Freitag, 27.09.2019
um 19:30 Uhr

Kulturzentrum Parksäle Dippoldiswalde
Dr.-Friedrichs-Straße 25
01744 Dippoldiswalde




Auch die antike Mythologie kannte mit Herkules jemanden, der mit seiner Keule kräftig austeilte. Seit weit mehr als einem halben Jahrhundert ist in Dresden dafür das Kabarett-Ensemble verantwortlich, aber eher verbal als physisch. Schon der Spiegel bezeichnete die Herkuleskeule als das „Nonplusultra des Ostkabaretts“, die mit politischen Themen und überspitzter Satire die Lachmuskeln stärken.

Der Kabarettist Manfred Schubert rief die Herkuleskeule am 1. Mai 1961 ins Leben. Zunächst dienten die Kellerräume der Ruine der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt als Spielstätte, bis das Kabarett in den Wohngebietsgaststättenkomplex am Sternplatz 1 zog. Doch nicht jeder lachte über das Kabarett, die DDR verbot 1969 einen Teil des Programms. Manfred Schubert wurde daraufhin auf eine Parteischule beordert, blieb aber bis 1986 dem Ensemble treu. Auch nach der Wiedervereinigung machte sich die Herkuleskeule in der übrigen Republik einen Namen. Mit dem Umzug im April 2017 ist das Kellertheater im Kulturpalast das neue Zuhause der preisgekrönten Kabarett-Gruppe.

Der frühere Geheimtipp im Osten ist schon lange zu einem der Spitzenreiter des deutschen Kabarett-Theaters geworden und verschont keine Lachmuskeln. Nicht umsonst wurde die Herkuleskeule mit mehreren Preisen wie dem Ravensburger Kupferle geschmückt. Schauen auch Sie vorbei und erleben Sie eines der besten politischen Kabarett-Inszenierungen, das die deutsche Kabarett-Landschaft zu bieten hat!

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Lisa Fitz - Flüsterwitz
Den Flüsterwitz erzählt man hinter vorgehaltener Hand. Er könnte Menschen in Hörweite beleidigen, sensible Damenohren kränken oder so wahr sein, dass er Machthabern gefährlich wird. Eigentlich ist der Flüsterwitz ein politischer Witz. Wenn man mit einem autoritären System haderte oder Repressalien befürchtete, erzählte man sich Flüsterwitze. Sind wir in unserer demokratischen Diktatur der Parteien so weit? Wer nicht in die politische Stromlinienform passt, wird gern für verrückt erklärt oder mit subtilen Methoden mundtot gemacht.

Nun lebt ja der Spaßmacher von Respektlosigkeit, aber die Luft wird dünn, weil Spott eben das beste Mittel ist, an den Stühlen der Obrigkeit zu sägen. Dafür tobt der Infokrieg im Netz,politisch inkorrekt, unsauber, paranoid. Mainstream gegen Fake News, Trolls, aber auch echte Raritäten, die man im Fernsehen nie hört. „Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist“, hat der bayrische Komiker Karl Valentin gesagt. Das mulmige Gefühl wächst, dass man sich nicht mehr ganz frei äußern kann. „Des derfst ja net laut sagen“, hört man oft. Lautsagen ist aber wichtig – ma muaß reden mitanand, Gemunkel aus dem Dunkeln ins Licht heben, so geht Diskussionskultur. In Bayern, bei den Katholiken, bei den Moslems, bei der Auto-Lobby und deren Helfershelfern. In Facebook und Twitter jedoch verschwinden systemkritische Bemerkungen auf mysteriöse Weise, Accounts werden gesperrt oder gelöscht. Political Correctness wird zu Meinungsdiktatur, Gesinnungspolizei bevormundet die Bürger, die kontern mit Panikmache. Empörialismus entgeistert die Republik.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst, heißt es so schön.