Jovin Webb - "Drifter Tour"
Fünf Jahre bevor er bei American Idol Millionen von Zuschauern mit seiner Bayou-Mystik, seiner Bescheidenheit und seiner unverwechselbaren, rauen Stimme verblüffte, stand der lebenslange Musiker Jovin Webb kurz davor, seine Träume von einer Musikkarriere aufzugeben. Louisiana-Soul in die berühmte Talentshow-Franchise zu bringen und in der 18. Staffel der Show die Top 10 zu knacken, erwies sich als Neustart für seine Karriere.
Heute tritt der in Baton Rouge lebende Künstler mit seinem rohen und emotionalen Debütalbum "Drifter" an die Öffentlichkeit, das am 18. Oktober auf dem legendären Blues-Label Blind Pig erscheint. Die 12-Song-Sammlung ist eine lebendige Mischung aus knurrendem Low-Down-Blues, Jovins klagender Mundharmonika, herzlichen Soul-Balladen und rüpelhaftem Rock´n´Roll im Little-Richards-Stil. Produziert wurde Drifter vom mehrfachen Grammy-Gewinner Tom Hambridge (Buddy Guy, Susan Tedeschi, Christone "Kingfish" Ingram).
"In jungen Jahren sprachen mich die Sehnsucht und der Schmerz an, die in der Kirchenmusik der Southern Black Baptist zum Ausdruck kam, aber als ich meine eigenen Irrungen und Wirrungen durchlebte, spürte ich die Anziehungskraft des Blues", erzählt Jovin. "Ich habe schnell gemerkt, dass Gospel und Blues zusammenhängen. Jemand der den Blues hat, befindet sich an einem entlegenen Ort, und wenn man Erlösung sucht, ist man normalerweise auch an einem entlegenen Ort."
Drifter ist der Sound eines Blues-Lebens auf der Suche nach einer Gospel-Erlösung. "Ich versuche in den Songs alles was in meinem Leben durchgemacht habe, ob Religion, Frauen und meine Karriere zu verarbeiten, ", sagt Jovin. Die zwölf Tracks auf "Drifter" beschwören einen Blues-Klassizismus herauf, ohne jemals nostalgisch oder abgeleitet zu wirken.
Das harte und melodische "Bottom of a Bottle" ist ein klassischer Blues im Chicago-Stil, gespielt mit einem hinter dem Beat angelehnten Crescent City-Shuffle. Die Texte sind gefüllt mit Barroom-Prediger-Poetik, die das harte Leben in Louisiana anspricht.
Der bluesige Südstaaten-Rocksong "Save Me" ist ein sozialbewusster Kommentar, der durch persönliche Reflexion ausgedrückt wird. Hier singt Jovin: Sie war Tag und ich war Nacht / Wir gingen raus Die Leute starrten / Es tat uns beide weh, es war nicht fair / Ich werde es vielleicht nie verstehen / Aber ich werde kein wütender Mann sein. "Ich habe als Kind viel Rassismus gesehen. Dort, wo ich aufgewachsen bin, gab es immer noch Kreuzverbrennungen, aber meine Eltern haben mir immer beigebracht, eine Person nicht nach ihrer Hautfarbe zu beurteilen", sagt Jovin.
Der Titeltrack des Albums ist eine Anspielung auf "Papa Was A Rolling Stone" von den Temptations und "Rollin´ Stone" von Muddy Waters. "Das ist ein Song über Late Nights und One-Night-Stands – es ist echter Lifestyle-Blues", sagt Jovin mit einem gutmütigen Lachen. Der romantische Slow-Burner "Drunk on Your Love" besticht durch moderne, in Szene setzende Texte, clevere Wendungen und lyrische, aber bodenständige Leadgitarrenarbeit. "Das ist wie der Preambel-Song von ´Drifter´", verrät Jovin. "Es geht um diese Momente mit jemand Neuem, in denen man Schmetterlinge im Bauch hat."
Die mitreißende Soul-Ballade "Mine Someday" wartet mit straffen Rhythmusgitarren à la Steve Cropper, klassischer Hammond-Orgel und sich steigernden Refrains auf, die vor romantischer Besessenheit triefen. "In diesem Song geht es um eine neue Liebe", sagt Jovin. Das erlösende "Livin´ Reckless" fühlt sich an wie eine Sonntagmorgenkirche nach einer Woche voller Samstagabende. "Das ist der Punkt, an dem der Blues auf Gospel trifft", bekräftigt Jovin.
Jovin trat 2020 zum ersten Mal in den Mainstream, als er bei ABCs American Idol Millionen begeisterte, Zehntausende von Fans auf verschiedenen Social-Media-Plattformen ansammelte und begeisterte Kritiken von den angesehenen Juroren der Show erhielt. Nachdem er Jovin zum ersten Mal gehört hatte, schwärmte der vierfache Grammy-Preisträger Lionel Richie: "So klingt Barbecue-Sauce." Der Bestseller-Country-Star Luke Bryan fügte hinzu: "Ich könnte mich hinsetzen und viel Bourbon trinken, während ich dieser Stimme zuhöre."
Jovins Authentizität stand während seiner gesamten Zeit bei American Idol im Vordergrund, und seine persönliche Geschichte verströmte eine Blues-Mystik. Er war ein ernsthafter Musiker, der in der Kirche aufwuchs und darum kämpfte, seine Träume zu verfolgen, während er als alleinstehender Mann einen kleinen Sohn großzog. Jovins Mutter war eine hart arbeitende, alleinerziehende Mutter, die viel opferte, um für ihre Kinder zu sorgen. Sein Vater war so etwas wie ein Papa-was-a-rolling-Stone-Figur, der den aufstrebenden Bluesmusiker schon früh inspirierte, indem er ihm John Lee Hookers "Boom Boom" vorsang und ihn in der Blues-Tradition unterrichtete.
In seiner Heimat war Jovin eine prominente Größe in der Musikszene, von Baton Rouge bis New Orleans, und spielte jahrelang konstant 5-6 Shows pro Woche. Trotzdem hatte er nie die Gelegenheit, seine Musik richtig aufzunehmen. Bisher sind seine einzigen bisher veröffentlichten Aufnahmen aus dem kürzlich veröffentlichten Krimifilm "The Dirty South".
In diesen Tagen bereitet sich Jovin auf einen vollen Tourplan durch Europa und die USA vor, und er beginnt, das Konzept für sein nächstes Album zu entwickeln. “Ich lebe meinen Traum – ich bin sehr gesegnet", sagt er bescheiden. “Dieses Album hat mir gezeigt, wie ich weitermachen kann. Es hat mich gelehrt, an mich selbst zu glauben."