Dorothee Oberlinger, Maurice Steger, Gianluca Geremia, Alex Jellici & Flóra Fábri
09.07.2026
/ 19:00 Uhr
Wittmund
, St. Nicolaikirche
Dario Castello (ca. 1590-1630)
Sonata quarta a 2 Soprani
Giovanni Battista Spadi (ca. 1590 gestorben)
„Anchor che co’l partire“ Salomone Rossi (ca. 1570-1630)
Sinfonia 11 „in Eco“
Francesco Turini (ca. 1595-1656)
Sonata per due canti e basso „Il Corisino“
Johannes Hieronimus Kapsberger (ca. 1580-1651)
Toccata Arpeggiata
Gottfried Finger (ca. 1660-1730)
Ground in d
Francesco Barsanti (1690-1770) /
Traditional „Johnny Faa“
Henry Purcell (1659-1695)
Two in One upon a Ground für zwei
Blockflöten & basso ostinato
Francesco Maria Veracini (1690-1768)
Sonata a Moll per flauto e basso
continuo
Giga „Il Postiglione“
Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)
Duo 6 für zwei Flöten in G-Dur F. 59
Domenico Scarlatti (1685-1757)
Sonata D-Dur für Cembalo solo K. 140
Sonata pasticcio für Blockflöte solo
mit Werken von Johann Sebastian
Bach, Carl Philipp Emanuel Bach &
Johann Joachim Quantz
Antonio Vivaldi (1678-1741)
Sonata XII g-Moll „La Follia“ für zwei
Blockflöten und b.c. RV 63
Mit Dorothee Oberlinger und Maurice Steger treffen bei den Gezeitenkonzerten zwei Koryphäen aufeinander, die ihr Fach in den letzten Jahrzehnten weltweit geprägt und auch weiterentwickelt haben. Gemeinsam mit einem mit Arianna Radaelli, Gianluca Geremia und Alex Jellici hochkarätig besetzten Continuoconsort laden sie zu einer virtuosen „Grand Tour“ durch drei Jahrhunderte Barockliteratur ein.
Der Auftakt erfolgt im Venedig des frühen 17. Jahrhunderts. Die goldene Ära der Lagunenstadt erwacht in Werken von Dario Castello und Salomone Rossi zum Leben, dessen klangsinnliche Sinfonia „in Eco“ die Akustik der Nicolaikirche meisterhaft nutzt. In instrumentalen Diminutionen und den extravertierten Blockflötenduetten des „stilo moderno“ zeigen Oberlinger und Steger, wie sie sich gegenseitig beflügeln und übertrumpfen.
Die Reise führt weiter durch Europa: Anhand von Werken von Gottfried Finger und Henry Purcell präsentieren die Musiker die Kunst des Konzertierens über einem gleichbleibenden Bass. Ein besonderer Fokus liegt auf der Familie Bach: In einer Pasticcio-Sonate werden Vater und Sohn Bach mit Quantz vereint. Wilhelm Friedemann Bachs Duett G-Dur fordert den Solisten dabei mit polyphonen Kühnheiten und aberwitziger Virtuosität alles ab – ein Zeugnis höchster formaler Eleganz.
Nach der verspielten Sonata „Il Postiglione“ von Francesco Maria Veracini f indet die „Grand Tour“ ihren fulminanten Abschluss in einem Medley über die „La Follia“. Hier verschmelzen die Versionen von Vivaldi und Corelli zu einem Fest der Improvisation und Emotion. Es ist Alte Musik, die im Hier und Jetzt lebt – kühn, überraschend und voller Leidenschaft.
Dorothee Oberlinger (Blockflöten)
Maurice Steger (Blockflöten)
Alex Jellici (Barockvioloncello)
Gianluca Geremia (Laute)
Flóra Fábri (Cembalo)