Mittwoch, 17.01.2018

Freitag, 19.01.2018

Theater & Comedy - Sonstige
Schwester von
19.01.2018 in Mönchengladbach

Wie fühlt es sich an, immer nur die ‚Schwester von’ zu sein? Nie mit eigenem Namen genannt zu werden, sondern nur in Beziehung auf den anderen, den berühmten? Wie fühlt es sich an, im Schatten zu stehen, stets übersehen, und schließlich ganz vergessen?
Am Beispiel von Ismene, der Schwester von Antigone, spielt der Monolog der niederländischen Schriftstellerin Lot Vekemans ein solches Schattendasein auf berührende Weise und mit trockenem Humor durch. Denn ihren Humor hat Ismene in all den Jahren in der Abstellkammer der Geschichte nicht verloren, als sie nach 3000 Jahren des Vergessenseins zum ersten Mal wieder ins Licht tritt – zufälliger Weise gleich auf einer Bühne … Nach einer Schrecksekunde ergreift sie die Gelegenheit und erzählt, wie es war, als Tochter des Ödipus und Schwester von Polyneikes, Eteokles und Antigone: „Meine ganze Familie / Ein Haufen Verückter / Vater stach sich eigenhändig die Augen aus / Mutter hängte sich höchstpersönlich an einem Strick auf / Und meine Brüder durchbohrten einander das Herz für diesen bescheuerten Thron / Irre, alle“.

Ein Stück über die Schwierigkeit, normal zu sein in einer Welt, in der alle nur Augen für das Besondere haben. Ein Stück, gewidmet allen Zaghaften und Zweiflern, allen Zaudernden und Schwankenden.

Lot Vekemans wurde im niederländischen Oss geboren. Seit 1995 schreibt sie Stücke für das Kinder- und das Erwachsenentheater, darunter Truck Stop (2002), Zus van (Schwester von, 2005), Judas (2007), Gif (Gift. Eine Ehegeschichte, 2009) und Vals (Falsch, 2013). Im Jahr 2012 veröffentlichte Vekemans ihren ersten Roman, der 2016 unter dem Titel Ein Brautkleid aus War-
schau auch auf Deutsch erschien.
Theater & Comedy - Sonstige
Antigone
19.01.2018 in Mönchengladbach

Im Kampf um die Vorherrschaft über den Stadtstaat Theben haben sich Ödipus‘ Söhne, Polyneikes und Eteokles, gegenseitig getötet. Jetzt ist ihr Onkel Kreon neuer Herrscher von Theben. Als er verfügt, dass Polyneikes als Verräter nicht bestattet werden darf, sondern seine Leiche vor den Toren der Stadt den Vögeln und Hunden Fraß sein soll, ist Antigone, die Schwester der toten Brüder, entsetzt.
Weder die von Kreon angedrohte Todesstrafe noch Warnungen ihrer Schwester Ismene können Antigone beirren: Sie beruft sich auf göttliches Gesetz, das die Ehrung des Toten verlangt und über jeglichem von Menschen erlassenen Gesetz zu stehen habe. Im Staub vor den Toren der Stadt vollzieht Antigone das Totenritual an der Leiche ihres Bruders – voll Überzeugung, das Richtige zu tun.
Ihr gegenüber steht ein König, der ebenfalls keinen Zweifel an seiner Entscheidung hat. Kreon bestraft seine Nichte Antigone unbarmherzig: Sie soll lebendig in ein Felsengrab eingeschlossen werden. Die Stimmung in Theben beginnt sich zu wenden, und der blinde Seher Teiresias warnt Kreon vor dem Zorn der Götter, der sich schon bald durch eine Kette von Selbstmorden offenbart.

Sophokles (496 – 406 v. Chr.) schrieb über 100 Bühnenwerke, von denen nur sieben Tragödien und ein Satyrspiel die Jahrtausende überlebt haben. Drei dieser Dramen – König Ödipus, Ödipus auf Kolonos und Antigone – beleuchten das Schicksal des Königshauses von Theben in mythischer Vorzeit. Die Fragen nach dem Kreislauf von Schuld und Sühne, nach Recht und Unrecht, nach Legitimation, menschlicher Fehlbarkeit und dem Ringen um Selbsterkenntnis sind auch nach über zweitausend Jahren noch aktuell und haben ihre Dringlichkeit nicht verloren.

Samstag, 20.01.2018

Oper & Operette
Lohengrin - Premiere
20.01.2018 in Mönchengladbach

Romantische Oper in drei Aufzügen
Libretto und Musik von Richard Wagner

„Graf Telramund beschuldigt Elsa von Brabant, ihren Bruder Gottfried ermor-
det zu haben, um nach dem Tod des Vaters selbst Herrscherin des Landes zu werden. König Heinrich I. ordnet ein Gottesgericht an: Ein Zweikampf zwischen Telramund – der ebenfalls die Krone Brabants für sich beansprucht – und einem Vertreter Elsas soll über deren Schuld oder Unschuld entscheiden.

Da erscheint ein geheimnisvoller Schwanenritter, der sich dem Kampf stellen und dafür Elsa zur Ehefrau bekommen will. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, vor allem, als der unbekannte Ritter Graf Telramund besiegt und ihre Hochzeit Elsas Glück vollkommen macht … Wäre da nicht das berühmt gewordene Verbot des Ritters, ihn nie nach seinem Namen und seiner Herkunft zu fragen: „Nie sollst du mich befragen.“
In der Hochzeitsnacht bricht Elsa, durch die Einflüsterungen von Telramunds Frau Ortrud misstrauisch geworden, ihr Versprechen und stellt die verbotene Frage. Der Ritter gibt sich als Lohengrin, Sohn des Gralshüters Parzival und ebenfalls Gralsritter, zu erkennen und ist auf immer für Elsa verloren.

Der märchenhafte Stoff vom Schwanenritter und der Jungfrau von Brabant, den Wagner – aus verschiedenen Quellen gespeist – zu einem dreiaktigen Textbuch verarbeitet hat, ist gleichnishaft auch heute noch hochaktuell. Die berühmte Geschichte schildert den Kampf um Macht, archaische und
domestizierte Formen von Spiritualität, zwischenmenschliches Vertrauen, die Gier nach Gewissheit und Transparenz und die Sehnsucht nach Erlösung.

Wagners letzte Oper im herkömmlich romantischen Stil, bevor er sich der Konzeption und Umsetzung seines Musikdramas widmete, das im
Ring des Nibelungen münden sollte, wurde 1850 in Weimar unter der Leitung von Franz Liszt uraufgeführt. Richard Wagner selbst, der sich wegen
seiner Teilnahme an der 1848er Revolution im Schweizer Exil aufhalten musste, konnte ihren Erfolg nur aus der Ferne beobachten und Lohengrin erst elf Jahre später erstmals erleben.

Sonntag, 21.01.2018