Samstag, 20.01.2018

Theater
Alonso
20.01.2018 in Ravensburg

von Stefan Vögel

Mit: Jutta Klawuhn, Ina Fritsche, Alex Niess und Marco Ricciardo Regie: Tobias Bernhardt | Bühne: Werner Klaus

Wenn Sie “Alonso“ hören, denken Sie wahrscheinlich zuerst an die spanischen Weltmeister Xabi (FC Bayern München) oder Fernando (Formel 1)? Nicht schlecht, aber Sie folgen damit leider einer falschen Fährte.
Dem Hauptdarsteller der neuesten Eigenproduktion des Theaters Ravensburg wäre das sicher nicht passiert: Als mexikanischer Nackthund der edlen Rasse Xoloitzcuintle [Scholoitz-kuint-li] wird Alonso neues Mitglied der Familie Walk und bereichert deren Alltag nicht nur durch seine freundliche und intelligente Art, sondern vor allem sein würdevolles und ruhiges Auftreten tun der eingefahren Beziehung von Trixi und Leo Walk gut.
Sowohl Trixi, in ihrer Funktion als gelangweilte Hausfrau und Mutter eines längst erwachsenen Sohnes, als auch Leo, passionierter Koch und braver Büroangestellter, arrangieren sich schnell mit dem neuen Familienmitglied, der sich üblicherweise Fremden gegenüber misstrauisch zeigt, sich aber ebenso schnell dem idyllischen Vorstadtleben der beiden anpasst. Bis es zum monatlichen Aufeinandertreffen zum Nachtessen mit dem befreundeten Ehepaar Rainer, seines Zeichens Universitätsprofessor und der auf spiritueller Sinnsuche befindlichen Ehefrau Rebecca kommt. Das regelmäßige Treffen bei den Walks wird von Alonso gewaltig durcheinander gebracht.
In der Mythologie der Azteken begleiten diese Hunde mit dunkler ledriger Haut die Seelen der Toten auf dem Weg ins Jenseits. “Höllenhunde” nennt sie der Professor wissend und als ein solcher entpuppt sich Alonso tatsächlich. Er wittert Betrug und Unwahrheiten, die Menschen voreinander verbergen. Denn dann knurrt und bellt er und lässt die untreuen Herrchen und Frauchen zittern.
Der Xoloitzcuintle führt die beiden Ehepaare gewissermaßen als tierischer Lügendetektor in eine emotionale Hölle und das Publikum durch ein starkes Stück komödiantischer Irrungen und Wirrungen, die jedem alle Haare zu Berge stehen lassen, außer natürlich Alonso, dem mexikanischen Nackthund!
Theater & Comedy - Sonstige
Jacke wie Hose - Brandenburger Bürgerbühne
20.01.2018 in Brandenburg an der Havel

Schauspiel von Manfred Karge

Das Stück des Brandenburger Autors, Regisseurs und Schauspielers Manfred Karge behandelt den historischen Fall von Ella Gericke. Einer Frau, die in der Wirtschaftskrise der Weimarer Republik ihren Mann Max verliert und aus wirtschaftlicher Not in seine Hosen und seine Identität steigt, um seinen Arbeitsplatz als Kranfahrer zu übernehmen. Ella durchlebt damit die deutsche Geschichte als Ella-Max bis zur Wiedervereinigung. In der Auseinandersetzung mit diesem Stück soll auch der Blick aufs Heute und die Realität der Spieler möglich werden, so dass Gestern und Heute sich ineinander spiegeln können. Was ist identitätsstiftend wird hierbei eine zentrale Frage in der Auseinandersetzung mit dem Text, wie auch der jeweils eigenen Biographie sein. Ist es das Geschlecht? die Arbeit? die Liebe? Woraus zieht der/die Einzelne Glück? Eine theatrale Recherche in das Herz einer Gesellschaft, die sich kein Leben ohne Arbeiten, aber durchaus Arbeiten ohne Leben vorstellen kann.

Mit Anna Böttcher und der BRANDENBURGER BÜRGERBÜHNE:
Johanna Ballhorn
Nadin Fröhnel
Solveig Geisler
Petra Görlich
Leona Heymann
Thomas Leopold
Dörte Wiesner

Regie/Fassung/Raum: Boris von Poser
Kostüme: Katja Lebelt/Kathrin Mickan
Training: Anna Böttcher
Video: André Krummel
Regieassistenz: André Kuzik/Heymo Schmidt


Eine Produktion des Brandenburger Theaters

„Dieses Projekt wird aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg gefördert“