Sonntag, 24.11.2019
um 19:30 Uhr

Festspielhaus Fürstliche Reitbahn - Welcome Hotel
Königin-Emma-Straße
34454 Bad Arolsen


Tickets
ab 21,00 €




In Andorra lebte ein junger Mann, den man für einen Juden „hielt“, so beginnt Max Frisch seine berühmte Erzählung über Vorurteile. Diese bestehen darin, dass sie etwas gar nicht Vorhandenes so überzeugend beschreiben, es geradezu heraufbeschwören, dass man es schließlich glaubt.
Ein andorranischer Lehrergibt fälschlicherweise seinen unehelichen Sohn, den Tischlerlehrling Andri, als ein von ihm „gerettetes Judenkind“ aus – und eine ganze Stadt erkennt nun in dem Jungen Eigenschaften, die man für typisch jüdisch hält: „jüdische Intelligenz“, ein besonderes Verhältnis zum Geld, Heimatlosigkeit usw. Skeptisch ist lediglich seine Halbschwester Barblin, die ihn liebt.
Die auf ihn einprasselnden Vorurteile bewirken schließlich, dass Andri die ihm eingeredeten Eigenschaften selbst an sich zu erkennen glaubt und er sie „annimmt“.
Sein angebliches Jude-Sein sieht er auch darin bestätigt, dass ihm die Heirat mit Barblin verwehrt wird. Schließlich wird Andri ermordet, und niemand scheint schuldig zu sein.
Max Frisch führt den Antisemitismus in einem Stück ohne Juden vor und entwirft mit Andorra ein Musterbeispiel über die Mechanismen und die gesellschaftlichen Auswirkungen von Vorurteilen und Meinungsmache gegen das Anderssein. Der Titel „Andorra“ meint nicht den wirklichen Kleinstaat dieses Namens, sondern ist der Name für ein Modell, für einen Vorgang, der überall auf der Welt passieren kann, wo man den Menschen so lange etwas einredet, bis sie es wirklich glauben. Sind wir immun dagegen?

Einlass: ab 19:00 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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Don Carlos - Schauspiel von Friedrich von Schiller
„Geben Sie Gedankenfreiheit!“ Als der Malteserritter Marquis von Posa in der Mitte des 16. Jahrhunderts diese Forderung an den mächtigen König Philipp II. von Spanien richtet, ist das revolutionär, lebensgefährlich und bleibt unerhört. Und auch der Versuch des Marquis, das Los der nach politischer Freiheit strebenden niederländischen Provinzen Spaniens zu mildern, geht in der Gewaltherrschaft der von der Kirche und der Inquisition unterstützten absolutistischen Monarchie unter.
Der Ritter von Posa ist ein Jugendfreund des spanischen Thronfolgers (Infanten) Don Carlos, auf dessen humaneres Denken die unterdrückten Niederländer hoffen. Aber der junge Mann ist machtlos; denn sein Verhältnis zu seinem Vater ist völlig zerrüttet, insbesondere seit der König in 2. Ehe jenes junge Mädchen geheiratet hat, das eigentlich die Braut des Sohnes sein sollte. Carlos leidet unsäglich unter dieser Situation und hat all seine frühere Energie und Begeisterung für eine neue Politik verloren. Auch seinem Freund Posa gelingt es mit geschickten Manövern nur teilweise, den Prinzen zu aktiverem Handeln zu bewegen. Denn das perfekte System von Intrigen und Bespitzelungen, in das auch die Königin und ihre Hofdamen eingesponnen sind, lässt keine ungenehmigten Handlungen unentdeckt und schlägt brutal zu.
So wird der Marquis beim Versuch, seinem Freund beim Ausbruch aus dem System zu helfen, vernichtet. Und auch der Infant wird der Inquisition übergeben.
Schiller, der als junger Mensch selbst noch unter absolutistischer Herrschaft gelitten hatte, hat in diesem Drama, das zu den bedeutendsten der Weltliteratur gehört, den Marquis von Posa zum Sprachrohr seiner eigenen Ideale von politischer Freiheit, Menschlichkeit und persönlicher Freundschaft gemacht. Damit war er einer der wirkungsvollsten Wegbereiter unserer modernen Demokratien und Menschenrechte.
Aber sind diese in der Welt des 21. Jahrhunderts wirklich gesichert und überall verwirklicht? Da gibt es offenbar noch viel zu leisten. Und da ist die Begegnung mit Schillers Idealen eine ungeheuer anregende, hilfreiche und erhebende Erfahrung. „Don Carlos“ ist bewegend aktuell!

Einlass: ab 19:00 Uhr
Das Schmuckstück - Komödie von Barillet und Grédy
Suzanne Pujol hat sich nach 30 Jahren Ehe wohl oder übel an die Pascha Allüren und die ironisch herablassende Poltrigkeit ihres Mannes Robert gewöhnt .Seine erotischen Eskapaden hat sie schon lange durchschaut und sich mit der Rolle der bürgerlichen Hausfrau abgefunden. Unmut macht sich nun aber unter den Arbeitern von Roberts Regenschirmfabrik breit. Höhere Löhne und sozialere Arbeitsbedingungen kommen für den skrupellosen Kapitalisten allerdings nicht in Frage. Die Belegschaft tritt in den Streik. Nach einem Handgemenge wird Robert gefangen genommen. Hilfe suchend wendet sich Suzanne an den kommunistischen Bürgermeister Babin. Diesem gelingt es, den Unternehmer freizubekommen, konfrontiert ihn aber gleichzeitig mit seiner unsauberen Buchführung Robert erleidet einen Herzanfall und muss zur Kur.
Dass sein Sohn Laurent die Musikerin Floriane heiraten möchte, regt ihn zusätzlich auf, denn er könnte deren Vater sein.
Als Robert nach einiger Zeit aus der Kur heimkehrt, erlebt er sein blaues Wunder: Seine Frau hat die Leitung der Firma übernommen, soziale Reformen durch- und einen effizienteren Führungsstil eingeführt. Die Fabrik floriert wie nie zuvor, und Suzanne ist nicht bereit, den Chefsessel wieder zu räumen. Der Hochzeit von Laurent und Floriane steht nichts mehr im Wege.
Die Badische Landesbühne bringt die Komödie mit Live-Musik und französischen Chansons auf die Bühne.

Einlass: ab 19:00 Uhr