Freitag, 24.05.2019
um 20:00 Uhr

Paulussaal
Dreisamstraße 3
79098 Freiburg im Breisgau


Tickets
ab 20,85 €




Gioachino Rossini – Petite Messe Solennelle

Als zu weltlich und zu opernhaft wurde die Musik der Petite Messe Solennelle von Gioachino Rossini lange Zeit gesehen, als dass sie dem geistlichen Stoff gerecht werden könnte. Doch Rossini selbst nährte dieses Vorurteil, in dem er seine Messe als „letzte Todsünde“ bezeichnete. Gegenüber dem Musikkritiker Eduard Hanslick äußerte er: „Dies ist keine Kirchenmusik für euch Deutsche – meine heiligste Musik ist doch immer nur semi seria“. Gleichwohl gab es für Rossini keinen Unterschied zwischen heiligster und halbernster Musik, und das Wortspiel, dass er in seinem Manuskript am Ende des Agnus Dei verwendete, in dem er den lieben Gott fragt, ob seine Messe nun heilige Musik (musique sacrée) oder vermaledeite Musik (sacrée musique) sei, war einerseits dem Unverständnis geschuldet, das seiner geistlichen Musik damals entgegen schlug, und andererseits dem Humor des Komponisten, der ihm Zeit seines Lebens auch immer wieder Hilfe war.

Die „kleine“ Messe (die immerhin fast 90 Minuten dauert) verknüpft historische mit moderner Schreibweise, verbunden mit kühner Chromatik und opernhaftem Belcanto. Die Pariser Presse lobte nach der Uraufführung die Schönheit der Komposition und deren harmonische Extravaganz. Die Messe, ursprünglich konzipiert für Chor, Soli, Klavier und Harmonium, instrumentierte der Komponist später selbst für Orchester. Der Anton-Webern-Chor führt die Messe nun in einer neuen Instrumentierung mit Klavier und Streichquartett auf. Diese besorgte Peter von Wienhardt, Künstlerischer Leiter der Internationalen Konzerttage Mittelrhein, auf dessen Einladung das Ensemble auch in Koblenz innerhalb der Konzerttage die Petite Messe singen wird. Die Soli werden, wie bei der Uraufführung, von Sängerinnen und Sängern des Chores gesungen.


Anton-Webern-Chor Freiburg mit seinen Vokalsolisten
Konsonanz Quartett
Peter von Wienhardt, Klavier
Leitung: Bernhard Gärtner

Einlass: 19:15 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

weitere Termine

¡Te Deum? - Werke für Chor und Orgel von Ph. Glass, F. Poulenc, P. Eben, Ch. Ives u.a.
In seinem diesjährigen Herbstprogramm erkundet der Freiburger Kammerchor verschiedene Facetten des Gotteslobes. Als zentrales Werk erklingt Petr Ebens Prager Te Deum,1989 für Chor und Orgel. Im namensgebenden Jahr in einem Moment friedlicher Revolution entstanden, orientiert sich Eben sowohl am Gregorianischen Choral als auch an barocken Vorbildern. Ein freudiges Werk, das jedoch auch tief blicken lässt in die damals ungewisse Zukunft dieser 30 Jahre zurückliegenden Umbruchszeit.
Philosophische Kernfragen über das Menschsein behandelt Philip Glass in seinen Three Songs for Chorus a cappella (Texte von Leonard Cohen, Raymond Lévesque und Octavio Paz): „Wo findet unser Leben statt?“ „Wie leben wir miteinander?“ Und ganz zu Beginn: „Wie gedenken wir einander?“
Um diese letzte Frage dreht sich auch Francis Poulencs erstes geistliches Werk, die Litanies à la Vierge Noire für Frauenchor und Orgel. Als er vom Tod eines guten Freundes erfuhr, pilgerte Poulenc zur Schwarzen Madonna von Rocamadour und verarbeitete die dort erlebte „ländliche Frömmigkeit“ der Gläubigen musikalisch.
Ebenso persönlich ist die Vertonung des 90. Psalms von Charles Ives, für Orgel, Chor und Glocken gesetzt, der das Konzert thematisch zusammenfasst: „Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, so viele Jahre, wie wir Unheil sahn.“
Begleitet und solistisch durch Werke von Marcel Dupré (Cortège et Litanie) und William Albright (Nocturne und Finale–The Offering) bereichert wird der Freiburger Kammerchor in diesem abwechslungsreichen Programm von Andreas Willberg an der Orgel. Die Leitung hat Lukas Grimm.