Donnerstag, 21.06.2018

Ausstellung
ZEITENWENDE(N)
21.06.2018 in Köln

Bedeutende Zeitenwenden begleiten das Leben von Käthe Kollwitz (1867–1945): Kaiserreich und Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Wie kaum ein anderer Künstler setzt sie sich mit diesen politischen Ereignissen in ihrer Kunst, ihren Tagebüchern und Briefen auseinander – stets getragen von der Sehnsucht nach einer Bruderschaft der Menschen.



Im 100. Gedenkjahr zum Ende des Ersten Weltkrieges widmet das Käthe Kollwitz Museum Köln diesen spannungsgeladenen Themenfeldern im Œuvre von Käthe Kollwitz eine Sonderausstellung.



Zu sehen sind mehr als 200 Zeichnungen, Druckgraphiken, Plastiken und die bekanntesten Plakate der Künstlerin aus dem Bestand der Kölner Kollwitz-Sammlung – neu erworbene Blätter wie auch zahlreiche, äußerst selten gezeigte Werke. Die Ausstellung in acht Kapiteln präsentiert darüber hinaus umfangreiche Informationen zur Zeitgeschichte und zur Biographie der Künstlerin.



»Ich bin einverstanden damit, dass meine Kunst Zwecke hat«

Bereits in ihrer Kindheit in der Ära Bismarck träumt Käthe Kollwitz den Traum von Revolution und Barrikade. Ihr Frühwerk ist Ausdruck einer progressiven Gesinnung und zugleich soziale Anklage. Ihre Themen sind trotz der oft literarischen und historischen Sujets brandaktuell. Wilhelm II. und die Offiziellen des Kaiserreichs lehnen die Arbeiten der Künstlerin ab.



Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges fällt Kollwitz' jüngerer Sohn Peter als Kriegsfreiwilliger. Sein Tod bedeutet einen tiefen Einschnitt im Leben der Künstlerin. Je länger der Krieg dauert, umso mehr wandelt sie sich zur Pazifistin.



In der Zeit der Weimarer Republik erlangt Kollwitz höchste Bekanntheit und nutzt diese auch, um den Aufbau der jungen Demokratie zu unterstützen. Mit zahlreichen ihrer Arbeiten versucht sie in den Jahren der Inflation die Not zu lindern. Ein wichtiges Anliegen ist ihr außerdem die pazifistische Erziehung der Jugend.



»Für Deutschland bin ich tot …«

1932 und erneut nach der Machtübernahme Hitlers 1933 unterzeichnet Käthe Kollwitz einen Aufruf zum Zusammenschluss der Linksparteien, um eine nationalsozialistische Mehrheit zu verhindern – nicht ohne Konsequenzen: sie wird zum Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste gezwungen. Ab 1936 hat die Künstlerin faktisch Ausstellungsverbot und kann gegen den Zweiten Weltkrieg, den sie früh aufziehen sieht, nicht mehr öffentlich Stellung beziehen.



Kurz vor Ende des Krieges, am 22. April 1945, stirbt Käthe Kollwitz nach ihrer Evakuierung an ihren letzten Zufluchtsort in Moritzburg. Bis zuletzt hält sie an ihrer tiefen Überzeugung fest: »Aber einmal wird ein neues Ideal erstehen, und es wird mit allem Krieg zu Ende sein.«



 




Di-Fr 10-18 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr, Mo geschlossen
Kleinkunst
Niki Ankenbrand - Wenn Gefühle denken könnten
21.06.2018 in Köln

Ein Blick in die Zeitung genügt: Wir haben Angst.

Unwahrscheinliche Angst. Selbst wenn wir durch logisches Denken sofort sehen müssten, dass sie eben genau das ist: unwahrscheinlich. Egal, wer fühlt hat recht.

Von wegen. Falsch gefühlt! Das, was wir beim Rechnen an Plätzen beim Pisa-Test gut gemacht haben, verlieren wir wieder beim Fühlen. Ja, das ist die bittere Wahrheit:

Der Deutsche ist zu doof zum Fühlen.

Er fühlt sich überlegen, wo er unterlegen ist, fühlt sich unsicher, wo er sicher ist, sicher, wo er unsicher ist und versinkt in tiefer Melancholie, wo er jeden Grund zu ausgeflippter Freude hätte.

Niki Ankenbrand zeigt in ihrem Programm „Wenn Gefühle denken könnten“ die gefühlte Temperatur in politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Sie macht deutlich, warum Wissen machtlos ist und Hysterie zum Fundament der Meinungsbildung geworden ist, warum wir uns eigentlich vor Terroranschlägen

weniger fürchten sollten als vorm Putzen, und warum sich eine Mutter nicht fürchten muss, wenn der Sohn Politiker werden will. Dabei vergisst sie nie die Lebenslust, und verrät, wie man als Frau im Büro immer gute Laune behält und in lustigen Liedern selbst den Tod zur Umkehr zwingt. Niki Ankenbrand kitzelt mit Gefühl und Verstand das Zwerchfell ebenso wie die Synapsen.





ZUR KÜNSTLERIN:

Niki Ankenbrand begann ihre Bühnenkarriere in weltbekannten Musicalproduktionen wie „A Chorus Line“ und „Cats“. Nach einigen Engagements an deutschen Theatern spielte sie acht Jahre als Ensemblemitglied in einem der renommiertesten Kabarett-Theater Deutschlands, dem Düsseldorfer Kom(m)ödchen. Sie verabschiedete sich mit einem Soloprogramm aus 60 Jahren Kom(m)ödchen in die Babypause. Nach einem komödiantischen Duoprogramm und einem Solo-Chansonprogramm ist sie jetzt mit ihrem zweiten abendfüllenden Solokabarettprogramm „Wenn Gefühle denken könnten“ zu sehen.

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