Montag, 22.01.2018

Dienstag, 23.01.2018

Mittwoch, 24.01.2018

Kunst & Kultur
Unterwerfung
24.01.2018 in Köln

„Mein Roman ist zutiefst zwiespältig, man kann ihn wie eine verzweifelte oder wie eine hoffnungsvolle Geschichte lesen“.



Houellebecqs boshafter Polit-Thriller richtet sich nicht gegen den Islam, sondern beschreibt den Kollaps der westlichen Kultur als Folge eines schleichenden Verfalls politischer, wirtschaftlicher und sozialer Werte.  Eine Negativ-Utopie vom Ende demokratischer Strukturen und vom Verschwinden der Frau aus allen gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Der Literaturwissenschaftler François ist Professor an einer Pariser Universität. Er promovierte zu einem  Schriftsteller der französischen Dekadenz des 19. Jahrhunderts – Joris Karl Huysmans – der ihn weiterhin fasziniert. Mit ihm verbindet ihn sein Jungesellendasein – seine Enttäuschung vom Leben und von den Frauen. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schließlich ein Bürgerkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Damit beginnt die Reise in sein von Einsamkeit und Ich-Bezogenheit erstarrtes Inneres und in ein von der Angst vor Islamismus und Rechtsextremismus geprägtes Europa.

Regie: Heinz Simon Keller

Bühne und Kostüme: Thomas Garvie

Dramaturgie: Barbara Kastner

Musik: Marco Mlynek

Regie-, Kostümassistenz: Milena Gawlick



Mit: Marc Fischer und Josef Tratnik


Donnerstag, 25.01.2018

Kunst & Kultur
Terror von Ferdinand von Schirach
25.01.2018 in Köln

Was geschieht, wenn ein Passagierflugzeug von Terroristen entführt wird und auf ein ausverkauftes Fußballstadion zurast? Was geschieht, wenn der Terror unseren Alltag beherrscht? Welche juristischen, moralischen und philosophischen Mittel hat unsere Gesellschaft in solch einer Ausnahmesituation? Wer entscheidet auf welcher Grundlage über Leben und Tod? Darf Leben gegen Leben, gleich in welcher Zahl, abgewogen werden? Welche Gründe kann es geben, um ein Unheil durch ein anderes, vermeintlich kleineres Unheil abzuwehren?
Die Zuschauer/innen stimmen in der Pause über das Urteil ab und bestimmen so den Ausgang des Falles und des Stücks.
Ferdinand von Schirach ist deutscher Strafverteidiger sowie Autor der beiden verfilmten Kurzgeschichten-Sammlungen »Verbrechen« (2009) und »Schuld« (2010). In seinem ersten bemerkenswerten  Theaterstück »Terror« rüttelt von Schirach an nichts Geringerem als dem ersten Artikel des Grundgesetzes beziehungsweise stellt ihn dem Publikum zur Diskussion: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Die Zuschauer werden zu Schöffen, sie entscheiden über das Urteil. Verurteilung oder Freispruch. „Taugt die Justiz, wenn die Wahrheit zur Ansichtssache wird?“



Die Abstimmungsergebnisse der Zuschauer-Schöffen aller bundesweiten Aufführungen von »Terror« werden vom Verlag Gustav Kiepenheuer Bühnenvertrieb dokumentiert und sind online einsehbar unter http://www.kiepenheuer-medien.de/terror.



Regie und Bühne: Heinz Simon Keller


Kostüme: Hedda Ladwig

Mit: Matthias Brüggenolte, Tatjana Poloczek, Susanne Seuffert, Holger Stolz, Josef Tratnik, Hendrik Vogt