadeus Mozarts Bläserquintett, von dem der Komponist selbst 1784 seinem Vater mitteilte, er halte es »für das beste, was ich noch in meinem Leben geschrieben habe«. Zudem stehen Beethovens Bläserquintett op. 16 und Jean Francaix‘ 1935 entstandenes »Petit Quatuor« auf dem Programm, das 2012 mit dem ECHO Klassik für die Kammermusikeinspielung
des Jahres ausgezeichnet wurde.

Oboe: Ramón Ortega Quero
Klarinette: Sebastian Manz
Horn: David Fernandez Alonso
Fagott: Marc Trenel
Klavier: Herbert Schuch

Jean Francaix: Petit Quatuor
Ludwig van Beethoven: Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott Es-Dur op. 16
N.N.: Werk für Klavier solo
W. A. Mozart: Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott Es-Dur KV 452

Copyright: Dorothee Falk

Hauseinlass: 19 Uhr
Kunst & Kultur
hr-Sinfoniekonzert - Artist in Residence | Mahler 4
19.01.2018 in Frankfurt am Main

ANTOINE TAMESTIT | Viola
REGULA MÜHLEMANN | Sopran
ANDRÉS OROZCO-ESTRADA | Dirigent

Jörg Widmann | Viola Concerto
Charles Ives | The Unanswered Question
Gustav Mahler | 4. Sinfonie

Im Welttheater. »Allein auf der C-Saite der
Bratsche lassen sich Geschichten erzählen, die
auf keinem anderen Streichinstrument denkbar
wären«, sagt der Komponist Jörg Widmann.
Recht hat er! Allerdings wird unser »Artist in
Residence« Antoine Tamestit keinen Auftrittsapplaus
bekommen, wenn das für ihn komponierte
»Viola Concerto« von Jörg Widmann
auf dem Programm steht. Vielmehr wird er
zunächst unauffällig neben den Harfen sitzen,
etwas klopfen, etwas zupfen, seine Bratsche
erkunden. »Der Dirigent reagiert leicht irritiert
«, so steht es in Widmanns Partitur.
Tamestit wird mit seinem Instrument durch
das Orchester wandern, irgendwann den Bogen
ergreifen, als hätte er Siegfrieds Schwert
Notung gefunden. Es ist ein geradezu szenisches
Konzert, ein Hörtheater, das Widmann
2015 für den so exzellenten französischen
Bratscher komponiert hat. Ein Musiker bewegt
sich räumlich durch fremde Welten, er kommt
dabei auch an so exotischen Schlaginstrumenten
wie Peking-Oper-Gong und Wasser-Tamtam
vorbei, auf der Suche nach sich selbst. Und
was wird in Mahlers »Vierter« gesucht, die so
lustig mit kleinen Schellenglöckchen beginnt?
Nichts weniger als das himmlische Leben. Ganz
plastisch, ganz szenisch komponierte auch er:
einen klaren Blick auf die ganze Welt wie durch
Kinderaugen.

Konzerteinführung: 19:00 Uhr