Montag, 20.01.2020
um 19:30 Uhr

Literaturhaus Stuttgart
Breitscheidstr. 4
70174 Stuttgart




Gemeinsame Auftaktveranstaltung der 59. Stuttgarter Antiquariatsmesse und der 34. Antiquaria Ludwigsburg

Mit dem Buchdruck wird zunächst die Produktion von Büchern oder Flugschriften verbunden. Doch gab es seit der Erfindung Gutenbergs auch eine große Zahl von gedruckten Einblättern, in der Forschung und Wissenschaft als Flugblätter oder Einblattdrucke bezeichnet und vor allem zur Zeit der Reformation weit verbreitet. Ihre Produktion war schnell und kostengünstig und so wurden sie vielseitig eingesetzt, um Produkte zu bewerben, Neuigkeiten zu verbreiten oder in vielen Fällen sogar, um Konflikte auszutragen. So nutzte etwa Herzog Ulrich von Württemberg (1487–1550) Flugblätter, um in politisch prekärer Situation um Unterstützung zu bitten und sogar, um aus dem Exil sein Territorium zurückzugewinnen. Schon bald wurde dieses erste Massenmedium auch für die gezielte Verbreitung von falschen Informationen genutzt. Flugblätter mit Fake News über grausame Verbrechen oder angebliche Wunderheilungen wurden häufig verteilt oder verkauft. Schriftzeugnisse skeptischer Zeitgenossen bieten uns spannende Einblicke in die damalige Medienwelt und zeigen, wie Flugblätter gezielt für politische Einflussnahme genutzt wurden. Saskia Limbach, seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, promovierte über die Publikationsstrategien der württembergischen Herzöge im 16. Jahrhundert. Sie forscht und publiziert seit Jahren über die Produktion und Distribution von Einblattdrucken.

In Zusammenarbeit mit der 59. Stuttgarter Antiquariatsmesse und der 34. Antiquaria Ludwigsburg

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

weitere Termine

Jane Austen: Stolz und Vorurteil - Ulrike Draesner und John von Düffel
Klassiker der Literaturgeschichte VI
Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke

Stolz und Vorurteil von Jane Austen, erschienen 1813, ist eines der bekanntesten englischsprachigen Bü-cher aller Zeiten – weltweit wurden etwa 20 Millionen Exemplare verkauft, immer wieder neu wird das Werk übersetzt und verfilmt. Austens Geschichte einer Familie aus dem ländlichen Kleinadel handelt in erster Linie von Hochzeit und Partnerwahl; die fünf Töchter müssen verheiratet werden, um versorgt zu sein. Weibliche Familienmitglieder dürfen nicht erben. Doch Vorurteile und zu großer Stolz erschweren die Hochzeit der Protagonistin Elizabeth Bennet mit dem reichen Mr. Darcy. Die gesellschaftlichen Ver-hältnisse der Zeit treten in Austens Roman mit großer Klarheit zutage: Frauen wurden in ihrer Entfaltung stark eingeschränkt und waren abhängig von ihren Vätern oder Ehemännern. Die Ehe erscheint, neben dem Kloster, als einzig möglicher, respektabler Lebensweg. Über den Roman und seine Schriftstellerin diskutieren die Autorin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel. Der Spoken-Word-Künstler Timo Brunke wird mit zwei eigens für diesen Abend verfassten Texten an der Kurbel des Eheka-russells drehen.

Eine Veranstaltungsreihe von: LpZ Stuttgart und SWR2 Literatur

Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: 10,-/8,-/5,- €

ausverkauft
Die Würfel sind gefallen - Lukas Frei und Timo Brunke
Literatur & Vermittler
Lesung und Gespräch

Was haben eine Unterhose, eine Bombe, ein Herz, ein Kaktus und eine Kerze gemeinsam? Sie inspirieren zu einer der vielen überraschenden Kurzgeschichten, die beim Spiel Icon Poet entstehen. Icon Poet hat Lukas Frei, der aktuell in Zürich lebt, gemeinsam mit seinen beiden Brüdern entwickelt. Die Spielidee ist einfach. Fünf gewürfelte Icons, ein vorgegebenes Szenarium und 180 Sekunden Zeit, sich eine Kurzgeschichte auszudenken. Inzwischen gibt es ein Live-Format zu dem 2011 publizierten Spielbuch oder Buchspiel. Gemeinsam mit seinen älteren Brüdern Andreas und Ueli gründete Lukas Frei vor 14 Jahren die Gebrüder Frei GmbH, eine Spieleküche für Jung und Alt. Neben der Entwicklung von Brettspielen, Großspielen, Stadtspielen veranstalten die drei auch Workshops für Schüler und Lehrkräfte. Im Gespräch mit Timo Brunke, seit 18 Jahren Dozent für den Bereich Wort und Spiel am Literaturhaus Stuttgart, Bühnenpoet und aktuell mit seiner Hölderlin-Spoken-Word Band unterwegs, tauchen wir gemeinsam mit Lukas Frei in die Welt der Spiele und des Spielens ein. Und gespielt wird dabei natürlich auch!

Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,-

ausverkauft

Stuttgart

17.07.2020
19:30 Uhr
NZZ Podium Europa - Unternehmertum - Sam Ginn
Gespräch mit Luc Dudler, Elgar Fleisch, Nicole Hoffmeister-Kraut und Günther Schuh
Moderation: René Höltschi

Ernst Werner Siemens war zu seiner Zeit einer der herausragenden deutschen Denker. Als die Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske 1847 in einem Berliner Hinterhof gegründet wurde, startete die Industrialisierung in den deutschen Landen durch, und eine Vielzahl von deutschen Startups und das Siegel »Made in Germany« eroberten die Welt. Auch Steve Jobs war solch ein Pionier. Zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort prägte er die digitale Revolution. Wenn Siemens nach wie vor existiert, was bemerkenswert ist, so stellt die Digitalisierung, für die Apple steht, eine Potenzierung der industriellen Revolution dar. Sie hebt die bisherige Logik der Ökonomie aus den Angeln und bedroht z.B. den traditionellen Maschinenbau in Baden-Württemberg. Der Börsenwert von Apple liegt bei über einer Billion Dollar. Siemens wird mit rund 100 Milliarden Euro veranschlagt. Das spricht Bände. Woran liegt das? Hat Amerika heute schlicht und einfach die besseren Denker*innen?
Über diese Fragen ins Gespräch kommen Luc Dudler (Founder & CEO, Jobpal, Berlin und London), Elgar Fleisch (Unternehmer und Professor an der Universität St. Gallen und der ETH Zürich, Mitglied des Aufsichtsrats von Bosch), Nicole Hoffmeister-Kraut (Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in Baden-Württemberg, Stuttgart), Günther Schuh (Professor für Produktionssystematik an der RWTH Aachen, Mitbegründer des Elektro-Fahrzeugherstellers Streetscooter), in der Moderation von René Höltschi, Wirtschaftskorrespondent »Neue Zürcher Zeitung«, Berlin.

Eine Veranstaltungskooperation von „Podium Europa“ der Neuen Zürcher Zeitung, Literaturhaus Stuttgart und Wirtschaftsclub im Literaturhaus

Saalticket: 10,-/8,-/5,- €
Livestreamticket: 5,- €
Herzfaden - Thomas Hettche
Auf Sendung
Lesung und Gespräch
Moderation: Katharina Borchardt

Generationen von Kindern sind mit ihren Marionetten aufgewachsen. Die Augsburger Puppenkiste ge-hört zum kollektiven Bildgedächtnis einer Generation, seit in der ersten TV-Serie im westdeutschen Fernsehen erstmals Jim Knopf auf den Bildschirmen erschien. Thomas Hettche hat nun unter dem Titel „Herzfaden“ einen Roman über das kleine große Theater geschrieben. Es ist die Geschichte eines einma-ligen Theaters und der Familie, die es gegründet und berühmt gemacht hat. Sie beginnt im 2. Weltkrieg, als Walter Oehmichen, ein Schauspieler des Augsburger Stadttheaters, in der Gefangenschaft einen Pup-penschnitzer kennenlernt und für die eigene Familie ein Marionettentheater baut. In der Bombennacht 1944 verbrennt es zu Schutt und Asche. »Herzfaden« erzählt von der Kraft der Fantasie in dunkler Zeit und von der Wiedergeburt dieses Theaters. Nach dem Krieg gibt Walters Tochter Hatü in der Augsburger Puppenkiste Waisenkindern wie dem Urmel und kleinen Helden wie Kalle Wirsch ein Gesicht. Seit seinem Debüt »Ludwig muß sterben«, gehört Thomas Hettche zu den überraschenden literarischen Stimmen der deutschsprachigen Literatur. Sein Bestseller »Pfaueninsel«, der die atmosphärische Geschichte einer Kleinwüchsigen im Preußen des 19. Jahrhunderts erzählt, wurde mit vielen Preisen geehrt.

In Zusammenarbeit mit dem SWR2, Sendetermin am 10.11. 22.03 Uhr

Eintritt: 10,-/8,-/5,- €

ausverkauft