Samstag, 22.09.2018

Comedy ab 22,70 €
WDR 2 Copacabana Live - Klingt interessant, isses aber nich´
22.09.2018 in Kranenburg

„Habbich wat verpasst?“, wer bei diesem Satz nicht an „Copacabana“ denkt, der hat tatsächlich etwas verpasst. Denn schon seit über einem Jahr gehen die drei Welterklärer Jünter, Jötz und Jürgen auf WDR 2 allmorgendlich den großen Fragen der Menschheit nach. Ob es um stechende Insekten, männliche Kassiererinnen oder um die Frage geht, ob man einen Jogurt auf dem Weg zur Kasse essen darf - die drei selbsternannten Experten haben stets endgültiges zu sagen.

Höchste Zeit, dass Copacabana nach gut 200 Folgen auf die Bühne geht. Denn - was selbst Fans der Serie oft noch gar nicht wissen: Die Radiofolgen entstehen in freier Assoziation und ganz ohne geschriebenen Text. Tobias Brodowy, Henning Bornemann und Uli Winters, die Köpfe hinter Copacabana und bekannt durch „WDR 2 - Lachen Live“, setzen sich einfach ein Thema und schwadronieren in den Rollen ihrer Alter Egos drauflos. Aus den so entstandenen ca. 8 Minuten wird dann die aktuelle Copacabana-Folge geschnitten.

Viel zu schade, fanden die drei und lassen nicht nur eingefleischte Fans, sondern auch alle, die den Humor ohne Netz und doppelten Boden lieben, endlich auch live an Copacabana teilnehmen.

Bei Copacabana Live geht es also nicht um die Darbietung einstudierter Pointen, sondern um eine Reise ins Wunderland der improvisierten Komik, bei dem die Protagonisten sich ebenso im freien Fall befinden wie das Publikum. Wir erleben alberne Höhenflüge, hanebüchene Assoziationsketten, sehen aber vielleicht auch - nicht ohne Schadenfreude - dabei zu, wie die drei Alleswisser eine missglückte Theorie mit Karacho vor die Wand fahren.

Man erlebt an diesem Abend aber nicht nur die Geburt neuer Copacabana-Folgen. Ein improvisierter Urlaubs-Dia-Vortrag von Jötz, ein Exkurs von Jürgen über eine zufällige Seite aus dem Quelle-Katalog oder die - auch für ihn selbst - völlig überraschende Biografie von Jünter runden das spontan-humoristische Feuerwerk ab.

„Klingt interessant, isses aber nich’“ - der sprichwörtliche letzte Satz jeder Copacabana-Folge mag auf manches zutreffen, was Jünter, Jötz und Jürgen sich zusammenfantasieren - ein inspirierender Abend voller Spielfreude und Witz wird es aber ganz bestimmt.

Einlass 19:00 Uhr
Sonstige Events ab 15,00 €
Ein Tag wird kommen… - Eine Plauderei über die Utopien der Ingeborg Bachmann
22.09.2018 in Flensburg

Das Wort, das Angela Merkel an der Macht hält und ihre Politik bestimmt, ist „alternativlos“. Politik ist bestenfalls Krisenmanagement, schlimmstenfalls Machterhalt. Und wir haben uns im Bestehenden eingerichtet. Alles scheint ausprobiert, die Innovationen sind technischer und nicht menschlicher Art.
„Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen.“, hieß es vor 50 Jahren. Erinnern wir uns, um vorwärts zu gehen, und wenden uns einer Expertin für Utopien zu - Ingeborg Bachmann:

„Bei allem was wir tun, denken und fühlen, wird der Wunsch in uns wach, die Grenzen zu überschreiten, die uns gesetzt sind. Es ist auch mir gewiss, dass wir in der Ordnung bleiben müssen, dass es den Austritt aus der Gesellschaft nicht gibt. Innerhalb der Grenzen aber haben wir den Blick gerichtet auf das Vollkommene, das Unmögliche, Unerreichbare. Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten. Darauf kommt es an; dass wir uns orientieren an einem Ziel, das freilich, wenn wir uns nähern, sich noch einmal entfernt.“

Wir laden Sie ein, es sich im Sessel bequem zu machen und den Blick auf dieses Andere zu richten, den „Schmerzton zu hören“, der Sehnsucht nach „der Freiheit, selbst von der Freiheit, die sie meinen“ Raum zu geben. Aus den Gedichten, Erzählungen und Interviews von und mit Ingeborg Bachmann schaffen wir einen Denkraum, eine Bewegung zwischen Text und Musik, Cello und Stimme, Lesung und Kommentar, Projektion und Wahrheit, Kommen und Gehen, Geschichte und Gegenwart.


Regie und Textauswahl: Elisabeth Bohde
Es spielen: Anton Bohde, Elisabeth Bohde, Uwe Schade, Torsten Schütte
Technik // Licht: Manuel Melzer