Mittwoch, 17.01.2018

Theater
Riot Days Performance
17.01.2018 in Stuttgart

PUSSY RIOT ist ein russisches Künstler-Kollektiv mit Sitz in Moskau. Gegründet im März 2011, hatte es eine variable Mitgliedschaft von etwa 11 Frauen. Die Gruppe inszenierte nicht autorisierte provokative Guerilla-Punk-Rock-Aufführungen auf öffentlichen Plätzen, und veröffentlichte dazu entsprechende Musikvideos im Internet. Neben der Kirche wendeten sich die Aktionen vor allem gegen die Politik, insbesondere Russlands Präsident Wladimir Putin, und den in Russland sehr konservativen Umgang mit Sexualität.

Pussy Riot erlangte weltweite Berühmtheit, als ein Teil der Gruppe eine Aufführung in der Moskauer Christ-Erlöser-Kirche im Jahr 2012 inszenierte. Nach 41 Sekunden wurde die Darbietung schließlich von kirchlichen Sicherheitsbeamten gestoppt. Die drei Mit-gliederinnen Nadeschda Tolokonnikowa, Marija Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch wurden in Untersuchungshaft genommen und wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt.

Der Prozess und die Verurteilungen führten vor allem im Westen zu großer Aufmerksam-keit und Kritik. Nach 21 Monaten in Haft wurden Tolokonnikova und Alyokhina am 23. Dezember 2013 freigelassen, nachdem die Staatsduma (russisches Parlament) eine Amnestie genehmigt hatte. Nach ihrer Freilassung traten Tolokonnikova, Alyokhina und einige andere Mitglieder während der Olympischen Winterspiele in Sotschi als Pussy Riot auf, wo sie mit Peitschen und Pfefferspray von Kosaken angegriffen wurden, die als Wachleute eingesetzt wurden.

Zwischen 2014 und 2016 veröffentlichten Pussy Riot (Alyokhina und Tolokonninkova in verschiedenen Besetzungen), mehrere Videos: "Putin wird Sie lehren, die Mutter zu lieben", "Ich kann nicht atmen", oder "Make America Great Again". Alyokhina und Tolokonnikova traten als Rednerinnen bei vielen internationalen Festivals, Konferenzen und anderen Veranstaltungen in den USA, Kanada, ganz Europa, Australien, und Singapur auf. Sie vertreten Pussy Riot und Mediazona (ein erfolgreiches russisches Online-Portal für Menschenrechte).

Im Dezember 2016 starteten Maria Alyokhina und der Musikproduzent Alexander Cheparukhin ein neues Projekt - PUSSY RIOT THEATER mit RIOT DAYS - ein Spiel, das auf Alyokhinas Buch "Tage des Aufstands" basiert. Nach sehr erfolgreichen Tourneen in den USA und Australien fand im September 2017 in Frankfurt die Deutschlandpremiere statt. Im Januar 2018 wird die Tour fortgesetzt.

Für diese Veranstaltung ist kein Vorverkauf mehr möglich - Tickets unter 0711 40 20 720
Theater, Comedy
Em Charley sei Tante - von Brandon Thomas, schwäb. Fassung Monika Hirschle
17.01.2018 in Stuttgart

Charley und sein Kumpel, beide Studenten an der Uni Tübingen, sind jung, feierfreudig – und unsterblich verliebt. Nun haben sie sich endlich ein Herz gefasst und wollen ihren Angebeteten ihre Gefühle gestehen. Doch die beiden Herzensdamen sind Schwestern aus reicher arabischer Familie. Und sehr streng erzogen – ihr Onkel gäbe ihnen kaum Gelegenheit, ohne Aufsicht mit zwei jungen Männern zu sprechen. Was tun? Eine „Anstandsdame“ muss her, die dem Treffen einen sittsamen Charakter verleiht und dem gestrengen Onkel das Gefühl gibt, dass die beiden Mädchen im sündigen Schwabenland in guter Obhut sind. Wie praktisch, dass die beiden Jungs Charleys nach Brasilien ausgewanderte Patentante erwarten, die perfekt als „Anstandswauwau“ fungieren könnte. Beschtens – die Mädchen sind neugierig auf den exotischen Gast, und auch für den gestrengen Onkel spricht nichts gegen eine Verabredung seiner Nichten zum Kaffee mit Tante Lucia.

Doch kurz vor dem Treffen erscheint Babbs, der Hausmeister der Uni, mit der Nachricht, dass die Tante den Besuch absagen musste. Ojemine! Wo kriegt man rasch eine Tante her, wenn man sie mal braucht? Die Lösung liegt nahe: Babbs muss sich – wenn auch arg „ogern“ – als Tante ausgeben und das Date der Studenten retten ...
Seit der Uraufführung 1892 zählt diese Komödie zu den größten Theatererfolgen aller Zeiten. Sie wurde in über hundert Sprachen übersetzt und mehrmals verfilmt, unter anderem mit Heinz Rühmann und Peter Alexander.
Für unsere Inszenierung wurde der Komödienklassiker dezent modernisiert – und ins Schwäbische übertragen.

23. November 2017 bis 21. Januar 2018

Inszenierung und Bühnenbild: Stephan Bruckmeier
Kostüme: Monika Seidl

mit Monika Hirschle; Andreas Klaue u.v.a.