Dienstag, 23.01.2018

Kunst & Kultur
Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett - Feidman plays Beatles
23.01.2018 in Karlsruhe

Feidman plays Beatles

Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett

Es gibt sie also doch noch, die kleinen Sensationen, die selbst die Musikwelt für einen Moment aus dem Takt bringen können. Schon wenige Tage nachdem die Nachricht die Runde machte, dass der Maestro zusammen mit dem Rastrelli Cello Quartett das große Beatles Songbook aufgeschlagen hat, um für 2017 ein hundertminütiges Programm zusammenzustellen, das ausschließlich aus Kompositionen der Fab Four bestehen wird, waren die ersten Shows gebucht. Sozusagen vom Fleck weg, während der Jubiläumstournee im April 2016, auf der diese Formation und ihr Programm "Cello meets Klezmer" gerade frenetisch gefeiert wurden. Und dann das?!

Wie so oft war die gute Idee nicht nur der Antrieb, sondern auch der Schlüssel dazu, dem aktuellen Erfolg noch eins draufzusetzen; allen Widrigkeiten zum Trotz, denn außer einer versteckten Vorankündigung im zurzeit laufenden Programm, fiel bis dato kein öffentlicher Ton. Feidman und die Rastrellis surfen auf Vorschuss und das verpflichtet. Was denn sonst?

Dass der kreative Wind, der eigentlich von hinten in die Segel blasen sollte, um die Arbeit gedeihlich voranzutreiben, sich einen Notenschlüssel darum schert, merkten die fünf Musiker gleich zu Beginn Ihrer Arbeit an diesem Projekt. Gegenwind!

Konnten die Beatles die Richtung ihrer im Kern recht simplen Kompositionen durch die Kombination von Gesang und Text bestimmen und ihren Songs damit den legendären Glanz verleihen, mussten die fünf Instrumentalisten dieses letztere Element durch ein anderes ersetzen. Mit der virtuosen Umsetzung der fabelhaften und nahezu genialen Arrangements des Ensemblemitglieds Sergej Drabkin sowie des slowakischen Komponisten Peter Breiner ist dies Giora Feidman und dem Rastrelli Cello Quartett vortrefflich gelungen. Die Fangemeinde darf sich zu Recht auf die Urauffführung, die am 25. November in der Berliner Philharmonie stattfinden wird, freuen. Die sich anschließende Premierentournee im Januar 2017 wird die Musiker durch 25 deutsche Städte führen.

Das aus Israel stammende Jerusalem Duo - mit Hila Offek an der Harfe und André Tsirlin auf dem Saxofon - wird die Konzerte als "special guest" zusätzlich bereichern. Freuen Sie sich auf einen außergewöhnlichen Musikabend, denn so zeitlos und generationsübergreifend werden sie Giora Feidman noch nie erlebt haben.

Einlass: 19:00 Uhr

Restkarten evtl. noch an allen bekannten VVK-Stellen und an der Abendkasse erhältlich.
Kunst & Kultur
Württembergisches Kammerorchester 3. Ulmer Konzert 2017/2018
23.01.2018 in Ulm

BACHIANA

Johann Sebastian Bach // Konzert für Violine, Streicher und B.c. f-Moll BWV 1056
Heitor Villa-Lobos // Bachianas Brasileiras Nr. 9 für Streichorchester
Isaac Albéniz // Cantos de España (in der Fassung für Streichorchester von Tilmann Köster)
Wolfgang Amadeus Mozart // Adagio und Fuge KV 546 für Streichorchester
Alexander Glasunow // Konzert für Alt-Saxophon und Streichorchester Es-Dur op. 109
Igor Strawinsky // Concerto in Re

Asya Fateyeva // Saxophon
Ruben Gazarian // Dirigent

„Bachs universelle Sprache kennt keine Grenzen. Man glaubt, etwas von Unendlichkeit zu spüren.“ Grenzen kennt auch die Saxophonistin Asya Fateyeva nicht. Sie bringt das eher in der Jazzwelt beheimatete Instrument mit dem wandelbaren Timbre in den klassischen Konzertsaal. Es schwingen Pioniergeist und ein stets gutes Klanggespür mit, wenn sie sich mit ihrem Instrument einem breiten Repertoire widmet. Wie auf der gemeinsamen CD „Bachiana“ mit dem WKO und Ruben Gazarian, für die sie Werke von Johann Sebastian Bach und Heitor Villa-Lobos für das Saxophon entdeckt hat.
Über allem schwebt der ewige Geist Bachs, der so vielen Nachkommenden Inspirationsquelle ist: Villa-Lobos stellt ins Zentrum seiner Bachianas Brasileiras Nr. 9 eine brasilianisierte Fuge als Reminiszenz an den Meister dieser kontrapunktischen Höchstschwierigkeit. Mozart soll sich damit äußerst schwer getan haben, zahlreiche Skizzen und Fragmente von Fugenversuchen zeigen das. Umso beeindruckender dann das Ergebnis – Adagio und Fuge KV 546 –, eine Mischung aus dramatischem Pathos und ideenreichem Regelwerk. Eine der Originalkompositionen für das Saxophon, das Konzert von Alexander Glasunow, entlockt dem Holzblasinstrument sowohl lyrisch-sehnsuchtsvolle wie höchstvirtuose Klänge – und schließt mit einem Fugato. Und Igor Strawinsky orientiert sich mit seinem „Concerto in Re“ in neobarocker Manier an den Brandenburgischen Konzerten.

Asya Fateyeva
1990 auf der Krim als Tochter eines Profi-Fußballers geboren erreichte sie als erste Frau 2014 das Finale des namhaften Internationalen Adolphe-Sax-Wettbewerbs und erspielte sich den 3. Platz. Die junge Musikerin strebt danach, dem klassischen Saxophon einen noch selbstverständlicheren Platz im Musikleben zu erobern. Ihre Ausbildung vereint die russische Tradition des seelenvollen Musizierens mit der klassischen Schule des französischen Saxophon-Spiels. Seit 2014 unterrichtet sie klassisches Saxophon an der Musikhochschule Münster. 2016 gewann sie den ECHO Klassik als beste Nachwuchskünstlerin.

Ruben Gazarian // Dirigent