Freitag, 19.01.2018

Kabarett
Michael Altinger - Hell
19.01.2018 in Neckarsulm

„Das Helle, das sind immer die anderen“, wusste schon Jean Paul Sartre … oder war es Franz Beckenbauer? Michael Altinger auf jeden Fall, hat sich dem heutzutage so dringenden Wunsch vieler Menschen gewidmet, zu einer Lichtgestalt zu werden. Also zumindest irgendwie doch noch mehr aus sich zu machen, als man bis heute ist.
Ein solch umfassendes Thema sprengt natürlich den gewohnten Rahmen. Niemals reicht dafür nur ein einziges Kabarett-Programm. Mit „Hell“ startet der BR-Schlachthof-Gastgeber seine erste Kabarett-Trilogie. Es geht um den Aufstieg aus der Monotonie der Vorstadt. Raus aus der immer gleichen Abfolge von Arbeit, Alkohol, verpasstem Sport und eheähnlichen Endzeitgegnern. Man könnte sich doch noch etwas Bleibendes für die Ewigkeit verschaffen, etwas, das über die Dauer der eigenen Existenz hinausreicht. Und dazu brauchen wir eine neue Vision! Wir wissen nicht, was Jesus getan hätte. Aber der musste sich in unserem Alter auch keine Gedanken mehr machen. Altinger ist dagegen mit Mitte vierzig noch so jung, wie man noch zu keiner Zeit mit Mitte vierzig war. Da geht also noch was! Na dann, worauf warten wir? Wir sind noch immer sexy und brauchbar! Also lasst uns alle zu Leittieren werden und eine neue Religion stiften!
Zusammen mit seiner Ein-Mann-Band, Martin Julius Faber, führt er im ersten Teil der Kabarett-Trilogie ins Helle. Ob das der Himmel sein wird oder die lodernde Höllenglut, das wird sich im Lauf der kommenden Jahre zeigen, wenn Mitte 2019 „Halblicht“ folgt, der zweite Teil, aufgeführt in ausgewählten Opernhäusern des deutschsprachigen Raums. „Finster“, der dritte Teil, beendet dann 2022 als Dauergastspiel für zwei Jahre im Caesars Palace, Las Vegas die Trilogie. Das ist der Plan. Und er ist gut.

Foto: Martina Bogdhan

Einlass ab 18:30 Uhr

Restkarten eventuell noch bei den reservix-VVK-Stellen sowie an der Tages-/Abendkasse
Theater
Kunst
19.01.2018 in Offenburg

Foto © Jürgen Frahm

Komödie von Yasmina Reza. Mit Luc Feit, Heinrich Schafmeister, Leonard Lansink. Regie: Fred Berndt. Euro-Studio Landgraf.

Auch nach 23 Jahren – die Uraufführung war 1994 in Paris – ist diese Komödie noch saftig, prall und lebensecht. Serge hat sich ein Bild gekauft. Es ist weiß. Sonst nichts. Nur eine weiße Leinwand, auf der sich mit viel Phantasie feine weiße Querstreifen erahnen lassen. Der Preis: 200.000 Francs, also rund 70.000 Euro. Es ist schließlich nicht irgendein Bild, sondern ein echter Antrios – zu dem Preis geradezu ein Schnäppchen. Stolz zeigt Serge das Gemälde seinem besten Freund Marc. Der kriegt erst einen Lachanfall, dann zweifelt er an Serges Verstand. Der dritte Freund ist Yvan. Sowohl Serge wie Marc versuchen, ihn auf ihre Seite zu ziehen. Doch Yvan gibt mal dem einen, mal dem anderen recht. „Kunst“ gehört zu den erfolgreichsten zeitgenössichen Komödien – aus gutem Grund. Die Dialoge sind brillant, die drei Figuren sind fantastisch getroffen. Es gehe ihr gar nicht um Kunst, erklärt die Autorin. „Das Thema ist das Lachen“, sagt sie. Das Drama sei nicht, dass Serge für teures Geld ein völlig weißes Bild kauft, sondern dass er nicht mehr lachen kann. Genau das ist der Punkt: Lachen braucht Souveränität. Aber Serges Bild schafft Eitelkeit hier und Verunsicherung da. Statt Bewunderung erhält Serge Spott und flaue Loyalität. Überheblicher Snobismus trifft auf frühkindliche Trotzphase und pädagogische Weisheit aus der Briefkastentantenecke – in Form dreier Darsteller, die ihre Rollen voller Lust auf der Bühne ausleben, in einem Stück voller Esprit.
Theater & Comedy - Sonstige
Drei Engel für Bert
19.01.2018 in Hamburg

„Der gute Mensch von Sezuan“ trifft „Drei Engel für Charlie“
Drei Frauen begeben sich auf eine Mission. Ihr Auftrag lautet, den guten Menschen zu finden. Doch was ist „das Gute“? Was macht einen guten Menschen aus? Über einen Lautsprecher bekommen sie Anweisungen von ihrem mysteriösen Auftraggeber Bert, dem sie nie begegnet sind. „Die Welt kann bleiben, wie sie ist, wenn genügend gute Menschen gefunden werden, die ein menschenwürdiges Dasein leben können.“ Das setzt sie erheblich unter Druck. Denn in einem sind sich die drei mit ihrem Chef Bert einig: „Wer möchte nicht in Fried und Eintracht leben? Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so!“
Hin- und hergerissen zwischen Moral und Notwendigkeit, zwischen Toleranz, Mitgefühl, Solidarität und Härte, Ignoranz und Egoismus, kämpfen sich Berts Engel durch menschliche Tugenden, religiöse Gebote, ethische Werte und gesellschaftspolitische Grund- und Menschenrechte. Die drei setzen alles daran auszuloten, was gut sein in unserer Gegenwart bedeutet. Doch zwischen dem Ideal- und Ist-Zustand klafft eine riesige Lücke.

„Sind wir heute nicht alle ein bisschen öko? Mögen keine Gentechnik, kaufen Bioprodukte und lassen öfter mal das Auto stehen? Aber macht uns das schon zu besseren Menschen?“

DREI ENGEL FÜR BERT ist eine Recherche zum Gut-Zustand von heute zwischen Ideal und Wirklichkeit. Gegenwärtig wird ein gemeinschaftliches, solidarisches und gleichberechtigtes Miteinander nicht zuletzt durch Protektionismus, Abschottung und Rechtspopulismus erschüttert. Vor diesem aktuellen gesellschaftlichen Hintergrund untersucht DREI ENGEL FÜR BERT mit Texten, Musik und Gesang die Haltbarkeit von Normen, Geboten, Gesetzen, Bräuchen, religiösen und ethischen Grundsätzen.

Gefördert durch: Bezirksamt Pankow Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur, Allianz Kulturnetz

Spiel
Birte Flint
Judith Mauthe
Melissa Anna Schmidt

Bühne & Lichtdesign
Thomas Schick

Produktionsleitung
Eva-Karen Tittmann

Regie
Johanna Hasse