Saturday, 8/24/2024
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Yannick Nézet-Séguin räumt mit einer alten Mär auf: der Behauptung, dass es in der Musikgeschichte keine erstrangigen Komponistinnen gegeben habe. 2022 stellte er bei Lucerne Festival die Afroamerikanerin Florence Price vor, 2023 die früh verstorbene Französin Lili Boulanger — und nun ist die deutsche Romantikerin Clara Schumann an der Reihe, mit ihrem Ersten Klavierkonzert, das sie mit dreizehn in Angriff nahm. Die Italienerin Beatrice Rana, die im letzten Sommer mit Rachmaninows Paganini-Rhapsodie für Aufsehen sorgte, ist die ideale Pianistin für dieses furiose Frühwerk. Ihre Einspielung mit Nézet-Séguin, die kürzlich herauskam, sei die bisher «beste Interpretation» des Konzerts, hiess es im Bayerischen Rundfunk. Nézet-Séguin gilt als «musicians’ conductor», als Dirigent, der das Herz der Musiker*innen erreicht und sie zu Höchstleistungen beflügelt. Das bewies er auch schon mit dem Lucerne Festival Orchestra, zuletzt bei einer bewegenden Aufführung der Achten Sinfonie von Anton Bruckner, die Dringlichkeit mit überwältigender Klangschönheit verband. Die Fortsetzung gibt es nun mit der Siebten in E-Dur: Was für ein Geschenk zum 200. Geburtstag des Komponisten!


Event data provided by: Kulturkurier

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