Dienstag, 23.01.2018

Theater
COLONIA DIGITAL: The Empire Feeds Back
23.01.2018 in Berlin

Das Internet ist kaputt. Es hat sich als Medium des Verschwindens par excellence erwiesen. Das nächste, was verschwinden wird, ist der Begriff ´Internet´. andcompany&Co. ist vor den manischen Maschinen in die Wüste geflohen, in die Ruine eines stillgelegten Datencenters. Versteckt zwischen toten Daten versucht das Berliner Kollektiv, eine Verbindung herzustellen zu einer verschwundenen Vergangenheit. In Erinnerung an die vergessenen sozialistischen Ursprünge des Internets haben sie den Control-Room nachgebaut, den Allende kurz vor Pinochets Putsch einrichten ließ: jene “Kommunistenmaschine”, welche die gesamte Wirtschaft in Echtzeit steuern sollte. In den Echokammern des stillgelegten Internets geistern Stimmen herum aus einer Zeit, bevor das Netz von einer Armee von Trollen erobert und von Social Bots beherrscht wurde: “At last, el pueblo!”

The internet is broken. It has proved to be the medium of disappearance par excellence. The next thing to disappear is the term ‘internet.’ andcompany&Co. has fled away from the manic machines and into the desert, into the ruins of an abandoned data centre. Hidden among dead data the Berlin collective attempts to forge a link to a past that has disappeared. In remembrance of the forgotten socialist origins of Big Data, they have constructed the control room that Salvador Allende had built just before Pinochet’s coup: that “communist machine” that was meant to guide the state and a national economy in real time. Voices still haunt the echo chambers of the disused internet from a time before the net was conquered by an army of trolls and was dominated by social bots: “At last, el pueblo!”
Comedy
DER GROSSE LORIOT ABEND - mit dem Programm: Ein Klavier! Ein Klavier!
23.01.2018 in Bochum

Die besten musikalischen und szenischen Sketche

DER GROSSE LORIOT ABEND
Ensemble und Orchester der Kammeroper Köln


Victor von Bülow, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot, genauer Beobachter des Alltags, hat Humorgeschichte geschrieben und viele unverwüstliche, witzige Kostbarkeiten hinterlassen.
Einige der lustigsten musikalischen und szenischen Sketche - auch aus dem Fernsehen und Kino bekannt – präsentiert die renommierte Kammeroper Köln mit großem Ensemble und Orchester an diesem pointenreichen Loriot-Abend.

Aber die Ente bleibt draußen!
Die Auswahl an skurrilen und verrückten Einfällen ist vielfältig: Da ist das legendäre Frühstücksei, das dann musikalisch in dem Gassenhauer „Mein Papagei frisst keine harten Eier“ eskaliert.
Die berühmte Ente, die Herr Müller-Lüdenscheidt in der Badewanne zu Wasser lässt, der sprechende Hund, Liebe im Büro und die Eheberatung – es wird nichts ausgelassen und mit dem Loriot´schen Jodeldiplom erster Güte garnieren die Gesangseinlagen immer wieder die witzigen Szenen.

„Mein Thema ist die Kommunikation“, sagte der kürzlich verstorbene Loriot, „das Missverständnis zwischen zwei Menschen. Kommunikationsgestörte interessieren mich am meisten. Alles, was ich als komisch empfinde, entsteht aus der zerbröselten Kommunikation, aus dem Aneinander-vorbei-Reden.“

Loriot ist und bleibt der große Meister des Alltagshumors, der so einfach daherkommt und so schwer zu machen ist und nur ein hintergründig-humorvolles Genie wie Loriot zu Wege bringen kann.

Die Kammeroper Köln präsentiert mit großem Ensemble diesen Loriot-Abend und das Publikum lacht sich so schief wie das Bild von Botticellis Venus mit Knollennase, das auf der Bühne über dem Loriot-Sofa hängt.


Kritiken:

„Der Kammeroper Köln ist ein rundum unterhaltsamer Loriot-Abend der bekannten Sketche gelungen. Das Publikum lachte sich schief.“ (Kölner Stadtanzeiger)

Einlass 19:00 Uhr

Eventuell sind noch Karten an den örtlichen Vorverkaufsstellen oder der Abendkasse erhältlich.
Theater
KNIGGE IN KABUL - Die totale Umwälzung der phallischen Verhältnisse (nicht barrierefreier Zugang)
23.01.2018 in Berlin

UFA – Upset Feminists of Afghanistan ist eine Gruppe feministischer Männer aus Afghanistan, die das Unmögliche fordern: die Abschaffung des kapitalistischen Patriarchats, die Feminisierung von Politik, Wirtschaft und Kultur, einen neuen afghanisch-feministischen Knigge. Ihre Strategie: mit kritischer Theorie und Puppenspiel die totale Umwälzung der phallischen Verhältnisse.

Es spielt das afghanische Theaterkollektiv AZDAR/PARWAZ, bestehend aus: Gulab Jan Bamik, Said Edris Fakhri, Abdul Mahfoz Nejrabi, Sulaiman Sohrab Salem und Homan Wesa.

Die Schauspieler und Puppenspieler von AZDAR/PARWAZ leben in Kabul und sind für acht Monate in Deutschland. “Knigge in Kabul” ist eines von drei Projekten, die sie hier realisieren. In Afghanistan ist das Kollektiv bekannt für seine Märchenbearbeitungen („The Goat And The Wolf“, „Hans Im Glück“), dramatisierte Erzählungen („Le Petit Prince“, „Tale Of A Tiger“) und ihre politischen Stücke („Heart Beat – Silence After The Explosion“).

In persischer und deutscher Sprache mit Untertiteln

Inszenierung: Max Martens mit dem AZDAR Theatre
Text und Konzept: Jana Papenbroock
Kostümbild: Nastassia Volkus
Requisiten: Sulaiman Sohrab Salem
Projektmanagement: Julia Haebler

Ein Projekt des Kunstfest Weimar, des Deutschen Nationaltheaters Weimar und der KULA Compagnie

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und das Goethe Institut.

Einlass 19:15 Uhr
Theater
Homo Faber
23.01.2018 in Offenburg

© Richard Becker

Schwerpunktthema Abitur 2018 - Pflichtlektüre.
Nach dem Roman von Max Frisch. Theater für Jugendliche ab 14 Jahren.

"Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt, mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen" - so beschreibt Walter Faber in einem klaren Satz sich und seine Welt. Und dann, entgegen aller Wahrscheinlichkeit, begegnet er dem Unvorhersehbaren, das seine Welt, seine Gefühle und seinen Verstand verwirrt: Durch eine Kette von Zufällen begegnet er der jungen Sabeth. Ausgerechnet sie, die ihn an seine Jugendliebe Hanna erinnert, wird zu seinem Schicksal. Er verliebt sich und beginnt mit ihr eine Reise durch Europa. Er ahnt, was er nicht wissen will: dass sie seine Tochter ist. Doch dann stirbt Sabeth und ihr überraschender Tod erschüttert Fabers Weltbild. Er scheitert an der Unberechenbarkeit des Lebens, das ihn mit seiner Schuld und mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert.

Die Theater-Lindenhof-Inszenierung hält sich dicht an den Originaltext und konzentriert sich auf die Innenwelt Fabers, in die der Zufall, das Unvorhergesehene eindringt. Rückblickend erzählt Walter Faber die Chronologie der Ereignisse. Durch die Stimmen der anderen Figuren, die ihn entlarven, sein verfehltes Leben aufdecken und ihn unbarmherzig durch die letzten Monate seines Lebens treiben, wird die Diskrepanz zwischen Fabers Selbstsicht und der Wirklichkeit dem Zuschauer vor Augen geführt. Diesem Erkenntnisprozess haften - aller Tragik zum Trotz - zuweilen auch sehr komische Züge an. Die inneren Stimmen lassen den Techniker schließlich verstummen und führen den Menschen Walter Faber zur Annahme seines Schicksals.

Dauer: ca. 2 Std 20 Min.