Donnerstag, 24.05.2018

Literatur ab 29,60 €
Inspektor Campbells letzter Fall
24.05.2018 in Berlin

Kriminalkomödie von Saul O´ Hara

Inspektor Campbell will nicht eher in den Ruhestand gehen, bevor er nicht zwei Fälle geklärt hat, die ihn bereits seit langem beschäftigen. Aber wie überführt man einen charmanten, cleveren sechsfachen Gattenmörder und eine raffinierte, verführerische sechsfache Gattenmörderin? Campbell findet den richtigen Dreh: Er bringt die beiden dazu, einander zu heiraten. Fortan wird der Zuschauer von dem Duell zweier Ebenbürtiger in Atem gehalten, die sich auf ihr tödliches Metier verstehen. In dieser turbulenten Kriminalkomödie stürzen Kronleuchter von der Decke, Pilzsuppen werden vergiftet und Leitern angesägt und Inspektor Campbell zieht weiterhin geschickt die Fäden.

Saul O´Hara – das Pseudonym

Saul O’Hara ist ein legendiertes Pseudonym des Dramatikers Peter Hacks (1928–2003) und seiner Frau Anna Elisabeth Wiede (1928–2009).

Als DDR Bürger hatte Peter Hacks in der Zeit des Kalten Krieges kaum Chancen, seine Stücke auf bundesdeutsche Bühnen zu bringen. Nach mehreren Misserfolgen ersannen er und seine Frau Anna Elisabeth Wiede das Pseudonym Saul O’Hara. Es sollte nicht nur Hacks´ verfemten Namen verschleiern, sondern auch den Erfolg am finanziell orientierten Boulevardtheater befördern.

Unter dem Pseudonym des vermeintlichen Übersetzers Hans-Joachim Pauli bot Peter Hacks am 28. November 1960 dem Verleger und Leiter des Münchner Drei-Masken-Verlags, Hans-Joachim Pavel (1919–2006), die Persiflage eines typisch englischen Kriminalstücks des angeblich irischen Schriftstellers und Nationalökonomen Saul O’Hara an. Dieses Theaterstück mit dem Titel „Heiraten ist immer ein Risiko“, dessen angebliches Original „Risky Marriage“ „unglücklicherweise verlorengegangen“ sei (so Peter Hacks im Brief an Pavel), wurde das meistgespielte Stück der Spielzeit 1963/64 in der BRD, und wird auch heute noch immer wieder gern aufgeführt.

Zusammen mit „Risky Marriage“ brachte Peter Hacks auch eine glaubwürdige Legende zu Saul O’Hara in Umlauf. Die nachfolgenden Angaben zum Leben und Werk gehen von jener Legende aus.


Saul O´Hara - AUTOR

Saul O´Hara wurde 1924 in Cork an der Südküste Irlands geboren und lebte seit seinem dritten Lebensjahr in England.

Er promovierte zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften und veröffentlichte mehrere Werke, so zum Beispiel: "Das Geldgesetz von 1844" oder "Allgemeine Werttheorie der Edelmetalle". Als sein erstes Theaterstück schrieb er 1959 "Heiraten ist immer ein Risiko" ("Risky Marriage"). Drei Jahre später fand seine deutschsprachige Erstaufführung im Theater in der Josefstadt, Wien, statt.

Die deutsche Erstaufführung erfolgte am 17. Januar 1963 am Württembergischen Staatstheater Stuttgart. 1971 wurde das Stück unter dem Titel „Noch einen Löffel Gift, Liebling?“ auf die Opernbühne gebracht (Libretto von Peter Hacks, komponiert von Siegfried Matthus).
Literatur ab 8,00 €
Anja Seelke - Lesung vor Porträts, ein LIVE-Hörspiel - Lesung vor Porträts, ein LIVE-Hörspiel
24.05.2018 in Otterndorf

Für Sophie Dorothea von Hannover sollte es kein Privatleben geben: Als Kronprinzessin des Kurfürstentums war sie Teil des ´Staatskörpers´ – die Liebe zu dem aus Stade stammenden Landadeligen Philipp Christoph von Königsmarck war eine Art Hochverrat. Aus Ehebruch und Eifersucht allein sind die fatalen Folgen nicht zu erklären: Ihn kostete die Affäre das Leben; sie wurde lebenslang auf das Schloß Ahlden verbannt. Dieses Ende hatte Philipp Christoph schon früh kommen sehen, als er seiner Angebeteten schrieb: “Mein Unterganck ist mir gar wol bewust”. Und doch wagten beide, einander schlicht als Liebende zu begegnen.

Das hat die Stader Malerin Anja Seelke fasziniert. Anders als auf den überlieferten “Historien-Bildern” setzte sie den Grafen und die Prinzessin ´privat´ ins Bild: Befreit von barocker Repräsentation, ohne Perücke, Rüstung oder Herrschaftssymbole. Es ist ein Bild der Unmöglichkeit, ein Wunsch-Bild, das aus Hunderten ihrer Briefe spricht, aber sich nur in wenigen unwirklichen Augenblicken erfüllte - das Bild zweier Liebender.

Von Herzog Anton Ulrich über Friedrich Schiller und Theodor Fontane bis hin zu Arno Schmidt hat die Geschichte der Kurprinzessin Sophie Dorothea von Hannover, der „Prinzessin von Ahlden“ (1666-1726) und des Stader Grafen Philipp Christoph von Königsmarck (1665-1694) zu künstlerischer Auseinandersetzung gereizt. Aus historischen Quellen hat Anja Seelke jenseits vorgefaßter Klischees oder romanhafter Ausschmückung eine Lesung verfaßt, die zur Liebestragödie auch die politischen Hintergründe rekonstruiert. Erstmals erzählen die beiden Liebenden ihre Geschichte selbst.

Zwischen Verzückung und Verzweiflung erweisen sich Philipp und Sophie als facettenreiche Charaktere, die tiefe Einsicht in ihre Situation zeigen. Das berührt noch heute.

Einlass ab 19:00 Uhr