Dienstag, 22.10.2019
um 19:30 Uhr

Literaturhaus Stuttgart
Breitscheidstr. 4
70174 Stuttgart






Lesung und Gespräch
Moderation: José F. A. Oliver

Was kostet uns das Leben? Deniz Utlu erzählt in »Gegen Morgen« von tiefen Erschütterungen und fragt, was uns ausmacht: das, was wir zurückgelassen haben, oder das, was vor uns liegt? In flirrenden Bildern spürt er den Versäumnissen und Möglichkeiten eines Lebens nach sowie der Menschlichkeit, die da beginnt, wo wir nicht auf uns selbst, sondern auf andere achten: Als Kara von Berlin nach Frankfurt fliegt, gerät das Flugzeug in ein schweres Gewitter. Im Angesicht des drohenden Absturzes scheint plötzlich Ramón wenige Reihen vor ihm zu sitzen. Ramón, der nie eingeladen war und immer kam, der auf dem Sofa in der Küche übernachtete, bis er von einem Tag auf den anderen verschwand. Nach einer Notlandung kehrt Kara ruhelos nach Berlin zurück, um sich auf die Suche nach Ramón und auf die Spuren seiner eigenen Vergangenheit zu begeben. Er findet ihn schließlich in einer Plattenbausiedlung, wenig später ist er indes erneut verschwunden. Deniz Utlu, geboren 1983 in Hannover, studierte VWL in Berlin und Paris. Sein Debütroman, »Die Ungehaltenen«, erschien 2014 und wurde 2015 im Maxim Gorki Theater für die Bühne adaptiert. Er schrieb Kolumnen für den Tagesspiegel, hat Theaterstücke, Lyrik und Essays verfasst und veranstaltet am Maxim Gorki Theater die Literaturreihe »Prosa der Verhältnisse«. Teile des Romans sind während seines Stipendiums auf der Akademie Schloss Solitude entstanden.

In Zusammenarbeit mit Akademie Schloss Solitude

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

weitere Termine

Irmgard Keun: »Das kunstseidene Mädchen« - Ulrike Draesner und John von Düffel

Stuttgart

28.11.2019
19:30 Uhr
Tickets
ab 10,00 €
Umkämpfte Zone: Mein Bruder, der Osten und der Hass - Ines Geipel
Lesung und Gespräch
Moderation: Elke Uhl

»Es geht nicht um das Wegreden von Lebensleistungen. Es geht nicht darum, dass wir nicht miteinander im Osten auf der Wiese gesessen haben, dass wir zusammen Bier getrunken haben. Aber es gibt einen Unterschied, wie ich darin gelebt habe und was ich heute klar sagen muss: Eine Diktatur kann keine Heimat sein« Ines Geipel

Ines Geipels neues Buch »Umkämpfte Zone« ist Familiengeschichte und DDR-Geschichte zugleich. Sie sucht dabei Antworten auf das »Warum« der Radikalisierung der letzten Jahre, ohne dabei Opfererzählungen nach 1989 zu bedienen. Was hat die breite Zustimmung für rechtsextremes Gedankengut möglich gemacht? Warum dieser Hass auf den Staat? Ines Geipel folgt in ihrem Buch den politischen Mythenbildungen des neu gegründeten DDR-Staates, seinen Schweigegeboten und seinem Angstsystem. Vergangenheitsbewältigung konnte unter diesen Umständen kaum stattfinden. Vielmehr wurde eine Vergessenspolitik wirksam, die sich auch in den Familien spiegelte. Gemeinsam mit ihrem Bruder, den sie in seinen letzten Lebenswochen begleitete, steigt Ines Geipel in die »Krypta der Familie« hinab. Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin floh 1989 nach Westdeutschland.

In Zusammenarbeit mit dem Hospitalhof Stuttgart

Eintritt: 10,-/8,-/5,-