Sonntag, 05.04.2020
um 18:00 Uhr

Hotel Die Sonne Frankenberg
Marktplatz 1
35066 Frankenberg (Eder)




Als „poetischer Erklärer“ deutsch-deutscher Befindlichkeiten wird der in Dresden geborene Schriftsteller Ingo Schulze gerühmt. In seinem neuesten Buch „Die rechtschaffenen Mörder“ spannt er den Bogen von den Siebziger Jahren bis in die Gegenwart und leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der aktuellen Situation in Deutschland. Norbert Paulini, einst eine Kultfigur als obsessiver Büchernarr und Antiquar in einer wohligen Nische der DDR-Gesellschaft verankert, wandelt sich nach der Wiedervereinigung zum schrulligen, bemitleideten Sonderling, der Schiffbruch erleidet und schließlich mit den Parolen von Pegida sympathisiert. Kein Rechtsextremist, eher ein enttäuschter, unpolitischer Ex-DDR-Bürger – und „das sehe ich auch in der Wirklichkeit, bei vielen Anhängern der AfD oder bei Pegida“, sagt Ingo Schulze. Über mehrere Erzählebenen und aus mehreren Perspektiven entfaltet sich das Leben eines Intellektuellen, von dem man sich am Ende fragt: Ist er eine tragische Figur oder ein Mörder?

Einlass: 18:00 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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Literarischer Frühling 2020 - „Heimkehr"
Als Wolfgang Büscher 2001 allein zu Fuß von Berlin nach Moskau ging, 82 Tage lang, 2500 Kilometer weit, da löste er ebenso große Verblüffung wie Bewunderung aus. Sein zwei Jahre später erschienenes Buch über dieses Wagnis gehörte laut Spiegel „zum Besten, was in den letzten Jahren in deutscher Sprache erschienen ist“. In der Folge wanderte Büscher auch durch Deutschland und die USA, er fuhr durch Asien, und er lebte einen Frühling lang in der Altstadt von Jerusalem. Jetzt hat sich der am Rande des Waldecker Landes in Volkmarsen geborene Autor in der eigenen Heimat einer existentiellen Erfahrung besonderer Art ausgesetzt: Er lebte vom Frühjahr bis zum Herbst allein im Wald, in einer Jagdhütte, die das Waldecker Fürstenhaus ihm überließ. Ohne Strom und fließend Wasser, in radikaler Einsamkeit. Das Jahr wurde wider Erwarten dramatisch…

Einlass: 17:30 Uhr

Bad Arolsen

24.04.2020
18:00 Uhr
Literarischer Frühling 2020 - "Komm, ins Offene, Freund!"
Er war die meiste Zeit seines Lebens ein Einzelgänger, rätselhaft, verschlossen, im Selbstgespräch befangen. Zugleich empfing er in seinem legendären Turmzimmer am Neckar in Tübingen, wo er vom 4. Mai 1807 bis zu seinem Tod am 7. Juni 1843 in der Obhut des Tischlermeisters Ernst Zimmer und dessen Familie lebte, auch gerne seine literarischen Verehrer. Für die Vermutung, dass Genie und Wahnsinn nahe bei einander wohnen, gibt das Leben von Friedrich Hölderlin manchen Anhaltspunkt.

Unumstritten aber ist die Bedeutung des schwäbischen Dichters für die Literatur: Wie Goethe oder Schiller ist er ein deutscher Klassiker – und „ein Priester der Poesie“, wie Rüdiger Safranski, der Meisterbiograph der deutschen Klassiker, in seinem neuen Buch schreibt. Safranski spürt im Werk und Leben Hölderlins dem nach, was dieser selber das „göttliche Feuer“ genannt hat. Er folgt ihm vom Gymnasium zu den Hofmeisterstellen und Liebesaffären, setzt griechische Antike und aktuelle Gärung im Feuerschein der französischen Revolution in Bezug und zeigt Hölderlin als Poeten wie als politischen Kopf, der zeitweise mit den Jakobinern sympathisiert und auf einer gefährlichen Fußreise nach Bordeaux aus dem Tritt gerät. Am 20. März 2020 jährt sich der Geburtstag des deutschen Poeten, Grüblers und Hauslehrers zum 250. Mal.

Lesung mit Gespräch; Moderation: Anne-Dore Krohn

Einlass: 18:00 Uhr
Literarischer Frühling 2020 - "Die Battenbergs"
Die Grafen von Battenberg residierten einst in Battenberg im Norden Hessens. Nachdem das Geschlecht 1310 ausgestorben war, wurde der Titel rund 500 Jahre später wieder zu neuem Leben erweckt: Großherzog Ludwig III. von Hessen-Darmstadt, zu dessen Territorium Battenberg Jahrhunderte lang gehörte, vergab den Titel 1865 an die Frau seines Bruders Alexander, der die Standeserhöhung seiner rangniedrigeren Gefährtin erbeten hatte.

Aus dieser Seitenlinie des Hauses Hessen entsprossen berühmte Nachfahren, die enge Verbindungen zu europäischen Königshäusern herstellten und eine wichtige Rolle im dynastischen Netzwerk Europas spielten. Unter ihnen ist Prinz Philipp, der Gemahl der britischen Königin Elizabeth. Der Historiker Rainer von Hessen, selbst ein Neffe von Prinz Philipp, erzählt ein Stück Familiengeschichte, das immer auch europäische Geschichte war und ist. Beispielsweise waren die Battenbergs auch mit den russischen Zaren versippt...

Lesung und Gespräch, Moderation: Klaus Brill

Einlass: 13:30 Uhr

Battenberg (Eder)

04.04.2020
15:00 Uhr
Literarischer Frühling 2020 - "Wenn die Chinesen Rügen kaufen.."
Frau Merkel mag er nicht, im Freundeskreis nennt er sie MÜK – die „maßlos überschätzte Kanzlerin“. Der Wirtschaftsredakteur mit dem Spitzenamen „Kassandra“, der von seinem Verlag gerade vorzeitig in Rente geschickt wurde, liegt mit seinen Meinungen schon länger quer zur Mehrheit seiner Kollegen, auch was den Finanzminister Wolfgang Sch. und die Krise in Griechenland betrifft. Zudem ist er aufs höchste alarmiert darüber, wie das kommunistische Regime in China die eigene Bevölkerung schikaniert und Zug um Zug mehr Einfluss in Europa gewinnt, durch Übernahmen, Investitionen und politischen Druck, etwa in Griechenland. Friedrich Christian Delius, der seit einem halben Jahrhundert mit seinen wachen, mitunter satirischen Analysen und Romanen die Zeitgeschichte der Bundesrepublik begleitet, hat sich diesmal die allerjüngste Vergangenheit vorgenommen – und „eine furiose Abrechnung“ verfasst, wie der Berliner „Tagesspiegel“ befand. In seinem Tagebuch des Missvergnügens lästert er über Aufgeregtheit, Banalität und Widersinn der laufenden Ereignisse. „Kassandra“ gibt den Löffel noch nicht ab.

Lesung und Gespräch

Einlass: 10:30 Uhr

Waldeck

05.04.2020
11:00 Uhr
Literarischer Frühling 2020 - "Vorwiegend fest kochend"
Der Mensch ist, was er isst – diese alte Weisheit gilt nicht nur für Individuen, sondern auch für Völker, beispielsweise das deutsche. „Was den Deutschen schmeckt, wie sie kochen, übers Essen reden und schreiben, ist Ausdruck ihrer Kultur, ja, ihrer Seele“, sagt Wolfgang Herles in seinem neuen Buch. Dessen Titel lautet nicht von ungefähr: „Vorwiegend festkochend“. Genau so nämlich mögen es die Germans: sie wollen „etwas Ordentliches, Strammes auf dem Teller. Ohne viel Schnickschnack.“ Freilich haben französisches Raffinement und andere auswärtige Kochtugenden auch hierzulande längst Einzug gehalten. Ein weites Feld ist also abzuschreiten, will man die Essgewohnheiten der Deutschen ergründen. Der langjährige ZDF-Moderator und einstige Chef des Kulturmagazins „Aspekte“ Wolfgang Herles schöpft aus persönlichen Erlebnissen, gründlichen Recherchen und ausgiebigen kulturhistorischen Studien. Warum lieben die Deutschen die Kartoffeln? Wie wurden sie Weltmeister im Wurstmachen und Brotbacken? Wieso sind sie im Supermarkt so knauserig, wenn Qualität etwas kostet? Deutsches Essen, deutsche Seele - ein unerschöpfliches Thema, das selbstverständlich kulinarischer Begleitung bedarf.

Lese-Dinner, Lesung und Gespräch, dazu wird ein Vier-Gang-Menü aus deutschen Landen serviert. Moderation: Klaus Brill

Einlass: 17:15 Uhr

Frankenau

03.04.2020
18:00 Uhr