ab 21:00 Uhr | Eintritt 7,- Euro
Last Penny Party | featuring MR. BROWN

Wir erinnern mit dieser Party an die legendäre Black Music Discotheque »Last Penny«, die, nach der Schließung der nicht minder legendären Disco »Club Atlantik«, deren legitime Nachfolge antrat. Die Männer der ersten Stunde in den frühen Siebzigern waren DJ Sam Moore und DJ John A. Kelley, sowie Mr. Brown. Später kamen dann Wali Davis, Jeffrey Staten und DJ Ricardo hinzu, wobei diese Liste bestimmt nicht vollständig ist…
Natürlich wird man die einmalige Atmosphäre des Soul Clubs, wie auch den Zeitgeist der Siebziger und der frühen 80´s, nicht kopieren können. Die amerikanischen GI´s sind längst zurück in ihrer Heimat, die »Breakdancer« von damals sind nicht mehr so gelenkig wie früher, aber, das haben die ersten beiden Parties gezeigt: Auch heute freuen sich noch viele über die Klänge aus den vergangen Tagen, über die Musik von GLENN JONES, CARL CARLTON, STONE, GRANDMASTER FLASH, AFRIKA BAMBATAA, CPT. ROCK und wie sie alle heißen…
Also, Let´s Party!
+ GOOGLE KALENDER


Eventdaten bereitgestellt von: Kulturkurier

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Julian Kretzschmar & Band

20:00 Uhr | Eintritt 15,- Euro | Abendkasse 18,- Euro | Streaming 10,- Euro
Bitte beachtet unsere Corona-Öffnungsbedingungen.

Ein junger Mann betritt die Open Stage, stöpselt seine Gitarre ein und beginnt zu spielen. Schlagartig wird es still im Raum, denn der Gesang des Singer-Songwriters zieht bis in die hinterste Ecke jeden Zuhörer sofort in seinen Bann. Die Sogwirkung von Kretzschmars Stimme, der seitens der Presse mal mit diesen, mal mit jenen Worten eine Intensität nachgesagt wird, derer man sich kaum entziehen könne (s.u.a. HNA 2016/2018), eine Stimme, die „den Zuhörer sprachlos werden lässt“ (OZ 2016), wird verstärkt durch das ebenso feinfühlige wie virtuose Arrangement der Instrumentalisten, das eben dieser Stimme genügend Freiraum zur Entfaltung lässt, ohne dabei selbst seine Daseinsberechtigung zu unterlaufen. So schafft insbesondere Michael Hopkas Gitarrenspiel in Verbindung mit Kretzschmars Gesang immer wieder jene Gänsehautmomente, nach denen sich Konzertbesucher sehnen. Das Arrangement der Instrumentalisten vereint hierbei musikalische Einflüsse aus Bereichen des New Folk, Americana, Indie- und Alternative-Rock. Betrachtet man sich die fast überschwänglich klingenden Pressestimmen und den Werdegang Kretzschmars (Als Frontmann und Songwriter der Bands Channel4 und 4Lane hat Julian bereits bis dato bereits vier in der Presse hoch gelobte Alben veröffentlicht, mit insgesamt 30 selbstkomponierten Songs.

So ist es zunächst schon verwunderlich, dass der in Lübeck geborene und in Alsfeld aufgewachsene Musiker nach wie vor nicht über den Status „musikalischer Geheimtipp“ hinausgewachsen ist. So sah dies wohl auch Marc Schipper (RockIT – Redakteur), der bereits zum Release der 2015 erschienen EP von Kretzschmars Band 4Lane „Diver`s paralysis“ schrieb: „Er hat das Talent, die handwerklichen Fähigkeiten und vor allen Dingen die richtigen Songs im Gepäck, um sich mittelfristig auf dem nationalen und internationalen Markt zu etablieren. Dass hier bislang noch kein Label zugegriffen hat, ist daher auch nicht ansatzweise nachvollziehbar.“ Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass Julian für die Albumproduktion seines ersten Soloalbums, die 2018 erneut im legendären Toolhouse-Studio stattfand (hier nehmen u.a. Bands wie Milky Chance, Silbermond, Revolverheld ihre Alben auf) erstmalig intensiv mit einem Produzenten zusammengearbeitet hat, dem aus Duisburg stammenden Beray Habib. Die HNA schrieb 2018 nach Kretzschmars Konzert im ausverkauften Theaterstübchen zum Release seines ersten Solo-Albums „Higher Hopes“ „Mit seinen Songs braucht Kretzschmar sich nicht hinter internationalen Größen des Genres zu verstecken”.

Reis Demut Wiltgen

20:00 Uhr | Eintritt 22,- Euro | Abendkasse 25,- Euro | Streaming 15,- Euro
Bitte beachtet unsere Corona-Öffnungsbedingungen.

CD Release Konzert „SLY”

Ausgefuchst: Sie kommen aus einem kleinen Land – Luxemburg, haben aber den ganzen Charme von weltoffenen Musikern. Wären Sie in London zuhause, würde der Sound in den Hipster Läden der Stadt, neben Bands wie GoGo Penguin und Phronesis zu hören sein – das Jazz Pianotrio aus Luxemburg tritt aber immer selbstbewusster in Erscheinung, sie waren zum Beispiel schon mit Joshua Redman auf Tour! Beeinflusst durch den internationalen Sound anderer Pianotrios, wird SLY mit innovative Pianosounds gestaltet – modern, pfiffig, clever und ausgefuchst!

Michel Reis, Marc Demuth und Paul Wiltgen gehören schon seit Jahren zu den Ausnahmetalenten der internationalen Jazzszene. Ausgezeichnet als „Export Artist of the Year“ ging das in Luxemburg beheimatete Jazz Pianotrio ab 2013 weltweit auf Tournee und spielte, außer in Europa, auch in den USA, Kanada, Südamerika, Russland, Japan, Süd-Korea und China. REIS DEMUTH WILTGEN agiert seit 1998 zusammen, anfänglich erst in Luxemburg und dessen Umgebung. Nach einer kurzen Pause findet das Trio 2011 wieder zusammen und veröffentlicht sein Debüt-Album bei Laborie Jazz in 2013, welches von der internationalen Presse hoch gelobt wird. Nach der Veröffentlichung von “Places In Between” (Double Moon Records), beginnt REIS DEMUTH WILTGEN 2016 eine wichtige Kollaboration mit dem international bekannten Jazz Saxophonisten Joshua Redman. Redman wurde durch deren Eigenkompositionen auf das Luxemburger Pianotrio aufmerksam und hat erstmals einige ihrer Stücke in sein eigenes Repertoire aufgenommen. Dies führte zu mehreren Tourneen des Trios mit Joshua Redman als “featured guest” und zu einem gemeinsamen Projekt mit dem Luxemburger Symphonie Orchester unter der Leitung des Star Arrangeurs Vince Mendoza. Das dritte Album des Trios trägt den Titel “Once In A Blue Moon” und erschien im Mai 2018 bei dem italienischen Label CAM JAZZ.

SLY (auch bei CAM JAZZ) pflegt die Tradition des Klaviertrios. Aufmerksamkeit wecken und dennoch komplett auf Effekte, Tricks und Muskelspiele verzichten. Auch heute können Pianotrios Geschichten erzählen, die ohne Worte fesseln und berühren. Drei Ausnahmetalente an ihren Instrumenten suchten und fanden im Laufe der Jahre die Zwischenräume neben den zahlreichen Klischees und Traditionen. Dort bewegen sich eingängige Themen, ansteckender Groove und vielschichtige Rhythmen wie in einem Mobile. Das Album besteht gänzlich aus neuen Kompositionen und bestätigt die starke künstlerische Identität des Trios in der heutigen Musikszene. Als Musiker ist man ständig in der Welt unterwegs, auf der Suche nach neuen Herausforderungen und innovativen Ideen. Mit SLY versucht das Trio auch das Auseinandersetzen mit seinen Wurzeln, seiner Herkunft, und deren Wichtigkeit innerhalb des kreativen Prozesses, in den Mittelpunkt zu stellen. Nach ständigem Aufbruch, das Bleiben. Innovation verankert in der Tradition. Der Fuchs (auf dem Cover) verbildlicht die Verbundenheit der drei Musiker mit ihrem Zuhause. Der Fuchs ist Protagonist in der Fabel “Renert” von Michel Rodange, eine Adaption von Goethes Reineke Fuchs, und eines der wichtigsten literarischen Werke in luxemburgischer Sprache. Der Fuchs gilt als schlau, kreativ, listig und kunstvoll; allesamt Eigenschaften mit denen sich ein erfolgreicher Musiker heutzutage sehr wohl identifiziert.

Michel Reis – Piano
Marc Demuth – Bass
Paul Wiltgen – Drums

Unterstützt von der Volksbank Kassel Göttingen und dem Kulturamt der Stadt Kassel

Big Daddy Wilson & Band

22. BluesWoche
20:00 Uhr | Eintritt 22,- Euro | Abendkasse 25,- Euro | Streaming 15,- Euro

Der weltweit anerkannte Bluesman aus North-Carolina, hat sich über die Jahre in der europäischen Bluesszene, mit seinen ausgezeichneten Alben Love ist the Key (2009), Thumb a Ride (2011), I‘m Your Man (2013), Time (2015) und dem 2017er Album Neck Bone Stew einen Namen gemacht. Alle diese Alben ebneten den Weg für sein neuestes Werk – Hard Time Blues.
Big Daddy Wilson hat das Gefühl, dass mit seinem letzten Albumrelease – Deep In My Soul – er den stilistischen Kreis seiner Karriere geschlossen hat. „Ich sehe es als eine Reise, sagt Wilson über seine unglaubliche Geschichte. Es ist die Reise eines Mannes, der sich selbst gefunden hat, der die Welt des Blues bereist hat und es nach 25 Jahren wieder nach Hause geschafft hat.
Aber die Reise soll hier nicht enden. Wilson’s neuestes Album wird die Reise dort fortsetzen, wo sie 2019 aufgehört hat und neue Geschichten schreiben. „Hard Time Blues reflektiert die Zeiten, in denen wir gerade Leben und was diese Zeiten mit sich bringen – Corona, Armut, Ungerechtigkeit und andere Schwierigkeiten. Es zeigt eine neue Seite von Big Daddy. Blues, Soul, R&B, Country und Gospel finden alle ihren Platz auf diesem Album. Willie Dixon sagte schon: „Blues ist die Wurzel, alles andere sind die Früchte.“
„Mit diesem Album beabsichtige ich eine modernere Seite von mir zu zeigen. Ich möchte auch den Einfluss, der letzten Jahre, den R&B auf mich hatte mit einfließen lassen und gleichzeitig meinen Wurzeln und dem Blues verbunden bleiben.“
Der Song „Hard Time Blues“ wurde mir über Eric Bibb und Glen Scott zugespielt. Ein wunderschöner Bluessong mit der Seele eines modernen R&B Songs, durch die gesegneten Hände von Glen Scott. Aber auch die ausgezeichnete Begabung von Eric Bibb eine Geschichte zu erzählen, runden dieses erste Release ab.
Dieses Album ist gefüllt mit Liebe, Glauben und Hoffnung. Es ist meine Liebesbekundung zum Leben und zum Blues. Ich empfand es gerade deswegen als passend, dieses Album „HARD TIME BLUES“ zu nennen. Ich möchte so viele Menschen mit einer einfachen Nachricht erreichen – Lasst die Liebe in eure Herzen, denn wir brauchen einander.
Big Daddy Wilson

Henrik Freischlader Band

22. BluesWoche
20:00 Uhr | Eintritt 28,- Euro | Abendkasse 33,- Euro | Streaming 20,- Euro
Bitte beachtet unsere Corona-Öffnungsbedingungen.

Mit einem vielversprechenden neuen Studio-Album geht die Henrik Freischlader Band im Herbst 2020 auf Tour und freut sich darauf, überall dort zu spielen, wo handgemachte Musik noch gefragt ist. Abseits jeglicher Inszenierungen und Showelemente darf sich das Publikum auf eine Band freuen, die jeden Abend musikalisch neu und anders gestalten kann, und die Tradition des Blues durch die Flexibilität jedes Einzelnen sensibel in die heutige Zeit überführt.
Henrik Freischlader hat sich in den vergangenen 15 Jahren seinen Platz in der Bluesszene erspielt. Mit 9 Studio- und 6 Livealben, gemeinsamen Auftritten mit BB King, Gary Moore, Peter Green und Johnny Winter, sowie unzähligen Konzerten in kleinen und großen Clubs, hat sich der Autodidakt seinem Publikum vorgestellt und freut sich heute über eine treue Fangemeinde.
Moritz Meinschäfer (Schlagzeug), Armin Alic (Bass), Roman Babik (Hammond Orgel) und Marco Zügner (Saxophon) komplettieren seit zwei Jahren eine Band, die sich auch abseits der Bühne als eine Gemeinschaft versteht. Die Freude am Zusammenspiel, der Spaß an Dynamik und Improvisation und ganz besonders die Liebe zum kleinsten Detail zeichnen die fünf Musiker aus. Die rockige Ausrichtung früherer Tage trifft auf moderne und mitreißende Grooves und leidenschaftliche Soloeinlagen der einzelnen Musiker.
„Wenn eine Band es schafft, 20 Minuten lang bei Zimmerlautstärke über ein Drei-Ton-Riff so intensiv zu improvisieren, dass nicht eine Sekunde Langeweile aufkommt und das Publikum so mucksmäuschenstill zuhört, dass man eine Gitarrensaite hätte fallen hören können – dann ist das große Kunst.” Uwe Plien, RP Online

Besetzung:
Henrik Freischlader – Gitarre & Gesang
Roman Babik – Orgel & Keyboards
Moritz Meinschäfer – Schlagzeug
Marco Zügner – Saxophon
Armin Alic – Bass

Nektar

20:00 Uhr | Eintritt 25,- Euro | Abendkasse 29,- Euro | Streaming 18,- Euro
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Die Prog-Rock Legende NEKTAR ist nach einer turbulenten Zeit wieder da !

Das neue Album „Megalomania“ beschreibt den Zustand der Welt im Hier und Jetzt und ist geprägt von den Erfahrungen und Erlebnissen der letzten Jahre. Zeitkritisch, modern, aber auch nicht verleugnend, dass NEKTAR eine große und lange Geschichte hat. Die neuen Songs reihen sich nahtlos ein in diese Historie.

NEKTAR ist geprägt von vielen Besetzungswechseln und musikalischen Ausflügen in alle Richtungen. Jetzt gibt es wieder ein neues Line Up, wobei Klaus Henatsch die Konstante seit nunmehr 11 Jahren an den Keyboards ist. Er ist auch derjenige, der den Stab vom verstorbenen Bandleader Roye Albrighton aufgenommen hat und NEKTAR nun als musikalischer Leiter, Produzent und Kopf der Band anführt.

Die Songs auf „Megalomania“ überzeugen durch neuartiges Songwriting, melodische Komplexität und musikalische Abenteuer. Sie knüpfen aber auch hörbar an die Alben „Time Machine“ und auch an frühere NEKTAR Veröffentlichungen an.

Im Dezember 2018 kam NEKTAR auf Tournee und hat live den Beweis erbracht, dass sie zu Recht zu einem der Wegweiser für den sogenannten Neo-Prog gehören und dabei eine der Urzellen des Prog-Rock sind.

Wegen der großen Nachfrage gehen sie nun im November erneut auf Tournee. Die- ses mal in erweiterte Besetzung. Helen Landzettel und Sandra Kawka werden den Background Chor bilden und zusätzlich wird die Geige und das Cello bei vereinzelten Titeln zum Einsatz kommen.

Es gibt bei Nektar keinen Stillstand. Eine stetige Weiterentwicklung führt dazu, dass diese nunmehr 50 Jahre bestehende Band sich ständig neu erfindet.

Die Lightshow, die schon im letzten Jahr zum Einsatz kam wird ebenfalls weiter ent- wickelt und ist nunmehr wieder fester Bestandteil der Konzerte von NEKTAR.

Line up:
Alex Hoffmeister: Guitar, Lead Vocals
Heike Nolden: Bass, Vocals
Norbert “Panza” Lehmann: Drums, Vocals
Klaus Henatsch: Keys, Vocals
Helen Landzettel: Cello, Vocals
Sandra Kawka: Vocals

Level Eleven

19:00 Uhr | Eintritt 15,- Euro | Abendkasse 18,- Euro | Streaming 10,- Euro
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Ein Sprung in die ungewissen Höhen und Tiefen des Jazz

Was passiert, wenn vier Jazzmusiker gleichzeitig in ein Becken springen? Das Ergebnis könnte „elevator“ sein, ein Album voller Witz, Experimentierfreude und frischer Ideen, das die Möglichkeiten des Contemporary Jazz freizügig erkundet.
Nach mehr als acht Jahren des gemeinsamen Auftretens und Komponierens hat die Band Level Eleven, angestoßen von dem Erhalt des Kasseler Kunstpreises 2019, ihre musikalischen Tauchgänge in ein abwechslungsreiches Gesamtwerk fließen lassen. Ihr Debütalbum lässt die individuelle Kreativität jedes Einzelnen hervorschimmern: An der Oberfläche steht zwar das Konzept einer Band, doch eigentlich verbirgt sich hinter jedem Song meist ein einzelner Komponist, der seine Idee der Spielfreude und den Fähigkeiten der anderen Musiker überlässt. Der dynamische Dialog zwischen vier Individuen verarbeitet dabei Jazzströmungen wie Bebop und Fusion oder Einflüsse von Jazzgrößen wie Pat Metheny und Bill Evans.
Die Kompositionen von Lars Gehrmann (p), Vincent Wolf (git), Bene Schuba (dr), und Gabriel Stein (b) bewegen sich zwischen rhythmischen Höhenflügen und melancholischen Tiefen – ein Sprung ins Ungewisse, bei dem der Zuhörer jedoch immer wieder in einem Bad voller eingängiger Melodien aufgefangen wird. Enjoy the plunge!
Eine kleine Hörprobe gibt es hier. Außerdem ist „elevator“ schon jetzt auf allen wichtigen Streaming-Plattformen zum Anhören verfügbar. Die CD mit achtseitigem Booklet ist ebenfalls schon jetzt bei Scheibenbeisser Kassel oder per E-Mail-Anfrage an Level-Eleven@gmx.net erhältlich.

Unterstützt von der Volksbank Kassel Göttingen und dem Kulturamt der Stadt Kassel

Level Eleven

19:00 Uhr | Eintritt 15,- Euro | Abendkasse 18,- Euro | Streaming 10,- Euro
Bitte beachtet unsere Corona-Öffnungsbedingungen.

Ein Sprung in die ungewissen Höhen und Tiefen des Jazz

Was passiert, wenn vier Jazzmusiker gleichzeitig in ein Becken springen? Das Ergebnis könnte „elevator“ sein, ein Album voller Witz, Experimentierfreude und frischer Ideen, das die Möglichkeiten des Contemporary Jazz freizügig erkundet.
Nach mehr als acht Jahren des gemeinsamen Auftretens und Komponierens hat die Band Level Eleven, angestoßen von dem Erhalt des Kasseler Kunstpreises 2019, ihre musikalischen Tauchgänge in ein abwechslungsreiches Gesamtwerk fließen lassen. Ihr Debütalbum lässt die individuelle Kreativität jedes Einzelnen hervorschimmern: An der Oberfläche steht zwar das Konzept einer Band, doch eigentlich verbirgt sich hinter jedem Song meist ein einzelner Komponist, der seine Idee der Spielfreude und den Fähigkeiten der anderen Musiker überlässt. Der dynamische Dialog zwischen vier Individuen verarbeitet dabei Jazzströmungen wie Bebop und Fusion oder Einflüsse von Jazzgrößen wie Pat Metheny und Bill Evans.
Die Kompositionen von Lars Gehrmann (p), Vincent Wolf (git), Bene Schuba (dr), und Gabriel Stein (b) bewegen sich zwischen rhythmischen Höhenflügen und melancholischen Tiefen – ein Sprung ins Ungewisse, bei dem der Zuhörer jedoch immer wieder in einem Bad voller eingängiger Melodien aufgefangen wird. Enjoy the plunge!
Eine kleine Hörprobe gibt es hier. Außerdem ist „elevator“ schon jetzt auf allen wichtigen Streaming-Plattformen zum Anhören verfügbar. Die CD mit achtseitigem Booklet ist ebenfalls schon jetzt bei Scheibenbeisser Kassel oder per E-Mail-Anfrage an Level-Eleven@gmx.net erhältlich.

Unterstützt von der Volksbank Kassel Göttingen und dem Kulturamt der Stadt Kassel

Emil Brandqvist Trio

In Kooperation mit dem Jazzfest Kassel

20:00 Uhr | Eintritt 17,- Euro | Abendkasse 20,- Euro | Streaming 12,- Euro
Bitte beachtet unsere Corona-Öffnungsbedingungen.

Das Warten hat ein Ende: Album Nr. 5 des Emil Brandqvist Trios „Entering The Woods“ ist fertig. Die Formation gehört sicher zu den wenigen Piano Trios weltweit, die sich im Lauf der letzten Jahre durch die beständige Weiterentwicklung ihres eigenständigen und wiedererkennbaren Bandsounds eine Kontinente umspannende Zuhörerschaft erspielt haben. Mehr als zehn Millionen Streams für die Single „I Miss You“ haben sie in die vorderste Reihe katapultiert, in Nordamerika sind es die ganz zuhörerstarken Playlisten auf denen sie auftauchen, in Japan sind sie auf unzähligen Compilations als Paradebeispiel für skandinavischen Jazz verkoppelt, und in Deutschland erreichte ihr letztes Album die No.3 der Jazzcharts. ECHO Nominierungen und das Erscheinen auf der Longlist der Deutschen Schallplattenkritik waren weitere Indizien für ihre große Akzeptanz und zuletzt begeisterten sie nicht nur auf vollen Clubtourneen sondern auch auf großen deutschen Jazz- und Klassikfestivals wie Movimentos Wolfsburg, Palatia Jazz / Rheinland Pfalz, Elbjazz Hamburg, dem Beethovenfest in Bonn oder Jazz Baltica an der Ostsee. Anlässlich eines Auftritts im Kulturmagazin „Aspekte“ im ZDF kündigte man sie als „die schönsten Blume des Piano Trio Genres“ an.
Das Geheimnis dieses Trios liegt dabei in der raren Gabe, einen ganz eigenen Sound entwickelt zu haben, der geprägt wird durch die filigranen Klangmalereien von Namensgeber Emil Brandqvist am Schlagzeug und den mal sensibel dahingetupften, mal rasant rollenden Neo-Klassizismen des finnischen Pianisten Tuomas A. Turunen. Die stoisch treibende Kraft im Kontrabass-Spiel von Max Thornberg verleiht dem Trio dabei einen unverwechselbaren Körper. Wie gewohnt zeichnet für die meisten Kompositionen Emil Brandqvist verantwortlich, aber es ist schon gute Tradition, dass der in Südfrankreich lebende Tuomas A. Turunen auch kompositorisch mitwirkt.
Getupfte Schlagzeugakzente und üppige Pianoharmonien, die Noten perlen geradezu über dem ebenso voluminösen wie dezenten Bass, Klänge, die einen zum Träumen und Bildern nachspüren einladen. Dem Emil Brandqvist Trio gelingt es, das Piano Trio Genre immer wieder mit überraschenden Wendungen zu erweitern: vertrackte Rhythmen gehören dabei ebenso zum Instrumentarium wie ein kompromissloses Schlagzeugspiel und atmosphärische Harmonien. Das Ergebnis klingt wie eine Mischung aus dem Tanz der Schmetterlinge und einer verrückt gewordenen Spieluhr, die sich in immer neuen Drehungen voran bewegt.
2021 wird das Trio auf Tour in Europa sein.

Drums Emil Brandqvist
Tuomas Turunen Piano
Max Thornber Bass

Unterstützt von der Volksbank Kassel Göttingen und dem Kulturamt der Stadt Kassel

Bluesanovas


20:00 Uhr | Eintritt 22,- Euro | Abendkasse 25,- Euro | Streaming 15,- Euro
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Die Bluesanovas haben sich in den letzten Jahren als absoluter Geheimtipp in Sachen Live-Musik bewiesen. „Alter Blues, (…), wird hier mit Inbrunst in lebendiges, neues Gewand verpackt und mit großartigem Entertainment in Perfektion zelebriert. Kurz: Retro, der sofort über das Ohr in die Beine geht.“
Spätestens seit dem Gewinn der German Blues Challenge 2019, dem Einzug ins Halbfinale bei der Internationalen Blues Challenge in Memphis 2020 sowie dem Gewinn des German Blues Awards 2020 in der Kategorie „Bester Tonträger” haben die fünf jungen Bluesanovas sich als essentieller Teil der Musikszene in Deutschland etabliert.
Die Band veröffentlichte bereits zwei Studioalben und brachte im Sommer 2020 eine EP heraus, welche im legendären “Sun Studio” in Memphis, Tennessee aufgenommen wurde, in dem auch schon Elvis, Johnny Cash und Howlin Wolf aufgenommen haben.

GERMAN BLUES AWARD WINNER 2020
GERMAN BLUES CHALLENGE WINNER 2019
DEUTSCHER ROCK- UND POPPREIS 2019
INTERNATIONAL BLUES CHALLENGE SEMIFINALIST 2020

“Blues auf internationalem Niveau”

Charlie Tambaur // BSharp Denmark

“The Bluesanovas [sind] auf bestem Wege, in die Elite der europäischen Bluesszene vorzustossen.”
– Marco Piazzalonga, JAZZ’N’MORE

“The band is a real gem for the blues scene.”
WAZ // Dortmund

“The hope for the future […] a very powerful debut album.”
Blues Magazine // NL

“That’s the fat kind of roots blues, only to be born on the streets of Chicago […] These guys know their craft.”
Darkstars

“Another top album. Both on CD and live, they are a great band that deserves all of the attention”
Blues Magazine.” // NL

Bluesanovas


20:00 Uhr | Eintritt 22,- Euro | Abendkasse 25,- Euro | Streaming 15,- Euro
Bitte beachtet unsere Corona-Öffnungsbedingungen.

Die Bluesanovas haben sich in den letzten Jahren als absoluter Geheimtipp in Sachen Live-Musik bewiesen. „Alter Blues, (…), wird hier mit Inbrunst in lebendiges, neues Gewand verpackt und mit großartigem Entertainment in Perfektion zelebriert. Kurz: Retro, der sofort über das Ohr in die Beine geht.“
Spätestens seit dem Gewinn der German Blues Challenge 2019, dem Einzug ins Halbfinale bei der Internationalen Blues Challenge in Memphis 2020 sowie dem Gewinn des German Blues Awards 2020 in der Kategorie „Bester Tonträger” haben die fünf jungen Bluesanovas sich als essentieller Teil der Musikszene in Deutschland etabliert.
Die Band veröffentlichte bereits zwei Studioalben und brachte im Sommer 2020 eine EP heraus, welche im legendären “Sun Studio” in Memphis, Tennessee aufgenommen wurde, in dem auch schon Elvis, Johnny Cash und Howlin Wolf aufgenommen haben.

GERMAN BLUES AWARD WINNER 2020
GERMAN BLUES CHALLENGE WINNER 2019
DEUTSCHER ROCK- UND POPPREIS 2019
INTERNATIONAL BLUES CHALLENGE SEMIFINALIST 2020

“Blues auf internationalem Niveau”

Charlie Tambaur // BSharp Denmark

“The Bluesanovas [sind] auf bestem Wege, in die Elite der europäischen Bluesszene vorzustossen.”
– Marco Piazzalonga, JAZZ’N’MORE

“The band is a real gem for the blues scene.”
WAZ // Dortmund

“The hope for the future […] a very powerful debut album.”
Blues Magazine // NL

“That’s the fat kind of roots blues, only to be born on the streets of Chicago […] These guys know their craft.”
Darkstars

“Another top album. Both on CD and live, they are a great band that deserves all of the attention”
Blues Magazine.” // NL

Sentimental Three

19:00 Uhr | Eintritt 17,- Euro | Abendkasse 20,- Euro | Streaming 12,- Euro
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Seit 12 Jahren sind Katja Friedenberg (Gesang) und Thomas Höhl (Piano) ein unzertrennliches musikalisches Team. Die beiden lernten sich zu Beginn ihres Musikstudiums in Kassel kennen und fingen gleich schon am ersten Tag an, gemeinsam Musik zu machen. Seither begeistern sie ihr Publikum mit ihrem eindrucksvoll emotionalen Zusammenspiel. Dabei interpretieren sie bekannte Pop-, Soul-, und Jazz-Songs und versehen sie mit ihrer eigenen Note – mal träumerisch, mal witzig, oder auch mal so richtig schräg. Das Publikum erwartet dabei ein kurzweiliges, unterhaltsames Programm aus deutschen und englischen Songs.
Nach ihrem Jubiläumskonzert zum 10-jährigen Duo-Bestehen in 2018, lassen sie es nun zur neuen Tradition werden, jedes Jahr im Herbst ihr Duo-Konzert im Trio zu spielen: Christian Svenson, begnadeter, vielseitiger Drummer aus Kassel, wird die beiden wieder mit seinen raffinierten Grooves unterstützen. Er verleiht dem Duo das i-Tüpfelchen für einen gelungenen Konzertabend. Und aus „Sentimental Two“ wird wieder „Sentimental Three“.
Katja Friedenberg, die man auch aus der 1. Staffel The Voice kennt, begleitet unter anderem seit 2014 in der VOX TV Sendung Sing meinen Song jedes Jahr Stars der deutschsprachigen Musikszene mit ihrer sanften und vielseitigen Stimme stilsicher durch alle Genres. Sie begeistert ihr Publikum aber auch solistisch auf deutschen Konzert- und Varietébühnen nicht nur mit ihrem Gesang, sondern auch mit einnehmender und sympathischer Bühnenpräsenz und Ausstrahlung.
Thomas absolvierte nach dem Studium an der Uni Kassel seinen Master of Music für Filmmusik-Komposition an der Musikhochschule Freiburg. Ob humorvolle oder emotionale Begleitung, dem elektrisierenden Pianisten, der mit seinem Instrument eins wird, sobald er es berührt, merkt man sein Komponisten- und Arrangeur-Dasein sofort an. Seine Kompositionen für Filme und Videospiele waren schon auf zahlreichen internationalen Festivals zu hören. Zuletzt feierte der mehrfach ausgezeichnete Komponist einen großen Erfolg mit dem Orchester-Tribute “Michael Jackson – The Symphony Experience”.

Besetzung:
Katja Friedenberg (Vocals)
Thomas Höhl (Piano/Vocals)
Christian Svenson (Drums)

STUDNITZKY | KY – Solo!

0:00 Uhr | Eintritt 22,- Euro | Abendkasse 25,- Euro |
Streaming 15,- Euro
Bitte beachtet unsere Corona-Bedingungen.

ist eine faszinierende Reise durch den Klangkosmos des Multiinstrumentalisten Sebastian Studnitzky aka KY. Sein virtuoses Spiel an Trompete und Klavier steht ganz im Dienst der gefühlvollen Kompositionen die sich jenseits gängiger Genres bewegen und so völlig zeitlos wirken. Die Elektronik unterstützt die musikalische Reise dezent und in einer organischen Weise, dass sie wie ein zusätzliches Instrument eingewoben wird. Intensiv ist diese eklektische Musik, in der feinste Zutaten gänzlich uneitel eingesetzt werden.

STUDNITZKY aka KY ist ein einzigartiger Musiker, dessen elegante musikalische Genrewanderung stilprägend ist und mehrfach preisgekrönt wurde. Neben der Ehrung durch den ECHO Jazz und den OPUS Klassik, kann Studnitzky weltweite Konzerterfahrung in den Bands von Nils Landgren, Wolfgang Haffner, Mezzoforte und Jazzanova vorweisen. Er schreibt für klassische Orchester, unterrichtet als Professor an den Hochschulen in Berlin, Zürich und Dresden. Mit dem Berliner XJAZZ Festival hat er zudem ein Format geschaffen hat, das international begeistert. Diese unbändige Schaffenskraft wird in seinem Solo Projekt destilliert und musikalisch auf den Punkt gebracht.

„Sebastian Studnitzky ist ein Klangästhet … Man wünscht sich mehr von dieser vollkommen unaufgeregten Kammermusik.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Klavier oder Trompete? Große Band oder kleines Ensemble? Elektro oder Klassik? Jazz oder Pop? E- oder U-Musik? Der in Berlin lebende Musiker Sebastian Studnitzky kann und will sich nicht entscheiden. Sein neues Album beweist einmal mehr: das muss er auch nicht.“ WDR 3

„Das klingt, als würden Michael Nyman, das Penguin Cafe Orchestra, Ryuichi Sakamoto und Philip Glass mit Jon Hassel auf einem Berg spielen, um aus den vom Echo zurückgeworfenen Klängen neue hypnotische Musik zu formen: eingängig und unter die Haut gehend!“ JAZZthing

Line up:
Studnitzky: piano / trupet / electronic

Ada Brodie

FrauenStimmen
20:00 Uhr | Eintritt 18,- Euro | Abendkasse 22,- Euro | Streaming 15,- Euro

No, we can‘t turn life on its head But don‘t tell me aesthetics‘s dead!

Mit dieser selbstbewussten Aussage begrüßt Ada Brodie nach einem lässigen Neo-Soul Cover von „I want you back“ den Hörer von THE GRAND TALE II.Verdammt, die Kunst ist noch nicht tot. Pop ist nicht tot. Und Jazz lebt – jetzt erst recht.

10 Stücke voller Dynamik, allein die in den Höhen glasklare und im Alt doch so kraftvolle Stimme und ein 120 Jahre alter, butterweicher Blüthner-Flügel: Ada Brodie wagt wieder Minimalismus und doch große Tiefe auf ihrem zweiten Live-Album THE GRAND TALE II. Im fast epischen “The Wanderer” erzählt sie dazu von ihrer Generation als den ewig Reisenden, den Verlorenen, und ruft ihnen zu: „Let us wander, wander, oh – let us under-stand what we used to know“.

Es sind aber nicht nur die ganz großen Themen, die Ada Brodie anspricht. Die Platte macht auch einfach Spaß:Wenn die mittlerweile 31-jährige beispielsweise in „The Leader of the Game“ herrlich selbstironisch die Irrungen und Wirrungen bisheriger Lover auseinander nimmt, oder bei “The Artist” kongeniale Temposchwankungen und verschnörkeltes Klavierspiel auf schier endlose Stimmkontrolle treffen. Ebenso überzeugt „The Surprise“, ein musikalisches Pastiche, das dem Rhythm and Blues eines Dr. John ebenso Tribut zollt wie dem Pop-Latin eines Stevie Wonder.

Ist das noch Jazz? Und wie! Ada Brodie zieht dabei große melodische Bögen, schreckt aber auch nicht vor witzigen Tonartwechseln, offenen Enden oder überraschenden Instrumentalpassagen zurück – und trotzt damit jeglicher (überflüssiger!) Kategorisierung. So findet auch ein schlichtes und fast ätherisches “The Arena” und abschließend die geradezu impressionistische, im Refrain so wunderbar geflüsterte Ballade “The Conqueror” feat. Kaiser Quartett seinen Platz.

Bei aller erfrischenden Variation innerhalb der 10 Titel bleibt jedoch als Konstante eine unfassbare Intimität und Nähe, mit der Ada Brodie den Hörer gleich ab dem ersten Ton in den Bann zieht. Nein,THE GRAND TALE II ist keine Musik für nebenher, keine gleichförmige Beschallung beim Spülmaschineneinräumen. Das Album fragt, flüstert und fordert, belohnt aber auch mit ohrwurmverdächtigen Melodielinien und poetischen Zeilen, die in ihrer Aussage doch so simpel sein können:

Now do you feel – tranquility – the blackened stream Sucks you up, sucks you up.
Everyone’s a sucker for love.

Als Ada Brodie hat sich die studierte Jazzsängerin und -Pianistin Elena Bongartz nicht neu erfunden, sondern schlicht ihren persönlichen Stil gefunden. Entstanden sind 2018 und 2019 die Live-Alben THE GRAND TALE und THE GRAND TALE II eingespielt auf dem legendären Flügel des Boogie Park Studios, den schon Udo Lindenberg um einige Rotweinflecken bereichert hat.

Feinste Songwriter-Tradition verbindet sich hier mit federndem Jazz und üppigem Blues – wahrhaft „große Erzählungen“: pur und unverfälscht, erwachsen, melancholisch, tiefgründig.

Nils Wülker & Band

20:00 Uhr | Eintritt 28,- Euro | Abendkasse 31,- Euro | Streaming 20,- Euro
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Preisgekrönter Trompeter und Komponist Nils Wülker mit letztem Teil seiner Album-Trilogie ›GO‹ auf Deutschlandtournee

Der Kreis schließt sich. Mit ›GO‹, Nils Wülkers energischer Exkursion in die elegante Elektronik, komplettiert sich eine über mindestens fünf Jahre erlebte Albumtrilogie.
Für diese entführte uns der charismatische Trompeter und Songschreiber, der 2019 zum vierten Mal mit dem German Jazz Award in Gold dekoriert wurde, mit dem ersten Teil ›UP‹ in den Pop und mit dem Nachfolger ›ON‹ zum HipHop. Das dritte und abschließende Werk ›GO‹ wird seine Bühnenfeuertaufe mit einer umfangreichen Deutschlandtournee begehen – wenn auch etwas später als ursprünglich geplant…

Nils Wülkers zehntes Studioalbum ist zwar mit all den analogen Synthesizern, dem Arpeggiator, den organischen Loops und Beats »maximal nicht live«, wie er selbst sagt, besticht dafür im Kontrast mit dem direktesten und dynamischsten Trompetenspiel jenseits seiner Livealben und Konzerte – eine Lektion, die der 42-jährige »große Melodiker« (Die Zeit) seinem 2019 erschienenen Livealbum ›Decade‹ verdankt. Produziert mit Ralf Christian Mayer (Clueso, Fanta 4) und komplett selbst komponiert, zeigt ›GO‹ die bisher extremste Seite des vielfach preisgekrönten Musikers – eingespielt mit Musiker*innen seiner beliebten Liveband, dazu dem Wiener Keyboarder Albin Janoska (SOHN) und dem amerikanischen Trompeter Theo Croker im alles andere als sterilen Corona-Distanz-Duo ›Highline‹.
Klar, dass mit dem bewährten, druckvollen Bandsound auch die Liveumsetzung dieses Albums seine ganz besondere Magie entfalten wird.

Unterstützt von der Volksbank Kassel Göttingen und dem Kulturamt der Stadt Kassel

Joey Alexander Trio

0:00 Uhr | Eintritt 22,- Euro | Abendkasse 25,- Euro | Streaming 15,- Euro
Bitte beachtet unsere Corona-Öffnungsbedingungen.

»Joey Alexander ist einer der international erfolgreichsten Pianisten des Jazz, bewundert und gefördert von Herbie Hancock, Chick Corea oder Wynton Marsalis, mit bisher fünf Alben unter eigenem Namen und drei Grammy-Nominierungen, ausverkauften Solokonzerten in der Carnegie Hall oder auf Einladung der Obamas im Weißen Haus. Und dabei ist er gerade eben erst 18 geworden. Nicht, dass Joey Alexander die Volljährigkeit gebraucht hätte, um wie ein Erwachsener zu klingen. Wenn der schmächtige Pianist mit der großen Brille in diesem November sein Trio für ein paar ausgewählte Konzerte nach Deutschland bringt, wird all das, seine bisherige Karriere, das viele Lob und die Preise, höchstens zweitrangig sein. Im Vordergrund steht die Musik, eine Mischung aus wunderbaren Eigenkompositionen, sehr spirituell und gerne mit ein wenig Latin-Flavour, und wohlbekannten Klassikern von John Coltrane über Monk oder Herbie Hancock bis Sting. Die Art und Weise, wie Joey Alexander und seine Mitmusiker diese Musik spielen, so brillant wie leichtfüßig, macht diese Auftritte zu einem besonderen Erlebnis. Kaum vorstellbar, dass es erst der Anfang sein soll – man kann Joey Alexanders Entwicklung geradezu miterleben, mit jedem weiteren Auftritt, jeder neuen Aufnahme, seinen Stern noch weiter aufgehen sehen.«

Unterstützt von der Volksbank Kassel Göttingen und dem Kulturamt der Stadt Kassel

Lisa Canny & Band

20:00 Uhr | Eintritt 20,- Euro | Abendkasse 23,- Euro | Streaming 15,- Euro
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Versuchen wir, bescheiden zu beginnen, so ganz ohne Superlative:

• 7-Mal All Ireland champion auf der Harfe und dem Banjo • UK Future Music Songwriting Gewinnerin 2016
• 1st class honours B.A. Irish Music and Dance
• 1st class honours M.A. Ethnomusicology

• Event Industry Award Gewinnerin 2015
• Touren in den U.S.A, Kanada, Europa & Russland als Lead Singer der Bands Celtic Crossroads & The Young Irelanders
• Auftritte vor 50.000 Menschen
• 2015 einen Top Ten Hit in Irland mit dem Song “Lifeline”, geschrieben mit der Grammy- Gewinnerin Jodi Marr
• Von BBC America zu den Top Ten “Irish acts you don’t want to miss” ernannt

Ihr seht, das funktioniert im Falle Lisa Canny nicht. Wenn man 7 Mal die renommierten „All Ireland Championships“ gewonnen hat – und das gleich auf 2 Instrumenten – dann ist es gar nicht mehr möglich, tief zu stapeln. Lisa ist im Nordwesten Irlands, in der Grafschaft Mayo, aufgewachsen und natürlich war ihr erster musikalischer Berührungspunkt die traditionelle Musik des Landes. Später hat sie an der „Irish World Academy of Music and Dance“ in Limerick studiert, einer Art „Kaderschmiede“ für talentierte junge Musiker/-innen. Aber die Irin hat sich musikalisch ständig entwickelt, hat anderen Stilrichtungen Raum gegeben und so ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das aus einer Mischung aus irisch traditioneller Musik, Popmusik und Hip Hop besteht. Die Stilverschmelzung hat dazu geführt, dass namhafte Musikmanager wie Miles Copeland von der Band „The Police“, Lisa als Irlands nächste große Musikerin auf der internationalen Bühne bezeichnen. Über 2 Millionen Online-Streams bezeugen, dass die Mulitinstrumentalistin und Songwriterin das internationale Parkett bereits erfolgreich beschritten hat.
Ihre Bühnenpräsenz ist schlicht eine Wucht – innovativ und fesselnd. Was sie beispielsweise mit dem Nationalinstrument Irlands, der Harfe, zu spielen vermag, versetzt selbst Experten in Staunen. Nachdem man Lisas Harfenspiel gehört hat, sieht man dieses Instrument, das man gemeinhin mit traditioneller Musik und getragenen Klängen in Verbindung bringt, mit ganz anderen Augen. Egal ob es sich um eine hip-hoppige Eigenkomposition oder um einen gecoverten Ed Sheeran Song handelt, Lisa bietet absolute musikalische Perfektion. Und wer sich nicht vorstellen kann, wie sich ein Banjo in dieses Musikgebilde einfügt, der wird es nach einem Lisa Canny-Konzert wissen und restlos begeistert sein.

Thorbjørn Risager & The Black Tornado

20:00 Uhr | Eintritt 28,- Euro | Abendkasse 31,- Euro | Streaming 20,- Euro
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Die populäre und mit Preisen ausgezeichnete Band bringt ein neues Album an den Start: „ComeOn In“. Intensiv wie gewohnt, lässt es auch Raum für Melancholie. In über 1.000 Konzerten in 21 Ländern hat diese dynamisch swingende und hochgelobte Formation das Publikum zum Lächeln und zum Tanzen gebracht. ens mit seinen Grooves vertreiben. Der Frontmann weiß dies mit seinem einladenden Titel „Come On In“ – geht er der Titel alles, wofür Thorbjørn Risager & The Black Tornado stehen. Dazu Thorbjørn: „Einige Leute meinen, der Blues sei traurig, weil er nach der Farbe der Melancholie benanntund aus n, dass dies eine Musik war, zu der sich die Leute versammelten, wenn sie die Mühen ihres Alltags vergessen wollten. Der Blues wurde bei festlichen Anlässen gespielt und war Tanzmusik. Unddiese Tradition würde ich gerne weiterführen: eurensere Musik erträglicher zu machen, damit ihr mit einem Lächeln auf euren Lippen nach Auch 2019 arbeiten die Musiker noch immer auf die gleiche Art und Weise, wie sie begonnen haben. Thorbjørn hen Gitarre und entwickelt die Grundstruktur eines Songs, bevor sie ins Studio gehen, wo die anderen Vorschläge für Grooves, Basslinien, Bläsersätze, Backgroundgesang oder Fills ch um Risagers Stimme.Ihr undogmatischer und innovativer Umgang mit dem Blues kombiniert diesen mit Elementen aus anderen Genres wie Funk, Gospel, Soul oder Rock’n’Roll. Dabei hängt alles vom Feeling und der Ausrichtung des jeweiligen Songs ab. Eine weitere Nuance steuern auf dem neuen Album die melancholischen Songs mit akustischer Gitarre bei. Das hat sich instinktiv soergeben, da sein Blues hier reflektiert, wo Risager aktuell in seinem Leben steht. „Der Blues gibt mir die Möglichkeit, Dampf abzulassen. Und dieses Mal habe ich einige Songs geschrieben, in denen es um meine Zweifel geht, ob ich in meinem Leben alles richtig gemacht habe. Allerdings geht es bei meinem Songwriting auch immer um das Licht am Ende des Tunnels. Was wiederum bedeutet: die Zähne zusammenbeißen und sagen: ‚Ich mache einfach weiter’.“ „Never Givin’ In“ ist genau so ein Song, während esin „Last Train“ um die Problematik geht, sich zu sehr mit sich selbst zu beschäftigen. „Nobody But The Moon“ zeigt Thorbjørn Risagers selten artikulierte politische Seite, wenn dort die Frage gestellt wird: Wer hat die Kinder gesehen, die im Mittelmeer ertrunken sind, und wer hat ihre Schreie gehört? Worauf als Antwort folgt: Niemand außer dem Mond. Bei aller Ernsthaftigkeit betont der Titelsong „Come On In“ das erbauliche Gefühl der Gemeinsamkeit, das Thorbjørn Risager & The Black Tornado schaffen wollen. Hier geht es um eine Bar, wo jeder willkommen ist, und Risager hat den Song mit der Kopenhagener Mojo Blues Bar im Hinterkopf geschrieben. Denn: „Dort sind wir groß geworden und viele von uns haben ihre Freundinnen da kennengelernt.“ Einige Bands schaffen den Durchbruch und das war esdann auch schon. Andere geben auf, wenn sich der Erfolg nicht schnell genug einstellt. Und dann gibtes noch diejenigen, die sich mit Leib und Seele dem Musikmachen verschrieben haben und die beständig anPopularität gewinnen, indem sie ihre hohen Standards über die Zeit beibehalten. Zu dieser letzten Kategorie zählen auch Thorbjørn Risager & The Black Tornado. Sowohl in Dänemark als auch im Ausland wird man sich immer mehr der Explosivität ihrer Konzerte bewusst, in denen Gitarre, Bass, Schlagzeug, Orgel und Bläser Risagers kraftvolle Stimme umkreisen, die Kritiker bereits zu Vergleichen mit Ray Charles und Joe Cocker angeregthat. Den Blues hat Thorbjørn Risager im Blut, seit er als Zehnjähriger etwas für ihn absolut Magisches gehört hat. Bei ihm zu Hause in Jyllinge legten seine Eltern, die beide Musik unterrichteten, nur Klassikplatten auf, aber im Nachbarhaus eröffnete sich ihm eine neue Welt. Thorbjørn war noch zu jung, um die Wurzeln dieser Musikzu verstehen, all das Elend und den großen Schmerz, aber eben auch die Euphorie, wenn man sich diesen ausdem Hals sang. Er wusste lediglich, dass er sie zu sichnach Hause mitnehmen musste. Also besorgte er sich Kassetten mit dieser exotischen Musik und schlief über Jahre hinweg zu den Sounds von Fats Domino und Muddy Waters ein.

Thorbjørn Risager vocals, guitar
Emil Balsgaard piano, organ, wurlitzer, synthesizer
Joachim Svensmark guitar, synthesizer, bg vocal
Kasper Wagner alto saxophone, tenor saxophone, baritone saxophone
Hans Nybo tenor saxophone
Peter Kehl trumpet, flugelhorn, trombone, sousaphone
Søren Bøjgaard bass, moog bass, synthesizer
Martin Seidelin drums, percussion

Darrifourcq Hermia Ceccaldi

20:00 Uhr | Eintritt 17,- Euro | Abendkasse 20,- Euro | Streaming 12,- Euro
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Ein Klang-Taifun auf den Bühnen Europas:
Drummer Sylvain Darrifourcq erzeugt hermetische, packende Sound Landschaften mit seinem Instrumentarium bestehend aus Schlagzeug und diversen umfunktionierten Klangobjekten, Cellist Valentin Ceccaldi fängt sie auf, spielt damit und baut eine melodische, harmonische und perkussive zweite Dimension und Saxophonist Manuel Hermia führt das Ganze zu einer lyrischen, dreidimensionalen Einheit zusammen. Präzision, Intensität und wilde Energie auf der Basis von Polyrhythmen schaukeln sich langsam hoch zu einem kathartischen Ausbruch. Einem Konzert von Darrifourcq/Hermia/Ceccaldi zu folgen ist deshalb auch für die Zuhörer ein Prozess: Vom ersten Moment an verfolgt man gebannt der Entwicklung auf der Bühne, möchte sich an Momenten festkrallen, Soli hinauszögern und die Pausen auskosten um für den nächsten Ausbruch gewappnet zu sein. Es ist wie einer Wagner-Oper zu folgen, jedes Schneuzen im Konzertsaal wirkt fehl am Platz bis die Geschichte fertig erzählt ist. Man kennt das Gefühl: Die Erleichterung dass alles zu einem logischen Ganzen zusammengefunden hat, direkt gefolgt von der Enttäuschung, dass das Abenteuer vorbei ist.
Sylvain Darrifourcq, drums, percussions / Manuel Hermia, sax / Valentin Ceccaldi, cello

Unterstützt von der Volksbank Kassel Göttingen und dem Kulturamt der Stadt Kassel

Tausend deutsche Diskotheken

20:00 Uhr | Eintritt 10,- Euro | ermäßigt 6,- Euro
Tickets nur über Staatstheater Kassel 0561-1094-222
oder karten@staatstheater-kassel.de
Bitte beachtet unsere Corona-Bedingungen.


nach dem Roman von Michel Decar

Regie: Lina Gasenzer, Tobias Schilling, Tim Wittkop
Dramaturgie: Laura Kohlmaier
Projektleitung: Franziska Niehaus

TAUSEND DEUTSCHE DISKOTHEKEN wollen wir wiederbeleben, erst mal in Kassel und dann vielleicht im ganzen Land, vielleicht.

Es ist Sommer 1988 und wir begleiten den Privatdetektiv Frankie, der mit seinem zucchinigrünen Opel Admiral die Clubs abklappert. Er ist auf der Suche nach einem Tanzlokal, in dem am 9. Juli der Madonna-Song White Heat gespielt wurde. Dieser Song ist nämlich die einzige Spur, die zu dem anonymen Anrufer führt, der den Bahnchef Mauke, seinen Auftraggeber, erpresst. Er trifft dabei auf ganz außergewöhnliche Persönlichkeiten, lässt in verschiedensten Städten eingeschlafene Liebschaften aufflammen und wieder einschlafen und kehrt immer wieder zurück zu Mama, um bei Zitronenlimo und Rührei aufzutanken nach all dem Stress und nach all den Bacardi Cola, die er bei seiner Recherche eben trinken muss. Immer weiter verfängt er sich ein einem Netz aus Spionage, Verrat und Täuschung. Wem kann er trauen? Was ist Wirklichkeit? Er weiß es nicht. Was ihm aber immer klarer wird: Er ist Teil von etwas ganz Großem und ganz kurz davor, alles aufzuklären.

Bitte beachten Sie die 3G-Regel (Geimpft, Genesen, Getestet).

Kraan

19:00 Uhr | Eintritt 30,- Euro | Abendkasse 35,- Euro | Streaming 20,- Euro

 

Was wäre die Geschichte der deutschen Rockmusik ohne Kraan? Zweifelsohne nicht nur unvollständig, sondern vor allem um ein besonders buntes, höchst kreatives Kapitel ärmer.
Kraan verschrieben sich von Beginn ihrer Karriere an einer spannenden Fusion aus Rock, Jazz und Ethno-Einflüssen und fügten ihrem Sound später US-Mainstream- und Soul-Elemente hinzu. Ihren Stil nannten sie kurz und ergreifend ´Wintrup Musik`, benannt nach ihrem Domizil im Teutoburger Wald. Eine kleine Erbschaft im Mai 1970 war quasi die Initialzündung der Band. Die vier Ur-´Kraaniche` Peter Wolbrandt, Jan Fride, Hellmut Hattler und Alto Pappert warfen ihr Geld zusammen und kauften sich eine Anlage plus einen Bandbus. Ihr Debütalbum nahmen sie in einer 2-tägigen (!) Studiosession auf und pflegten auch sonst den Hang zur Spontaneität. Die Galionsfiguren bei Kraan waren Bassist Hellmut Hattler und Gitarrist Peter Wolbrandt, gleichzeitig die beiden Hauptsongschreiber der Band. „Ich suchte nach einem Wort, das gut klingt“, erklärte Hattler später die skurrile Namensgebung. „Wir wollten raus aus diesem Klischee und solch ein Wort wie Kraan taucht fast in jeder Sprache auf.“ Passend dazu auch der musikalische Rahmen der Band: Über einen rockigen Drum-Beat, perfekt ergänzt durch Hattlers kraftvollen funky Grooves, zog Saxophonist Alto Pappert wunderschöne Melodien, während Gitarrist Peter Wolbrandt mit ganz eigenem Sound und swingenden Licks die Songs abrundete.
Kraan genossen das Leben einer musikalischen Kommune. Ein stillgelegtes Weidegut, ein anno 1871 erbautes Fachwerkgebäude mit etwa 4000 Quadratmeter Land, einsam am Rande des Teutoburger Waldes gelegen, war in den Siebzigern ihr Zuhause. Das ehemalige Pferdegestüt hatte Graf Metternich den Musikern zur Verfügung gestellt – kostenlos und ohne Bedingungen. Dort wohnten sie mit 13 Gleichgesinnten (vier Musiker, der Manager, zwei Roadies, drei Frauen, drei Kinder und etliche Katzen und Hunde). Hattler charakterisierte die Philosophie des Zusammenlebens seinerzeit mit den Worten: „Es herrscht hier eine freundliche Anarchie. Wir haben absichtlich keine Pläne gemacht, wer wann wo putzen muss oder Spüldienst hat. Es ist natürlich ganz schön schwierig, weil wir auf unsere eigene Einsicht angewiesen sind.“ Denn: „Wenn in der Küche alles stimmt, geht auch die Musik in Ordnung.“
Im täglichen Leben zwar mit derlei Banalitäten konfrontiert entwickelte sich die Band in den kommenden Jahren zu eine der außergewöhnlichsten deutschen Formationen. Ihre dritte Veröffentlichung ´Andy Nogger` (der Albumtitel beleuchtete den Konsumterror kritisch und war eine Anspielung auf den Speiseeis-Werbeslogan ´Nogger Dir einen`) verkaufte sich 120.000 Mal. Das Werk erschien in Österreich, der Schweiz, Holland, Kanada, Australien, England, Skandinavien und Südafrika und wurde vom deutschen ´Musikexpress` zur Platte des Jahres gekürt. Bereits vier Wochen nach Veröffentlichung in Amerika rangierte das Album in den Billboard Charts auf Platz 9 der meistgespielten LP´s aller US-Sender. Nach drei Studiowerken wurde im Oktober 1974 im Berliner ´Quartier Latin` ihr Doppelalbum ´Kraan Live` mitgeschnitten, eines der herausragenden Jazzrock-Alben jener Tage, das vom legendären Produzenten Conny Plank aufgezeichnet und bearbeitet wurde. Nach einem umjubelten Auftritt beim Roskilde Festival in Dänemark im Juni 1975 ersetzten Kraan den ausgestiegenen Alto Pappert durch den Pianisten/Organisten Ingo Bischof. Mit dem folgenden, ebenfalls großartigen ´Let It Out` Album, das mit einem mobilen Studio in Wintrup, quasi zwischen Pferdestall und Küchenherd von Conny Plank produziert wurde, avancierten Kraan im Magazin ´Sounds` zur Gruppe des Jahres. Auch der ´ME` fand Gefallen an der Band: „Lange Kollektiv-Improvisationen zwischen Jazz, Rock und Blues werden mit spielerischer Leichtigkeit für ein paar Takte von arrangierten Teilen unterbrochen“, schrieb das Magazin im November 1975. „Da zeigt sich echtes Können und die Kraan-Leute verwirklichen ihre ausgefallenen musikalischen Ideen mit derart viel Einfühlungsvermögen und Präzision, als wollten sie augenzwinkernd an den Genius eines Frank Zappa erinnern.“

Nach ´Let It Out` begann für Kraan eine neue Zeitrechnung. Die beiden folgenden Alben ´Wiederhören` (1977) und ´Flyday` (1978), speziell aber das 83er Opus ´Nachtfahrt` (dazwischen liegt noch die Veröffentlichung des zweiten Live-Albums ´Tournee`), reflektierten den geänderten Zeitgeist. Die Neue Deutsche Welle zog in die deutsche Musiklandschaft ein. Von ihr blieben auch Kraan nicht unbeeinflusst. Und umgekehrt. Hattler: „Viele dieser Bands waren Kraan-Fans, und waren von dem, was wir auf ´Flyday` machten, vor allem von Peters Arpeggio-Gitarrenstil, beeindruckt und ließen diese Elemente auch in ihre Musik einfließen. ´Nachtfahrt` dagegen war unsererseits eine mehr oder weniger ironische Auseinandersetzung mit der damaligen Musikszene.“ Echte Kraan-Scheiben waren beide Veröffentlichungen indes nur teilweise, sondern eher – wie Hattler es nennt – „jeweils zur Hälfte Solowerke von Peter und mir.“ Als kreative und produzierende Band wie zu Wintrups Zeiten existierten Kraan zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr; die Aktivitäten der Gruppe beschränkten sich auf Tourneen in wechselnden Besetzungen bis zum Jahr 1984. Danach sollte endgültig Schluss sein, aber schon 1988 erschien das dritte Bühnenwerk ´Live ´88`, gefolgt von den beiden letzten Studioalben ´Dancing In The Shade` und ´Soul Of Stone`.
Mit einem Auftritt 1992 auf der ´Dokumenta` in Kassel schloss die Kraan-Historie für das fast komplette Jahrzeht der 90er Jahre.
Hattler setzte seine Karriere mit dem bereits auf den letzten Kraan-Veröffentlichungen zu hörenden Trompeter Joo Kraus in der Formation Tab Two fort, Wolbrandt widmete sich seinem erlernten Beruf als Graphiker und Programmierer und erst anlässlich des dreißigjährigen Kraan-Jubiläums reformierte sich die Band im Frühjahr 2000 in der Besetzung Hattler, Wolbrandt, Bischof und Fride, veröffentlichte die beiden Jubiläums-konzerte (´Live2001`), spielte eine überaus erfolgreiche Deutschlandtournee und veröffentlichte Ende Juni 2003 ihr Comeback-Album ´Through`, das auf wundersame Weise nahtlos an alte Tugenden anknüpft, ohne dabei etwa angestaubt oder vom Zeitgeist überholt zu klingen. Auch auf dem Nachfolgewerk Psychedelic Man (für das die Fa. EMI übrigens eigens ihr legendäres „Harvest“ label reanimiert hat), erweist sich diese unverwechselbare Band als ein Füllhorn an Kreativität und Musikalität, die in dieser Form in Deutschland einzigartig ist.

Seit Anfang 2008 wurde der längst in der Luft liegende Wunsch verwirklicht, auch Live wieder freier und den Fähigkeiten der Urmitglieder entsprechender aufzuspielen. Seither besteht KRAAN „nur“ noch aus den drei Gründungsmitgliedern Peter Wolbrandt, Hellmut Hattler und Jan Fride Wolbrandt, absolvierte gefeierte Tourneen und veröffentlichten 2011 in dieser Besetzung ihr aktuelles Albums mit dem Titel „Diamonds“, das hochmodern und trotzdem 100% nach KRAAN klingt und damit deutlich zeigt, dass diese Band offenbar keinerlei Zeitschema zu unterliegen scheint; immerhin wird kein Prädikat im Zusammenhang mit KRAAN so oft gebraucht wie das Wort „zeitlos“.

The Hamburg Blues Band

20:00 Uhr | Eintritt 25,- Euro | Abendkasse 30,- Euro | Streaming 15,- Euro
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“Friends For A LIVEtime VOL.II” Tour featuring:

CHRIS FARLOWE & KRISSY MATTHEWS

38 Jahre St. Pauli Blues! Seit fast 4 Jahrzehnten touren fünf Typen durch überfüllte Clubs, die mit zum Besten gehören, was die europäische Bluesszene zu bieten hat. Die Hamburg Blues Band steht für intensiven, clever arrangierten und live umwerfenden Roots Blues der regelmäßig Puristen ins mentale Wanken bringt. Denn die die Truppe um den oft mit Joe Cocker verglichenen Sänger Gert Lange, vermengt brettharten Gitarren-Bluesrock so spielfreudig wie traditionsbewusst mit Soul, Psychedelic, Rhythm & Blues, Boogie & sogar Ausflüge in Jazz Gefilde.

1982 gründeten der Hamburger Sänger & der englische Saxophonist Dick Heckstall-Smith im legendären Hamburger “Onkel Pö” spontan nach einer Mitternachts Session die Hamburg Band Band. “Dick Heckstall-Smith war unser Schlüssel zur britischen Bluesszene, unsere Brit-Blues-Connection”. “Er war für uns das, was Alexis Korner für die Stones & viele andere war.” so Lange heute. So verwundert es nicht, das die Band über die Jahre dann auch mit den Stars der Szene auf Tour war: Jack Bruce, Chris Farlowe, Mike Harrison, Arthur Brown und Gitarrenheroen wie Clem Clempson & Miller Anderson zu Bandmitgliedern wurden. “Wir hatten darüberhinaus das grosse Glück, dass Dick Heckstall-Smith vor seinem Tod uns noch mit der Texter-Legende Pete Brown (Cream) zusammen brachte, der bis heute unsere Texte schreibt & auch ein weiterer gern gesehener Gast auf unseren Tourneen ist”.

Hamburgs renommierter Blues/Rock Shouter Gert Lange, Stimme diverse Werbespots (u.a. Carlsberg Bier) sowie dem Titelsong des mit dem deutschen Filmpreises in Gold ausgezeichneten Roadmovies “Burning Life“ und die famose Rhythmustruppe, Trommler Hansi Wallbaum & Bassist Michael Becker (Spooky Tooth, Lake, Stoppok, Interzone, Chuck Berry, Westernhagen), kennt man als eine verschworene Bande, die mit einer konsequenter Durchschlagskraft arbeitet, ergänzt durch ihre Fähigkeit, Dynamik auf Abruf zu steuern und mit perfektem Harmoniegesang zu würzen. Unter dem Motto “Friends For A LIVEtime VOL.II“ ist die Hamburg Blues Band mit Freunden & Weggefährten auf grosser Tour.

Die Stimme von Chris Farlowe erregte erstmals Mitte der Sechziger Aufmerksamkeit, als er mit dem von Mick Jagger & Keith Richards produzierten Rolling Stones Song “Out Of Time“, Platz 1 sämtlicher Hitparaden in Europa eroberte. Der allseits bekannte “Blues-Pavarotti“ (Good Times) war Sänger der Progressiv-Giganten Atomic Rooster & Colosseum deren Doppelalbum „Colosseum Live“ auch heute noch getrost als Juwel der Rockgeschichte bezeichnen kann. 1982 holte ihn Jimmy Page (Led Zeppelin) für die Filmusik zu dem Charles Bronson Film “Death Wish II“ & und zu dessen Soloalbum “Outrider“. Seid Mitte der 80er ist Chris mit eigener Band auf Tour, übernimmt jedoch immer wieder gerne Gastangebote bei anderen Formationen an – u.a. bei Van Morrison, den R&B Allstars & der Hamburg Blues Band mit Bandkumpel Clem Clempson. 1994 war Chris Farlowe Teil des groß angelegten Colosseum Comebacks bis zum Abschiedskonzert der Supergroup um Jon Hiseman im Februar 2015 im legendären Shepherd ́s Bush Empire in London. Als R&B Entertainer alter Schule versteht er es wie kein anderer Delta, Opera & New Orleans Scatgesang zu kombinieren.

Namen wie Jimi Hendrix, Muddy Waters, Eric Clapton, Jeff Beck, Johnny Winter, Rory Gallagher oder auch Pete Townsend fallen, wenn von dem erst 23 Jahre alten Krissy Matthews die Rede ist. Sie alle sollen Pate für den Gitarren-Stil des jungen Ausnahme Gitarristen gestanden haben und in der Tat ist das Spiel von Matthews alles andere als eindimensional. Mal klingt er frisch und rau, dann wieder schräg und wild. Schon als Dreijähriger stand er zum ersten Mal auf der Bühne, im Alter von acht Jahren bekam er seine erste Gitarre und als Elfjähriger wurde er vom Blues erfasst. Ein Jahr später traf er John Mayall bei einem Auftritt in Norwegen, und der Gottvater des weißen Blues zögerte nicht lange und nahm den Zwölfjährigen mit auf die Bühne. Musikerkollegen, Kritiker sowie Presse sind voll des Lobes; “This guy is the real deal” (Beth Hart), “Oh boy, this kid can play” (Hubert Sumlin.

Auch nach 38 Jahren ist die Hamburg Blues Band immer wieder für Überraschungen gut & präsentiert ihren ganz eigenen Sound fernab jeglicher Klischees. Auf der “Friends For A LIVtime VOL.l II“ Tour erwartet das Publikum ein musikalisches Feuerwerk mit echten Typen und Originals.

Johanna Summer

20:00 Uhr | Eintritt 18,- Euro | Abendkasse 21,- Euro | Streaming 15,- Euro
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„Ihre Musik ist voller Phantasie und ohne Kategorie. Von der europäischen Klassik
kommend, mit wundervollem Anschlag, hat sie etwas Vollkommenes, Eigenes geschaffen.
Wunderschöne Musik von A – Z. Ein neuer Stern am Pianohimmel.“ schreibt Klavier-Ikone
Joachim Kühn über seine junge Kollegin Johanna Summer. Und Piano-Poet Malakoff
Kowalski schwärmt: „Skandalös gut. Ich bin hingerissen und verblüfft von Johanna
Summer. Eine Künstlerin, die furchtlos der Musik zu folgen scheint.“ Selten hat ein
Debütalbum einer jungen Instrumentalistin derart schnell derart begeisterte Reaktionen
hervorgerufen, wie „Schumann Kaleidoskop“ der bereits mehrfach ausgezeichneten Wahl-
Berlinerin Johanna Summer. Auf dem Album spannt sie einen weiten, improvisatorischen
Bogen über Stücke aus Robert Schumanns „Kinderszenen“ und „Album für die Jugend“ –
Stücke, die ihr, und den allermeisten Pianisten, tief vertraut sind, die sie als
Ausgangspunkt für komplett freie Improvisationen nutzt und so bei jedem Anlauf ganz
neue Musik entstehen lässt. Dass sich Johanna Summer für ihr Debüt gleich der
Königsdisziplin, dem Solo-Piano annimmt, zeigt, dass sie eine ist, die nie den einfachen
Weg geht. Egal, ob mit klassischen Stücken, Eigenkompositionen oder Jazz-Standards –
immer schafft sie es in ihren Improvisationen, eine weite, dynamische Erzählung zu
entwickeln, mal zart und zerbrechlich, mal spannungsreich, rhythmisch zupackend oder
unwiderstehlich melodisch. Zugleich hat man nie den Eindruck, es ginge ihr darum,
möglichst viele Ideen abzufeuern, oder sich als Virtuosin zu präsentieren. Alles passiert im
Sinne des musikalischen Storytellings, mit einem äußerst reifen, weitsichtigen Blick für
Dramaturgie, Dynamik, Spannung und Atmosphäre. Die Süddeutsche Zeitung findet das
schlicht „eine kleine Sensation“, das Klassikmagazin Fono Forum „faszinierend feinsinnig“
und Jazz thing konstatiert: „eine Pianistin ganz eigenen Charakters, virtuos, subtil und
filigran“. Jazz, Klassik und freies Spiel – Johanna Summer kreiert aus dem Moment
heraus ihre ganz eigene Musik, und es ist ein Erlebnis, ihr dabei zuzuhören.

Omer Klein Trio

20:00 Uhr | Eintritt 22,- Euro | Abendkasse 25,- Euro | Streaming 15,- Euro
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Der Pianist und Komponist Omer Klein, sein Schlagzeuger Amir Bresler und Bassist Haggai Cohen Milo gehen bei ihrem gemeinsamen Musizieren stets mit einem frischen, gewagten und spielerischen Ansatz ans Werk. Seit 2013 zusammen in dieser Formation haben die drei Israelis einen einzigartigen Sound entwickelt mit einer feinen Balance zwischen Direktheit und Raffinesse. Das Omer Klein Trio wurde zu einer sehr beschäftigten Band in der internationalen Jazzszene mit umfangreichem Tourplan und einer ständig wachsenden Zahl von begeisterten Fans bei ihren Konzerten. Diese sind immer außergewöhnliche Events, bei denen die Musik in viele überraschende Richtungen gehen kann.

Das erste Album des Trios „Fearless Friday“ schlug weltweit Wellen. Es folgte das mit dem ECHO Jazz ausgezeichnete „Sleepwalkers“, das den Beginn der Zusammenarbeit des Trios mit dem Label WARNER Music markierte. Mit dem Album „Radio Mediteran“, einer modernen Liebeserklärung an das Mittelmeer, erweiterte das Trio sein Instrumentarium um Synthies und Percussion.

Im Herbst 2021 kommt nun „Personal Belongings“, Kleins dritte Veröffentlichung bei WARNER Music und seine bisher persönlichste. Das Album ist eine Suite aus miteinander verbundenen Solo- und Triostücken. Bei den Live-Konzerten wird das Trio Ausschnitte aus dem neuen und den letzten Alben spielen, aber auch einige Überraschungen bereithalten.

„Eines der wichtigsten zeitgenössischen Piano -Trios der letzten Jahre“ – ALL ABOUT JAZZ

„Klein zeigte, was Anschlag, Finesse und Einfallsreichtum angeht, dass er zur kleinen Schar der echten Meisterpianisten gehört.” – Süddeutsche Zeitung

Omer Klein (piano)
Haggai Cohen-Milo (bass)
Amir Bresler (drums, percussion)

Unterstützt von der Volksbank Kassel Göttingen und dem Kulturamt der Stadt Kassel

Stephanie Lottermoser & Band

20:00 Uhr | Eintritt 22,- Euro | Abendkasse 25,- Euro | Streaming 15,- Euro
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Im Jazz und der improvisierten Musik sind rurale und urbane Destinationen seit Dekaden inspirierende narrative Impulsgeber. Ob für Standards wie Harlem Nocturne, April in Paris, Moonlight in Vermont und London Blues oder gar für ganze Alben wie In Angel City von Charlie Haden, Hudson von Jack DeJohnette, New York Tango von Richard Galliano oder Miles Davis Sketches of Spain, stets waren es die mal eng, mal weiter gesteckten geographischen Koordinaten, die als Katalysatoren die kreativen und imaginativen Kräfte befeuerten.

Stephanie Lottermosers neues Album Hamburg, fulminanter und mit Spannung erwarteter Nachfolger von This Time, das es in 2018 bis auf Platz 2 der deutschen Jazzcharts geschafft hat und dem die Jazzthing attestierte, federleichte Songs (…), die alle über einen bemerkenswerten Tiefgang verfügen, auf sich zu vereinen, könnte man zweifelsfrei in diesen Kanon aufnehmen, gäbe es da nicht die kleinen, aber feinen Unterschiede, die Hamburg ganz entscheidend von den genannten Titeln abheben: die autobiografischen Elemente der Erzählung und die Gedanken der Musikerin zu relevanten gesellschaftlichen Themen unserer Zeit, die die Architektur der Songs wesentlich mitbestimmt haben. Hamburg – das Album – schaut also nicht nur auf die Stadt selbst, sondern lässt den Blick weiter schweifen, tief ins Land hinaus.

Ausgestattet mit einem Vollstipendium durfte ich vor einigen Jahren sechs Monate in Paris verbringen und habe das Flair und die Internationalität dieser Metropole erleben können. Mein Album Paris Songbook ist in dieser Zeit entstanden. Als ich nach München zurückkam, erschien mir die Stadt schnell als zu klein und ich hatte das Bedürfnis, mich zu verändern. Kurz habe ich an einen Umzug nach Berlin gedacht, mich dann aber für Hamburg entschieden, das ich von einigen Besuchen bereits kennen und lieben gelernt hatte. Im September 2018 machte ich mich mit zwei gepackten Koffern auf den Weg an die Elbe und habe den Umzug bis heute nicht bereut, erzählt die Saxofonistin.

Die freundliche Aufnahme durch die Hamburger Szene und der schnelle und problemlose musikalische Anschluss – ein Interviewangebot der NDR Jazzredaktion und eine Einladung zu den Jazz Open durch das Jazz Büro Hamburg folgten fast sofort – bestätigten die Richtigkeit der Entscheidung. Ich fühlte mich sofort sehr willkommen und herzlich aufgenommen, freut sich Stephanie Lottermoser.

Hamburg ist nun das erste Album, das Stephanie Lottermoser in Gänze in ihrer neuen Heimat geschrieben und arrangiert hat. Aufgenommen wurde es dann im Frühjahr 2020 im Bonello Tonstudio in Berlin unter der Regie von Tobias Ober. Die Production-Credits gehen an Gitarrist Lars Cölln, der auch für das Mixing des Albums zuständig war.

Herausgekommen ist eine grandios kurzweilige und angenehm an den Livesound der Band angelehnte Platte, auf der Elemente des Funk, Jazz, Pop und Soul so famos miteinander verwoben werden, wie man es nur sehr selten auf nationalen Produktionen zu hören bekommt – weit entfernt von jeglicher unterkühlt-akademischer Jazz-Arithmetik.

Der aufregende Stilpluralismus von Hamburg geht direkt auf den positiven Einfluss des neuen Lebensmittelpunktes zurück. Die schöne Gewissheit, sich dort richtig aufgehoben und zuhause zu fühlen, obwohl sie doch gerade erst in der neuen Stadt angekommen war, das hat bei der Saxophonistin, Sängerin, Komponistin und Arrangeurin Gedanken und Ideen freigesetzt und schlussendlich den Wunsch geweckt, einmal musikalisch Neues zu probieren.

So spannend und abwechslungsreich und doch ganz bei sich selbst war die gebürtige Wolfratshausenerin bislang noch nicht zu hören!

Mit Hamburg im Gepäck und mit Gitarrist Lars Cölln (Flo Mega, Malia, Max Mutzke, Wolfgang Niedecken), Schlagzeuger Felix Lehrmann (Sarah Connor, Nils Wülker, China Moses, Randy Brecker), Bassist Thomas Stieger (Sarah Connor, Klaus Doldinger, Wolfgang Haffner, Nils Landgren) und Keyboarder Till Sahm (Cosmo Klein & The Phunkguerilla, The Marvin Gaye Show, Silbermond), den fantastischen Musikern, die seit zwei Jahren ihre Working-Band bilden, dürfte sich Stephanie Lottermoser jetzt zweifelsfrei in die absolute Premiumklasse der nationalen Acts gespielt haben.

Unterstützt von der Volksbank Kassel Göttingen und dem Kulturamt der Stadt Kassel

Dawg Eat Dawg

19:00 Uhr | Eintritt 15,- Euro | Abendkasse 18,- Euro | Streaming 10,- Euro
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Mit dem Bandprojekt “Dawg Eat Dawg” wollen wir einen unserer Lieblingskünstler ehren, der leider viel zu früh verstorben ist – Calvin Russell

Der unvermittelte Wechsel zwischen schnörkellosem, druckvollem Texas-Blues, Roots-Rock und ausdrucksstarkem Singer-Songwriter-Folk zeichnet die Musik von Calvin Russell aus.
Der Outlaw, der einige Zeit im Gefängnis verbrachte und erst spät zu musikalischem Erfolg kam, nannte als wichtigste Intention seines Musikschaffens den Kampf um Würde, Respekt und Akzeptanz:„Ich bin durch die Hölle auf Erden gegangen, und diesen Schmerz (…) kann man auch durch einen noch so großen Erfolg nie verwinden.“
Der Musikjournalist Heinz-Jürgen Rippert schrieb in einem Nachruf:
„Calvin Russell prägte sich einem durch sein vom Leben gezeichneten Gesicht schnell ein. Seine Stimme war hart, rau und seine Songs wirkten authentisch. Die Lieder handeln vom Leben abseits der etablierten Schichten in den USA, jenseits der Hochglanzseiten, die so gerne in den Medien vorgeführt werden. Sie erzählen vom Leben auf der Straße, in Gefängnissen und der Sehnsucht nach Würde und ein wenig Glück. Nicht von ungefähr bezeichnete man den Singer-Songwriter als Charles Bukowski der Musik.“

Bandbesetzung:

Micha Margraf: Drums, Gesang
Stefan Pucklitsch: Pedal Steel, Gitarre
Joachim Schulz: Gitarre, Gesang
Thomas (Stolle) Stolkmann: Bass, Gesang

FJARILL

20:00 Uhr | Eintritt 20,- Euro | Abendkasse 23,- Euro | Streaming 15,- Euro
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Aino Löwenmark – Piano, Gesang
Hanmari Spiegel – Geige, Gitarre, Gesang
„Das Licht ist blau und mystisch, denn auch wenn die Sonne gegen Mitternacht untergeht, wird es nie richtig dunkel. Die Luft ist klar und frisch, es duftet nach Moos, nach Wald und nach Blumen… Butterblumen und wilde Wiesenblumen.“ So beschreibt die Schwedin Aino Löwenmark ihre Heimat Darlarna, Schwedens kulturelles Zentrum. Schon viele Jahre lebt sie in Hamburg und hat hier 2004, zusammen mit der aus Südafrika stammenden Geigerin Hanmari Spiegel das fantastische Duo Fjarill gegründet.

Auch nach 16 Jahren Bestehen des Duos Fjarill ist es immer noch nicht einfach, die passende Schublade für diese Musik zu finden. Popmusik mit schwedischen Texten? Weltmusik aus Südafrika und Skandinavien? Vocaljazz? Es scheint immer schwierig zu sein, für diese zarte und kraftvolle Musik, die so besonders und einzigartig daherkommt, eine Kategorie zu finden. Aber Schmetterlinge gehören auch nicht in Schubladen! Acht gemeinsame Alben, Weltmusikpreise, hunderte Konzerte in ganz Europa – Fjarill aus Hamburg haben viel erreicht.

Im Angesicht der Pandemie möchten die Musikerinnen mit ihrem Album ein besonderes Maß an Kraft und Mut spenden. Wie solidarisch wiederum die Fans das Schaffen von Fjarill unterstützen, zeigte sich eindrucksvoll beim Crowdfunding zu „Poësi‟. Die angestrebten 15.000 Euro wurden um satte 2000 Euro übertroffen. Als Dankeschön ließen sich unter anderem Gesangsworkshops erwerben, die Fjarill im Walden Studio am grünen Rande Hamburgs gibt. „Wir sind enorm dankbar für das große Vertrauen, dass uns so viele Menschen seit Jahren entgegenbringen‟, sagt Hanmari Spiegel. Seit 2004 hat sich das charismatische Duo von Südafrika bis Schweden ein stetig wachsendes Publikum erspielt. Ihre Auftritte laden Konzertsäle und Freiluftfestivals, Clubs und Kirchen mit einer einzigartigen kollektiven Energie auf. Bis alle Anwesenden erfüllt und elektrisiert sind von Empfindsamkeit und Euphorie.

Die neuen Klänge, die Fjarill zu den alten Gedichten gefunden hat, entwickelten sich ganz intuitiv. Je nachdem, welche Schwingung die Worte in den Musikerinnen auslösten. Wie Ideen kommen und gehen, davon erzählt die Auftaktnummer „Ljus från utslocknande stjärnor‟ („Licht von erloschenen Sternen‟). Piano und Violine ebnen den Versen da ganz sachte den Weg. Ein Suchen und Staunen. „Nicht jeder kreative Impuls manifestiert sich, manches kann auch vorbeifließen‟, erklärt Aino Löwenmark. „Wir müssen nicht alle Prozesse verkopft zu Ende bringen.‟ Kunst lässt sich nicht erzwingen. „Nelly Sachs‘ Texte haben lange in mir gearbeitet. Auf einmal ist da eine Öffnung und die Musik kommt herein‟, sagt Hanmari Spiegel. Die transparenten Kompositionen dienen oftmals als Ausgleich zur Schwermut der Lyrik, etwa in „So rann ich aus dem Wort‟. Eine fein justierte Balance.

Die frei atmende Atmosphäre, die „Poësi‟ durchzieht, wurde behutsam eingefangen von dem Hamburger Produzenten Stephan Gade. „Stephan ist ein entspannter Mensch, den wir seit mehr als 15 Jahren kennen. Mit ihm zu arbeiten, hat sich wie eine Verlängerung unserer Kreativität angefühlt‟, erzählt Aino Löwenmark. „Aufgrund von Corona haben wir unser Material viel digital hin- und hergeschickt. Das hat sehr gut funktioniert‟, erläutert Hanmari Spiegel. Stephan Gade hat sich mit Bass, Gitarre und Percussion in die Aufnahmen eingebracht. Und weitere treue Weggefährten haben ebenfalls zu dem Album beigetragen, etwa die Musiker Jürgen Spiegel und Stefan Stoppok. Der Schauspieler Andreas Grötzinger wiederum rezitiert mit dunkel-warmer Stimme das Poem „In der blauen Ferne‟. Neu ist, dass Fjarill seine Instrumentierung erweitert hat. So ist Hanmari Spiegel erstmals am Synthesizer zu hören, was den Sound des Duos dynamisch bereichert.

Mit den Gedichten von Nelly Sachs zieht zudem das Deutsche ein in den Fjarill’schen Sprachkosmos. Wenn Aino Löwenmark das Gedicht „Hier nehme ich euch gefangen / ihr Worte‟ singt, entfaltet sich durch ihren schwedischen Akzent eine eigensinnige wie zarte Poesie. Zwei Monate lang hat sie den Song immer wieder aufgenommen, bis sich Artikulation und Emotion stimmig anfühlten. Wie überhaupt alle der 13 Songs eine ganz eigene Persönlichkeit entwickelt haben. Da ist das beschwingte „Önskevisa‟ („Wunschlied‟), das die Demokratie mit einem wilden Volkstanz feiert. Oder das getragene „Vår är himmeln‟ („Unser ist der Himmel‟), das die Verletzlichkeit preist. „Wir werden schicksalsweich, je älter wir sind. Die Erkenntnis, dass alles zerbrechlich ist, macht demütig und dankbar‟, sagt Aino Löwenmark. „Dieser Text von Pär Lagerkvist ist so schön und zuversichtlich, er könnte eine Art Vaterunser sein für eine neue Religion‟, sagt Hanmari Spiegel.

Es hat eine heilende und beflügelnde Qualität, wie Fjarill auf „Poësi‟ menschliche Seelenlagen auslotet. Wie die Musikerinnen beherzt eintauchen in jene Zustände, die zwischen den Welten zu liegen scheinen. Wie sich Stimmen und Töne Schicht um Schicht ergänzen. Und wie zugleich viel Raum bleibt für eigene Gedanken. Mit der spannungsgeladenen Rhythmik von „Glömma Glömma‟ lassen sich Wut und Frust kanalisieren. Und mit Lagerkvists bekanntem Gedicht „Det är vackrast när det skymmer‟ werden die Zuhörenden zum Abschluss des Albums sanft in die Dämmerung geleitet. Das Lied zelebriert eine allumfassende Liebe, die wir ganz für uns alleine spüren können. Was für eine passende und tröstende Botschaft in dieser besonderen Zeit.

Eyolf Dale Trio

20:00 Uhr | Eintritt 17,- Euro | Abendkasse 20,- Euro | Streaming 12,- Euro
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Der in Oslo lebende Pianist Eyolf Dale hat als Musiker so einige Meilensteine hinter sich: zweimal war er bereits für Soloalben für den Norwegischen Grammy auf der Shortlist. Als Leader und Sideman spielte er tausende Konzerte auf der ganzen Welt. Stuart Nicholson sagte über ihn in Jazzwise (GB): “Dale’s Debut als ein Leader bei einem großen europäischen Jazz Label ist auf mehreren Ebenen beeindruckend – in Konzeption, Ausführung und aus kompositorischer Sicht schafft er es, aus allem das beste zu holen.” Und Fred Gran befand in Jazz Journal (GB): “es wird immer offensichtlicher, dass Dale zu den Allerbesten gehört.”
Musikalisch steht der Komponist in der Tradition des skandinavischen Jazz: ein Geschichtenerzähler, aufregend und fesselnd, manchmal mystisch, manchmal romantisch. Er komponierte unter anderem für seine eigenen Projekte wie zum Beispiel das Oktett Wolf Valley, sein Duo mit André Roligheten, seine Soloalben – aber auch für Orchester und Big Bands. Um bei der Metapher zu bleiben: Das Leben spielt mal klein, mal groß. Nun also ein Piano Trio, passenderweise bestehend aus drei Generationen norwegischer Jazzmusiker. Schlagzeuger-Legende Audun Kleive und Bassist Per Zanussi begleiten Dale auf dem Wegstück, das passenderweise “BEING” heißt. Das Album erscheint am 19. Februar 2021 bei Edition Records.

Eyolf Dale, piano
Per Zanussi, bass
Audun Kleive, drums

Unterstützt von der Volksbank Kassel Göttingen und dem Kulturamt der Stadt Kassel