Mittwoch, 24.01.2018

Literatur
Grandmaster Poetry Slam
24.01.2018 in Konstanz

Poetry Slam – das ist brandaktuelle Literatur in ihrer lebendigsten Form. Taufrische Texte und bewegende Performance: Nur wer damit in die Herzen des Publikums trifft, kann sich auf dieser Bühne im Wettstreit behaupten.

Slammen kann jeder, der seiner eigenen Poetik folgt: Von klassischer oder moderner Lyrik und Lautpoesie über Kabarett- und Comedy-Beiträge bis zu Kurzgeschichten sind alle Formen moderner Literatur und Sprachkunst erlaubt. Doch ohne das Publikum werden hier keine Erfolge gefeiert – Rhythmus und Performance sind Trumpf, denn die Interaktion zwischen Publikum, Slampoet und Moderator ist ein grundlegender Bestandteil. So stellen die Zuhörer nicht nur die Jury des Wettbewerbs, sondern sind dazu aufgerufen, ihre Meinung kundzutun. Marc Smith, der als Erfinder dieser Vortragsform gilt, forderte die ersten Slam-Zuhörer im Chicago der 80-er Jahre auf, ihr Missfallen an einem Beitrag mit Fingerschnipsen oder Trampeln zu zeigen: „Slam ist das Paradebeispiel für die Demokratisierung der Kunst.“ Nach der englischsprachigen ist die deutschsprachige Slam-Szene die zweitgrößte der Welt. Hier finden mehr als 130 Poetry Slams regelmäßig statt und erreichen dabei bis zu rund tausend Zuschauer pro Veranstaltung. Deutschsprachige Slampoeten wurden vom Goethe-Institut auf alle Kontinente eingeladen, geben Workshops an Universitäten und Schulen, sind auf Buchmessen und treten auf Literaturfestivals auf.

Eine überwältigende Show ist garantiert, wenn wildentschlossene Poeten die Bühne erobern – lass Dich in ihren Bann ziehen und sei dabei wenn das Publikum johlt und die Stimmung überkocht!

Einlass: 19.00 Uhr
Kunst & Kultur
Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett - Feidman plays Beatles
24.01.2018 in Mannheim

Feidman plays Beatles

Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett

Es gibt sie also doch noch, die kleinen Sensationen, die selbst die Musikwelt für einen Moment aus dem Takt bringen können. Schon wenige Tage nachdem die Nachricht die Runde machte, dass der Maestro zusammen mit dem Rastrelli Cello Quartett das große Beatles Songbook aufgeschlagen hat, um für 2017 ein hundertminütiges Programm zusammenzustellen, das ausschließlich aus Kompositionen der Fab Four bestehen wird, waren die ersten Shows gebucht. Sozusagen vom Fleck weg, während der Jubiläumstournee im April 2016, auf der diese Formation und ihr Programm "Cello meets Klezmer" gerade frenetisch gefeiert wurden. Und dann das?!

Wie so oft war die gute Idee nicht nur der Antrieb, sondern auch der Schlüssel dazu, dem aktuellen Erfolg noch eins draufzusetzen; allen Widrigkeiten zum Trotz, denn außer einer versteckten Vorankündigung im zurzeit laufenden Programm, fiel bis dato kein öffentlicher Ton. Feidman und die Rastrellis surfen auf Vorschuss und das verpflichtet. Was denn sonst?

Dass der kreative Wind, der eigentlich von hinten in die Segel blasen sollte, um die Arbeit gedeihlich voranzutreiben, sich einen Notenschlüssel darum schert, merkten die fünf Musiker gleich zu Beginn Ihrer Arbeit an diesem Projekt. Gegenwind!

Konnten die Beatles die Richtung ihrer im Kern recht simplen Kompositionen durch die Kombination von Gesang und Text bestimmen und ihren Songs damit den legendären Glanz verleihen, mussten die fünf Instrumentalisten dieses letztere Element durch ein anderes ersetzen. Mit der virtuosen Umsetzung der fabelhaften und nahezu genialen Arrangements des Ensemblemitglieds Sergej Drabkin sowie des slowakischen Komponisten Peter Breiner ist dies Giora Feidman und dem Rastrelli Cello Quartett vortrefflich gelungen. Die Fangemeinde darf sich zu Recht auf die Urauffführung, die am 25. November in der Berliner Philharmonie stattfinden wird, freuen. Die sich anschließende Premierentournee im Januar 2017 wird die Musiker durch 25 deutsche Städte führen.

Das aus Israel stammende Jerusalem Duo - mit Hila Offek an der Harfe und André Tsirlin auf dem Saxofon - wird die Konzerte als "special guest" zusätzlich bereichern. Freuen Sie sich auf einen außergewöhnlichen Musikabend, denn so zeitlos und generationsübergreifend werden sie Giora Feidman noch nie erlebt haben.

Einlass: 19:00 Uhr

Restkarten evtl. noch an allen bekannten VVK-Stellen und an der Abendkasse erhältlich.
Kunst & Kultur
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn 5. Heilbronner Konzert 2017/2018
24.01.2018 in Heilbronn

BACHIANA

Johann Sebastian Bach // Konzert für Violine, Streicher und B.c. f-Moll BWV 1056
Heitor Villa-Lobos // Bachianas Brasileiras Nr. 9 für Streichorchester
Isaac Albéniz // Cantos de España (in der Fassung für Streichorchester von Tilmann Köster)
Wolfgang Amadeus Mozart // Adagio und Fuge KV 546 für Streichorchester
Alexander Glasunow // Konzert für Alt-Saxophon und Streichorchester Es-Dur op. 109
Igor Strawinsky // Concerto in Re

Asya Fateyeva // Saxophon
Ruben Gazarian // Dirigent
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn


KONZERTEINFÜHRUNG UM 18.45 UHR
„Bachs universelle Sprache kennt keine Grenzen. Man glaubt, etwas von Unendlichkeit zu spüren.“ Grenzen kennt auch die Saxophonistin Asya Fateyeva nicht. Sie bringt das eher in der Jazzwelt beheimatete Instrument mit dem wandelbaren Timbre in den klassischen Konzertsaal. Es schwingen Pioniergeist und ein stets gutes Klanggespür mit, wenn sie sich mit ihrem Instrument einem breiten Repertoire widmet. Wie auf der gemeinsamen CD „Bachiana“ mit dem WKO und Ruben Gazarian, für die sie Werke von Johann Sebastian Bach und Heitor Villa-Lobos für das Saxophon entdeckt hat.
Über allem schwebt der ewige Geist Bachs, der so vielen Nachkommenden Inspirationsquelle ist: Villa-Lobos stellt ins Zentrum seiner Bachianas Brasileiras Nr. 9 eine brasilianisierte Fuge als Reminiszenz an den Meister dieser kontrapunktischen Höchstschwierigkeit. Mozart soll sich damit äußerst schwer getan haben, zahlreiche Skizzen und Fragmente von Fugenversuchen zeigen das. Umso beeindruckender dann das Ergebnis – Adagio und Fuge KV 546 –, eine Mischung aus dramatischem Pathos und ideenreichem Regelwerk. Eine der Originalkompositionen für das Saxophon, das Konzert von Alexander Glasunow, entlockt dem Holzblasinstrument sowohl lyrisch-sehnsuchtsvolle wie höchstvirtuose Klänge – und schließt mit einem Fugato. Und Igor Strawinsky orientiert sich mit seinem „Concerto in Re“ in neobarocker Manier an den Brandenburgischen Konzerten.

Asya Fateyeva
1990 auf der Krim als Tochter eines Profi-Fußballers geboren erreichte sie als erste Frau 2014 das Finale des namhaften Internationalen Adolphe-Sax-Wettbewerbs und erspielte sich den 3. Platz. Die junge Musikerin strebt danach, dem klassischen Saxophon einen noch selbstverständlicheren Platz im Musikleben zu erobern. Ihre Ausbildung vereint die russische Tradition des seelenvollen Musizierens mit der klassischen Schule des französischen Saxophon-Spiels. Seit 2014 unterrichtet sie klassisches Saxophon an der Musikhochschule Münster. 2016 gewann sie den ECHO Klassik als beste Nachwuchskünstlerin.

Ruben Gazarian // Dirigent
Literatur
Jan Weiler - Und ewig schläft das Pubertier
24.01.2018 in Hannover

Es ist wieder da und wenn es erst einmal wach ist, hält es die Welt in Atem: Das Pubertier.

Inzwischen unterhält es seine Umwelt gleich in zweifacher Ausfertigung: Während Carla den Führerschein macht und mit ihrem Vater über die Preise von WG-Zimmern debattiert, hat sich Nick zum Parade-Exemplar entwickelt. Das männliche Pubertier besticht durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Begeisterungsfähigkeit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie entfesselt und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen.

Natürlich spielt in diesem dritten Teil der Pubertier-Saga die Liebe eine immer größer werdende Rolle sowie Hautunreinheiten. Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt sowie über all die anderen großen und kleinen Hervorbringungen der Pubertät. Es geht zudem um Urlaub, Schule, schlechte Vorbilder und gute Einflüsse. Und um die Frage, wann diese verfluchte Pubertät eigentlich aufhört.
Der Erzähler schaut manchmal in den Spiegel und denkt: Eigentlich nie.


Jan Weiler wurde 1967 in Düsseldorf geboren. Er arbeitete zunächst als Texter in der Werbung und besuchte dann die Deutsche Journalistenschule in München. Anschließend arbeitete er von 1994 bis 2005 als Redakteur, Autor und schließlich Chefredakteur beim Süddeutsche Zeitung Magazin.
2003 entstand aus einer Kurzgeschichte im SZ-Magazin sein erster Roman „Maria, ihm schmeckt’s nicht.“ Das Buch gilt als das erfolgreichste deutsche Romandebüt der letzten zwanzig Jahre, die Verfilmung lief 2009 erfolgreich in den Kinos. 2005 folgte die Fortsetzung „Antonio im Wunderland.“
Seine Bücher gibt es komischerweise nicht auf italienisch, wohl aber auf koreanisch.

„Ein großartiger Schreiber“ (Hamburger Abendblatt)
„Jan Weiler spielt gewitzt mit Sprach– und Nationenstereotypen“ (DER SPIEGEL)
„Jan Weiler lesen macht einfach Spaß.“ (Brigitte)

http://www.janweiler.de