Donnerstag, 09.04.2020
um 19:00 Uhr

Schlosstheater Rheinsberg
Kavalierhaus der Schlossanlage
16831 Rheinsberg






Joseph Haydn Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
Fassung für Streichquartett Hob. XX/1:B

Reinhold-Quartet

Verbindende Texte: Ulrich Noethen

„Instrumentalmusik über die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz, bestehend aus sieben Sonaten mit einer Einleitung und einem Erdbeben am Ende“ lautet – in deutscher Übersetzung – der Originaltitel von Haydns Komposition. 1786/87 im Auftrag der spanischen Stadt Cadiz und für deren aufwendigen Karfreitagszeremonien entstanden, unterscheidet sich das Stück von den meisten anderen Passionsmusiken, indem es ganz auf die Verwendung des Wortes verzichtet und die Empfindungen und Gedanken Jesu nur in rein instrumentaler Form zu fassen versucht.
„Es war gewiß eine der schwersten Aufgaben, ohne untergelegten Text, aus freyer Phantasie, sieben Adagios auf einander folgen zu lassen, die den Zuhörer nicht ermüden, und in ihm alle Empfindungen wecken sollten, welche im Sinne eines jeden von dem sterbenden Erlöser ausgesprochenen Wortes lagen“, befand Haydn. Nach Meinung der Zeitgenossen löste er diese Aufgabe meisterlich. So heißt es in einer Kritik der „Musikalischen Real-Zeitung“ aus dem März 1788: „Wenn der Verfasser unmittelbar aus der Seele des sterbenden Mittlers herausgeschrieben hätte: so würde er kaum im Stand gewesen sein, die Empfindungen desselben wahrer und feierlicher darzustellen.“
Die heute erklingende Fassung für Streichquartett veröffentlichte Haydn gemeinsam mit der ursprünglichen Orchesterfassung 1787 bei Artaria in Wien.
Ergänzt werden die musikalischen Klänge durch betrachtende Texte, die der bekannte Schauspieler Ulrich Noethen lesen wird.

Einlass in den Theatersaal ist ca. eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

weitere Termine

»La Semele o sia la richiesta fatale« - Serenata in zwei Akten
Libretto von Francesco Ricciardi
Uraufführung Neapel 1726

Sänger: Roberta Invernizzi, Filippo Mineccia, Nadya Meier
Ensemble: Le Musiche nuove

Musikalische Leitung: Claudio Osele
Regie und Inszenierung: Georg Quander
Assistenz: Veronika Stemberger

Eine Koproduktion der Kammeroper Schloss Rheinsberg mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Hasses Werke, noch von Mozart zu den bedeutendsten Opernkompositionen seiner Zeit gezählt, sind heutzutage aus den Spielplänen der Opernhäuser so gut wie verschwunden –sehr zu Unrecht! Der neapolitanischen Opernschule verhaftet, wie die Werke des etwas älteren Georg Friedrich Händel, stellen Hasses Opern den Gipfelpunkt der hochvirtuosen Oper des 18. Jahrhunderts dar.
Hasses „Semele“, 1726 für einen adligen Auftraggeber in Neapel geschrieben und damit fast zwanzig Jahre vor Händels wesentlich berühmterer Vertonung des gleichen Stoffes entstanden, stellt eine der ersten musikdramatischen Arbeiten des jungen Hasse dar. Seine Serenata, eine Art Kammeroper für einen kleinen Rahmen, beschränkt sich dabei auf die drei Protagonisten der Handlung, auf den Göttervater Jupiter, seine eifersüchtige Gattin Juno und Jupiters irdische Geliebte Semele. Mit sparsamen instrumentalen Mitteln, aber gesanglichem Raffinement zeichnet er die Koketterie und Verführungskünste Semeles, ihr naives Vertrauen gegenüber der vermeintlichen Freundin Climene, in deren Gestalt sich Juno ihr nähert, Junos vernichtenden Hass und Jupiters verzweifeltes Hin- und Hergerissensein zwischen Pflicht und Leidenschaft.

Edition von Claudio Osele
Nach dem Partiturmanuskript im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde/Wien

Einlass in den Theatersaal ist ca. eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
»Kabale und Liebe« - Ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen
Uraufführung: 13.4.1784 in Frankfurt a.M.

Eine Produktion des Staatstheaters Cottbus

Schillers „Kabale und Liebe“ gilt als typisches Beispiel des Sturm und Drang, einer fortschrittlichen, literarischen Gattung des späten 18. Jahrhunderts und der Epoche der Aufklärung, die sich gegen die erstarrten Formen eines höfischen Repräsentationstheaters wandte und die gesellschaftlichen Konflikte im Zeichen eines erstarkenden Bürgertums thematisierte. So beleuchtet Schiller in seinem Drama kritisch die gesellschaftlichen Zustände seiner Zeit, wobei er die Konflikte innerhalb einer ständisch geprägten Gesellschaft mit eigenen Erfahrungen verwebt – seiner unglücklichen, an den Standesunterschieden scheiternden Liebe zu Caroline von Wolzogen und den Willkürakten, die er als Untertan des Herzogs Carl Eugen von Württemberg erleben musste.
Das Stück handelt von der tragischen Liebesbeziehung zwischen Luise Miller, der Tochter eines bürgerlichen Stadtmusikanten, und Ferdinand von Walter, dem Sohn des adligen Präsidenten von Walter. Durch eine infame Intrige, im damaligen Sprachgebrauch Kabale genannt, von Ferdinands Vater und dessen Sekretär Wurm endet diese Liebe i[n einer Katastrophe, de]m Freitod beider Liebenden. Dabei bildet die Eifersucht Wurms, der selbst ein Auge auf Luise geworfen hat, eine wesentliche Triebfeder seines verwerflichen Handelns, während der Präsident vornehmlich eine unstandesgemäße Heirat seines Sohnes, eine sogenannte Mesalliance, verhindern will und hofft, durch die Vermählung seines Sohnes mit Lady Milford, der Mätresse seines Fürsten, seine Stellung bei Hofe zu festigen und dadurch Vorteile für sich zu gewinnen.

Einlass in den Theatersaal ist ca. eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
»La Semele o sia la richiesta fatale« - Serenata in zwei Akten
Libretto von Francesco Ricciardi
Uraufführung Neapel 1726

Sänger: Roberta Invernizzi, Filippo Mineccia, Nadya Meier
Ensemble: Le Musiche nuove

Musikalische Leitung: Claudio Osele
Regie und Inszenierung: Georg Quander
Assistenz: Veronika Stemberger

Eine Koproduktion der Kammeroper Schloss Rheinsberg mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Hasses Werke, noch von Mozart zu den bedeutendsten Opernkompositionen seiner Zeit gezählt, sind heutzutage aus den Spielplänen der Opernhäuser so gut wie verschwunden –sehr zu Unrecht! Der neapolitanischen Opernschule verhaftet, wie die Werke des etwas älteren Georg Friedrich Händel, stellen Hasses Opern den Gipfelpunkt der hochvirtuosen Oper des 18. Jahrhunderts dar.
Hasses „Semele“, 1726 für einen adligen Auftraggeber in Neapel geschrieben und damit fast zwanzig Jahre vor Händels wesentlich berühmterer Vertonung des gleichen Stoffes entstanden, stellt eine der ersten musikdramatischen Arbeiten des jungen Hasse dar. Seine Serenata, eine Art Kammeroper für einen kleinen Rahmen, beschränkt sich dabei auf die drei Protagonisten der Handlung, auf den Göttervater Jupiter, seine eifersüchtige Gattin Juno und Jupiters irdische Geliebte Semele. Mit sparsamen instrumentalen Mitteln, aber gesanglichem Raffinement zeichnet er die Koketterie und Verführungskünste Semeles, ihr naives Vertrauen gegenüber der vermeintlichen Freundin Climene, in deren Gestalt sich Juno ihr nähert, Junos vernichtenden Hass und Jupiters verzweifeltes Hin- und Hergerissensein zwischen Pflicht und Leidenschaft.

Edition von Claudio Osele
Nach dem Partiturmanuskript im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde/Wien

Einlass in den Theatersaal ist ca. eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
»Gefährliche Liebschaften« - Ein Briefroman
Musikalisch-literarische Matinee

Wolfgang Amadeus Mozart
Zwölf Variationen für Klavier und Violine über „La Bergère Célimene“ G-Dur KV 359 und
Sechs Variationen für Klavier und Violine über „Hélas, j’ai perdu mon amour“ F-Dur KV 360 u.a.

Choderlos de Laclos‘ berühmter Briefroman gilt als ein Hauptwerk der französischen Literatur des ausgehenden 18. Jahrhunderts und Sittengemälde aus der Zeit des Ancien Régime. Der Roman erschien 1782 und wurde beim zeitgenössischen Publikum rasch zu einem Skandalerfolg.
In 175 Briefen schildert er die Geschichte zweier Intrigen, die von der Marquise de Merteuil und dem Vicomte de Valmont angezettelt werden, um Cécile de Volanges, ein junges, gerade aus der Klosterschule entlassenes Mädchen, und Madame de Tourvel, eine tugendhafte, verheiratete Frau, zu verführen. Dabei verheddern sich beide Intriganten in den Fallstricken ihrer eigenen Intrigen: die Wette, wer von Beiden als erster sein Ziel erreicht, und die unerfüllten erotischen Spannungen zwischen ihnen und den unschuldig in ihre verderbliches Spiel Hineingezogenen führen in die Katastrophe.

Die Lesung von ausgewählten Briefen aus dem Roman wird ergänzt durch Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, die zur gleichen Zeit entstanden ist wie der Roman von Choderlos de Laclos. Als Vorlage für seine Variationen für Klavier und Violine wählte Mozart Arien aus französischen Opern der Zeit, die den gleichen Geist des Galanten Zeitalters atmen wie die Brieftexte.

Einlass ist ca. eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.