Donnerstag, 24.05.2018

andere ab 16,90 €
ISOLATION BERLIN - Vergifte dich Tour 2018
24.05.2018 in Wiesbaden

Die Indie-Rock-Band Isolation Berlin zählt zu einer der aufregendsten ihresgleichen im ganzen Land. Die Berliner Band rund um den Sänger und Gitarristen Tobi Bamborschke, Max Bauer (Gitarre, Orgel), David Specht (Bass) und Simeon Cöster (Drums) überzeugt mit Songs wie „Annabelle“ oder „Aquarium“ nicht nur Fans, auch Kritiker sind begeistert.

Die Musiker sind gerade mal Mitte 20 und haben sich schon in wenigen Wochen zu den Lieblingen der Indie-Szene gemausert. Das Album-Debüt „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ und das Album „Berliner Schule/Protopop“ gehen vom Gute-Laune-Brei und Selbstgefälligkeitsgetue hin zu Texten, die authentisch sind und den Zeitgeist treffen. Doch es lief nicht immer so gut für die Jungs. Sänger Tobi bewegte sich nach Abbruch der Schauspielausbildung nah am Abgrund und schlitterte in die Depression. Er lief durch die Straßen Berlins und hatte irgendwann nur zwei Worte für seinen Zustand im Kopf: Isolation Berlin. Er lernt Max kennen, die beiden machen Musik und später kommen auch Bassist und Schlagzeuger dazu. Ihre Texte entfalten eine pathetische Wirkung, sind theatralisch und intensiv. Dabei durchströmt die meisten Songs Trostlosigkeit und den reduzierten Sound von Gitarre und Bass. Zeitweise dudelt eine Orgel und das Schlagzeug scheppert kalt nebenher. Doch genau das macht die Band aus: Sie ist magisch, zieht uns an.

Genießen Sie die melancholischen Klänge der Band aus der Hauptstadt: Isolation Berlin. Begeben Sie sich auf eine Reise durch die Gedanken des Sängers und lassen Sie sich verzaubern!
Jazz & Blues ab 19,00 €
Ruder 50: Barry Altschul and the 3DOM Factor - Ruder 50: Barry Altschul and the 3DOM Factor
24.05.2018 in Wiesbaden

Barry Altschul beschreibt sein Projekt wie folgt:

"Der 3DOM Factor mit Jon Irabagon und Joe Fonda hat sich zu einem guten Vehikel sowohl für mein eigenes Spiel als auch für meine Kompositionen entwickelt. Alle drei von uns haben große musikalische Möglichkeiten und dies versetzt uns in die Lage, das „Vom Ragtime bis heute" -Konzept des großen amerikanischen Schlagzeugers Beaver Harris zu nutzen. Joe und ich arbeiten seit der Gründung des FAB Trio vor mehr als zehn Jahren zusammen. Jon und ich für die letzten sechs Jahre und in diesem Trio seit fast fünf Jahren. Als Ergebnis haben wir eine Art von ESP (Extrasensory Perception, etwa Außersinnliche Wahrnehmung, gleichzeitig Titel eines Miles Davis Albums von 1965) unter uns entwickelt. Die Studio-Sessions, zu denen die Musiker zusammenkommen, können manchmal sowohl magisch als auch großer Spaß sein. Auch kann das Spielen mit einer Band, die schon eine Weile zusammen ist, auf der einen Seite musikalisch sehr kreativ und auf der anderen eine erfüllende Erfahrung sein. Der grundlegende Ansatz für dieses Trio war, sich frei zu spielen. Nichts war geplant: keine Noten, keine spezifischen Konzepte - nur spielen. Nachdem eine einwöchige Tour durch den Nordosten fertig war, gingen wir ins Studio, waren bereit, einfach nur zu improvisieren. Allerdings, um ein bisschen im Studio zu entspannen, spielten wir auch ein paar Kompositionen.

Um frei zu improvisieren, ohne spezifischen Formen oder Strukturen zu folgen, ist es absolut notwendig, zuerst sehr aufmerksam zuzuhören und zu fühlen wie sich die anderen Spieler zu den anderen, und ihrem Ego verhalten, wie sie sofort auf die kreative Energie reagieren. Jeweils einer wird der „Bandleader" für die Momente. Wenn die Energie schwindet, wird jemand anderes eine Fläche für das Improvisieren bieten, sodass die anderen Mitglieder der Band diese kreative Energie sofort erkennen und die anderen Spieler stellen sich unter dessen Führung. Wenn es einen musikalische Konflikt, nicht positiv für die Musik, oder wenn keiner übernimmt, muss man dies erkennen, und es Jemanden übergeben , der im Moment die notwendige kreative Energie hat. Sie dürfen sich aber nicht in ihrem eigenen Ego verfangen.

Die Musik ist das Ganze und die Musiker sind die Teile, aus denen sich das Ganze zusammensetzt. Wie im Sprichwort: „das Ganze (Musik) ist größer als die Summe seiner Teile (Musiker)," oder etwas in diesem Sinne.

Ich hoffe, dass diejenigen, die unsere Musik hören so viel Spaß dabei haben wie wir beim Spielen.

Enjoy!

New York City, June 12, 2015
Barry Altschul

Einlass 19.30
Ausstellung
Follow Fluxus Gerrit Frohne-Brinkmann / Corpse Flowers
24.05.2018 in Wiesbaden

Fast lebensgroße Keramiknachbildungen zeigen Blüten von verschiedenen Corpse Flowers, also von Blumen, die mit intensivem Geruch Insekten zur Bestäubung anlocken. Dabei imitieren diese Pflanzen den Geruch und mit ihren fleischigen Blütenblättern auch das Aussehen von Kadavern. Wenn Gerrit Frohne-Brinkmann nun den Phänotyp dieser Aasblumen mit künstlerischen Mitteln nachahmt, entsteht eine Situation der doppelten Mimikry: Die Skulpturen machen sich das Täuschungsmanöver der Pflanzen zu eigen. In Kombination mit der kurzen Lebenszeit der tatsächlichen Blüten wird die an den Barock erinnernde Opulenz der Blüten gleichfalls zum Vanitas-Motiv, das sie in den Grenzbereich zwischen Leben und Tod rückt. Diesen kurzen, flüchtigen Zustand der Blüte verwandelt der Künstler in dauerhafte Keramikskulpturen, schafft aber zugleich durch die Einbettung eines flüchtigen olfaktorischen Reizes in die Installation einen extremen Gegensatz zu den überdauernden Skulpturen. Indem sich Frohne-Brinkmann diese performative Geste der Pflanzenwelt aneignet, werden seine Skulpturen zu Akteuren, von denen die BesucherInnen zugleich angezogen und abgestoßen werden und die somit das Verhältnis von unbelebter, passiver Skulptur und handelndem Gegenüber zu einem gewissen Grad auflösen.



Der spezielle Duft der natürlichen Blüten übt in erster Linie eine große Anziehungskraft auf einige Fliegen- und Käferarten aus, auf die die Pflanzen zur Bestäubung angewiesen sind. Mindestens genauso attraktiv wirken die Blüten aber auch auf Touristenschwärme. Die Titanenwurz (Amorphophallus titanum), die den größten unverzweigten Blütenstand hervorbringt und damit als größte Blume des Pflanzenreiches gilt, zieht während ihrer nur etwa drei Tage dauernden Blüte massenhaft Besucher weltweit in die Gewächshäuser botanischer Gärten, aber auch in die Regenwälder ihrer Heimat Sumatra. Die Riesenrafflesie (Rafflesia arnoldii) bildet die größte Blüte der Welt. Sie überdauert weniger als eine Woche und wird deshalb von vielen Touristen in ihrem natürlichen Lebensraum in Indonesien aufgesucht, findet sich aber aufgrund ihrer Rekordgröße als Nachbildung beispielsweise auch im Frankfurter Senckenbergmuseum. Diese botanischen Extreme führen zu einem Sensationalismus, der durch zusätzliche Inszenierung aus dem Erblühen der Aasblumen ein Event schafft. In der Pointierung des Spektakelcharakters liegt eine Parallele von Corpse Flowers zu Gerrit Frohne-Brinkmanns zuletzt entstandenen Arbeiten, in denen er archaische Lebensformen oder natürliche Erscheinungen mit Elementen der Vergnügungs- und Unterhaltungsindustrie, speziell mit Formen der Inszenierung, wie sie in Filmen oder Zauber- und Entertainment-Shows genutzt werden, verbindet. Diese Formen der Inszenierung nimmt Gerrit Frohne-Brinkmann auf und überführt sie in den Ausstellungsraum, wo er sie nachinszeniert, zugleich aber auch spielerisch offenlegt und akzentuiert.



Gerrit Frohne-Brinkmann (*1990, Friesoythe) studierte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Andreas Slominski und Ceal Floyer. Zuletzt waren seine Arbeiten in der Ausstellung zum VG Stipendium 2017 in der Kestner Gesellschaft Hannover sowie in der Einzelausstellung WE HAVE A T-REX in der Artothek Köln zu sehen. Er lebt und arbeitet in Hamburg.



Gerrit Frohne-Brinkmann ist der zehnte Stipendiat des von der Landeshauptstadt Wiesbaden und dem Nassauischen Kunstverein Wiesbaden ins Leben gerufenen Stipendiums Follow Fluxus – Fluxus und die Folgen. Er wurde von Bettina Steinbrügge, Direktorin des Kunstvereins in Hamburg, und Dr. Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig Köln, für das höchstdotierte Wiesbadener Stipendium nominiert. Ziel des Stipendiums ist es, internationale junge Künstlerinnen und Künstler zu fördern, die in ihrem Werk die Ideen der Kunstbewegung Fluxus aufgreifen und diese weiterentwickeln. Neben einem Preisgeld in Höhe von 10.000 € beinhaltet das Stipendium einen dreimonatigen Arbeitsaufenthalt in der hessischen Landeshauptstadt sowie eine Einzelausstellung im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden.



Die fünfköpfige Jury 2017 setzte sich zusammen aus Simone Neuenschwander, Direktorin des Kunstvereins Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft, Christian Jankowski, Konzeptkünstler mit einer Professur für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und Kurator der Manifesta 11 (2016), Michael Berger, Fluxus-Sammler und Mäzen, Wiesbaden, Dr. Isolde Schmidt, Referentin für Bildende Kunst, Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden, und Elke Gruhn, Künstlerische Leitung, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden. Die Jury entschied aus 57 Nominierungen.



Die bisherigen Follow Fluxus-Stipendiaten waren Emily Wardill (Großbritannien), Jimmy Robert (Guadeloupe), Aslı Sungu (Türkei), Kateřina Šedá (Tschechische Republik), Stefan Burger (Schweiz), Annette Krauss (Niederlande), Taro Izumi (Japan), Mehreen Murtaza (Pakistan) und Adriana Lara (Mexiko).



 



Abb.: Gerrit Frohne-Brinkmann, Corpse Flowers, 2017, Courtesy Galerie Noah Klink, Jürgen Becker Galerie und der Künstler, © Der Künstler, Foto: Volker Renner




Dienstag 14-20 Uhr
Mittwoch bis Freitag 14-18 Uhr
Samstag und Sonntag 11-18 Uhr