Samstag, 28.12.2019
um 19:30 Uhr







2019 und 2020 lädt Die Herkuleskeule erneut zu provokant-politischen Kabarettabenden ein. Ein Erlebnis, das Gehirnzellen und Lachmuskeln gleichermaßen beansprucht.

Herkules, der physische Superlativ eines jeden Männerkörpers, konnte mit seiner Keule vor allem eins: kräftig austeilen! In dieser Tradition sieht sich ebenfalls die Herkuleskeule, Dresdens Kabarett-Theater, auch wenn sich das Austeilen hier mehr auf den verbalen als den physischen Aspekt konzentriert. Freuen Sie sich auf politische Themen in feinster, satirischer Überspitzung! 

1961 war ein großes Jahr für das Kabarett. Manfred Schubert rief Die Herkuleskeule ins Leben und legte damit den Grundstein für eine Kulturinstitution, die aktuell gefragter ist wie nie zuvor. Einen enormen Teil zu diesem Erfolg trug Wolfgang Schaller bei, der nicht nur 35 Jahre lang Künstlerischer Leiter der Herkuleskeule war, sondern bis heute scharfzüngige Texte für das Ensemble liefert. Er übergibt ab 2020 die Künstlerische Leitung an seinen Sohn Philipp Schaller. Mit dem Umzug im April 2017 ist das Kellertheater im Kulturpalast das neue Zuhause der preisgekrönten Kabarett-Gruppe, in der unter anderem Birgit Schaller, Rainer Bursche und Hannes Sell mitwirken. Erleben Sie ein Kabarett, das zwischen komödiantischer Heiterkeit, Nachdenklichkeit und Musikalität präzise den Nerv der Zeit trifft. Und das in unterschiedlichen Programmen, fast jeden Tag!

Der frühere Geheimtipp im Osten gehört zweifelsohne zu dem Besten, was das deutsche Kabarett zu bieten hat. Schauen Sie doch auch mal im Kabarettkeller des Kulturpalasts vorbei. Das ist ein Ort, an dem Politik noch Spaß macht. Also nicht lange zögern und schnell Tickets sichern.

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

weitere Termine

Sigrid Grajek - Claire Waldoff - Ich will aber gerade vom Leben singen (Gastspiel)
Sigrid Grajek:
Claire Waldoff - Ich will aber gerade vom Leben singen...
Musikkabarett
Am 22. Januar 1957 starb im Alter von 72 Jahren in Bad Reichenhall eine Frau namens Claire Waldoff nach ihrem zweiten Schlaganfall. Eigentlich hieß sie Klara Wortmann. Sie war am 21.10.1884 in Gelsenkirchen als Tochter eines ehemaligen Bergmanns und Schankwirts und seiner Gattin geboren. Sie hatte Ärztin werden wollen… Doch es kam alles anders. Sie entdeckte ihre Liebe zum Theater, änderte ihren Namen, landete beim Kabarett in Berlin – und dort schrieb sie Geschichte! Von 1907 bis 1935 war sie der Star auf den Brettern der großen Kabaretts und Varietés, ihre Lieder waren Gassenhauer und wurden auf der Straße gesungen.

Claire Waldoff hat wie keine andere den Ton getroffen, der die Menschen berührte, weil sie eben »gerade vom Leben singen wollte« – von den Sorgen und Nöten, von den Freuden und Verwicklungen, die das Leben so mit sich bringt. Sie war so ganz anders als die Chansonetten, Diseusen und Frauen ihrer Generation. Noch bevor das Zeitalter der »neuen Frau« ausgerufen wurde, nahm sie sich alle Freiheiten, die ihr in den Sinn kamen. Sie rauchte Pfeife und Zigarre, liebte Nordhäuser Korn, fluchte wie ein Müllkutscher und ihre Stimme war das, was man eine »echte Röhre« nennt. Heinrich Zille nannte sie Karl (»ein Kerl wie Samt und Seide«) und zog mit ihr durch die berüchtigten Kneipen im Norden und Osten von Berlin. Ihre große Liebe war Olly von Roeder, mit der sie 40 Jahre lang Tisch und Bett teilte.
Auf der Bühne stand sie mit Schlips und Kragen, was ihr Ärger mit dem Zensor einbrachte, der die Auffassung vertrat, dass Frauen im Herrenanzug nach 23 Uhr wegen Unsittlichkeit nichts mehr auf der Bühne zu suchen hätten. Weitaus unangenehmer waren allerdings die folgenden Jahre und ihre Auseinandersetzungen mit den faschistischen Machthabern…

Sigrid Grajek (auch als Comedy-Figur »Coco Lorès« bekannt) sieht in Claire Waldoff die »Urmutter aller Kabarettistinnen«. Entsprechend leidenschaftlich bringt die Schauspielerin die Lieder und das Leben der bemerkenswerten Diseuse auf die Bühne, indem sie in die Figur Claire Waldoff schlüpft, um diese singen, spielen und erzählen zu lassen, wie ihr der Schnabel gewachsen ist.

http://www.sigridgrajek.de

Dresden

02.03.2020
19:30 Uhr
Tickets
ab 22,45 €
Lisa Fitz - Flüsterwitz
Den Flüsterwitz erzählt man hinter vorgehaltener Hand. Er könnte Menschen in Hörweite beleidigen, sensible Damenohren kränken oder so wahr sein, dass er Machthabern gefährlich wird. Eigentlich ist der Flüsterwitz ein politischer Witz. Wenn man mit einem autoritären System haderte oder Repressalien befürchtete, erzählte man sich Flüsterwitze. Sind wir in unserer demokratischen Diktatur der Parteien so weit? Wer nicht in die politische Stromlinienform passt, wird gern für verrückt erklärt oder mit subtilen Methoden mundtot gemacht.

Nun lebt ja der Spaßmacher von Respektlosigkeit, aber die Luft wird dünn, weil Spott eben das beste Mittel ist, an den Stühlen der Obrigkeit zu sägen. Dafür tobt der Infokrieg im Netz,politisch inkorrekt, unsauber, paranoid. Mainstream gegen Fake News, Trolls, aber auch echte Raritäten, die man im Fernsehen nie hört. „Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist“, hat der bayrische Komiker Karl Valentin gesagt. Das mulmige Gefühl wächst, dass man sich nicht mehr ganz frei äußern kann. „Des derfst ja net laut sagen“, hört man oft. Lautsagen ist aber wichtig – ma muaß reden mitanand, Gemunkel aus dem Dunkeln ins Licht heben, so geht Diskussionskultur. In Bayern, bei den Katholiken, bei den Moslems, bei der Auto-Lobby und deren Helfershelfern. In Facebook und Twitter jedoch verschwinden systemkritische Bemerkungen auf mysteriöse Weise, Accounts werden gesperrt oder gelöscht. Political Correctness wird zu Meinungsdiktatur, Gesinnungspolizei bevormundet die Bürger, die kontern mit Panikmache. Empörialismus entgeistert die Republik.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst, heißt es so schön.