Sonntag, 20.10.2019
um 12:00 Uhr

Tankturm
Eppelheimer Straße 46
69115 Heidelberg




Die Veranstaltung ist bestuhlt!

Wie wurde der deutsche Jazz, was er ist? Was ist er überhaupt? Und was ist daran eigentlich »deutsch«? Warum war der Jazz hierzulange über Jahrzehnte ein Männersport? Was ist mit Jutta Hipp? Können »deutsche« Rhythmusgruppen wirklich nicht swingen? Oder wer hat das wann und warum in die Welt gesetzt? Fragen über Fragen. Man mag es glauben oder auch nicht, aber bislang gab es keine umfassende Darstellung der Geschichte des Jazz in Deutschland von den Anfängen bis in die Gegenwart, die über ein einfaches WerWannWas hinausging. Eine Darstellung, die versucht, die improvisierte Musik zu kontextualisieren, sie in die gesellschaftlichen, politischen und ästhetischen Diskurse der Zeit einzupassen und dabei auch noch berücksichtigt, dass das Denken und die Rede über Jazz auch noch ein eigenständiger, sich ständig in Bewegung befindlicher Diskurs ist. Wolfram Knauer, seit der Gründung Direktor des Jazzinstituts Darmstadt und international ein Jazz-Forscher von Rang mit Veröffentlichungen u.a. , zu Louis Armstrong, Charlie Parker und Duke Ellington hat sich daran gemacht, diese schmerzhafte Lücke der Gesamtdarstellung zu schließen. Seine Darstellung „Play yourself, man! Eine Geschichte des Jazz in Deutschland (Reclam Verlag) führt die deutschsprachige Jazzpublizistik aus der selbst gewählten Sackgasse der vorzüglich wohlmeinenden Veröffentlichungsbegleitung und wagt den abwägenden Blick aufs Panorama.

Einlass 11 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

weitere Termine

Vincent Peirani & Émile Parisien - Abrazo
Abrazo. Umarmung. Mal Engtanz, mal Nahkampf. Gibt es ein besseres Bild für das Duo Vincent Peirani und Emile Parisien?»Es ist wie eine Ehe.« sagt Peirani.»Am Anfang ist alles großartig, wunderbar, ein Paradies. Doch dann gibt es auch immer wieder Krisen, das ist ganz normal. Und jetzt gerade haben wir einfach eine Riesen-Lust, zusammen zu spielen.«Es dürfte nur wenige Musiker geben, die einander so gut kennen, wie Akkordeonist Peirani und Sopransaxophonist Parisien. Mehr als 1000 Konzerte haben die Beiden in den letzten knapp zehn Jahren zusammengespielt, über 600 davon im Duo. Kennengelernt haben sie einander 2010 im Quartett des Schlagzeugers Daniel Humair. Auf einer Koreatour spielten sie dann, recht spontan, ein erstes nächtliches Clubkonzert im Duo. Laut Peirani eine»ca-ta-strophe! to-tal disastre!«. Doch schon kurz danach, ohne Jetlag und gut vorbereitet, machte es auf einem französischen Festival Klick und eine der wohl außergewöhnlichsten Formationen des europäischen Jazz war geboren. Im Jahr 2014 erschien das erste gemeinsame Duoalbum ›Belle Epoque‹auf ACT. Schnell ging es von da an über die wichtigsten Clubs und Festivals in Frankreich und Deutschland auf Tour in die ganze Welt -nach Asien, Lateinamerika, die USA, Kanada und ganz Europa. Und in weltbekannte klassische Häuser wie die Philharmonien in Berlin, Hamburg, Essen oder Wien. Auch internationale Preise wie der Echo Jazz, Les Victoires duJazz, der Preis der deutschen Schallplattenkritik und zahlreiche Kritikerauszeichnungen führender Jazzmagazine ließen nicht lange auf sich warten.

Einlass 19:00 Uhr
Michael Wollny Solo
In der Fülle der musikalischen Formate Michael Wollnys, von Duo über Trio bis zu Orchesterprojekten, waren Solopiano-Konzerte und Aufnahmen bislang eine echte Seltenheit. Kaum mehr als ein- bis zweimal pro Jahr trat Michael Wollny alleine auf. Und mit dem Album ›Hexentanz‹ erschien 2007 die bislang einzige Soloeinspielung auf ACT, jedoch weniger im Sinne des klassischen Solopianos, sondern vielmehr als ein atmosphärisches Studioexperiment.
Dass Solokonzerte und -aufnahmen bislang die Ausnahme blieben, mag an Wollnys Neugier auf immer wieder neue musikalische Partner liegen. Und an seiner Lust an der kollektiven Suche nach der Magie des Moments. Doch den Wunsch, sich intensiver dem Soloformat zu widmen, hegte Wollny schon lange und nun, nach vielen immer neuen Kollaborationen mit Künstlern wie zuletzt Nils Landgren, Émile Parisien oder Vincent Peirani, als mehrjähriger Artist in Residence und Solist beim Norwegian Wind Ensemble, sowie Projekten mit Literatur, Schauspiel und zum 100. Bauhaus-Jubiläum, scheint es, dass die Zeit reif ist, für den Blick nach innen.
Basis für seine Solokonzerte und das im Herbst auf ACT erscheinende neue Album sind Wollnys ungemein umfangreicher Fundus aus Epochen- und Genres-umspannender Musik und seine große Leidenschaft für Literatur und Film. Wie schon bei den Trio-Konzeptalben ›Nachtfahrten‹ und ›Weltentraum‹ reicht die Spannweite des Repertoires von Alter Musik, Klassik und Jazz über zeitgenössische Musik bis hin zu Wollnys Eigenkompositionen.
Und Wollny belegt so aufs Neue, dass er »aus jeder nur erdenklichen Musik ein Erlebnis machen kann, das einem den Atem nimmt« (SZ).

Einlass 19:00 Uhr