Dienstag, 26.01.2021
um 19:30 Uhr

Literaturhaus Hamburg
Schwanenwik 38
22087 Hamburg





Harald Martenstein
liest aus seinem neuen Roman »Wut«

Martenstein? Ja, das ist der heiß verehrte und schroff abgelehnte Kolumnist und Reporter, der seit Jahren – im »ZEITmagazin« oder im »Tagesspiegel« mit seinen Ansichten nicht hinterm Berg hält. Doch da gibt es auch den preisgekrönten Romancier Martenstein, der mit seinem Werk »Wut« (Ullstein) seine Leserinnen und Leser überraschen wird.

Frank erlebt die Wut seiner Mutter als wilde Ausbrüche. Er liegt unter dem Bett, und sie stochert mit dem Besenstiel nach ihm. Wenn er unter dem Bett bleibt, verliert er, wenn er hervorkrabbelt, verliert er erst recht. Niemand scheint zu bemerken, dass er regelmäßig verprügelt wird. Nur die Großmutter sagt hin und wieder etwas zur Mutter. Dann ist für ein paar Wochen Ruhe. Als Kind beginnt Frank zu verstehen, dass er den Träumen seiner alleinerziehenden Mutter im Weg steht. Als Jugendlicher beginnt er zu ahnen, dass sie selbst traumatisiert worden sein muss: im Krieg, in dem Bordell, wo sie in der Nachkriegszeit Unterschlupf fand, in der Klosterschule. Eines Tages eskaliert ein Streit, und die Nachbarn rufen die Polizei. Frank springt panisch aus dem Fenster, doch niemand glaubt ihm, dass er von seiner Mutter angegriffen wurde. Er kehrt nie wieder nach Hause zurück ...
Ein Roman darüber, wie schwer es ist, die Wunden der Kindheit zu heilen.

Moderation: Rainer Moritz

Medienpartner NDR Info

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