PEER GYNT

Freitag, 12.04.2019 um 20:00 Uhr

Theater am Sachsenring
Sachsenring 3, 50677 Köln


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von Henrik Ibsen


"Reise durch den Gedankenkosmos" - "Zwischen Schein und Sein"



PEER GYNT - von Henrik Ibsen



Peer Gynt fängt unsichtbare Fliegen. Sind es die Flausen in seinem Kopf, der die fantastischsten Lügengeschichten gebiert? Wer ist überhaupt dieser manisch überdrehte Egozentriker, selbsternannter “Kaiser der Welt“, der sich am Ende selbst als “Zwiebel ohne Kern“ empfindet? Ein Fall für die Psychatrie? Ein Getriebener auf der Suche nach der eigene Identität?

Henrik Ibsens (1828-1906) großartiges dramatisches Gedicht “PeerGynt“ (1876) enthält all diese Facetten. Und Richard Hucke lässt sie als Titelheld in sämtlichen Farben funkeln. Er ist der irrlichternde Taugenichts, der faszinierende Fabulierer und Aufschneider, der Sexprotz und der Sohn, in dessen Armen die Mutter stirbt. Ein Bild, dass sich zum Schluss umkehrt, als Solveig den gealterten Geliebten im Schoß birgt wie in einer Pietà.

Joe Knipp hat für sein Theater am Sachsenring Ibsens gewaltigen Text, der auch als “Nordischer Faust“ gilt, auf zwei Stunden pralles, sinnliches Theater verdichtet. Er fächert einen fantastischen Bilderbogen mit rasant wechselnden Szenen auf, in denen Hucke, die jungen Schauspielerinnen Signe Zurmühlen und Jennifer Silke in sämtlichen anderen Rollen brillieren

Eine spannende, bewegende, kurzweilige Inszenierung mit großartigen Schauspieler-Leistungen.



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PEER GYNT

Peer Gynt, der große Abenteurer, Phantast und Henrik Ibsens „nordischer Faust“ sitzt auf seiner Veranda und vertreibt angriffslustige Mücken.



In unserer postfaktischen Welt, in der so viele nach Selbstoptimierung streben und unter Darstellungssucht leiden, ist es manchmal nicht ganz einfach sich im Dickicht von vermeintlichen Lügen und Unwahrheiten zurechtzufinden. „Fake News“ sind für den einen unglaublich unerhört, für den anderen unglaubwürdig, für die nächsten dumm und unsachlich, ein Weiterer findet womöglich seinen Glauben daran. So spricht man vielleicht vom Hausdrachen, meint aber seine Ehefrau, oder vom Schwiegervater, dem Bergtroll.

Die Wahrheit zu finden gestaltet sich manchmal schwierig. Seine eigene Wahrheit, weil es am Ende nur um eine subjektive gehen kann. Es gibt so viele Realitäten wie es Menschen gibt. Und es hat garantiert jeder seine eigene.



Was geht vor in der „Welt hier hinterm Schädelgitter“? Ist er wirklich der Angeber, angebliche Lügner und Gernegroß für den ihn alle halten, oder ist er vielmehr das „Opfer“ seiner eigenen Erinnerungsverfälschung? Peer Gynt glaubt an seine Geschichten, die sein Leben bedeuten. An seine liebende Mutter Aase, die nichts auf ihn kommen lässt und sich mit der wartenden Solvejg verbündet um drohenden Widrigkeiten besser gewachsen zu sein. So wird Gynts tatsächliche Umwelt zur Komparserie oder zum Gegenstand und Ausgangspunkt neuer Abenteuer.



von Henrik Ibsen.

Regie: Nik Mayr.



Eventdaten bereitgestellt von: Kulturkurier