Dienstag, 22.10.2019
um 19:30 Uhr







Der Mörder Don José wartet im Gefängnis auf seine Hinrichtung. In Rückblenden erinnert er sich an die schicksalshafte Begegnung mit der Zigeunerin Carmen, die anders als er die Freiheit der Liebe über alle Konventionen stellt. „Die Liebe ist ein wilder Vogel, den niemand zähmen kann“, singt sie in ihrer berühmten Habanera. Auch Don José gelingt es nicht, sie zu zähmen – als Carmen ihn für den Stierkämpfer Escamillo verlässt, tötet er seine Geliebte aus Eifersucht.

Die Uraufführung von Georges Bizets (1838-1875) Oper am 3. März 1875 gerät zum Skandal: Zwar ist Carmen als exotische Femme Fatale die ideale Projektionsfläche sinnlicher Lust, doch zugleich schockiert sie durch einen Liebes- und Freiheitsanspruch, der bis dato Männern vorbehalten war. Nichtsdestotrotz fasziniert und verführt die wohl begehrteste Frauenfigur der Operngeschichte das Publikum bis heute – nicht umsonst zählt „Carmen“ mit ihren einprägsamen Melodien und ihrer archaisch-rauschhaften Musik zu den meistgespielten Opern aller Zeiten. Ausgehend von Prosper Mérimées 1845 veröffentlichten Novelle erzählt der Regisseur Alexander Müller-Elmau den (Stier-)Kampf der Liebe aus der Perspektive Don Josés und entwickelt ein psychologisch-albtraumhaftes Inszenierungskonzept jenseits aller Zigeunerromantik und Spanienklischees.

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Carmen - Oper von George Bizet
Oper von George Bizet (1838-1875)
in französischer Originalsprache mit deutschen Übertiteln

Andrea Hlinková Inszenierung
Miloš Formacek Dirigent

TSCHECHISCHE OPER PRAG in Koproduktion mit der OPER USTI NAD LABEM


Einführung: Rainer Hepp, 19 Uhr


Obwohl Bizet in seinem ganzen Leben nie spanischen Boden betreten hat, besticht seine Oper „Carmen“ durch ihr spanisches Flair. Sie gilt als Schlüsselwerk für die Stilrichtung des „Hispanismo“. Im ganzen Werk herrschen spanische Rhythmen vor, tänzerische Elemente finden sich sogar in den tragischsten Momenten. Als literarische Vorlage diente die gleichnamige Novelle von Prosper Mérimée aus dem Jahr 1845.

Musikalisch zwischen der Opéra comique und dem Verismo anzusiedeln, zählt Carmen heute zu den populärsten Opern überhaupt. Wer kennt sie nicht die Arie „L’amour est un oiseau rebelle“ (Die Liebe ist ein wilder Vogel), auch bekannt als Habanera. Die Zeitgenossen stuften das Werk jedoch als über alle Maßen unmoralisch ein. Bizet erlebte den späteren Weltruhm seiner „Carmen“ nicht mehr. Er verstarb drei
Monate nach der Uraufführung.

Im Mittelpunkt steht Carmen, die nur ihre Leidenschaft lebt, als gesellschaftliche Außenseiterin und damit allen Konventionen und Einbindungen entzogen, zerstörerisch, leidenschaftlich, sinnlich, erotisch. Eine Frau,
die sich kompromisslos den moralischen Vorstellungen ihrer Zeit verweigert. Und als Gegenpol Don José, einst für den geistlichen Beruf bestimmt und entsprechend streng erzogen wird er in den Strudel der Leidenschaft hineingezogen. Aus dem korrekten Soldaten wird ein Mörder an der Geliebten …

Einführung 19 Uhr