Freitag, 21.01.2022

Zentrum für Kunst und Medien
Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe





Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.


Eventdaten bereitgestellt von: Kulturkurier

Das könnte auch interessant sein

BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

17.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

18.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

19.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

20.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

21.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

22.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

23.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

24.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

25.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

26.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

27.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

28.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

29.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

30.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

31.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

01.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

02.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

03.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

04.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

05.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

06.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

07.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

08.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

09.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

10.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

11.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

12.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

13.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

14.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

15.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

16.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

17.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

18.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

19.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

20.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

21.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

22.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

23.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

24.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

25.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

26.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

27.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

28.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

29.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

30.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

01.07.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

02.07.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

03.07.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

04.07.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, Maschinen zu erschaffen, die das Leben simulieren – von der Animatronik des 16. Jahrhunderts bis hin zu präkinematischen Bewegtbild-Maschinen. Im 19. Jahrhundert brach das Zeitalter der radbasierten Bewegungsmaschinen an, zum Beispiel mit Fahrrädern, Autos und Zügen. Diese radbasierte Technologie wich im 20. Jahrhundert dem Bewegtbild, der Kinematografie, der Illusion von Bewegung. Ein Bild, das tatsächlich Bewegung imitieren konnte, war ein radikaler Schritt in Richtung der Simulation von Leben, denn bis dato waren Bilder von der Malerei bis zur Fotografie statischer Natur gewesen.

Dank der Entwicklung des Farb- und Tonfilms ist Technologie der Nachahmung des Lebens nähergekommen: Durch die hohe Genauigkeit der Wiedergabe der Kameratechnik können Expressionen, Bewegungsabläufe und Konversationen von Menschen, Tieren und Objekten eingefangen oder animiert werden. Der Übergang von der bewegten Maschine zum bewegten Bild ist damit ersichtlich.

Im 21. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum an Möglichkeiten für die Simulation von Leben durch Medien: Bewegungen und eine Input-Output-Relation, die als »partizipative Interaktivität« bezeichnet werden kann, ähneln einem lebenden Organismus, der auf andere Lebewesen oder auf die Umwelt reagiert und sich anpasst. Angefangen bei der Simulation von Bewegung, über die kinetische Kunst bis hin zur kybernetischen Theorie, hat die Mimesis von Leben und Lebenssystemen durch künstliche Intelligenz und generative Technologien dazu geführt, dass das Leben im 21. Jahrhundert nicht ohne Maschinen denkbar ist und neu definiert werden muss.

Drei aufeinander aufbauende Schritte ermöglichten diesen Wandel: Virtualität, Variabilität und Viabilität. Die Virtualität der Fotografie legte den Grundstein für elektronische Systeme zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung digitaler Bilder. Diese Virtualität der elektronischen Speicherung ermöglicht den Schritt der Variabilität und Vielseitigkeit der Bildinhalte. Daraus folgt schließlich die Viabilität oder Lebensähnlichkeit des Bildverhaltens.

Mediensysteme simulieren jenseits von Bewegung eine Vielzahl von Aspekten des Lebens, von Intelligenzen bis hin zu Empathie von lebenden Organismen. Es sind diese Medien, die lebensähnliche Verhaltensweisen aufweisen, die hier als BioMedien oder biomimetische Medien bezeichnet werden.

Die Ausstellung erforscht verschiedene Formen von artifiziellen Agents und Umwelten sowie deren Verhalten und ihre Interaktionen mit anderen Entitäten innerhalb hybrider Ökosysteme. Einige dieser Agents sind digitale, computergenerierte und computersimulierte Systeme, die sich auf einem Bildschirm entwickeln, während andere komplexe adaptive Roboter sind, die im Raum physisch präsent sind und biomimetisches Verhalten in Form von Suchmechanismen, Schwarmintelligenz, Selbsterhaltung usw. aufzeigen können. Durch unvorhersehbare Reaktionen auf Reize imitieren, demonstrieren und simulieren sie lebensähnliches Verhalten. Die ausgestellten Entitäten werfen grundsätzlich Fragen über die Selbsterhaltung von anorganischem Leben auf, denn sie zeigen ihre Interaktionsfähigkeit untereinander und mit menschlichen und nichtmenschlichen Wesen durch zweidimensionale Bilder, dreidimensionale Objekte und mehrdimensionale Quantenmodelle auf. Es sind solche dynamischen Systeme an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, die in der Ausstellung sowohl im Hinblick auf ihre möglichen Anwendungen im realen Leben als auch auf ihre Fähigkeit hin, neue Perspektiven auf aktuelle Fragen der Gegenwart zu eröffnen, untersucht werden.

»BioMedien« gibt Einblicke in mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und anorganischen Lebensformen. Dabei schließt sich die Existenz von organischem Leben und künstlichen Entitäten nicht gegenseitig aus. Anstatt in konkurrierenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen zu denken, schlägt die Ausstellung »BioMedien« vor, sich Beziehungen zu künstlichen Agents als gegenseitige Abhängigkeiten und Verschränkungen vorzustellen. Neue Methoden und Ideologien müssen erforscht werden, um sich der Frage zu nähern, wie das Leben in einer Gemeinschaft aus menschlichen und technologischen Entitäten sich gestalten kann – vor allem vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökologischen Krise, des Massenaussterbens und der von Menschen verursachten Klimakatastrophe.

Mit der Fortführung eines biophilen Ansatzes, der die Vielfalt des Lebens auf dem Planeten anerkennt, schlägt diese Ausstellung zudem vor, nicht nur kohlenstoffbasiertes Leben, sondern auch anorganische Lebensformen in ökologische und soziale Netzwerke einzubeziehen. Gleichermaßen werden die in den Naturwissenschaften entwickelten Taxonomien und die Abschottung verschiedener Wissenschafts- und Kunstzweige in Frage gestellt. Die sympoetische Gemeinschaft der Zukunft wird künstliche Wesen als Teil eines Systems von Netzwerken, Beziehungen und Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen willkommen heißen, um dringende Probleme anzugehen und neue Lösungen zu fördern. Dabei können künstliche Entitäten auch die Rolle von Mediator:innen, Regulator:innen, Gestalter:innen, Begleiter:innen oder Betreuer:innen in dieser Gemeinschaft übernehmen. In einer Zeit, in der unser Planet existenziell bedroht ist, ist die Suche nach neuen Konzepten und Definitionen des Lebens mehr als nur ein philosophisches Unterfangen, sie ist zu einer Verantwortung gegenüber dem Leben selbst geworden.

Karlsruhe

05.07.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

17.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

18.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

19.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

20.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

21.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

22.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

23.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

24.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

25.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

26.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

27.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

28.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

29.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

30.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

31.05.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

01.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

02.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

03.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

04.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

05.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

06.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

07.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

08.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

09.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

10.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

11.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

12.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

13.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

14.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

15.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

16.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

17.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

18.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

19.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

20.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

21.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

22.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

23.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

24.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

25.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

26.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

27.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

28.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

29.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

30.06.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

01.07.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

02.07.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

03.07.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

04.07.2022
BioMedien

Wer oder was definiert, was lebendig und was intelligent ist? Können künstliche Lebensformen empathisch sein? Wie sieht das Miteinander von Menschen und künstlichen Agents aus? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Ausstellung »BioMedien« lädt dazu ein, mögliche Formen des Zusammenlebens zwischen organischen und künstlichen Lebensformen kennenzulernen und zu diskutieren.

Mo–Di geschlos-sen Mi–Fr 10–18 Uhr Sa–So 11–18 Uhr

Karlsruhe

05.07.2022