Sonntag, 21.01.2018

Kunst & Kultur
Festliches Neujahrskonzert des Palestrina Chor Nürnberg - Missa Solennelle - zum 150. Todesjahr von Gioacchino Rossini
21.01.2018 in Nürnberg

Der aus Pesaro in Italien stammende Gioacchino Rossini komponierte im Jahre 1829 seine letzte Oper „Wilhelm Tell“ und zog sich danach auf dem Gipfel seines Ruhmes vom öffentlichen Leben zurück. Er lebte ab 1855 bei Paris und schrieb dort 1863, im Alter von 71 Jahren, sein nach dem „Stabat Mater“ zweites kirchenmusikalisches Hauptwerk und die schönste Komposition seiner späten Jahre, nämlich die „Petite Messe solennelle“ für Soli, 8-stg. Chor, Klavier und Harmonium. Mit einer solch geringen Instrumentalbesetzung stand Rossini im Widerspruch zum Zeitstil, der wichtige Messen gerne mit riesenhaftem Orchesterapparat monumental ausstattete, man denke nur an Bruckner oder Liszt. Rossini entschloss sich allerdings 1867 zu einer Orchestrierung, um zu verhindern, dass andere Komponisten nach seinem Tode der “kleinen Messe“ durch eine verzerrende Instrumentierung Gewalt antaten. Man spürt heute, dass die ursprüngliche Fassung Rossinis Absichten weit eher entspricht als ihr späteres Derivat. Eine der bemerkenswertesten unter den vielen Begabungen Gioacchino Rossinis war seine Fähigkeit zur Selbstironie. Dass er seine letzte, immerhin etwa 85 Minuten lange feierliche Messe zur „Kleinen“ erklärte, hat denn auch weniger mit ihrer geringen Besetzung zu tun, als vielmehr mit jener Mischung aus Bescheidenheit, Koketterie und Spott, die viele seiner Äußerungen bestimmte. „Lieber Gott“, so steht es im Originalmanuskript, „hier ist sie, die arme kleine Messe. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée) oder doch verfluchte Musik (sacrée musique)? Ich bin für die Opera buffa geboren, Du weißt es wohl! Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“ Das ironische Understatement dieser Sätze freilich sollte von ihren ernsteren Momenten nicht ablenken: der Religiosität, aber auch dem Zweifel. Rossini, dessen epochaler Ruhm sich vornehmlich auf seine 39(!) Opern gründete, glaubte nämlich, gerade diejenige Technik nicht ausreichend zu beherrschen, die als wesentlichster Bestandteil des wahren Kirchenstils galt: die Kunst des Kontrapunkts. Zudem hatten seine vergleichsweise wenigen geistlichen Kompositionen – allen voran das „Stabat Mater“ von 1832/41 – neben der euphorischen Zustimmung, die sie hervorriefen, bisweilen auch Anlass zur erneuten Diskussion der alten Streitfrage gegeben, wie „opernhaft“ ein sakrales Werk denn ausfallen dürfe, ohne seiner Bestimmung zuwiderzulaufen.

Einlass: 15:30 Uhr

Dienstag, 23.01.2018

Literatur
Klaus Cäsar Zehrer - Das Genie - Literatur Schlag 15
23.01.2018 in Nürnberg

Boston, 1910. Der elfjährige William James Sidis wird von der amerikanischen Presse als „Wunderjunge von Harvard“ gefeiert. Sein Vater Boris, ein bekannter Psychologe mit dem brennenden Ehrgeiz, die Welt durch Bildung zu verbessern, triumphiert. Er hat William von Geburt an mit einem speziellen Lernprogramm trainiert. Durch Anwendung der Sidis-Methode könnten alle Kinder die gleichen Fähigkeiten entwickeln wie sein Sohn, behauptet er. Doch als William erwachsen wird, bricht er mit seinen Eltern und seiner Vergangenheit. Er weigert sich, seine Intelligenz einer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die von Ausbeutung, Profitsucht und Militärgewalt beherrscht wird. Stattdessen versucht er, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten - mit aller Konsequenz. Ein biographischer Roman über die faszinierende, wahre Lebensgeschichte des exzentrischen Genies William James Sidis (1898–1944), bewegend und verblüffend aktuell. Klaus Cäsar Zehrer, geboren 1969 in Schwabach, ist promovierter Kulturwissenschaftler und lebt als freier Autor, Herausgeber und Übersetzer in Berlin. Er veröffentlichte u.a. zusammen mit Robert Gernhardt die Anthologie Hell und Schnell, das Standardwerk der deutschsprachigen komischen Lyrik. Das Genie, Zehrers erster Roman, war auf der Shortlist des Bayerischen Buchpreises 2017 in der Kategorie Belletristik eines der drei nominierten Bücher. Der Roman Das Genie ist ein aktueller Spitzentitel im Diogenes-Verlag. Ein literarisches-kulinarisches Doppelpaket für Literaturfreund*innen, die die Nachmittagsstunden zum Zuhören und kulturgeselligen Verweilen schätzen. Genießen Sie frischgebrühten Kaffee, ausgewählte Kuchen und Tartes.

Copyright Foto: Steffi Rossdeutscher

Einlass 14:30

Donnerstag, 25.01.2018

Freitag, 26.01.2018

Samstag, 27.01.2018

Sonntag, 28.01.2018

Freitag, 02.02.2018

Samstag, 03.02.2018

Literatur
Das Original Krimidinner - Der Teufel der Rennbahn
03.02.2018 in Nürnberg

Episode VI der Ashtonburry-Chronik

Der Teufel der Rennbahn

Willkommen beim Ladies Day auf Royal Ascot! Auf dem legendären Race-Course in der Nähe von Windsor wird am Tag der großen Hüte viel Prominenz erwartet. Sind Sie Mitglied der Upper Class, Angehöriger der Familie Ashtonburry oder gar royalen Blutes und Teil der königlichen Familie? Dann laden wir Sie ein zu einem erlesenen 4-Gänge-Menü bei diesem berühmten Pferderennen!

Setzen Sie Ihren Wetteinsatz bei einer Dreierwette oder haben Sie einen geheimen Favoriten und gehen auf Sieg? Das Glück ist sicher auf Ihrer Seite – aber Vorsicht, auf dem Turf geht der Tod um…

Cora Tilling trifft beim Ladies Day auf der Rennbahn von Ascot zum ersten Besuch bei ihrem Erbonkel, Lord Mant, ein. Der wohlhabende Lord hat einen heißen Favoriten am Start des Gold Cup: „Satan“ heißt das unbändige Wunderpferd, der – schenkt man dem Munkeln der Buchmacher Glauben – vom Teufel selbst geritten wird. Und schon bald macht Satan seinem Namen alle Ehre: Beim Training wirft er seinen Jockey ab und dieser stirbt. War es wirklich nur ein Unfall?

Doch damit nicht genug: Als auch noch ein Mord geschieht, gerät Cora selbst in tödliche Gefahr und wird unversehens zur Hauptverdächtigen. In ihrer Not verständigt sie Richard Bourke, den Langzeitverlobten ihrer Stiefmutter. Wird es dem ehemaligen Chefinspektor von Scotland Yard gelingen, den Täter zu stellen, bevor es für Cora zu spät ist?

Einem Rennpferd traut niemand etwas Böses zu… Oder liegt doch ein Fluch auf Satan, der auch der „Teufel der Rennbahn“ genannt wird?

Mittwoch, 07.02.2018