Mittwoch, 18.05.2022

Polnisches Institut Düsseldorf
Citadellstr. 7
40213 Düsseldorf





Ausstellung: Maga Ćwieluch, Magda Hueckel, Marta Zgierska – VERWACHSUNGEN  
Eröffnung: Freitag, den 13.05.2022, von 19 – 21 Uhr
im Rahmen des düsseldorf photo+ Biennale for Visual and Sonic Media

Öffnungszeiten während düsseldorf photo+  https://www.duesseldorfphotoplus.de/ausstellungen/verwachsungen
FR 13. Mai, 14.00 – 20.00 Uhr
SA 14. Mai, 12.00 – 18.00 Uhr
SO 15. Mai, 12.00 – 18.00 Uhr
Dauer der Ausstellung: 13.05 – 10.08.2022
Polnisches Institut Düsseldorf, Citadellstr. 7, 40213 Düsseldorf
Öffnungszeiten: Di – Fr 11.00 bis 17.00 Uhr

Der Körper, ein greifbarer Beweis der menschlichen Existenz in der Welt und im Universum. Im Lebenszyklus macht er viele Verwandlungen durch: Wachstum, Reifen, Altern. Im Moment des Todes fällt er nicht mehr unter die Kategorie des Subjekts, sondern die des Objekts. Der Körper ist neben den biologischen auch den weniger augenscheinlichen Einflüssen ausgesetzt – den gesellschaftlichen und kulturellen. Druck, Erwartungen, Schönheitsideale, Verhaltensmuster. All das stellt Verbindungen, Verwachsungen her. Manche verleihen Kraft, andere hinterlassen Narben, die zahlreiche Beschwerden und Komplikationen verursachen, wodurch man sogar in Lebensgefahr geraten kann.

Die Ausstellung  „Verwachsungen“ präsentiert Werke von drei polnischen Künstlerinnen – Maga Ćwieluch, Magda Hueckel und Marta Zgierska, die auf unterschiedliche Art und Weise die Zusammenhänge zwischen unserem Körper und der inneren und äußeren Welt erkunden. Maga Ćwieluch beobachtet den männlichen Körper, die Sprache der Gesten und die alltäglichen Rituale, um zu ergründen, wie tief Stilisierung und Manier in die Haut und in die Körperzellen eindringen können. Magda Hueckel zeigt den menschlichen Körper im Rahmen eines allumfassenden Naturbegriffs und entzieht ihm den anthropozentrischen Kontext. Sie versteht ihn als Teil eines größeren Ganzen, der sich zwar ernährt, gilt aber auch als Wirt, wird geboren, wächst hinein, wird aufgenommen, nährt allerdings auch andere, und ist Teil einer Kette. Auf der Suche nach dem heilenden Potenzial der Natur flicht Hueckel in ihre künstlerischen Überlegungen autobiografische Motive ein. Marta Zgierska benutzt andererseits konsequent ihren eigenen Körper, um Reflexionen über Identität, Schönheitsideale und den damit verbundenen gesellschaftlichen Druck anzustellen. Mal wandelt sie ihre Darstellung in reine Form um, ohne mimetischen Inhalt und Geschlecht. Ein andermal setzt sie ihren Körper der Wirkung unterschiedlicher Substanzen aus, um Mikroveränderungen in ihrem Bildnis nachzuspüren oder sich dem Schönen zu opfern, das sie für eine zeitgenössische Gottheit hält. Sie bezieht sich auf den Kult des idealen Körpers, der in der virtuellen Welt weit verbreitet ist.

Die drei Künstlerinnen verbindet der physische Kontakt mit der analysierten Materie. Sei es durch Gesten, wie von Hand gefertigte Collagen, Schnitte und erneute Zusammenfügung, oder indem sie ihren eigenen Körper komplizierten, manchmal schmerzhaften Experimenten unterziehen. Außerdem verbindet sie eine feminine Perspektive, aus der sie die Verwachsungen betrachten, die der menschliche Körper erfährt.
Katarzyna Sagatowska,  Kuratorin der Ausstellung

Maga Ćwieluch (1982) – Künstlerin, Kuratorin, Designerin. Ihr künstlerisches Interesse gilt hauptsächlich der Identität in unterschiedlichen Kontexten. Sie ist Absolventin des Instituts für Kreative Fotografie an der Schlesischen Universität Opava, sowie Autorin des Buches „Elegant“, verlegt von „Czytelnia Sztuki“ (Lesesaal der Kunst) des Oberschlesischen Museums Gleiwitz in 2015. Ćwieluch befasst sich auch mit dem grafischen Design (hat die folgenden Bücherprojekte gestaltet: „Warm Leatherette“ von Ewa Axelrad, „Traces“ von Weronika Gęsicka, „Kord“ und „Karapaks“ von Natalia Malek). Regelmäßig publiziert sie ihre Fotografien in der Wochenzeitung „Polityka“. Sie arbeitet mit dem Museum Gleiwitz und seinem Lesesaal der Kunst (polnisch: „Czytelnia Sztuki“) seit seiner Gründung in 2010 zusammen. Außerdem war sie die Ideengeberin und Koordinatorin des Wettbewerbs für den Entwurf von Fotobüchern (polnisch: Konkurs na Projekt Książki Fotograficznej). In den Jahren 2013-2017 gestaltete sie das Projekt „Sammlerfotografie“ mit, das die Ausstellungen und Auktionen von Fotografien der bedeutendsten polnischen Künstler umfasste. Als Kuratorin stellte sie unter anderem die Werke solcher Künstler aus wie: Weronika Gęsicka, Jerzy Lewczyński, Joachim Schimd, Aneta Grzeszykowska, Ewa Axelrad, Rafał Milach, Oliver Sieber und Andrzej Kramarz. Ćwieluch nahm an zahlreichen Einzel- und Sammelausstellungen in Polen und im Ausland teil. Ihre Werke befinden sich in der Sammlung des Museums Gleiwitz und in vielen Privatsammlungen.

Magda Hueckel (1978) – bildende Künstlerin, Szenografin, Drehbuchautorin, Theaterfotografin, Weltreisende. Die meisten ihrer Werke entspringen aus privaten Geschichten, das Hauptwerkzeug bei ihrer Arbeit sind der eigene Körper und persönliche Lebenserfahrungen. Dieser Gestus stellt ein Versuch der Umwandlung von individuellen Erfahrungen ins Universelle dar. Hueckel absolvierte Malerei und Grafik an der Danziger Kunsthochschule. Sie ist Autorin fotografischer Kunstbände „Anima. Bilder aus Afrika 2005-2013“ und „HUECKEL/THEATER“, die für den Preis Fotografische Publikation des Jahres in 2014 und 2016 nominiert worden sind. Mit Tomasz Śliwiński arbeitet sie bei der Filmproduktion als Drehbuchautorin und Art Director zusammen. Ihre gemeinsame Dokumentation „Unser Fluch“ (polnisch: „Nasza klątwa”) wurde für einen Oscar nominiert und erhielt zahlreiche internationale Preise. Hueckel dokumentierte einige Hundert Theateraufführungen und sie arbeitet eng mit vielen polnischen Theatern zusammen. Sie erhielt ein Stipendium des Ministeriums für Kultur und nationales Erbe, sowie den Preis Sopoter Muse für Junge Künstler. In den Jahren 2002-2004 arbeitete sie mit Agata Serafin im fotografischen Duo „hueckelserafin“. Sie ist Gründerin und Vorstandsvorsitzende der polnischen Stiftung CCHS „Den Fluch brechen“, die mit dem EURORDIS Black Pearl Award 2002 ausgezeichnet wurde. Hueckel kuratierte außerdem das Projekt „Ondinata. Songs for Ondine“. Sie nahm an zahlreichen Einzel- und Sammelausstellungen in Polen und im Ausland teil. Ihre Werke befinden sich in der Sammlung des Nationalmuseums Breslau und in vielen Privatsammlungen.

Marta Zgierska (1987) – bildende Künstlerin. In ihrer künstlerischen Praxis befasst sie sich mit der Problematik des Traumas, der Grenzerfahrung und der Arbeit mit dem Körper. Diesen Motiven verleiht sie einen individuellen Zug, indem sie sich oft selbst in die Rolle des Einwirkungsobjekts begibt. Sie ist Absolventin der Fotografie an der Hochschule für Film, Fernsehen und Theater Łódź, der Polnischen Philologie und Sozial- und Kommunikationswissenschaft an der Maria-Curie-Skłodowska-Universität in Lublin (aktuell promoviert sie an dieser Universität). Ihr Debüt auf internationaler Ebene und zugleich das populärste Werk ist der Zyklus „Post“, der mit dem renommierten Prix HSBC pour la Photographie geehrt wurde. In 2015 wurde Zgierska auf der Lens Culture‘s List der 50 interessantesten Fotografen der jungen Generation platziert. Für den Zyklus „Post“ bekam die Künstlerich zahlrieche Preise, unter anderem Daylight Photo Awards (2016), FotoLeggendo Giovanni Tabo Prize (2016), Kolga Tbilisi Photo Award (2016). In 2016 wurde vom Verlag Actes Sud aus Arles ein fotografischer Kunstband „Post“ herausgegeben, der den PDN Photo Annual (2017) bekam. Zgierska wurde außerdem für ING Unseen Talent Award (2016), Foam Paul Huf Award (2018) und die DZ BANK Art Collection Fellowship (2019) nominiert. In 2019 wurde sie auf dem DongGang International Photo Festival in Südkorea zur Künstlerin des Jahres ernannt. Sie nahm an zahlreichen Einzel- und Sammelausstellungen in Polen und im Ausland teil. Ihre Werke befinden sich in der Sammlung HSBC Foundation und in vielen Privatsammlungen.

Mo bis Fr von 11 bis 17 Uhr


Eventdaten bereitgestellt von: Kulturkurier