Montag, 20.01.2020
um 19:30 Uhr

Literaturhaus Stuttgart
Breitscheidstr. 4
70174 Stuttgart




Gemeinsame Auftaktveranstaltung der 59. Stuttgarter Antiquariatsmesse und der 34. Antiquaria Ludwigsburg

Mit dem Buchdruck wird zunächst die Produktion von Büchern oder Flugschriften verbunden. Doch gab es seit der Erfindung Gutenbergs auch eine große Zahl von gedruckten Einblättern, in der Forschung und Wissenschaft als Flugblätter oder Einblattdrucke bezeichnet und vor allem zur Zeit der Reformation weit verbreitet. Ihre Produktion war schnell und kostengünstig und so wurden sie vielseitig eingesetzt, um Produkte zu bewerben, Neuigkeiten zu verbreiten oder in vielen Fällen sogar, um Konflikte auszutragen. So nutzte etwa Herzog Ulrich von Württemberg (1487–1550) Flugblätter, um in politisch prekärer Situation um Unterstützung zu bitten und sogar, um aus dem Exil sein Territorium zurückzugewinnen. Schon bald wurde dieses erste Massenmedium auch für die gezielte Verbreitung von falschen Informationen genutzt. Flugblätter mit Fake News über grausame Verbrechen oder angebliche Wunderheilungen wurden häufig verteilt oder verkauft. Schriftzeugnisse skeptischer Zeitgenossen bieten uns spannende Einblicke in die damalige Medienwelt und zeigen, wie Flugblätter gezielt für politische Einflussnahme genutzt wurden. Saskia Limbach, seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, promovierte über die Publikationsstrategien der württembergischen Herzöge im 16. Jahrhundert. Sie forscht und publiziert seit Jahren über die Produktion und Distribution von Einblattdrucken.

In Zusammenarbeit mit der 59. Stuttgarter Antiquariatsmesse und der 34. Antiquaria Ludwigsburg

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

weitere Termine

Der Richter und sein Henker und No und ich - Ulrike Draesner und John von Düffel
Moderation: Katharina Borchardt (SWR2 Literatur)

Als Thema für die Deutsch-Abschlussprüfung der Realschulen in Baden-Württemberg stehen zwei Romane zur Auswahl: Zum einen der Kriminalklassiker Der Richter und sein Henker von Friedrich Dürrenmatt. Doch ist dies wirklich ein Krimi? Der Roman beginnt mit einem Mord, der aufgedeckt werden soll, und weist auch ansonsten viele Merkmale eines Kriminalromans auf. Die Geschichte aber klingt grotesk und unterläuft an vielen Stellen das typische Schema einer Detektivgeschichte. So ist Bärlach ein sehr atypischer Kommissar, schwerkrank, kurz vor der Pensionierung und damit beschäftigt, im Hintergrund die Fäden zu ziehen, um seinen Gegner auszuschalten.
Außerdem der 2007 im Original erschienene Roman No und ich von der Französin
Delphine de Vigan, in dem die hochbegabte, aber sehr unsichere 13-jährige Lou über ihre Grenzen geht, sich mit der 18-jährigen obdachlosen No anfreundet und ihr helfen will. Der Roman wurde in Frankreich mit zwei renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet und in 15 Sprachen übersetzt.
Die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel kommen über diese beiden sehr verschiedenen Werke, ihre Thematiken und Motive ins Gespräch und zeigen verschiedene Lesarten auf.

Gefördert durch: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Außer Haus! Hospitalhof Stuttgart, Evangelisches Bildungszentrum, Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart
Höhenrausch - Neue Aussicht auf Schweizer Literatur - Anna Ospelt, Ivna Zic, Jan Bachmann, Alain Claude Sulzer, Fitzgerald & Rimini
Lesungen, Gespräche, Performance

Das Stuttgarter Literaturhaus wird zur Berghütte und lädt erneut ein auf den Höhenweg durch die Schweizer Literatur. Nach der „Passhöhe“, unserem Schweizer Abend aus dem Jahr 2018, setzen wir unsere Erkundungen fort und erschließen einige der schönsten neuen „literarischen Gipfel“ mit überraschendem Rundumblick. Trittsicher und schwindelfrei müssen Sie nicht sein, Ihre Neugier und Offenheit für Neuerscheinungen aus der Schweiz sind völlig ausreichend. Von Fräulein Rottenmeier bis zu Wurzelstudien und Familienfäden, die sich durch die Schweiz, Paris, durch Deutschland und Kroatien ziehen, vom alternden Schaufensterdekorateur bis zum Monte Verità: Wir bringen neue Texte zu Gehör, in die Höhe und auf die Bühne!

18.00 – 18.45 Uhr
BUCHPREMIERE
Lesung
Anna Ospelt
„Wurzelstudien“
Moderation: Carolin Callies
Station 1: Anna Ospelt, geboren 1987 in Vaduz, legt ihre „Wurzelstudien“ (Limmat Verlag) vor, ebenfalls ein Roman über Herkunftsfragen, gehalten in lyrischer Schwebe und verzweigt wie ein großes Wurzelwerk. Ist der Mensch ein Baum mit Wurzeln, sind Bäume Menschen, sind Vorfahren Wurzeln, die Heimat? Für das Manuskript hat Anna Ospelt bereits den Förderpreis im Rahmen des Deutschen Preises für Nature Writing erhalten.

18.45 – 19.30 Uhr
Lesung
Ivna Zic
„Die Nachkommenden“
Moderation: Giovanna-Beatrice Carlesso
Station 2: Ivna Zic, 1986 in Zagreb geboren, aufgewachsen in Zürich, kommt mit ihrem Debüt „Die Nachkommende“ (Matthes&Seitz), ein Text über die schmerzhafte Verwandlung einer Liebe und eine familiäre Spurensuche zwischen Kroatien, Paris und der Schweiz, mit dem sie aus dem Stand heraus auf der Shortlist für den Schweizer Buchpreises landete.

19.30 – 20.00 Uhr Apéro: Schweizer Wein & Käse

20.00 – 20.40 Uhr
Lesung
Alain Claude Sulzer
„Unhaltbare Zustände“
Moderation: Ursula März
Station 3: Alain Claude Sulzer, 1953 in Basel geboren, bringt seinen Roman „Unhaltbare Zustände“ (Galiani Verlag) mit. Ein Roman über einen Menschen, der sich gegen den Wandel der Zeiten auflehnt und dabei ins Wanken gerät. Schaufensterdekorateur Stettler wird mit knapp sechzig überraschend ein jüngerer Kollege zur Seite gestellt – ein Rivale, ein avisierter Nachfolger, ein Feind! Stettlers Welt beginnt zu bröckeln im Jahre 1968, in dem auch sonst um ihn herum einiges zu bröckeln beginnt.

20.40 – 21.15 Uhr
Comiclesung
Jan Bachmann
„Der Berg der nackten Wahrheiten”
Moderation: Björn Springorum
Station 4: Jan Bachmann, 1986 in Basel geboren, debütierte mit seinem Comic „Mühsam, Anarchist in Anführungsstrichen“. Zum ‚Stuttgarter Höhenrausch‘ bringt er seinen neuen Comic „Der Berg der nackten Wahrheiten“, 2019 erschienen in der edition moderne war er Finalist für den Comicbuchpreis der Leibinger Stiftung. Der Comic erzählt die Geschichte des legendären Monte Verità aus der Sicht einer Ziege.

21.15 – 21.30 Uhr Mini-Apero

21.30 – 22.30 Uhr
Performance & Konzert
Fitzgerald & Rimini
„50 Hertz”
Station 5: Fitzgerald & Rimini bewegen sich an der Schnittstelle von Musik, Literatur und Performance und produzieren zu fantastischer Poesie veredelte Kleinkunstwerke – ein eigenes Genre zwischen Spoken Word, Hörspiel und Song. Das Duo besteht aus dem Musiker und Klangkünstler Robert Aeberhard – Rimini – und der Autorin und Performerin Ariane von Graffenried – Fitzgerald, die in ihren Liedern zwischen hochdeutsch, Berndeutsch, Englisch, Französisch oder Russisch wechseln. (Der gesunde Menschenversand)

Eintritt für den ganzen Abend: € 10,-/ 8,-/ Mitglieder frei

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung und dem Schweizerischen Generalkonsulat in Stuttgart
Der freie Hund - Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo
Das durchweg hochklassige Programm des Literaturhauses Stuttgart sorgt seit Jahren für ein treues und begeistertes Publikum. Das Angebot reicht von Lesungen über Tagungen und Literaturnächte bis zu Schreibwerkstätten für Jugendliche.

2001 eröffnete W.G. Sebald das Literaturhaus. Seitdem weiß das architektonisch ansprechende Haus von sich zu überzeugen. Ob Zusammenkünfte mit Experimentalkünstler Terje Dragseth oder Nachtgespräche mit Hanns-Josef Ortheil – das Literaturhaus Stuttgart hat sich zu einem lebendigen Treffpunkt der Stadt entwickelt. Ein besonderer Bestandteil des Literaturhauses ist die kreative Zusammenarbeit mit Jugendlichen und Schulklassen. Kurse zu Prosa, Lyrik, Reportage, Drama, Comic und Rap werden neben Fortbildungen für Lehrer angeboten. Wie kaum eine andere Kulturinstitution versteht sich das Literaturhaus darauf, den Dialog zwischen Generationen und verschiedenen Nationalitäten herzustellen. Kein Wunder also, dass diverse Projekte der Veranstalter mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet wurden. Der Schmelztiegel der neueren Literatur ist in Stuttgart verankert.

Erleben Sie die hohe Kunst der Sprache und Literatur in den einzigartigen Räumlichkeiten des Literaturhauses. An dieser Location führt für Literaturbegeisterte kein Weg vorbei. Genießen Sie unvergessliche Momente und lassen Sie sich vom vielfältigen Programm aus dem Alltag entführen – es lohnt sich!
Survival Strategies for Cold Countries - Jan F. Kurth, Benjamin Schindler, Fadi Mhawesch, Ephraim Wegner, Matthias Kurth, Lutz Streun, Dániel Vedres, Demian Kappenstein
Filmkonzert

Zu allen Zeiten gab es in Deutschland große Aus- und Einwanderungsbewegungen. Dennoch wurde die Ankunft von Flüchtlingen 2015 in Deutschland von vielen als Ausnahmezustand wahrgenommen. Was bedeutet es anzukommen? Wie erleben es die Ankommenden selbst? Dazu haben Künstler*innen aktuelle und historische Quellen, literarische Texte, Filme und Zeitzeugen befragt. Aus der Verbindung von Film, Musik und Schauspiel ist eine poetische Erzählung über das Ankommen entstanden, über Warten und Erwartungen, Zuschreibungen und Zugehörigkeiten und über Strategien, die Menschen entwickeln, um sich in einer zunächst fremden Umgebung zurechtzufinden. Das Dresdner Kollektiv shortfilmlivemusic entwickelt seit 2005 dokumentarische Filmkonzerte, u.a. über das Ankommen der früheren Gastarbeiter*innen in der BRD oder der Vertragsarbeiter*innen in der DDR. In „Survival Strategies for Cold Countries“ arbeiten sie erstmals mit dem elektronischen Musiker Ephraim Wegner und dem Schauspieler und Autor Fadi Mhawesch zusammen.

Besetzung: Jan F. Kurth // Stimme. Benjamin Schindler // Film, Projektion. Fadi Mhawesch // Spiel, Performance. Ephraim Wegner // Live-Elektronik. Matthias Kurth // E-Gitarre, Oud. Lutz Streun // Tenorsaxophon, Bassklarinette. Dániel Vedres // Horn, Effekte. Demian Kappenstein // Schlagzeug

Eine Produktion von shortfilmlivemusic entwickelt in Kooperation mit dem Kommunalen Kino Freiburg und HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, für Stuttgart: in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart und dem Literaturhaus Stuttgart.
Sehnsucht - Recherche über ein starkes Gefühl - Internationales Literaturfestival vom 20.–22.3.2020
Das existentielle menschliche Gefühl der Sehnsucht, die sich in ihrem bittersüßen Schmerz kaum in andere Sprachen übersetzen lässt, war schon immer zentrales Motiv künstlerischen und literarischen Schaffens – von sehnsüchtigen Minneliedern bis in die Gegenwartsliteratur. Das vergebliche Begehren und schmerzliche Verlangen nach dem Unerreichbaren hat über viele Jahrhunderte literarische Blüten getrieben. Mit der Moderne indes zogen vielfach Ernüchterung und Realitätssinn ein; doch seit einiger Zeit ist die Sehnsucht zunehmend präsent. Folgt man den Soziolog*innen Swetlana Boym und Zygmunt Baumann, grassiert sogar eine „globale Nostalgie-Epidemie“. Diese hat weitreichende gesellschaftliche und politische Folgen: Die Sehnsucht nach Kontinuität und Stabilität in einer fragmentierten, zunehmend unübersichtlich gewordenen Welt verklärt oft das Vergangene. Überkommen Geglaubtes wird wieder sag- und publizierbar und steht für uneinlösbare Heilsversprechen. Über den Charakter der Sehnsucht, die gleichsam destruktiv wie auch schöpferisch wirken kann, kommen wir über drei Tage ins Gespräch mit deutschsprachigen und internationalen Gästen aus Literatur, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft – wir erwarten Sie sehnsuchtsvoll!

Eintritt: Einzelveranstaltung 10/8/5 €
Matinee am Sonntag 12/10/6 €
Festivalpass 30/20/15 €

Gefördert wird das Festival vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, in Zusammen­arbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, der Akademie Schloss Solitude, dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg und dem atelier am bollwerk sowie dem Produktionszentrum Tanz und Performance e.V. und dem Kunstverein in den Wagenhallen.
Sehnsucht - Recherche über ein starkes Gefühl - Internationales Literaturfestival vom 20.–22.3.2020
Das existentielle menschliche Gefühl der Sehnsucht, die sich in ihrem bittersüßen Schmerz kaum in andere Sprachen übersetzen lässt, war schon immer zentrales Motiv künstlerischen und literarischen Schaffens – von sehnsüchtigen Minneliedern bis in die Gegenwartsliteratur. Das vergebliche Begehren und schmerzliche Verlangen nach dem Unerreichbaren hat über viele Jahrhunderte literarische Blüten getrieben. Mit der Moderne indes zogen vielfach Ernüchterung und Realitätssinn ein; doch seit einiger Zeit ist die Sehnsucht zunehmend präsent. Folgt man den Soziolog*innen Swetlana Boym und Zygmunt Baumann, grassiert sogar eine „globale Nostalgie-Epidemie“. Diese hat weitreichende gesellschaftliche und politische Folgen: Die Sehnsucht nach Kontinuität und Stabilität in einer fragmentierten, zunehmend unübersichtlich gewordenen Welt verklärt oft das Vergangene. Überkommen Geglaubtes wird wieder sag- und publizierbar und steht für uneinlösbare Heilsversprechen. Über den Charakter der Sehnsucht, die gleichsam destruktiv wie auch schöpferisch wirken kann, kommen wir über drei Tage ins Gespräch mit deutschsprachigen und internationalen Gästen aus Literatur, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft – wir erwarten Sie sehnsuchtsvoll!

Eintritt: Einzelveranstaltung 10/8/5 €
Matinee am Sonntag 12/10/6 €
Festivalpass 30/20/15 €

Gefördert wird das Festival vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, in Zusammen­arbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, der Akademie Schloss Solitude, dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg und dem atelier am bollwerk sowie dem Produktionszentrum Tanz und Performance e.V. und dem Kunstverein in den Wagenhallen.
Sehnsucht - Recherche über ein starkes Gefühl - Internationales Literaturfestival vom 20.–22.3.2020
Das existentielle menschliche Gefühl der Sehnsucht, die sich in ihrem bittersüßen Schmerz kaum in andere Sprachen übersetzen lässt, war schon immer zentrales Motiv künstlerischen und literarischen Schaffens – von sehnsüchtigen Minneliedern bis in die Gegenwartsliteratur. Das vergebliche Begehren und schmerzliche Verlangen nach dem Unerreichbaren hat über viele Jahrhunderte literarische Blüten getrieben. Mit der Moderne indes zogen vielfach Ernüchterung und Realitätssinn ein; doch seit einiger Zeit ist die Sehnsucht zunehmend präsent. Folgt man den Soziolog*innen Swetlana Boym und Zygmunt Baumann, grassiert sogar eine „globale Nostalgie-Epidemie“. Diese hat weitreichende gesellschaftliche und politische Folgen: Die Sehnsucht nach Kontinuität und Stabilität in einer fragmentierten, zunehmend unübersichtlich gewordenen Welt verklärt oft das Vergangene. Überkommen Geglaubtes wird wieder sag- und publizierbar und steht für uneinlösbare Heilsversprechen. Über den Charakter der Sehnsucht, die gleichsam destruktiv wie auch schöpferisch wirken kann, kommen wir über drei Tage ins Gespräch mit deutschsprachigen und internationalen Gästen aus Literatur, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft – wir erwarten Sie sehnsuchtsvoll!

Eintritt: Einzelveranstaltung 10/8/5 €
Matinee am Sonntag 12/10/6 €
Festivalpass 30/20/15 €

Gefördert wird das Festival vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, in Zusammen­arbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, der Akademie Schloss Solitude, dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg und dem atelier am bollwerk sowie dem Produktionszentrum Tanz und Performance e.V. und dem Kunstverein in den Wagenhallen.
Matinee am Sonntag mit Kaffee, Croissant und Kurzlesungen - Vinicius Jatobá, Hamed Abboud, Dorota Malowska
11.00 – 11.45 Uhr
Saudade. Sehnsucht auf Portugiesisch
Vinicius Jatobá
Moderation: Elke aus dem Moore
Sehnsucht beschreibt einen sehr deutschen Gefühlszustand, der sich in viele Sprachen nicht eins zu eins übersetzen lässt. Der brasilianische Prosa-, Essay- und Bühnenautor Vinicius Jatobá, Stipendiat der Akademie Schloss Solitude, leuchtet anlässlich des Festivals den ihr verwandten Begriff der „Saudade“ aus. Er drückt auf Portugiesisch den Schmerz aus, etwas Geliebtes verloren zu haben, eine Form der rückwärtsgewandten Sehnsucht, die nie zu stillen ist und über das Fernando Pessoa schrieb: „Saudade – nur Portugiesen können dieses Gefühl kennen. Weil nur sie dieses Wort besitzen, um es wirklich beim Namen zu nennen.“

Sonntag 22.3. 12.00 – 12.45 Uhr
Im Bauch des Walfischs in der Tiefe des Meeres
Hamed Abboud
Moderation: Larissa Bender
Als Aleppo, die syrische Stadt, in der Hamed Abboud studiert hat, zur Trümmerlandschaft wurde, floh Hamed Abboud nach Wien. Mit seinem Band „Der Tod backt einen Geburtstagskuchen“ landete er prompt auf der Shortlist des „Internationalen Literaturpreis/Haus der Kulturen der Welt“. Nun ist sein Buch „In meinem Bart versteckte Geschichten“ erschienen, übersetzt von Larissa Bender. Es versammelt Texte über Suchbewegungen und Sehnsucht zwischen Fremdheit und Ankunft in Europa, oft tragikomisch grundiert und durchzogen von einem Riss, durch den dennoch immer wieder das Licht bricht.

Sonntag 22.3. 13.00 – 13.45 Uhr
Die Sehnsucht der Anderen
Dorota Masłowska
Moderation: Olaf Kühl
In ihrem aktuellen Roman „Andere Leute“ wirft die polnische Schriftstellerin Dorota Masłowska einen tiefen Blick in das Herz der Finsternis der postsozialistischen polnischen Gesellschaft. Demokratie, Konsum und Kapitalismus haben ihre Versprechungen nicht erfüllt, Hoffnung wird durch Hass ersetzt. Welche Sehnsüchte haben diejenigen, die vom Leben nicht viel zu erwarten haben, und was erzählen die gescheiterten Hoffnungen der „Anderen Leute“, so der Titel ihres jüngsten Romans, über uns selbst? Das Gespräch moderiert der Übersetzer und Autor Olaf Kühl.
Die Würfel sind gefallen - Lukas Frei und Timo Brunke
Lesung und Gespräch

Was haben eine Unterhose, eine Bombe, ein Herz, ein Kaktus und eine Kerze gemeinsam? Sie inspirieren zu einer der vielen überraschenden Kurzgeschichten, die beim Spiel Icon Poet entstehen, so in einem Beitrag des Schweizer Rundfunks aus dem Jahr 2015. Icon Poet hat Lukas Frei, der aktuell in Zürich lebt, gemeinsam mit seinen beiden Brüdern entwickelt. Die Spielidee ist einfach. Fünf gewürfelte Icons, ein vorgegebenes Szenarium und 180 Sekunden Zeit, sich eine Kurzgeschichte auszudenken. Inzwischen gibt es auch ein Live-Format zu dem 2011 im Mainzer Hermann Schmidt Verlag publizierten Spielbuch oder Buchspiel. Gemeinsam mit seinen älteren Brüdern Andreas und Ueli gründete Lukas Frei vor 14 Jahren die Gebrüder Frei GmbH, eine Spieleküche für Jung und Alt. Neben der Entwicklung von Brettspielen, Großspielen, Stadtspielen veranstalten die drei auch Workshops für Schüler und Lehrkräfte. Von Vorteil ist hier sicher, dass Lukas Frei auch ausgebildeter Lehrer ist. Im Gespräch mit Timo Brunke, seit 18 Jahren Dozent für den Bereich Wort und Spiel am Literaturhaus Stuttgart, Bühnenpoet und aktuell mit seiner Hölderlin-Spoken-Word Band unterwegs, möchten wir gemeinsam mit Lukas Frei in die Welt der Spiele und des Spielens eintauchen. Und gespielt wird dabei natürlich auch!

Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Flüchtig - Hubert Achleitner (Hubert von Goisern)
Lesung und Gespräch
Moderation: Tilman Rau

Hinter dem Namen Hubert Achleitner verbirgt sich kein Geringerer als Hubert von Goisern, österreichischer Liedermacher und bekannter Vertreter der „Neuen Volksmusik“. Von Goisern hat den Alpenrock erfunden – eine Mischung aus Rockmusik und traditionellen Volksliedern. Aus seiner Feder stammen Hits wie „Weit, weit weg“, „Koa Hiatamadl“ oder „Brenna tuat‘s guat“.
In den letzten zwei Jahren hat er die Musikinstrumente zur Seite gestellt, hat sich an den Schreibtisch gesetzt und ein Buch geschrieben. „Flüchtig“ heißt der Roman, der im April 2020 unter von Goiserns bürgerlichem Namen Hubert Achleitner im Zolnay-Verlag erscheinen wird.
Die Idee kam bereits vor fünfzehn Jahren: „Im Mittelpunkt sollte eine Frau stehen, die ihren Mann verlässt – ohne Erklärung bei der Tür hinausgeht und nicht mehr wiederkommt“, so Achleitner alias von Goisern in einem Interview vom 23. Oktober 2019. Außerdem geht es um ihren Mann, der sich auf die Suche nach ihr und der Lösung für das rätselhafte Verschwinden begibt.
Hubert Achleitner schickt seine Hauptfiguren in Flüchtig auf eine abenteuerliche Reise, die sie von den österreichischen Bergen quer durch Europa bis nach Griechenland führt. Er selbst hat schon viel von der Welt gesehen – Südafrika, Philippinen, Nepal, Senegal, Grönland – manchmal als Tourist, oft auch, indem er sich für Monate oder Jahre in dem jeweiligen Land niederließ. Ziel war und ist dabei immer, sich selbst neu zu finden und zu erfinden, wie er sagt. Auch die Romanfiguren haben dieses Ziel: Es geht um das Reisen, vor allem zu sich selbst.

„Die andere Welt, das Fremde, ist im Grunde auch ganz nah. Manchmal vor der Haustüre. Die spannendste Reise geht zu denen, von denen man denkt, dass sie einen Vogel haben.“
(Hubert Achleitner)

Außer Haus! Hospitalhof Stuttgart, Evangelisches Bildungszentrum, Büchsenstraße 33

Eintritt: 12,-/10,-/6,- €