Montag, 14.10.2019
um 19:30 Uhr

Schloss Heidelberg
Schlosshof 1
69117 Heidelberg






New Philharmonic Wonders – das sind, die Freddy Wonder Combo und die Junge Südwestdeutsche Philharmonie – zusammen auf der Bühne im Koenix-Saal des Heidelberger Schlosses. Ein sehr besonderes Konzert aus Klassikern der Popmusik, hier gespielt in ausgefeilten Arrangements für Band + Orchester.

Einlass: 18:30 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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Impulsiv
IMPULSIV
Solist: David Coucheron, Violine
Dirigent: Ari Rasilainen
Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

LEONARD BERNSTEIN (1918-1990)
Serenade für Violine, Streichorchester, Harfe und Schlagzeug (Klavier) nach Platons „Symposion”

AARON COPLAND (1900-1990)
"Appalachian Spring Suite"

FRANZ WAXMAN (1906-1967)
"Carmen"-Fantasie für Violine und Orchester

DUKE ELLINGTON (1899-1974)
Suite from "The River"


Platons „Symposion“ („Das Gastmahl“) führt fünf griechische Philosophen in einer Tafelrunde zu Ehren des Gottes Eros zusammen. Die Lektüre inspirierte auch den amerikanischen Komponisten und Dirigenten Leonard Bernstein zu seiner Serenade für Violine und kleines Orchester. Lyrisch, scherzend, zärtlich, groß aufwallend, humorvoll sind die Sätze dieses besonderen Violinkonzerts, natürlich dürfen auch jazzige Farben und Rhythmen in den Dialogen zwischen Solovioline und Orchester nicht fehlen.

Als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer wurde Aaron Copland im Jahr 1900 in New York geboren. Im Alter von 20 Jahren beschloss er, sich in Europa neue Anregungen zu holen. Er ging nach Paris und studierte bei der berühmten Nadia Boulanger, die immer bestrebt war, die ureigene Musiksprache eines Kompositionsschülers zu finden. Als Copland im Jahr 1924 nach Amerika zurückkehrte, verdiente er seinen Lebensunterhalt zunächst mit Klavierunterricht und Konzertorganisation. Das Ballett „Appalachian Spring“ („Frühling in den Appalachen“) komponierte Copland 1944 für die Truppe von Martha Graham. Mit diesem Werk erfuhr er weltweit Anerkennung und Popularität. Obwohl die Suite nur ein einziges echtes Volkslied zitiert, erschafft er nach eigenen Worten in den Rhythmen, Harmonien und Melodien eine spezifisch amerikanische „Landessprache“.

Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten gelangte der 1906 in Oberschlesien geborene Franz Waxman über Paris nach Hollywood, wo er einer der gefragtesten Filmmusikkomponisten wurde. Dazu dirigierte er bei dem von ihm gegründeten Los Angeles Musical Festival zahlreiche Erstaufführungen von Werken europäischer Komponisten. Die „Carmen“-Fantasie entstand 1947 nach Motiven der berühmten Oper von Bizet und der Filmmusik zu „Humoresque“.

Die sieben Sätze der Suite „The River“ des berühmten Jazzers und Bandleaders Duke Ellington entstammen der Musik zu einem Ballett, das Alvin Ailey 1971 für seine New Yorker Tanzkompagnie geschaffen hat. Klassische Form und Jazzmusik sind auf höchst inspirierte Weise verbunden, so wie es auch Bernstein und Copland in diesem Programm vorgemacht hatten.

Amerikanische Komponisten aus Musical, Filmmusik und Jazz, die sich überraschend mit klassischen Werken präsentieren: Das Programm des Konzerts „Impulsiv“ ist in seiner Kombination nicht nur ungewöhnlich, sondern auch solistisch anspruchsvoll. Ideal für den jungen Violinisten David Coucheron, der sich gerne auf aufsehenerregendes Repertoire einlässt. Der gebürtige Norweger entdeckte bereits im Alter von drei Jahren die Violine für sich und studierte am Curtis Institute of Music, an der renommierten Juilliard und an der Guildhall School of Music and Drama. Mit 25 wurde er als bis dahin jüngster Musiker in den USA zum Konzertmeister des Symphonieorchesters Atlanta berufen.

Bild: Jeff Roffman

Einlass ab 19.00 Uhr
Ekstase
Symphoniekonzert

EKSTASE
Solistin: Ingela Brimberg, Sopran
Dirigent: Ari Rasilainen
Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

RICHARD WAGNER (1813-1883)
Ouvertüren zu den Opern "Parsifal", "Die Meistersinger von Nürnberg" und "Lohengrin"
"Liebestod" aus der Oper "Tristan und Isolde"

GUSTAV MAHLER (1860-1911)
Rückert-Lieder

Eine Ouvertüre zu einer Oper führt die Themen und beteiligten Persönlichkeiten der darauffolgenden Handlung ein, öffnet den Raum, ist manchmal ein Konzentrat der Oper – entsprechend vielgestaltig können die Ouvertüren sein. „Parsifal“, Richard Wagners letztes Musiktheaterwerk, heißt schon anders, nämlich „Bühnenweihfestspiel“: Als einziges Werk für das Festspielhaus von Bayreuth und die dortige außergewöhnliche Akustik komponiert, spiegelt es die Suche nach dem Gral bzw. dem „reinen Toren“, der die Situation der Gralsritter „erlösen“ kann: Ein stetes Streben, Schreiten und Sehnen bestimmt das Vorspiel. Die Ouvertüre zur Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ leitet auf das geschäftige Treiben der Lehrbuben und Meistersinger hin, lärmend, augenzwinkernd und schon auf die Liebesgeschichte von Eva Pogner und Walther von Stolzing und die Schlussansprache des Hans Sachs verweisend – und die Prügelfuge zum Ende des zweiten Akts klingt auch schon an! In die vergeistigte Welt des Schwanenritters Lohengrin, der Sohn des Parsifal, führt wiederum das Vorspiel zu diesem Werk: Hohe flirrende Streicher, sacht grundiert von den Themen der Bläser, lassen noch nicht ahnen, welche Dramen sich abspielen werden.

Keine Ouvertüre, jedoch ein flammender Schlussgesang erwartet das Publikum in „Isoldes Liebestod“: Verzweifelt sinkt Isolde über dem Leichnam Tristans zusammen, todessehnsüchtig schwingt sich Wagners sinnlichste Musik noch einmal empor.

Einige der schönsten und bekanntesten Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann oder Gustav Mahler gehen auf Gedichte von Friedrich Rükkert zurück, dem 1788 im fränkischen Schweinfurt geborenen Dichter, Orientalisten, Übersetzer und Sprachwissenschaftler. Auch die Rückert-Vertonungen von Gustav Mahler gehören zu den großartigsten Werken dieses Komponisten, durch die der Dichter gerade für Liedfreunde unsterblich geworden ist. Kraftvoll burschikos oder träumerisch verinnerlicht, lyrisch oder heftig aufbegehrend ist der Kosmos dieser Lieder.

Die schwedische Sopranistin Ingela Brimberg ist für starke Frauenrollen in der Oper bekannt. Sie sang u. a. bereits die Brünnhilde in „Die Walküre“, die „Isolde“ und die „Salome“. Brimberg wurde am Stockholmer Opernstudio und an der Opernhochschule der Universität Göteborg ausgebildet. Ihre Karriere begann sie allerdings als Mezzosopranistin, bevor sie ihre „wahre Stimme“ fand. „Ich glaube, ich war eigentlich immer Sopranistin, das war mir anfangs nur noch nicht bewusst“, so die Schwedin. „Man sucht sich seine Stimme nicht aus – man folgt dem Weg, der der richtige für sie ist“. Dieser Weg führt Brimberg heute auf Bühnen der ganzen Welt, wo sie das Publikum mit ihrer voluminösen und gleichzeitig weichen Stimme beeindruckt.

Bild oben: Malin Arnesson

Einlass ab 19.00 Uhr